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Wie lange dauert der Bausparvertrag?

Wie lange dauert ein Bausparvertrag wirklich? Erfahren Sie, was Sparphase, Zuteilung und Darlehenslaufzeit bedeuten und wie Sie die Gesamtdauer planen können.

7 min Lesezeit
Wie lange dauert der Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist für viele Menschen ein wichtiger Baustein, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Doch eine der häufigsten Fragen lautet: Wie lange dauert ein Bausparvertrag eigentlich? Die Antwort ist nicht eindeutig, denn die Dauer hängt von mehreren Faktoren ab – von der gewählten Bausparsumme über die monatliche Sparrate bis hin zum Tarif der Bausparkasse. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, was die einzelnen Phasen eines Bausparvertrags ausmacht, wie lange sie in der Regel dauern und welche Rolle die Zuteilungsreife und die anschließende Darlehenslaufzeit spielen.

Die Phasen eines Bausparvertrags im Überblick

Ein Bausparvertrag durchläuft im Laufe der Zeit mehrere klar definierte Phasen. Zunächst folgt die Ansparphase, in der regelmäßig Geld auf das Bausparkonto eingezahlt wird. Danach kann der Vertrag zuteilungsreif werden, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. In der anschließenden Darlehensphase wird das Bauspardarlehen ausgezahlt und zurückgezahlt. Jede dieser Phasen hat eine eigene Dauer, die sich auf die Gesamtlaufzeit des Vertrags auswirkt.

Die Ansparphase ist die Zeit, in der Sie sparen, um Ihr gewünschtes Bauspardarlehen zu erreichen. In dieser Phase zahlen Sie in der Regel monatlich eine vereinbarte Sparrate ein. Die Bausparkasse verzinst Ihr Guthaben, und es können Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder vermögenswirksame Leistungen hinzukommen. Erst wenn Mindestsparguthaben und Bewertungszahl erreicht sind, wird der Vertrag zuteilungsreif.

Nach der Zuteilung beginnt die Darlehensphase. Hier erhalten Sie das vereinbarte Bauspardarlehen und tilgen es über eine festgelegte Laufzeit zurück. Die Gesamtlaufzeit eines Bausparvertrags ergibt sich also aus der Summe von Ansparphase und Darlehenslaufzeit. Je nach Tarif und individueller Planung kann ein Bausparvertrag so über mehrere Jahre bis hin zu mehreren Jahrzehnten laufen.

Wie lange dauert die Ansparphase?

Die Ansparphase ist der Teil des Bausparvertrags, in dem Sie sparen, um zuteilungsreif zu werden. Die Dauer dieser Phase ist nicht pauschal festgelegt, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die gewählte Bausparsumme, die monatliche Sparrate, der gewählte Tarif sowie die Zuteilungsvoraussetzungen der Bausparkasse.

In vielen Tarifen liegt die Ansparphase grob zwischen etwa sieben und fünfzehn Jahren oder länger. Wer eine hohe monatliche Sparrate wählt, erreicht die Zuteilungsreife in der Regel schneller als jemand mit einer niedrigen Rate. Beispiel: Bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro und einer monatlichen Rate von 250 Euro kann die Ansparphase etwa sieben bis acht Jahre dauern. Bei nur 100 Euro pro Monat kann sich die Phase deutlich verlängern, teils auf 15 Jahre oder mehr.

  • Die Ansparphase beginnt mit Vertragsabschluss und endet mit der Zuteilungsreife.
  • Die Dauer hängt von Bausparsumme, Sparrate und Tarif ab.
  • Höhere Sparraten verkürzen die Ansparphase, niedrigere verlängern sie.
  • Sonderzahlungen können die Ansparzeit zusätzlich verkürzen.
  • Die Ansparphase kann je nach Tarif zwischen etwa 7 und 15 Jahren oder länger liegen.

Was bedeutet Zuteilungsreife?

Ein Bausparvertrag wird zuteilungsreif, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Erst dann kann das Bauspardarlehen ausgezahlt werden. Die wichtigsten Kriterien sind in der Regel das Mindestsparguthaben, die Mindestansparzeit und die Bewertungszahl. Diese Begriffe sind für viele Verbraucher zunächst ungewohnt, spielen aber eine zentrale Rolle für die Dauer des Vertrags.

