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Welche Unterlagen prüfen Banken besonders?

Erfahren Sie, welche Unterlagen Banken bei Baufinanzierungen genau prüfen und warum eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend für den Erfolg Ihres Darlehensantrags ist.

7 min Lesezeit
Welche Unterlagen prüfen Banken besonders?

Wenn es um die Finanzierung einer Immobilie geht, spielt die Bank eine zentrale Rolle. Sie prüft nicht nur die Kreditwürdigkeit der Antragsteller, sondern auch die Werthaltigkeit der Immobilie selbst. Eine umfassende und detaillierte Einsicht in verschiedene Dokumente ist dafür unerlässlich. Dieser Artikel beleuchtet, welche Unterlagen Banken bei der Prüfung von Baufinanzierungsanträgen besonders genau unter die Lupe nehmen und warum die lückenlose und frühzeitige Bereitstellung dieser Dokumente entscheidend für eine zügige und erfolgreiche Kreditentscheidung ist. Wir erklären Ihnen, welche Kategorien von Unterlagen relevant sind und was die Bank damit genau herausfinden möchte.

Persönliche und finanzielle Situation des Antragstellers

Der erste und oft wichtigste Schritt der Bank ist die Überprüfung der Kreditwürdigkeit (Bonität) des oder der Antragsteller. Hierfür werden umfassende Informationen zur persönlichen und finanziellen Situation benötigt. Ziel ist es, ein klares Bild von der Fähigkeit des Antragstellers zu erhalten, die Darlehensraten langfristig und zuverlässig zu bedienen. Die Bank möchte sicherstellen, dass das Einkommen stabil ist und ausreicht, um die monatlichen Belastungen zu tragen.

Zu den grundlegenden Dokumenten gehören Identitätsnachweise wie der Personalausweis oder Reisepass. Diese dienen der eindeutigen Identifikation. Darüber hinaus sind Nachweise des Einkommens von zentraler Bedeutung. Für Angestellte sind dies in der Regel die letzten drei Lohn- und Gehaltsabrechnungen sowie der aktuelle Arbeitsvertrag. Selbstständige und Freiberufler müssen umfangreichere Unterlagen einreichen, da ihr Einkommen variabler sein kann. Hierzu zählen meist die Einkommensteuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre sowie die aktuellen betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) und gegebenenfalls eine Gewinn- und Verlustrechnung.

Ein weiterer kritischer Punkt sind die bestehenden finanziellen Verpflichtungen. Die Bank möchte wissen, welche weiteren Kredite (Konsumkredite, Leasingverträge, etc.) oder sonstigen regelmäßigen Ausgaben (Unterhaltszahlungen, Versicherungen) bestehen, da diese die verfügbaren Einnahmen für die Immobilienfinanzierung reduzieren. Eine Selbstauskunft über diese Verpflichtungen ist daher Standard.

  • Personalausweis/Reisepass (Kopie aller Seiten)
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen der letzten 3 Monate
  • Einkommensteuerbescheide der letzten 2–3 Jahre (insbesondere für Selbstständige)
  • Nachweis über Eigenkapital (z.B. Kontoauszüge, Sparbücher, Bausparguthaben)
  • Schufa-Auskunft (wird meist von der Bank eingeholt)
  • Übersicht über bestehende Verbindlichkeiten und Kredite

Details zur Immobilie

Nach der Prüfung der Bonität des Antragstellers widmet sich die Bank ausführlich der Immobilie selbst. Sie möchte bewerten, ob das Objekt als Sicherheit für den Kredit ausreichend ist und dessen Wert die Darlehenssumme rechtfertigt. Die Bank prüft die sogenannte Beleihungswerthaltigkeit. Dies umfasst sowohl den tatsächlichen Wert als auch die rechtlichen Gegebenheiten und den Zustand der Immobilie. Eine detaillierte Dokumentation des Kaufobjekts ist daher unerlässlich.

Zunächst sind grundlegende Informationen zur Immobilie gefragt. Dazu gehört der aktuelle Grundbuchauszug, der Auskunft über Eigentumsverhältnisse, Belastungen (z.B. Wegerechte, Hypotheken) und etwaige Lasten und Beschränkungen gibt. Weiterhin sind Baupläne, Lagepläne und eine Wohnflächenberechnung wichtig, um die Größe und Aufteilung der Immobilie nachvollziehen zu können. Der Energieausweis ist ebenfalls Pflicht, da er Aufschluss über die Energieeffizienz des Gebäudes gibt und damit zukünftige Betriebskosten beeinflusst.

