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Was kostet die Bonitätsprüfung?

Die Kosten einer Bonitätsprüfung können variieren. Erfahren Sie, welche Faktoren den Preis beeinflussen und wie Sie eine aussagekräftige Bonitätsauskunft erhalten.

7 min Lesezeit
Was kostet die Bonitätsprüfung?

Für Vermieter, Banken oder andere Vertragspartner ist die Bonität eines potenziellen Vertragspartners von entscheidender Bedeutung. Sie gibt Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit einer Person und minimiert so das Risiko von Zahlungsausfällen. Doch eine Bonitätsprüfung ist nicht immer kostenfrei. Dieser Ratgeber beleuchtet transparent die verschiedenen Kostenpunkte, die bei einer Bonitätsprüfung anfallen können, und erklärt, welche Faktoren den Preis beeinflussen. Wir zeigen auf, welche Arten von Bonitätsauskünften es gibt, wer diese beantragen kann und welche Stolperfallen es zu vermeiden gilt, um am Ende eine zuverlässige und rechtssichere Auskunft in den Händen zu halten.

Was ist eine Bonitätsprüfung und warum ist sie wichtig?

Eine Bonitätsprüfung, auch Bonitätsauskunft genannt, ist ein Verfahren zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens. Sie dient dazu, die finanzielle Zuverlässigkeit zu bewerten und somit das Risiko eines Zahlungsausfalls zu minimieren. In Deutschland wird dies hauptsächlich durch Auskunfteien vorgenommen, die Daten aus verschiedenen Quellen sammeln und daraus einen sogenannten Score-Wert oder eine Einschätzung ableiten. Für viele Verträge, insbesondere im Miet- und Finanzbereich, ist eine positive Bonität unabdingbar.

Die Bedeutung einer Bonitätsprüfung lässt sich anhand mehrerer Punkte verdeutlichen. Sie schafft Vertrauen zwischen den Vertragsparteien, da sie dem Anbieter oder Vermieter eine gewisse Sicherheit gibt, dass eingegangene Verpflichtungen erfüllt werden. Für den Verbraucher selbst kann eine positive Bonität Türen öffnen für Mietverträge, Kreditaufnahmen oder auch den Abschluss von Mobilfunkverträgen. Eine negative Bonität hingegen kann erhebliche Einschränkungen im Alltag bedeuten.

  • Sicherung vor Zahlungsausfällen für Vertragspartner
  • Grundlage für Kredit- und Mietverträge
  • Indikator für finanzielle Zuverlässigkeit
  • Wichtig für größere Anschaffungen und Finanzierungen

Wer führt Bonitätsprüfungen durch und welche Auskunfteien gibt es?

In Deutschland gibt es mehrere große Auskunfteien, die Bonitätsprüfungen für Privatpersonen und Unternehmen anbieten. Die bekannteste und größte ist die SCHUFA Holding AG. Darüber hinaus existieren aber auch andere Anbieter, die ähnliche Dienstleistungen erbringen und teilweise unterschiedliche Datenquellen nutzen oder Schwerpunkte setzen. Zu den weiteren relevanten Auskunfteien gehören beispielsweise Creditreform Boniversum, CRIF Bürgel oder Arvato Financial Solutions.

Jede dieser Auskunfteien sammelt eine Vielzahl von Informationen über Verbraucher. Dazu gehören Daten von Banken, Telekommunikationsunternehmen, Versandhändlern und öffentlichen Verzeichnissen. Die genaue Zusammensetzung der Datenbasis und die Algorithmen zur Berechnung des Bonitätsscores sind jedoch oft komplex und nicht vollständig öffentlich einsehbar. Es ist wichtig zu verstehen, dass ein negatives Merkmal bei einer Auskunftei nicht zwingend bedeutet, dass auch bei anderen Anbietern eine schlechte Bonität vorliegt, auch wenn die Überschneidungen oft groß sind.