Das Mindestsparguthaben ist der Betrag, den Sie mindestens angespart haben müssen, um zuteilungsreif zu werden. In vielen Tarifen liegt dieser Wert zwischen etwa 30 und 50 Prozent der Bausparsumme. Die Mindestansparzeit ist die kürzeste Zeit, die Sie sparen müssen, bevor der Vertrag zuteilungsreif werden kann. Sie beträgt in vielen Fällen etwa 12 bis 18 Monate, kann aber je nach Tarif variieren.

Die Bewertungszahl ist eine Rechengröße, die aus Höhe des Sparguthabens, der Laufzeit und den geleisteten Einzahlungen berechnet wird. Sie dient der Bausparkasse als Orientierung, wann ein Vertrag zuteilungsreif ist. Erst wenn Mindestsparguthaben, Mindestansparzeit und Bewertungszahl erreicht sind, kann die Zuteilung erfolgen. Bis dahin läuft die Ansparphase weiter.

  • Zuteilungsreife bedeutet, dass der Vertrag bereit für die Auszahlung des Bauspardarlehens ist.
  • Mindestsparguthaben, Mindestansparzeit und Bewertungszahl sind die wichtigsten Kriterien.
  • Die Bewertungszahl wird aus Guthaben, Laufzeit und Einzahlungen berechnet.
  • Ohne Zuteilungsreife kann das Bauspardarlehen nicht ausgezahlt werden.

Wie lange dauert die Darlehensphase?

Nach der Zuteilung beginnt die Darlehensphase, in der das Bauspardarlehen ausgezahlt und zurückgezahlt wird. Die Dauer dieser Phase ist im Vertrag festgelegt und hängt von der vereinbarten Tilgungsdauer ab. Typische Laufzeiten für Bauspardarlehen liegen in der Praxis häufig im Bereich von etwa zehn bis zwanzig Jahren.

Die Tilgungsdauer wird bei Vertragsabschluss gemeinsam mit der Bausparkasse festgelegt. Sie bestimmt, wie lange Sie monatlich Zinsen und Tilgung zahlen. Beispiel: Bei einer Bausparsumme von 100.000 Euro, davon 40.000 Euro angespartes Guthaben und 60.000 Euro Bauspardarlehen, kann eine Tilgungsdauer von etwa 12 bis 15 Jahren vereinbart werden. Die konkrete Laufzeit hängt von Zinssatz, Tilgungssatz und individueller Finanzplanung ab.

Wichtig ist, dass die Darlehensphase unabhängig von der Ansparphase läuft. Die Gesamtlaufzeit des Bausparvertrags ergibt sich also aus der Summe beider Phasen. Wer beispielsweise zehn Jahre anspart und das Darlehen dann über zwanzig Jahre tilgt, begleitet den Vertrag insgesamt etwa dreißig Jahre.

  • Die Darlehensphase beginnt mit der Auszahlung des Bauspardarlehens.
  • Die Tilgungsdauer wird bei Vertragsabschluss festgelegt.
  • Typische Laufzeiten liegen zwischen etwa 10 und 20 Jahren.
  • Die Gesamtlaufzeit setzt sich aus Ansparphase und Darlehensphase zusammen.

Welche Faktoren beeinflussen die Gesamtdauer?

Die Gesamtdauer eines Bausparvertrags wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Entscheidend sind vor allem die gewählte Bausparsumme, die monatliche Sparrate, der gewählte Tarif sowie die vereinbarte Tilgungsdauer. Zusätzlich spielen Förderungen, Sonderzahlungen und die individuelle Finanzplanung eine Rolle.

Eine höhere Bausparsumme erfordert in der Regel eine längere Ansparphase, wenn die Sparrate gleich bleibt. Wer dagegen eine hohe monatliche Rate wählt, kann die Ansparzeit deutlich verkürzen. Sonderzahlungen, etwa aus Boni oder Erbschaften, können ebenfalls die Ansparphase beschleunigen. Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder vermögenswirksame Leistungen erhöhen das angesparte Guthaben und können so die Zuteilungsreife früher erreichen.

Der gewählte Tarif bestimmt unter anderem die Mindestsparguthaben, die Bewertungszahl und die möglichen Tilgungsdauern. Einige Tarife sind auf eine eher kurze Ansparphase ausgelegt, andere auf eine längere, dafür günstigere Finanzierung. Die individuelle Finanzplanung – etwa ob das Bauspardarlehen allein oder in Kombination mit einem Bankdarlehen genutzt wird – beeinflusst ebenfalls, wie lange der Vertrag tatsächlich läuft.