Bei Bestandsimmobilien sind zusätzlich Bauzeichnungen, Grundrisse, Schnitt- und Ansichtspläne sowie eine präzise Wohn- und Nutzflächenberechnung von Bedeutung. Für Neubauvorhaben werden in der Regel detaillierte Baubeschreibungen, die Baugenehmigung und Informationen zum Bauunternehmen benötigt. Die Bank möchte sich so ein umfassendes Bild vom Objekt machen können, um das Risiko des Kreditgeschäfts richtig einschätzen zu können.

  • Aktueller Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate)
  • Kaufvertrag-Entwurf oder notarieller Kaufvertrag
  • Baupläne, Grundrisse, Schnitte, Ansichten
  • Wohnflächenberechnung und Kubaturberechnung
  • Energieausweis
  • Flurkarte/Lageplan
  • Baubeschreibung (bei Neubau) oder detaillierte Objektbeschreibung

Bestehende Schulden und Eigenkapital

Das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital ist für Banken ein entscheidender Faktor. Je höher der Eigenkapitalanteil, desto geringer das Risiko für die Bank und desto besser oft die Konditionen für den Kreditnehmer. Die Bank möchte genau wissen, über wie viel Eigenkapital Sie verfügen und woher dieses stammt.

Nachweise über Eigenkapital können in verschiedenen Formen erbracht werden. Hierzu zählen aktuelle Kontoauszüge von Sparbüchern, Tages- oder Festgeldkonten, Guthaben bei Bausparverträgen, Depotauszüge von Wertpapierkonten oder auch der Wert eines bereits abbezahlten Grundstücks. Wichtig ist, dass das Eigenkapital zum Zeitpunkt der Auszahlung des Darlehens verfügbar ist. Sollte das Eigenkapital aus einem Verkauf einer anderen Immobilie stammen, ist auch dies entsprechend nachzuweisen.

Gleichzeitig muss die Bank eine vollständige Übersicht über alle bereits bestehenden finanziellen Verpflichtungen erhalten. Dazu gehören nicht nur andere Immobilienkredite, sondern auch Ratenkredite für Fahrzeuge, Möbel oder andere Anschaffungen. Diese monatlichen Belastungen werden in die Haushaltsrechnung der Bank einbezogen und mindern das frei verfügbare Einkommen, das für die Finanzierung der neuen Immobilie zur Verfügung steht.

  • Kontoauszüge der letzten Monate mit Einlagen
  • Bausparvertragsauszüge (aktueller Stand)
  • Depotauszüge (falls Wertpapiere als Eigenkapital dienen)
  • Nachweis über die Herkunft größerer Einmalkapitalien (z.B. Erbschaft, Schenkung)
  • Übersicht über alle laufenden Kreditverpflichtungen (Darlehensverträge mit Restschuld)

Kaufpreis und Finanzierungsdetails

Die Bank muss den gesamten Finanzierungsbedarf und die damit verbundenen Kosten genau kennen. Hierzu zählen nicht nur der reine Kaufpreis der Immobilie, sondern auch die sogenannten Erwerbsnebenkosten. Diese können einen erheblichen Anteil ausmachen und werden oft unterschätzt. Sie setzen sich zusammen aus der Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten sowie gegebenenfalls der Maklerprovision.

Ein Entwurf des Kaufvertrags oder der bereits unterschriebene notarielle Kaufvertrag ist daher ein Schlüsseldokument. Aus diesem gehen der vereinbarte Kaufpreis und die genaue Bezeichnung der Immobilie hervor. Sollten weitere Vereinbarungen, wie zum Beispiel die Übernahme von Inventar, getroffen worden sein, müssen diese ebenfalls transparent dargestellt werden, sofern sie finanzielle Relevanz haben.

Des Weiteren ist eine detaillierte Aufstellung der Gesamtkosten des Erwerbs erforderlich, die alle eben genannten Komponenten berücksichtigt. Eine realistische Einschätzung aller Ausgaben ist wichtig, damit die Bank den Gesamtfinanzierungsbedarf korrekt ermitteln und Ihr Finanzierungsangebot darauf abstimmen kann. Eine vollständige Kostenübersicht zeigt der Bank, dass Sie sich eingehend mit dem Kauf und den damit verbundenen finanziellen Auswirkungen beschäftigt haben.

