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Wie hoch sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf?

Beim Immobilienkauf kommen auf den Kaufpreis oft 9–15 % Nebenkosten hinzu. Wichtige Posten sind Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklerprovisionen.

6 min Lesezeit
Wie hoch sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf?

Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, denkt zuerst an den Kaufpreis – doch damit ist die Finanzierung längst nicht abgeschlossen. Zusätzlich fallen sogenannte Kaufnebenkosten an, die je nach Bundesland, Objekt und Finanzierung schnell 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises betragen können. Wer diese Kosten nicht einplant, riskiert eine Finanzierungslücke oder unangenehme Überraschungen kurz vor dem Notartermin. In diesem Ratgeber werden die wichtigsten Nebenkosten beim Immobilienkauf verständlich erklärt, typische Größenordnungen genannt und praktische Beispiele gezeigt, damit Sie Ihre Gesamtkosten realistisch kalkulieren können.

Was sind Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf?

Kaufnebenkosten sind alle Ausgaben, die zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis einer Immobilie anfallen. Sie entstehen unabhängig davon, ob es sich um ein Haus, eine Eigentumswohnung oder ein Baugrundstück handelt. Zu den klassischen Posten gehören die Grunderwerbsteuer, die Kosten für Notar und Grundbuch sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision. Hinzu kommen weitere mögliche Ausgaben wie Finanzierungsnebenkosten, Gutachter- oder Umzugskosten.

Wichtig ist: Kaufnebenkosten sind in der Regel nicht Teil der Baufinanzierung, sondern sollten idealerweise aus Eigenkapital gedeckt werden. Nur so bleibt die monatliche Belastung durch die Finanzierung überschaubar. In der Praxis werden Kaufnebenkosten häufig mit rund 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises angesetzt – je nach Bundesland, Nutzung eines Maklers und individueller Abwicklung.

  • Kaufnebenkosten sind alle Kosten zusätzlich zum Kaufpreis.
  • Typische Posten: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten, Maklerprovision.
  • Häufige Größenordnung: etwa 9–15 % des Kaufpreises.
  • Kosten sollten möglichst aus Eigenkapital finanziert werden.
  • Einzelne Posten können je nach Bundesland stark variieren.

Obligatorische Nebenkosten: Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer ist eine Steuer, die beim Erwerb von Grund und Boden sowie von bebauten Immobilien anfällt. Sie wird vom Käufer oder der Käuferin gezahlt und ist eine der größten Einzelpositionen unter den Kaufnebenkosten. Die Höhe richtet sich nach dem Kaufpreis und dem Bundesland, in dem die Immobilie liegt. In Deutschland liegt der Steuersatz in der Regel zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises.

Die genaue Steuerhöhe wird von der jeweiligen Landesregierung festgelegt und kann sich im Laufe der Zeit ändern. In einigen Bundesländern gelten zudem Sonderregelungen, etwa für Erwerbe zwischen Verwandten oder für bestimmte Förderprogramme. Für die Kalkulation sollte daher immer der aktuelle Satz des jeweiligen Bundeslandes zugrunde gelegt werden.

  • Grunderwerbsteuer ist eine Pflichtabgabe beim Immobilienkauf.
  • Steuersatz je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 % des Kaufpreises.
  • Zahlungspflichtiger ist in der Regel der Käufer oder die Käuferin.
  • Sonderregelungen können in einzelnen Bundesländern gelten.
  • Die Steuer wird einmalig beim Kauf fällig.

Notar- und Grundbuchkosten

Ein weiterer obligatorischer Kostenblock sind die Gebühren für den Notar und das Grundbuchamt. Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und sorgt dafür, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Zusätzlich werden die neuen Eigentumsverhältnisse im Grundbuch eingetragen, was ebenfalls Gebühren verursacht. Diese Kosten werden häufig zusammengefasst und betragen in der Regel etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises.

Die genaue Höhe hängt vom Kaufpreis, der Anzahl der Vertragsparteien und der Komplexität des Falls ab. Beispielsweise können zusätzliche Klauseln, Sondervereinbarungen oder die Eintragung einer Grundschuld die Gebühren erhöhen. Für die Finanzierungsplanung ist es sinnvoll, mit rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises zu rechnen und diese Summe zusätzlich zum Kaufpreis einzuplanen.

  • Notarkosten entstehen für die Beurkundung des Kaufvertrags.
  • Grundbuchkosten fallen für die Eintragung des Eigentumswechsels an.
  • Gesamt meist etwa 1,5–2 % des Kaufpreises.
  • Höhe abhängig von Kaufpreis und Vertragskomplexität.
  • Kosten sind in der Regel nicht verhandelbar.

Maklerprovision: Wann und wie viel?

Wird ein Makler eingeschaltet, fällt eine Maklerprovision an. Diese ist nicht gesetzlich festgelegt und kann daher je nach Bundesland und Vereinbarung stark variieren. In vielen Regionen liegt die Provision zwischen 3 und 7 Prozent des Kaufpreises, häufig zuzüglich Mehrwertsteuer. Üblicherweise teilen sich Käufer und Verkäufer die Kosten, sodass jede Seite etwa die Hälfte trägt.

