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Wie funktioniert der REIT?

REITs bieten Anlegern die Möglichkeit, in ein diversifiziertes Portfolio von Immobilien zu investieren, ohne diese direkt erwerben zu müssen. Wir erklären die Grundlagen, Funktionsweisen und potenziellen Vorteile dieser Anlageform.

7 min Lesezeit
Wie funktioniert der REIT?

Die Investition in Immobilien gilt als stabile und oft renditestarke Anlageform. Doch der direkte Kauf von Immobilien birgt hohe Einstiegshürden, erfordert erhebliches Kapital und Verwaltungsaufwand. Hier kommen Immobilienaktien ins Spiel, und im Besonderen der sogenannte Real Estate Investment Trust, kurz REIT. Diese spezielle Art der Kapitalanlage ermöglicht es auch Kleinanlegern, an der Wertentwicklung und den Erträgen großer Immobilienportfolios zu partizipieren, ohne selbst Immobilien erwerben oder verwalten zu müssen. Doch wie genau funktionieren diese Finanzprodukte, welche Vorteile bieten sie, und worauf sollte man bei einer Investition achten? In diesem Ratgeber beleuchten wir die Funktionsweise von REITs und geben Ihnen einen umfassenden Überblick über diese interessante Investmentmöglichkeit.

Was ist ein REIT?

Ein REIT steht für Real Estate Investment Trust, was wörtlich übersetzt "Immobilien-Investment-Treuhandgesellschaft" bedeutet. Es handelt sich hierbei um eine Immobiliengesellschaft, deren Aktien öffentlich gehandelt werden und die spezielle rechtliche sowie steuerliche Rahmenbedingungen erfüllen muss. Das Konzept stammt ursprünglich aus den USA und wurde in den letzten Jahrzehnten von vielen Ländern weltweit adaptiert, darunter auch Deutschland. Das Hauptziel eines REIT ist es, Einkünfte aus Immobilien zu erwirtschaften – primär durch Mieteinnahmen – und diese Gewinne nahezu vollständig an die Aktionäre auszuschütten.

Im Wesentlichen können REITs als eine Art "Immobilienfonds in Aktienform" verstanden werden. Sie ermöglichen es, in eine Vielzahl von Immobilien zu investieren, von Wohngebäuden über Bürokomplexe bis hin zu Einkaufszentren, Logistikimmobilien und Hotels. Die Gesellschaften kaufen, entwickeln, verwalten und verkaufen Immobilien oder Hypotheken. Durch die Börsennotierung sind Anteile an einem REIT jederzeit handelbar, was einen klaren Liquiditätsvorteil gegenüber direkten Immobilieninvestitionen darstellt.

  • REITs sind börsennotierte Immobiliengesellschaften.
  • Sie investieren in und betreiben ertragsstarke Immobilien.
  • Ein Großteil der Gewinne muss an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
  • Sie bieten Anlegern indirekten Zugang zum Immobilienmarkt.

Rechtlicher und steuerlicher Rahmen von REITs

Um den Status eines REIT zu erhalten, müssen Immobiliengesellschaften strenge Kriterien erfüllen, die je nach Land variieren können. In Deutschland sind diese Kriterien im REIT-Gesetz festgelegt. Eines der zentralen Merkmale ist die Ausschüttungspflicht: Ein Großteil der Gewinne, oft 90% oder mehr, muss an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Dies stellt sicher, dass die Einnahmen den Anlegern zugutekommen und nicht im Unternehmen verbleiben.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Befreiung von der Körperschafts- und Gewerbesteuer auf Unternehmensebene. Diese Steuererleichterung ist der Grund für die hohe Ausschüttungspflicht und soll eine doppelte Besteuerung – einmal auf Unternehmensebene und einmal auf Ebene des Anlegers – vermeiden. Für den Anleger unterliegen die ausgeschütteten Dividenden dann der Kapitalertragsteuer (in Deutschland inklusive Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Außerdem müssen REITs bestimmte Anforderungen an die Zusammensetzung ihres Portfolios erfüllen, beispielsweise muss ein Großteil des Vermögens in Immobilien investiert sein und ein Großteil der Einkünfte aus der Vermietung stammen.

  • Ausschüttungspflicht von mindestens 90% der Gewinne.
  • Befreiung von Körperschafts- und Gewerbesteuer auf Unternehmensebene.
  • Mindestens 75% der Einnahmen müssen aus Immobilienaktivitäten stammen.
  • Ein Großteil des Vermögens muss in Immobilien investiert sein.