  • Kaufvertragsentwurf oder beurkundeter Kaufvertrag
  • Aufstellung der Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler)
  • Ggf. Rechnungen oder Angebote für geplante Modernisierungen/Renovierungen
  • Nachweis über beabsichtigte Eigenleistungen mit Wertansatz (falls relevant)

Spezielle Unterlagen bei Neubauten oder Modernisierungen

Wenn es sich um einen Neubau oder eine umfassende Modernisierung handelt, sind zusätzliche Informationen erforderlich, die den Herstellungs- oder Umbauprozess betreffen. Die Bank möchte hier sicherstellen, dass das Vorhaben realistisch, finanziell tragfähig und rechtlich einwandfrei ist. Sie muss den Baufortschritt kontrollieren können, um die Auszahlung der Darlehensraten entsprechend zu steuern.

Für einen Neubau sind die detaillierte Baubeschreibung, die Baugenehmigung sowie der Bauzeitenplan von großer Bedeutung. Diese Dokumente geben Auskunft über den geplanten Umfang der Baumaßnahme, die verwendeten Materialien und den zeitlichen Ablauf. Auch der Vertrag mit dem Bauunternehmen oder Generalunternehmer wird geprüft, um die Seriosität und die vertraglichen Vereinbarungen zu beurteilen. Bei Modernisierungen und Umbauten sind Kostenvoranschläge von Handwerkern und die dazugehörigen Leistungsbeschreibungen unerlässlich.

Sollten Eigenleistungen geplant sein, ist es ratsam, diese ebenfalls beziffert anzugeben. Die Bank erkennt den Wert der Eigenleistung als Teil des Eigenkapitals an, solange sie plausibel und nachvollziehbar ist. Eine detaillierte Aufstellung der geplanten Arbeiten und der geschätzten Materialkosten hilft der Bank bei der Bewertung. Zudem ist der Nachweis einer Bauleistungsversicherung und einer Bauherrenhaftpflichtversicherung wichtig, um Risiken während der Bauphase abzusichern.

  • Detaillierte Baubeschreibung und Baupläne
  • Baugenehmigung oder Bauvoranfrage
  • Kostenaufstellung für den Neubau/Umbau (Handwerkerangebote)
  • Bauzeitenplan/Terminplan
  • Generalunternehmervertrag (falls zutreffend)
  • Nachweis über Bauleistungsversicherung und Bauherrenhaftpflichtversicherung

Versicherungen und weitere Sicherheiten

Auch wenn die Immobilie selbst die wichtigste Sicherheit für die Bank darstellt, können weitere Absicherungen für beide Seiten sinnvoll sein und von der Bank hinterfragt werden. Diese dienen dazu, finanzielle Ausfälle durch unvorhergesehene Ereignisse zu minimieren. Die Bank möchte sicherstellen, dass die Rückzahlung des Darlehens auch bei schwierigen Lebenslagen gewährleistet ist.

Eine Risikolebensversicherung kann dazu dienen, die Darlehensschuld im Todesfall abzusichern und die Hinterbliebenen vor finanziellen Belastungen zu schützen. Viele Banken fordern diese insbesondere bei Darlehen mit hohen Summen oder bei Alleinverdienern. Ebenso kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig sein, um im Falle einer Arbeitsunfähigkeit die Fortzahlung der Darlehensraten zu ermöglichen. Auch eine Wohngebäudeversicherung, die das Objekt vor Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel schützt, ist in der Regel verpflichtend.

  • Nachweis über eine bestehende Risikolebensversicherung (Abtretung an die Bank)
  • Nachweis über eine Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Nachweis über Wohngebäudeversicherung
  • Ggf. weitere Sicherheiten wie Bausparverträge, Wertpapierdepots (als Zusatzsicherheit)

Fazit

Die sorgfältige und vollständige Vorbereitung aller erforderlichen Unterlagen ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg eines Baufinanzierungsantrags. Die Bank benötigt diese Dokumente, um die Bonität des Antragstellers zu beurteilen, die Werthaltigkeit der Immobilie einzuschätzen und das Gesamtrisiko des Darlehens adäquat zu bewerten. Eine frühzeitige Beschaffung und eine transparente Aufbereitung der Informationen tragen maßgeblich dazu bei, den Prozess zu beschleunigen und günstigere Konditionen zu erzielen. Es empfiehlt sich, vor dem ersten Banktermin eine umfassende Mappe mit allen relevanten Dokumenten zusammenzustellen und gegebenenfalls fehlende Unterlagen umgehend anzufordern.

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