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Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in München?

Die Immobilienpreise in München haben sich nach einem starken Rückgang 2023 wieder stabilisiert und bewegen sich 2026 auf hohem Niveau mit moderatem Wachstum.

7 min Lesezeit
Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in München?

München gehört seit Jahren zu den teuersten Immobilienmärkten Deutschlands. Nach einem kräftigen Einbruch der Preise im Jahr 2023 zeigen die Daten für 2026 jedoch, dass sich der Markt wieder gefangen hat. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Häuser liegen weiter deutlich über dem Niveau der Vorjahre vor der Zinswende, gleichzeitig ist die Dynamik der Boomjahre vorbei. Für Kaufinteressierte bedeutet das: Es gibt keine flächendeckenden Preisstürze mehr, aber auch keine rasanten Steigerungen. Stattdessen dominiert eine differenzierte Entwicklung, bei der Lage, Objektqualität und Finanzierungskonditionen entscheidend sind.

Aktuelle Preisniveaus in München 2026

Im Jahr 2026 bewegen sich die Quadratmeterpreise für Wohnimmobilien in München auf einem sehr hohen Niveau. Bei Eigentumswohnungen liegen die durchschnittlichen Angebotspreise je nach Datenerhebung zwischen rund 8.100 und 9.100 Euro pro Quadratmeter. Häuser sind noch einmal deutlich teurer, hier werden häufig Durchschnittswerte zwischen etwa 8.500 und über 9.000 Euro pro Quadratmeter angegeben. Diese Spanne zeigt bereits, wie stark die Preise je nach Lage, Zustand und Ausstattung variieren können.

Ein Beispiel: Für eine 70‑m²‑Eigentumswohnung in einer durchschnittlich gefragten Lage könnten sich Kaufpreise im Bereich von etwa 570.000 bis 640.000 Euro ergeben, wenn man mit 8.100 bis 9.100 Euro pro Quadratmeter rechnet. Für ein kleines Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche wären je nach Lage schnell 1,0 bis 1,1 Millionen Euro und mehr realistisch. Diese Zahlen verdeutlichen, dass München weiterhin ein Markt für gut finanzierte Käufer ist.

  • Eigentumswohnungen: Durchschnittlich etwa 8.100–9.100 €/m² in 2026.
  • Einfamilienhäuser: Durchschnittlich etwa 8.500–9.200 €/m² in 2026.
  • Preise variieren stark je nach Stadtteil, Zustand und Ausstattung.
  • In Toplagen (z.B. Altstadt, Bogenhausen, Nymphenburg) liegen die Preise deutlich über dem Durchschnitt.
  • In Randlagen oder weniger gefragten Vierteln sind die Quadratmeterpreise etwas niedriger, aber immer noch hoch im bundesdeutschen Vergleich.

Entwicklung seit 2022: Boom, Korrektur, Stabilisierung

Bis 2022 stiegen die Immobilienpreise in München nahezu jedes Jahr auf ein neues Allzeithoch. Die Kombination aus sehr niedrigen Zinsen, hoher Nachfrage und begrenztem Wohnraum trieb die Quadratmeterpreise in vielen Segmenten deutlich über 9.000 Euro pro Quadratmeter. Viele Käufer nutzten die günstigen Kreditkonditionen, um in der Stadt zu investieren oder zu wohnen.

Mit dem Ende der Nullzinspolitik und der starken Zinswende ab 2022/2023 kam es zu einer deutlichen Korrektur. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Häuser fielen im Schnitt um rund 10 bis 15 Prozent, in einzelnen Segmenten sogar stärker. Viele Angebote blieben länger im Markt, Verkäufe stockten, und die Preise pendelten sich auf einem neuen, niedrigeren Niveau ein. Seit 2024 zeigt sich jedoch wieder eine Stabilisierung, teils mit leichten Zuwächsen.

  • 2010–2022: Fast jährliche Preisanstiege, teils über 10 % pro Jahr.
  • 2023: Kräftiger Rückgang der Preise durch Zinsanstieg und strengere Finanzierungsregeln.
  • 2024–2025: Stabilisierung auf neuem Niveau, teils leichte Erholung.
  • 2026: Preise bewegen sich wieder leicht nach oben, aber ohne Boomdynamik.
  • Langfristig liegen die Preise trotz Korrektur deutlich über dem Niveau von 2018–2020.

