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Wie läuft der Immobilienkauf in Lausanne konkret ab?

Wie läuft der Immobilienkauf in Lausanne konkret ab? Ein Schritt-für-Schritt-Ratgeber mit Praxis-Tipps für Käufer in der Waadt.

7 min Lesezeit
Wie läuft der Immobilienkauf in Lausanne konkret ab?

Der Immobilienkauf in Lausanne ist ein Prozess, der sorgfältige Vorbereitung, genaue Planung und ein klares Verständnis der lokalen Gegebenheiten erfordert. Die Stadt am Genfersee gehört zu den attraktivsten Wohnlagen der Schweiz, was sich in einem dynamischen Markt und einem hohen Preisniveau niederschlägt. Wer hier eine Wohnung oder ein Haus erwerben möchte, sollte sich nicht nur über Finanzierung und Eigenkapital Gedanken machen, sondern auch mit den rechtlichen und administrativen Abläufen vertraut machen. Dieser Ratgeber führt Schritt für Schritt durch den typischen Kaufprozess in Lausanne, erklärt Fachbegriffe und zeigt, worauf es in der Praxis ankommt.

1. Vorbereitung und Budgetklärung

Bevor überhaupt nach Immobilien in Lausanne gesucht wird, gilt es, die eigene finanzielle Situation zu klären. Dazu gehören Einkommen, bestehende Verbindlichkeiten, laufende Ausgaben und vorhandenes Eigenkapital. In der Schweiz wird beim Immobilienkauf in der Regel ein Eigenkapital von mindestens 20 Prozent des Kaufpreises erwartet, wobei ein Teil davon in Form von gebundenem Eigenkapital (z.B. 3. Säule) vorliegen sollte. Zusätzlich müssen Kaufnebenkosten wie Notar-, Grundbuch- und Grunderwerbssteuer eingeplant werden, die je nach Kanton und Gemeinde zwischen rund 3 und 5 Prozent des Kaufpreises betragen können.

Ein Beispiel: Für eine Wohnung in Lausanne mit einem Kaufpreis von 800.000 Franken sollten etwa 160.000 Franken Eigenkapital vorhanden sein. Hinzu kommen Nebenkosten von etwa 24.000 bis 40.000 Franken, je nach Steuersatz der Gemeinde. Damit ergibt sich ein Gesamtbetrag von rund 824.000 bis 840.000 Franken, der finanziert werden muss. Eine Bank prüft in diesem Zusammenhang die Tragbarkeit der Hypothek, also ob die monatlichen Raten (Zinsen plus Tilgung) im Verhältnis zum Einkommen tragbar sind.

  • Klärung von Einkommen, Ausgaben und bestehenden Schulden.
  • Berechnung des benötigten Eigenkapitals (mindestens 20 % des Kaufpreises).
  • Einplanung von Kaufnebenkosten (Notar, Grundbuch, Grunderwerbssteuer).
  • Erstellung eines Finanzierungsplans mit möglichen Hypothekarzinsen und Laufzeiten.
  • Überprüfung der Tragbarkeit der monatlichen Raten im Verhältnis zum Einkommen.

2. Immobiliensuche und Besichtigung

In Lausanne ist die Nachfrage nach Wohnraum hoch, was zu einem engen Angebot führt. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie kann über Immobilienportale, Makler oder direkte Kontakte erfolgen. Wichtig ist, sich vorab klarzumachen, welche Kriterien wichtig sind: Lage, Grösse, Zustand, Energieeffizienz, Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulen. In Lausanne spielen auch Aspekte wie Aussicht auf den See, Lärmbelastung und Parkmöglichkeiten eine Rolle.

Bei der Besichtigung sollte nicht nur das ästhetische Erscheinungsbild, sondern auch der technische Zustand im Fokus stehen. Dazu gehören Heizung, Elektrik, Wasserinstallationen, Dach, Fassade und Keller. Eine grobe Einschätzung der Instandhaltungsrückstellungen kann helfen, spätere unerwartete Kosten zu vermeiden. In vielen Fällen lohnt sich eine unabhängige Fachberatung, etwa durch einen Baupraktiker oder eine Treuhandfirma, um Mängel frühzeitig zu erkennen.

