Welche Förderungen für Wohneigentum gibt es in Freiburg im Breisgau?
In Freiburg im Breisgau gibt es vielfältige Förderungen für den Hausbau, Hauskauf und die energetische Modernisierung von Wohneigentum – von Landesdarlehen bis zu kommunalen Zuschüssen und Klimaförderprogrammen.

Wer in Freiburg im Breisgau ein Eigenheim bauen, eine Eigentumswohnung kaufen oder seine bestehende Immobilie energetisch sanieren möchte, kann auf ein breites Spektrum öffentlicher Förderungen zurückgreifen. Neben landesweiten Programmen des Landes Baden-Württemberg kommen kommunale Zuschüsse der Stadt Freiburg sowie bundesweite KfW-Förderkredite zum Einsatz. In diesem Ratgeber werden die wichtigsten Fördermöglichkeiten für selbst genutztes Wohneigentum in Freiburg strukturiert vorgestellt, damit Bauherren und Eigentümer gezielt planen und Anträge vorbereiten können.
Landesförderung für selbst genutztes Wohneigentum
Eine zentrale Säule der Förderung von Wohneigentum in Freiburg bildet das Landeswohnraumförderungsprogramm Baden-Württemberg. Über dieses Programm werden Neubau, Erwerb neuen Wohnraums sowie Änderungs- und Erweiterungsmaßnahmen gefördert, sofern die geförderten Wohnungen für einen bestimmten Zeitraum zur Selbstnutzung durch Haushalte mit niedrigeren Einkommen gebunden werden. Die Förderung erfolgt in der Regel als zinsverbilligtes Darlehen, das über die Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank) abgewickelt wird.
Für Haushalte mit Kindern gelten gestaffelte Darlehenshöchstbeträge, die sich an der Zahl der im Haushalt lebenden minderjährigen Kinder orientieren. Beispielsweise liegt der Darlehenshöchstbetrag für Haushalte ohne Kind bei rund 224.500 Euro, bei einem Kind bei etwa 273.500 Euro und steigt mit jedem weiteren Kind um rund 16.000 Euro an. Diese Beträge dienen als Orientierung für die Finanzierungsplanung und können je nach Programmstand und Einkommenssituation variieren.
- —Förderung von Neubau, Erwerb neuen Wohnraums und Erweiterungsmaßnahmen
- —Zinsverbilligte Darlehen über die L-Bank für bis zu 15 oder 20 Jahre
- —Gestaffelte Darlehenshöchstbeträge je nach Zahl der minderjährigen Kinder
- —Bindung des Wohnraums zur Selbstnutzung für einen festgelegten Zeitraum
- —Einhaltung der Einkommensgrenzen gemäß Verwaltungsvorschrift Wohnungsbau BW 2022
Kommunale Förderung der Stadt Freiburg
Neben der Landesförderung bietet die Stadt Freiburg eigene Zuschüsse für den Erwerb oder Bau von selbst genutztem Wohneigentum an. Diese Förderung richtet sich insbesondere an Familien und Haushalte, die bereits seit mindestens zwei Jahren ihren Hauptwohnsitz in Freiburg haben. Gefördert werden der Neubau, der Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum sowie Änderungs- und Erweiterungsmaßnahmen, die zusätzlichen Wohnraum schaffen.
Die Stadt Freiburg legt Einkommensgrenzen fest, die sich nach der Zahl der Haushaltsangehörigen richten. Beispielsweise liegt die Einkommensgrenze für einen Haushalt mit einer Person bei rund 36.000 Euro, bei zwei Personen ebenfalls bei etwa 36.000 Euro, bei drei Personen bei rund 44.500 Euro und steigt mit jeder weiteren Person schrittweise an. Diese Grenzen dienen als Obergrenze für das zu berücksichtigende Haushaltseinkommen und können je nach Programmstand angepasst werden.
- —Zuschüsse für Neubau, Erwerb und Erweiterungsmaßnahmen von Wohneigentum
- —Richtlinien für Familien und Haushalte mit niedrigeren Einkommen
- —Einkommensgrenzen nach Zahl der Haushaltsangehörigen
- —Mindestaufenthalt von zwei Jahren mit Hauptwohnsitz in Freiburg
- —Kombination mit landesweiten Förderprogrammen möglich
Energetische Förderung und Klimaförderprogramme
In Freiburg spielt die energetische Qualität von Gebäuden eine zentrale Rolle. Für den Neubau und die Modernisierung von Wohneigentum gelten strenge energetische Mindestanforderungen, die sich an den Neubaustandard Plus orientieren. Wer diese Standards erfüllt oder überschreitet, kann zusätzliche Förderungen in Form von Zuschüssen oder zinsverbilligten Darlehen erhalten. Besonders gefördert werden sogenannte Energiesparhäuser, die deutlich unter den gesetzlichen Anforderungen liegen.
Die Stadt Freiburg bietet darüber hinaus spezielle Klimaförderprogramme an, die beispielsweise die Beratung bei Heizungsumstellungen, den Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung oder andere energieeffiziente Maßnahmen unterstützen. Für eine Vor-Ort-Beratung zur Heizungsumstellung können bis zu 300 Euro übernommen werden, während der Einbau von Lüftungsanlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern mit pauschal 1.000 Euro gefördert wird, mit zusätzlichen 500 Euro pro weiterer Wohneinheit bis maximal 4.000 Euro.