Arten von REITs

REITs lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen, je nachdem, in welche Art von Immobilien oder Hypotheken sie hauptsächlich investieren. Die häufigste Form sind Equity REITs, die direkt in Immobilien investieren und Einnahmen primär aus Mieten generieren. Diese bilden den größten Anteil am globalen REIT-Markt.

Daneben gibt es Mortgage REITs (mREITs), die keine Immobilien direkt besitzen, sondern in Hypotheken und hypothekenbesicherte Wertpapiere investieren. Ihre Einnahmen stammen hauptsächlich aus den Zinserträgen der Hypothekendarlehen. Hybrid REITs kombinieren Elemente beider Formen. Innerhalb der Equity REITs gibt es zudem eine weitere Spezialisierung nach Immobiliensegmenten, was eine gezielte Investition in bestimmte Sektoren ermöglicht.

  • Equity REITs: Besitz und Betrieb von Immobilien (z.B. Wohnungen, Büros, Einzelhandel).
  • Mortgage REITs (mREITs): Investition in Hypotheken und hypothekenbesicherte Wertpapiere.
  • Hybrid REITs: Eine Mischung aus Equity- und Mortgage-REITs.
  • Sektor-spezifische REITs: Fokussierung auf bestimmte Immobilienarten (z.B. Rechenzentren, Gesundheitsimmobilien).

Vorteile einer Investition in REITs

Die Investition in REITs bietet eine Reihe von attraktiven Vorteilen, die sie für viele Anleger interessant machen. Einer der größten Vorteile ist die hohe Liquidität. Da REIT-Anteile an der Börse gehandelt werden, können Anleger ihre Anteile jederzeit kaufen und verkaufen, was bei direkten Immobilieninvestitionen nicht der Fall ist. Dies bietet eine hohe Flexibilität und erleichtert die Umschichtung des Portfolios.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Diversifikation. Mit einem einzigen REIT-Investment können Anleger in ein diversifiziertes Portfolio von Immobilien investieren, das geografisch und nach Immobilientypen gestreut ist. Dies reduziert das Risiko im Vergleich zum Besitz einer einzelnen Immobilie. Hinzu kommt die Möglichkeit, von professionellem Management zu profitieren. Die REIT-Unternehmen werden von erfahrenen Immobilienexperten verwaltet, die sich um Akquisition, Entwicklung, Vermietung und Verkauf der Immobilien kümmern. Der Anleger profitiert von deren Expertise, ohne selbst tätig werden zu müssen. Nicht zuletzt bieten REITs durch ihre Ausschüttungspflicht regelmäßige und oft attraktive Einkünfte in Form von Dividenden, was sie besonders für einkommensorientierte Anleger interessant macht.

  • Hohe Liquidität durch Börsenhandel.
  • Diversifikation über ein breites Immobilienportfolio.
  • Professionelles Management der Immobilien.
  • Regelmäßige und attraktive Dividendenausschüttungen.
  • Geringe Einstiegshürden im Vergleich zum Direktkauf von Immobilien.

Risiken einer Investition in REITs

Trotz der vielen Vorteile sind Investitionen in REITs nicht risikofrei. Wie bei jeder Aktienanlage unterliegen auch REIT-Aktien Kursschwankungen. Der Wert kann durch allgemeine Marktschwankungen, Änderungen der Zinspolitik oder spezielle Entwicklungen im Immobiliensektor beeinflusst werden. Eine steigende Zinsentwicklung kann die Finanzierungskosten für REITs erhöhen und sich negativ auf die Attraktivität von Immobilieninvestitionen auswirken.

Darüber hinaus sind REITs anfällig für Risiken, die spezifisch für den Immobilienmarkt sind. Dazu gehören Leerstandsrisiken, Mietpreisentwicklungen, der Zustand der Immobilien und die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen, in denen die Immobilien angesiedelt sind. Auch wenn REITs eine gewisse Diversifikation bieten, bleibt das allgemeine Marktrisiko des Immobilienmarktes bestehen. Eine Rezession oder strukturelle Veränderungen in bestimmten Immobiliensektoren (z.B. Einzelhandel durch Online-Handel) können die Erträge und den Wert der Immobilien eines REITs beeinträchtigen. Anleger sollten ebenso die Verschuldung der REITs im Blick behalten, da eine hohe Fremdkapitalquote in schwierigen Marktphasen problematisch werden kann.