  • Definition klarer Suchkriterien (Lage, Grösse, Zustand, Budget).
  • Analyse der Lage und Nachbarschaft (Lärm, Verkehr, Infrastruktur).
  • Prüfung des technischen Zustands (Heizung, Elektrik, Wasser, Dach, Fassade).
  • Einschätzung der Energieeffizienz und möglicher Sanierungskosten.
  • Überlegung, ob eine unabhängige Fachberatung sinnvoll ist.

3. Preisverhandlung und Vorvertrag

Sobald ein Objekt in Lausanne in die engere Wahl kommt, folgt die Preisverhandlung. Hier ist es hilfreich, den Marktwert der Immobilie zu kennen, etwa durch Vergleichsobjekte in der Umgebung oder eine professionelle Bewertung. Ein Makler kann dabei unterstützen, aber auch Käufer sollten sich über die Preisspannen in der Region informieren. In Lausanne sind Preise je nach Quartier stark unterschiedlich, sodass eine differenzierte Analyse wichtig ist.

Wird sich über den Kaufpreis geeinigt, wird in der Regel ein Vorvertrag abgeschlossen. Dieser ist öffentlich beurkundet und legt den Kaufpreis, die Zahlungsbedingungen und den Termin für den Notartermin fest. Der Vorvertrag bindet beide Parteien und schützt den Käufer, indem er sicherstellt, dass das Objekt nicht an Dritte verkauft wird. Gleichzeitig verpflichtet sich der Käufer, den Kaufprozess fortzusetzen, was eine sorgfältige Prüfung aller Bedingungen erfordert.

  • Analyse des Marktwerts der Immobilie durch Vergleichsobjekte.
  • Verhandlung des Kaufpreises unter Berücksichtigung von Zustand und Lage.
  • Abschluss eines öffentlich beurkundeten Vorvertrags mit festgelegten Bedingungen.
  • Klärung von Zahlungsmodalitäten und Termin für den Notartermin.
  • Sorgfältige Prüfung aller Vertragsbedingungen vor der Unterzeichnung.

4. Finanzierung und Bankgespräch

Parallel zur Preisverhandlung sollte die Finanzierung geklärt werden. In der Schweiz ist es üblich, dass die Bank eine Finanzierungszusage erteilt, bevor der Kaufvertrag unterschrieben wird. Dazu werden Unterlagen wie Personalausweis, Steuererklärungen, Einkommensnachweise und Nachweise über bestehende Verbindlichkeiten eingereicht. Die Bank prüft die Kreditwürdigkeit und die Tragbarkeit der Hypothek.

Bei der Finanzierung spielen Zinsart und Laufzeit eine zentrale Rolle. Möglich sind etwa feste Zinsen über 5, 10 oder 15 Jahre oder variabel gestaltete Modelle. Eine längere Laufzeit senkt die monatlichen Raten, kann aber die Gesamtkosten erhöhen. In Lausanne ist es sinnvoll, verschiedene Angebote zu vergleichen und sich über die steuerlichen Auswirkungen zu informieren, etwa durch eine Beratung bei einer Treuhandfirma oder einem Steuerberater.

  • Einreichung aller erforderlichen Unterlagen bei der Bank.
  • Prüfung der Kreditwürdigkeit und Tragbarkeit der Hypothek.
  • Wahl der geeigneten Zinsart und Laufzeit.
  • Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote.
  • Berücksichtigung steuerlicher Aspekte und möglicher Förderungen.

5. Notartermin und Kaufvertrag

Der Notartermin ist der zentrale Punkt im Immobilienkauf in Lausanne. Der Notar erstellt den Kaufvertrag, der alle wesentlichen Punkte regelt: Angaben zu Käufer und Verkäufer, genaue Beschreibung der Immobilie, Kaufpreis, Zahlungsbedingungen, Übergabetermin und Haftung. Beide Parteien haben in der Regel rund zwei Wochen Zeit, den Vertrag zu prüfen, bevor er unterschrieben wird. Der Notar beglaubigt die Unterschrift und sorgt für die rechtliche Gültigkeit des Vertrags.