- —Erfüllung des Neubaustandards Plus als Fördervoraussetzung
- —Zusätzliche Förderung für Energiesparhäuser
- —Beratungsförderung für Heizungsumstellungen bis 300 Euro
- —Förderung von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bis 4.000 Euro
- —Kombination mit BEG- und KfW-Förderungen möglich
KfW-Förderkredite für Wohneigentum
Neben den landes- und kommunalen Programmen kommen in Freiburg auch bundesweite KfW-Förderkredite zum Einsatz. Das KfW-Wohneigentumsprogramm unterstützt den Kauf oder Bau von selbst genutztem Wohneigentum mit zinsverbilligten Darlehen, die über Hausbanken wie die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau abgewickelt werden. Diese Darlehen zeichnen sich durch niedrige Zinssätze und lange Laufzeiten aus und können mit Tilgungszuschüssen kombiniert werden.
Für Sanierungsmaßnahmen bietet die KfW zudem spezielle Programme an, die je nach Umfang der Maßnahme bis zu 67.500 Euro Tilgungszuschuss ermöglichen. Diese Förderungen können flexibel mit landes- und kommunalen Programmen kombiniert werden, sodass Eigentümer eine umfassende Finanzierungslösung erhalten. Wichtig ist, dass die Anträge rechtzeitig vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden, da nachträgliche Förderungen in der Regel nicht möglich sind.
- —KfW-Wohneigentumsprogramm für Kauf und Bau von selbst genutztem Wohneigentum
- —Zinsverbilligte Darlehen mit langen Laufzeiten
- —Tilgungszuschüsse bis 67.500 Euro für Sanierungen
- —Abwicklung über Hausbanken wie Sparkasse Freiburg
- —Kombination mit Landes- und Kommunalförderungen
Förderung von Holzbau und nachhaltigen Baustoffen
Die Stadt Freiburg setzt auf nachhaltige Baustoffe und fördert den Einsatz von Holz und anderen nachwachsenden Materialien im Wohnungsbau. Das kommunale Förderprogramm Holzbau unterstützt Aufstockungen, Anbauten und Neubauten in Holzbauweise, die neue Wohneinheiten schaffen. Die Förderung ist an die Zahl der neu geschaffenen Wohneinheiten gekoppelt und zielt darauf ab, Kohlenstoff speichernde Baustoffe aus regionaler oder zertifizierter Herkunft zu nutzen.
Für Bauherren, die auf Holzbau setzen, ergeben sich so zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, die sich mit den landesweiten Förderprogrammen kombinieren lassen. Die Stadt Freiburg bietet zudem Beratungsangebote an, die bei der Planung und Umsetzung von Holzbauvorhaben unterstützen. Diese Programme sind besonders interessant für Eigentümer, die Wert auf Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung legen.
- —Förderung von Aufstockungen, Anbauten und Neubauten in Holzbauweise
- —Kopplung der Förderung an die Zahl der neu geschaffenen Wohneinheiten
- —Einsatz von nachwachsenden, Kohlenstoff speichernden Baustoffen
- —Regionale oder zertifizierte Herkunft der Materialien
- —Kombination mit landesweiten Förderprogrammen möglich
Beratung und Antragsstellung in Freiburg
Die Wohnraumförderungsstelle der Stadt Freiburg ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Förderung von Wohneigentum. Hier erhalten Bauherren und Eigentümer kostenlose und neutrale Beratungen zur Finanzierung von Bauvorhaben mit Fördergeldern des Landes und der Stadt. Die Stelle unterstützt bei der Auswahl geeigneter Programme, der Erstellung von Anträgen und der Koordination mit der L-Bank und anderen Stellen.
Anträge für die Landesförderung werden in der Regel über die Wohnraumförderungsstelle eingereicht und von dort an die L-Bank weitergeleitet. Für kommunale Förderungen gelten eigene Antragsformulare und Fristen, die auf der Website der Stadt Freiburg veröffentlicht sind. Bauherren sollten frühzeitig Kontakt aufnehmen, da die Bearbeitung von Anträgen einige Zeit in Anspruch nehmen kann und Fördermittel begrenzt sind.
- —Kostenlose und neutrale Beratung durch die Wohnraumförderungsstelle
- —Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Förderprogramme
- —Einreichung von Anträgen über die Wohnraumförderungsstelle
- —Koordination mit L-Bank und anderen Stellen
- —Einhaltung von Fristen und begrenzten Fördermitteln
Fazit
In Freiburg im Breisgau stehen für den Erwerb, Bau und die Modernisierung von Wohneigentum zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Verfügung, die sich je nach Projekt und Haushaltssituation kombinieren lassen. Von landesweiten zinsverbilligten Darlehen über kommunale Zuschüsse bis hin zu Klima- und Holzbau-Förderprogrammen bietet die Stadt ein breites Spektrum an Unterstützung. Wer frühzeitig beraten lässt und die Anträge sorgfältig vorbereitet, kann seine Finanzierung deutlich entlasten und gleichzeitig einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Energieeffizienz leisten.