Unterschiede zwischen Wohnungen und Häusern

Die Preisentwicklung verläuft in München je nach Objektart unterschiedlich. Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser haben jeweils eigene Marktlogiken. Wohnungen werden oft von Kapitalanlegern und jüngeren Käufern nachgefragt, Häuser eher von Familien und Personen, die mehr Platz und Privatsphäre suchen. Diese unterschiedlichen Zielgruppen spiegeln sich auch in den Preisen wider.

In den letzten Jahren haben sich die Preise für Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser inflationsbereinigt stärker entwickelt als die für Eigentumswohnungen. Das bedeutet, dass der reale Wertzuwachs bei Häusern höher war. Gleichzeitig sind die absoluten Quadratmeterpreise für Häuser deutlich höher, was die Finanzierung erschwert. Für Käufer bedeutet das: Häuser bieten oft mehr Fläche und Grundstück, sind aber auch risikoreicher, wenn sich die Finanzierungslage verschlechtert.

  • Wohnungen: Hohe Nachfrage, vor allem in zentralen Lagen, moderate reale Preissteigerung.
  • Häuser: Deutlich höhere Quadratmeterpreise, stärkerer realer Wertzuwachs, aber auch höhere Finanzierungskosten.
  • Mehrfamilienhäuser: Attraktiv für Investoren, oft mit höherer Renditeerwartung.
  • Wohnungen eignen sich eher für kleinere Budgets und Kapitalanlage, Häuser für Familien und Langzeitnutzung.
  • Die Wahl zwischen Wohnung und Haus hängt von Lebenssituation, Budget und langfristigen Zielen ab.

Einfluss von Mieten, Baukosten und Zinsen

Die Entwicklung der Immobilienpreise in München wird maßgeblich von drei Faktoren geprägt: Mieten, Baukosten und Zinsen. Höhere Mieten rechtfertigen in der Regel auch höhere Kaufpreise, weil die erwartete Mieteinnahme den Wert einer Immobilie bestimmt. Gleichzeitig steigen die Baukosten kontinuierlich, was neue Wohnungen und Häuser teurer macht und den Bestandswert stützt.

Seit Ende 2024 haben sich die Neuvertragsmieten in München wieder moderat erhöht, inflationsbereinigt um rund 1,8 Prozent. Das bedeutet, dass neue Mietverträge im Schnitt teurer abgeschlossen werden als zuvor. Parallel dazu sind die Baukosten für Material, Energie und Handwerk weiter gestiegen. Diese Faktoren sorgen dafür, dass die Preise für Bestandsimmobilien nicht dauerhaft deutlich fallen können, selbst wenn die Zinsen hoch bleiben.

  • Höhere Mieten stützen die Kaufpreise, da die erwartete Rendite steigt.
  • Steigende Baukosten machen Neubau teurer und erhöhen den Wert von Bestandsimmobilien.
  • Hohe Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten und dämpfen die Nachfrage.
  • Sinkende oder stabile Zinsen können die Kaufkraft wieder erhöhen und Preise stützen.
  • Die Kombination aus Mieten, Baukosten und Zinsen führt zu einem stabilen, aber hohen Preisniveau.

Regionale Unterschiede innerhalb Münchens

München ist kein einheitlicher Immobilienmarkt. Die Preise unterscheiden sich stark je nach Stadtteil, Infrastruktur und Nachbarschaft. In zentralen Lagen wie Altstadt, Maxvorstadt, Schwabing oder Bogenhausen liegen die Quadratmeterpreise deutlich über dem städtischen Durchschnitt. In Randlagen oder weniger gefragten Vierteln sind die Preise zwar niedriger, aber immer noch hoch im Vergleich zu anderen deutschen Städten.

Ein Beispiel: Eine 70‑m²‑Wohnung in einem Top‑Stadtteil kann schnell 700.000 Euro und mehr kosten, während eine vergleichbare Wohnung in einer Randlage möglicherweise bei 500.000 bis 550.000 Euro liegt. Diese Unterschiede zeigen, dass eine genaue Standortanalyse unerlässlich ist. Wer bereit ist, etwas weiter außerhalb zu wohnen oder auf eine zentrale Lage zu verzichten, kann erhebliche Einsparungen erzielen.