  • SCHUFA Holding AG (Marktführer)
  • Creditreform Boniversum GmbH
  • CRIF Bürgel GmbH
  • Arvato Financial Solutions

Kosten einer SCHUFA-Auskunft: Die gängigsten Optionen

Die SCHUFA-Auskunft ist die am häufigsten nachgefragte Form der Bonitätsprüfung in Deutschland. Für Verbraucher gibt es verschiedene Wege, eine solche Auskunft zu erhalten, die mit unterschiedlichen Kosten verbunden sind. Die SCHUFA bietet hierbei unterschiedliche Produkte an, welche auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Es ist wichtig, den Einsatzzweck der Auskunft zu kennen, um die passende und somit kosteneffizienteste Variante zu wählen.

Die bekanntesten Optionen sind die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, der kostenpflichtige BonitätsCheck und die Online-Auskunft mit verschiedenen Abo-Modellen. Die kostenlose Datenkopie ist gesetzlich vorgeschrieben und liefert Ihnen alle über Ihre Person bei der SCHUFA hinterlegten Daten. Sie ist jedoch nicht direkt als Nachweis für Vermieter gedacht, da sie sehr umfangreich ist und sensitive Informationen enthalten kann. Der BonitätsCheck hingegen ist explizit für die Vorlage bei Dritten konzipiert.

  • Kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO (einmal jährlich)
  • SCHUFA-BonitätsCheck (für Vermieter, einmaliger Abruf)
  • SCHUFA-Online-Zugang mit dauerhafter Datenübersicht und Benachrichtigungsdienst (Abonnement)

Kostenübersicht für SCHUFA-Produkte (Beispiel)

Die Kosten für eine Bonitätsauskunft variieren je nach Art des Produkts und Anbieter. Betrachten wir beispielhaft die SCHUFA-Produkte für private Verbraucher:

  • Die kostenlose Datenkopie gemäß Art. 15 DSGVO ist, wie der Name schon sagt, kostenfrei. Sie kann einmal jährlich angefordert werden und enthält eine vollständige Übersicht aller zu Ihrer Person gespeicherten Daten. Sie ist zwar kostenlos, aber aufgrund des Umfangs oft nicht praxisgerecht für die Vorlage bei Dritten.
  • Der SCHUFA-BonitätsCheck kostet in der Regel einen Festpreis, oft im Bereich von etwa 29,95 Euro. Dieser ist speziell für den Zweck der Vorlage beim Vermieter konzipiert und enthält nur die relevantesten Informationen, ohne sensible Daten.
  • Für einen dauerhaften Online-Zugang, der eine ständige Einsicht in die eigenen Daten sowie einen Benachrichtigungsdienst bei Änderungen ermöglicht, gibt es Abo-Modelle, die monatliche Kosten verursachen. Diese können je nach Umfang der Leistungen und Laufzeit variieren, liegen aber meist in einem Bereich von einigen Euro pro Monat. Im ersten Jahr gibt es oft preisgünstigere Angebote.

Diese Preisangaben sind Beispiele und können sich ändern. Es ist immer ratsam, die aktuellen Preise direkt beim Anbieter zu prüfen. Bei anderen Auskunfteien können die Preise für vergleichbare Produkte abweichen, tendenziell aber in einem ähnlichen Spektrum liegen.

Kosten anderer Auskunfteien und alternativer Angebote

Neben der SCHUFA bieten auch andere Auskunfteien Bonitätsauskünfte an, die in ihrer Aufmachung und Preisgestaltung variieren können. Diese können eine gute Alternative sein, insbesondere wenn der Vertragspartner keine spezifische SCHUFA-Auskunft verlangt oder eine zweite Meinung gewünscht wird. Auch hier gibt es oft eine kostenlose Variante gemäß DSGVO.

So bietet beispielsweise Creditreform Boniversum eine 'Mieterauskunft' an, deren Kosten sich ebenfalls im Rahmen der 25-35 Euro bewegen. CRIF Bürgel und Arvato Financial Solutions haben ebenfalls Angebote für Verbraucher, deren Preismodelle ähnlich strukturiert sind. Es lohnt sich, die Angebote zu vergleichen, da sie sich in den Details der enthaltenen Informationen und der Benutzerfreundlichkeit unterscheiden können.