  • Kursschwankungen der Aktien am Kapitalmarkt.
  • Zinsänderungsrisiko beeinflusst Finanzierungskosten und Attraktivität.
  • Sektor- und regionsspezifische Immobilienrisiken (z.B. Leerstand, Mietminderung).
  • Wirtschaftliche Gesamtlage und Rezessionen.
  • Bonitätsrisiko des jeweiligen REIT-Unternehmens.

Wie wählt man den passenden REIT aus?

Die Auswahl des richtigen REITs erfordert eine sorgfältige Analyse. Zunächst sollte die geografische und sektorale Ausrichtung des REITs auf die eigenen Anlageziele abgestimmt sein. Möchte man beispielsweise in Büroimmobilien in Metropolen investieren oder eher in Logistikzentren in Wachstumsregionen? Auch die Ertragsquelle ist entscheidend: Fokus auf stabile Mieteinnahmen oder Potenzial durch Immobilienentwicklung?

Wichtige Kennzahlen zur Bewertung eines REITs sind unter anderem die Ausschüttungsquote, die Eigenkapitalquote, die Verschuldung sowie die Vermietungsquote und die Qualität des Immobilienportfolios. Eine hohe und stabile Ausschüttungsquote bei gleichzeitig soliden Fundamentaldaten ist oft ein positives Zeichen. Es empfiehlt sich auch, die Historie des Managements und die Strategie des Unternehmens zu prüfen. Eine breite Streuung über verschiedene REITs und Sektoren kann das Risiko weiter reduzieren und die Diversifikation des Portfolios verbessern. Auch die steuerliche Behandlung der Ausschüttungen sollte man, ggf. unter Zuhilfenahme eines Steuerberaters, genau prüfen, da diese je nach Land des REITs und des Anlegers variieren können.

  • Analyse der geografischen und sektoralen Ausrichtung.
  • Bewertung der Finanzkennzahlen (Ausschüttungsquote, Verschuldung, Eigenkapital).
  • Prüfung der Qualität des Immobilienportfolios und der Vermietungsquote.
  • Beurteilung des Managements und der Unternehmensstrategie.
  • Berücksichtigung der steuerlichen Aspekte.

REITs im Portfolio: Beispielrechnung zur Rendite

Um die potenziellen Erträge eines REITs besser zu verstehen, betrachten wir ein vereinfachtes Beispiel. Angenommen, Sie investieren 10.000 Euro in einen deutschen REIT, dessen Aktienkurs bei 25 Euro liegt. Sie erwerben somit 400 Aktien. Der REIT schüttet jährlich eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie aus. Dies entspräche einer Dividendenrendite von 4% (1,00 Euro / 25 Euro).

Ihre jährliche Brutto-Dividende würde somit 400 Aktien * 1,00 Euro/Aktie = 400 Euro betragen. Auf diese 400 Euro fallen in Deutschland die Kapitalertragsteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag (und ggf. Kirchensteuer) an. Nach Abzug der Steuern und falls ein Freibetrag nicht genutzt wird, verbleibt ein Nettoertrag. Falls der Aktienkurs des REITs über ein Jahr um 5% steigt, würde der Wert Ihrer Anlage von 10.000 Euro auf 10.500 Euro anwachsen. Ihre Gesamtrendite bestünde dann aus den Netto-Dividenden und dem Kursgewinn. Diese Beispielrechnung dient der Illustration und berücksichtigt keine Transaktionskosten oder weitere Faktoren.

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro.
  • Aktienkurs pro Aktie: 25 Euro (Anzahl Aktien: 400).
  • Jährliche Dividende pro Aktie: 1,00 Euro.
  • Brutto-Dividendenrendite: (1,00 Euro / 25 Euro) = 4%.
  • Jährliche Brutto-Dividende: 400 Euro (vor Steuern und Gebühren).

Fazit

REITs bieten eine attraktive Möglichkeit, in den Immobilienmarkt zu investieren, ohne die Komplexität und den Kapitaleinsatz einer direkten Immobilienanlage. Sie ermöglichen eine hohe Diversifikation, professionelles Management und stabile Einkommensströme durch hohe Dividendenausschüttungen. Anleger sollten sich jedoch der spezifischen Risiken bewusst sein, wie Kursschwankungen und Immobilienmarktrisiken, und eine sorgfältige Auswahl der REITs vornehmen. Für Anleger, die an einer liquiden und diversifizierten Immobilienbeteiligung bei regelmäßigen Erträgen interessiert sind, können REITs einen wertvollen Bestandteil eines gut strukturierten Portfolios darstellen.

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