  • Bausparsumme und Sparrate bestimmen die Länge der Ansparphase.
  • Sonderzahlungen und Förderungen können die Ansparzeit verkürzen.
  • Der Tarif legt Mindestsparguthaben, Bewertungszahl und Tilgungsdauer fest.
  • Die individuelle Finanzplanung beeinflusst die Gesamtdauer des Vertrags.

Kann die Laufzeit verkürzt oder verlängert werden?

Die Laufzeit eines Bausparvertrags ist nicht in Stein gemeißelt. Es gibt Möglichkeiten, sowohl die Ansparphase als auch die Darlehensphase zu verkürzen oder zu verlängern. Entscheidend ist, dass die gewählten Optionen zur eigenen finanziellen Situation passen und langfristig tragbar sind.

Die Ansparphase kann durch höhere monatliche Sparraten oder regelmäßige Sonderzahlungen verkürzt werden. Wer beispielsweise eine Bausparsumme von 50.000 Euro wählt und monatlich 250 Euro einzahlt, kann die Ansparzeit deutlich reduzieren im Vergleich zu einer Rate von 100 Euro. Umgekehrt kann eine niedrigere Rate die Ansparphase verlängern, was die monatliche Belastung senkt, aber die Gesamtlaufzeit erhöht.

In der Darlehensphase können Sondertilgungen die Tilgungsdauer verkürzen. Viele Bausparkassen erlauben bestimmte Sondertilgungen pro Jahr, ohne dass zusätzliche Gebühren anfallen. Wer regelmäßig Sondertilgungen leistet, kann das Bauspardarlehen früher zurückzahlen und so die Gesamtlaufzeit des Vertrags reduzieren. Eine Verlängerung der Tilgungsdauer senkt die monatliche Belastung, verlängert aber die Laufzeit und kann die Gesamtkosten erhöhen.

  • Höhere Sparraten und Sonderzahlungen verkürzen die Ansparphase.
  • Sondertilgungen in der Darlehensphase können die Tilgungsdauer reduzieren.
  • Eine niedrigere Sparrate oder längere Tilgungsdauer verlängert die Gesamtlaufzeit.
  • Die individuelle finanzielle Situation sollte bei Anpassungen berücksichtigt werden.

Was passiert nach Ablauf des Bausparvertrags?

Nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit endet der Bausparvertrag, sofern er nicht vorher gekündigt oder verlängert wurde. In der Regel ist der Vertrag dann vollständig abgewickelt: Das angesparte Guthaben ist ausgezahlt, das Bauspardarlehen vollständig getilgt und alle Zinsen und Gebühren beglichen.

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, den Vertrag zu verlängern oder in eine andere Form der Finanzierung zu überführen. Wer beispielsweise weiterhin in Immobilien investieren möchte, kann einen neuen Bausparvertrag abschließen oder das vorhandene Guthaben für eine weitere Finanzierung nutzen. Eine vorzeitige Kündigung ist grundsätzlich möglich, kann aber mit Gebühren und dem Verlust von Förderungen verbunden sein.

Nach Ablauf des Vertrags sollten die Unterlagen geordnet aufbewahrt werden, insbesondere wenn Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder vermögenswirksame Leistungen genutzt wurden. Diese Unterlagen können für steuerliche oder rechtliche Fragen relevant sein. Zudem lohnt sich ein Blick auf die eigenen finanziellen Ziele, um zu entscheiden, ob ein weiterer Bausparvertrag oder eine andere Form der Finanzierung sinnvoll ist.

  • Nach Ablauf ist der Vertrag in der Regel vollständig abgewickelt.
  • Verlängerung oder neuer Vertrag können sinnvoll sein.
  • Vorzeitige Kündigung kann mit Gebühren und Verlust von Förderungen verbunden sein.
  • Unterlagen sollten für steuerliche und rechtliche Zwecke aufbewahrt werden.

Fazit

Die Dauer eines Bausparvertrags ist nicht pauschal zu benennen, sondern hängt von mehreren Faktoren ab. Die Ansparphase kann je nach Tarif und Sparrate zwischen etwa sieben und fünfzehn Jahren oder länger dauern, während die Darlehensphase häufig im Bereich von zehn bis zwanzig Jahren liegt. Insgesamt kann ein Bausparvertrag so über mehrere Jahre bis hin zu mehreren Jahrzehnten laufen. Wichtig ist, die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen, die gewählte Bausparsumme und Sparrate sorgfältig zu planen und die Zuteilungsvoraussetzungen sowie die Tilgungsdauer zu berücksichtigen. So lässt sich die Gesamtdauer des Vertrags besser einschätzen und an die persönlichen Ziele anpassen.

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