  • Kostenlose Selbstauskunft (DSGVO) bei jeder Auskunftei
  • Kostenpflichtige Auskünfte für Dritte (variieren im Preis)
  • Online-Portale bieten oft Pakete oder Abonnements an
  • Preise meist in einem ähnlichen Bereich wie die SCHUFA-Produkte

Kann der Vermieter die Kosten einer Bonitätsprüfung verlangen?

Die Frage, wer die Kosten für eine Bonitätsprüfung trägt, ist im Mietrecht ein häufiger Diskussionspunkt. Grundsätzlich darf ein Vermieter keine Gebühren für die bloße Bearbeitung einer Bewerbung oder das Betrachten von Unterlagen verlangen. Eine Bonitätsprüfung ist ein wichtiger Bestandteil des Vermietungsprozesses, und die Kostenhoheit liegt hierbei in der Regel beim Mietinteressenten.

Das bedeutet: Wenn ein Vermieter eine Bonitätsauskunft von Ihnen verlangt, sind Sie als Mieter in der Regel selbst dafür verantwortlich, diese einzuholen und zu bezahlen. Der Vermieter darf diese Kosten nicht direkt von Ihnen verlangen oder Ihnen eine Rechnung für eine von ihm eingeholte Auskunft schicken. Es ist jedoch legitim, dass der Vermieter eine aktuelle Bonitätsauskunft als Voraussetzung für den Abschluss eines Mietvertrages fordert. Er muss Ihnen aber die Möglichkeit geben, diese selbst zu beschaffen.

  • Mietinteressenten tragen die Kosten für ihre eigene Bonitätsauskunft.
  • Vermieter dürfen keine Gebühren für die Beschaffung verlangen.
  • Vermieter können eine Auskunft als Bedingung fordern.
  • Nie für eine Auskunft zahlen, die der Vermieter selbst anfordert.

Worauf achten bei der Bonitätsprüfung und Kostenfalle vermeiden?

Bei der Einholung einer Bonitätsauskunft sollten Sie einige wichtige Punkte beachten, um nicht in Kostenfallen zu tappen oder unvollständige beziehungsweise unpassende Dokumente zu erhalten. Achten Sie stets darauf, die Art der Auskunft zu wählen, die für den jeweiligen Zweck vorgesehen ist.

Vermeiden Sie unseriöse oder unbekannte Anbieter, die Ihnen eine 'supergünstige' oder 'sofortige' Bonitätsprüfung versprechen. Oft handelt es sich dabei um Vermittler, die zusätzliche Gebühren verlangen, oder die Qualität der Auskunft ist mangelhaft. Prüfen Sie auch immer, ob Sie wirklich ein Abo abschließen oder nur eine einmalige Auskunft benötigen. Die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist zwar umfangreich, aber sie kann Ihnen selbst helfen, Ihre Daten zu prüfen und möglicherweise Fehler korrigieren zu lassen, bevor Sie eine kostenpflichtige Auskunft für Dritte anfordern.

  • Vergleichen Sie Angebote von seriösen Auskunfteien.
  • Vorsicht vor unseriösen oder unbekannten Anbietern.
  • Wählen Sie das passende Produkt für den Anwendungszweck.
  • Prüfen Sie immer die Laufzeit (Einmalzahlung oder Abo).
  • Nutzen Sie die kostenlose Datenkopie zur Selbstkontrolle.

Fazit

Die Kosten für eine Bonitätsprüfung sind ein wichtiger Faktor für jeden Verbraucher, der einen Mietvertrag abschließen oder einen Kredit beantragen möchte. Während die kostenlose Datenkopie gemäß DSGVO eine wertvolle Möglichkeit zur Selbstkontrolle bietet, ist für die Vorlage bei Vermietern oder Banken oft eine kostenpflichtige, spezielle Auskunft erforderlich. Die Preise hierfür bewegen sich im mittleren zweistelligen Bereich und sind eine Investition in die Schaffung von Vertrauen und die Vereinfachung wichtiger Vertragsprozesse. Werden diese Aspekte beachtet, steht einer erfolgreichen Bonitätsprüfung nichts im Wege.

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