  • Zentrale Lagen: Höchste Preise, starke Nachfrage, begrenztes Angebot.
  • Beliebte Wohnviertel: Gute Infrastruktur, hohe Nachfrage, moderat hohe Preise.
  • Randlagen: Geringere Preise, aber oft längere Anfahrtswege und weniger Infrastruktur.
  • Neubaugebiete: Teilweise etwas günstigere Preise, aber oft höhere Baukosten und längere Bauzeiten.
  • Die Wahl des Stadtteils beeinflusst Preis, Lebensqualität und zukünftige Wertentwicklung.

Prognose und Erwartungen für die nächsten Jahre

Für die kommenden Jahre wird in München eher eine stabile bis leicht steigende Preisentwicklung erwartet. Ein flächendeckender Preisverfall wie 2023 gilt als unwahrscheinlich, da die strukturellen Faktoren – hohe Nachfrage, begrenztes Angebot, steigende Baukosten – weiterhin bestehen. Gleichzeitig ist ein neuer Boom mit zweistelligen Steigerungsraten eher unwahrscheinlich, solange die Zinsen nicht wieder auf sehr niedrigem Niveau liegen.

Wahrscheinlicher ist eine differenzierte Entwicklung: In besonders gefragten Lagen und bei hochwertigen Objekten könnten die Preise moderat weiter steigen. In weniger attraktiven Lagen oder bei Objekten mit Mängeln dürften die Preise eher stabil bleiben oder nur geringfügig schwanken. Für Käufer bedeutet das, dass eine sorgfältige Objektauswahl und eine realistische Preisbewertung entscheidend sind.

  • Stabilisierung auf hohem Niveau statt neuer Boomphase.
  • Moderate Preissteigerungen in Toplagen und bei hochwertigen Objekten.
  • Stabile bis leicht schwankende Preise in Randlagen und bei weniger attraktiven Objekten.
  • Hohe Baukosten und Mieten stützen die Preise langfristig.
  • Zinsentwicklung bleibt ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Kaufkraft.

Praktische Tipps für Käufer und Verkäufer

Für Käufer und Verkäufer in München gelten heute andere Rahmenbedingungen als in den Boomjahren. Die Zeiten, in denen man mit jeder Immobilie schnell und deutlich über dem Einkaufspreis verkaufen konnte, sind vorbei. Stattdessen zählen Realismus, gute Finanzierung und eine fundierte Marktanalyse. Wer sich gut vorbereitet, kann auch in diesem Markt Chancen nutzen.

Käufer sollten ihre Finanzierung sorgfältig planen, realistische Preise im Blick behalten und nicht auf kurzfristige Spekulation setzen. Verkäufer wiederum sollten ihre Objekte professionell aufbereiten, eine marktgerechte Preisstrategie wählen und sich auf längere Vermarktungszeiten einstellen. Eine professionelle Marktanalyse und eine individuelle Beratung können helfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden.

  • Käufer: Finanzierung früh klären, realistische Preise im Blick, langfristige Perspektive wählen.
  • Verkäufer: Objekt aufbereiten, marktgerechten Preis festlegen, Vermarktungszeit einkalkulieren.
  • Beide Seiten: Marktanalyse nutzen, Vergleichsobjekte prüfen, professionelle Beratung einholen.
  • Auf Lage, Zustand und Ausstattung achten, nicht nur auf den Quadratmeterpreis.
  • Flexibilität und Geduld sind wichtiger als in den Boomjahren.

Fazit

Die Immobilienpreise in München haben sich nach dem starken Rückgang 2023 wieder stabilisiert und bewegen sich 2026 auf einem sehr hohen Niveau. Die Zeiten rasanter Steigerungen sind vorbei, gleichzeitig ist ein flächendeckender Preisverfall unwahrscheinlich. Die Entwicklung ist differenziert: In Toplagen und bei hochwertigen Objekten können die Preise moderat weiter steigen, während sie in weniger gefragten Lagen eher stabil bleiben. Für Käufer und Verkäufer zählen Realismus, gute Finanzierung und eine fundierte Marktanalyse – nur so lässt sich auch in diesem anspruchsvollen Markt langfristig erfolgreich agieren.

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