Nach der Unterschrift wird eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen, die den Eigentumsübergang sichert. Der Käufer verpflichtet sich, den Kaufpreis zu zahlen, der Verkäufer zur Übergabe der Immobilie. Die Kaufnebenkosten wie Notar- und Grundbuchgebühren sowie die Grunderwerbssteuer werden zu diesem Zeitpunkt fällig. Sobald der Verkäufer den Zahlungseingang bestätigt, veranlasst der Notar die Umschreibung des Grundbuchs, und der Käufer ist rechtlicher Eigentümer.

  • Erstellung des Kaufvertrags durch den Notar mit allen wesentlichen Punkten.
  • Prüfung des Vertrags durch beide Parteien vor der Unterzeichnung.
  • Unterschrift und Beglaubigung durch den Notar.
  • Eintragung einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch.
  • Zahlung des Kaufpreises und der Kaufnebenkosten.
  • Umschreibung des Grundbuchs und rechtlicher Eigentumsübergang.

6. Kauf ab Plan und Neubau

In Lausanne gibt es zahlreiche Neubauprojekte, bei denen Immobilien bereits vor der Fertigstellung verkauft werden. Ein Kauf ab Plan bedeutet, dass der Käufer eine Immobilie kauft, die noch nicht gebaut ist. Dies bietet Vorteile wie die Möglichkeit, individuelle Ausstattungen zu wählen, birgt aber auch Risiken, etwa Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen.

Es gibt zwei häufige Modelle: Bei der Teilzahlung wird eine Anzahlung von mindestens 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises geleistet, der Restbetrag wird bei Fertigstellung bezahlt, meist über ein Hypothekendarlehen. Vor Baubeginn wird eine Baubeschreibung erstellt, die alle Details der Ausstattung und der Budgets festlegt. Überschreitungen dieser Budgets gehen in der Regel zu Lasten des Käufers. Der Kaufvertrag ist nach der Unterzeichnung endgültig, ein Rücktritt ist nur in Ausnahmefällen möglich.

  • Verständnis der Risiken und Chancen eines Kaufs ab Plan.
  • Klärung der Zahlungsmodalitäten (Anzahlung, Restzahlung bei Fertigstellung).
  • Erstellung und Prüfung einer detaillierten Baubeschreibung.
  • Berücksichtigung möglicher Kostenüberschreitungen.
  • Sorgfältige Prüfung des Kaufvertrags vor der Unterzeichnung.

7. Nach dem Kauf: Übergabe und Instandhaltung

Nach dem Notartermin folgt die Übergabe der Immobilie. Dieser Termin sollte sorgfältig vorbereitet werden, etwa mit einer Übergabe-Checkliste. Dabei werden Zustand, Schlüsselübergabe, Zählerstände und eventuelle Mängel dokumentiert. In Lausanne ist es üblich, dass der Verkäufer die Immobilie in einem bestimmten Zustand übergibt, was im Kaufvertrag festgelegt ist.

Nach dem Kauf beginnt die Phase der Instandhaltung und möglichen Renovationen. In Lausanne sind viele Gebäude alt und erfordern regelmässige Investitionen in Heizung, Dach, Fassade oder Elektrik. Eine Instandhaltungsrückstellung kann helfen, diese Kosten zu planen. Zudem sollten Versicherungen wie Gebäudeversicherung und Haftpflicht überprüft werden, um den Schutz zu gewährleisten.

  • Vorbereitung einer Übergabe-Checkliste mit Zustand und Mängeln.
  • Dokumentation von Zählerständen und Schlüsselübergabe.
  • Planung von Instandhaltungs- und Renovationsmassnahmen.
  • Einrichtung oder Überprüfung von Versicherungen (Gebäude, Haftpflicht).
  • Einplanung einer Instandhaltungsrückstellung für zukünftige Investitionen.

Fazit

Der Immobilienkauf in Lausanne ist ein komplexer Prozess, der sorgfältige Vorbereitung, genaue Planung und ein klares Verständnis der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen erfordert. Von der Budgetklärung über die Immobiliensuche, Preisverhandlung, Finanzierung bis hin zum Notartermin und der Übergabe gibt es zahlreiche Schritte, die sorgfältig durchlaufen werden müssen. Wer sich frühzeitig informiert, professionelle Beratung in Anspruch nimmt und alle Verträge gründlich prüft, kann den Kauf einer Immobilie in Lausanne erfolgreich und mit Sicherheit abschliessen.

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