In einigen Bundesländern gibt es jedoch Regelungen, nach denen der Käufer die gesamte Provision übernimmt. Wichtig ist daher, die Höhe und Verteilung der Maklerprovision vorab schriftlich zu vereinbaren. Wer ohne Makler kauft, kann diese Kosten komplett einsparen, sollte aber sicherstellen, dass rechtliche und organisatorische Aspekte eigenständig oder durch einen Fachanwalt geregelt werden.

  • Maklerprovision ist nicht gesetzlich festgelegt.
  • Typische Spanne: etwa 3–7 % des Kaufpreises, z.T. mit MwSt.
  • Kosten werden oft zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.
  • In manchen Bundesländern zahlt der Käufer die gesamte Provision.
  • Ohne Makler entfallen diese Kosten, aber rechtliche Eigenverantwortung steigt.

Weitere mögliche Nebenkosten

Neben den klassischen Positionen können weitere Ausgaben entstehen, die je nach Situation unterschiedlich hoch ausfallen. Dazu gehören beispielsweise Gutachterkosten, wenn eine professionelle Bewertung der Immobilie gewünscht ist, oder Finanzierungsnebenkosten wie Gebühren für die Eintragung der Grundschuld im Grundbuch. Auch Umzugskosten, Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen nach dem Kauf können erheblich sein.

Häufig unterschätzt werden Kosten für Energieausweise, Bauunterlagen, Versicherungen oder technische Gutachten. Wer ein Haus kauft, sollte zudem an mögliche Instandhaltungs- oder Umbaukosten denken. Diese Posten sind zwar nicht zwingend, können aber die Gesamtkosten deutlich erhöhen und sollten daher in die Planung einfließen.

  • Gutachter- oder Bewertungskosten für die Immobilie.
  • Finanzierungsnebenkosten (z.B. Grundschuld-Eintragung).
  • Umzugskosten und eventuelle Möblierung.
  • Renovierungs- oder Modernisierungskosten nach dem Kauf.
  • Kosten für Energieausweis, Bauunterlagen oder Versicherungen.

Beispielrechnung: Wie viel Nebenkosten kommen zusammen?

Um die Größenordnung der Nebenkosten greifbar zu machen, lässt sich ein Beispielrechnung durchführen. Angenommen, eine Immobilie wird für 400.000 Euro gekauft, die Grunderwerbsteuer liegt bei 5 Prozent, Notar- und Grundbuchkosten bei 1,8 Prozent und eine Maklerprovision von 3,57 Prozent wird vereinbart, die zu gleichen Teilen von Käufer und Verkäufer getragen wird.

In diesem Beispiel ergeben sich etwa 20.000 Euro Grunderwerbsteuer, 7.200 Euro Notar- und Grundbuchkosten und 14.280 Euro Maklerprovision, wovon der Käufer 7.140 Euro trägt. Zusammen kommen so rund 34.340 Euro Nebenkosten zusammen, was etwa 8,6 Prozent des Kaufpreises entspricht. Mit weiteren Ausgaben wie Gutachter- oder Umzugskosten kann die Summe leicht in den Bereich von 9 bis 12 Prozent steigen.

  • Kaufpreis: 400.000 Euro.
  • Grunderwerbsteuer (5 %): 20.000 Euro.
  • Notar- und Grundbuchkosten (1,8 %): 7.200 Euro.
  • Maklerprovision (3,57 %, halbe Last): 7.140 Euro.
  • Gesamtnebenkosten Käufer: etwa 34.340 Euro (ca. 8,6 %).
  • Mit weiteren Kosten: realistisch 9–12 % des Kaufpreises.

Wie lassen sich Nebenkosten reduzieren?

Obwohl viele Nebenkosten gesetzlich oder marktüblich vorgegeben sind, gibt es Möglichkeiten, die Gesamtkosten zu senken. Eine der wirksamsten Maßnahmen ist, auf einen Makler zu verzichten oder zumindest die Provision zu verhandeln. In Regionen mit niedriger Grunderwerbsteuer kann zudem die Wahl des Bundeslandes einen Einfluss haben, wenn mehrere Standorte in Betracht kommen.

Zudem lohnt es sich, Angebote verschiedener Notare zu vergleichen und gegebenenfalls auf Paketpreise zu achten. Auch bei Gutachtern oder Umzugsunternehmen können Preise eingeholt und verglichen werden. Wichtig ist, bei der Einsparung nicht an notwendigen Leistungen zu sparen, etwa an einer seriösen Bewertung oder einer ordnungsgemäßen rechtlichen Abwicklung.

  • Maklerprovision verhandeln oder auf Makler verzichten.
  • Bundesland mit niedriger Grunderwerbsteuer wählen, wenn möglich.
  • Mehrere Notarangebote vergleichen.
  • Gutachter- und Umzugsangebote einholen.
  • Nicht an essenziellen Leistungen sparen (z.B. Bewertung, Rechtsberatung).

Fazit

Die Nebenkosten beim Immobilienkauf sind ein entscheidender Faktor für die Gesamtfinanzierung und sollten frühzeitig kalkuliert werden. In der Regel liegen sie zwischen etwa 9 und 15 Prozent des Kaufpreises, wobei Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklerprovision die größten Posten bilden. Durch sorgfältige Planung, Vergleich von Angeboten und gezielte Einsparungen können diese Kosten begrenzt, aber kaum vollständig vermieden werden. Wer Nebenkosten realistisch einplant, vermeidet finanzielle Engpässe und legt eine solide Grundlage für die langfristige Immobilienfinanzierung.

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