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Was ist Bauland? Einfach erklärt

Erfahren Sie, was Bauland ist, wie es unterschieden wird und welche Faktoren den Wert beeinflussen. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Begriffe und Prozesse rund um die Baureifmachung.

13 min Lesezeit
Was ist Bauland? Einfach erklärt

Für viele Menschen ist der Kauf eines eigenen Grundstücks, um darauf ein Haus zu bauen, ein großer Traum. Doch nicht jedes freie Stück Land darf einfach bebaut werden. Hier kommt der Begriff 'Bauland' ins Spiel. Bauland ist nicht nur eine Fläche, auf der man bauen darf, sondern eine rechtlich definierte Kategorie von Grundstücken, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss. Das Verständnis dieser Definitionen ist entscheidend für jeden, der über einen Grundstückskauf nachdenkt, da es erhebliche Auswirkungen auf die Nutzungsmöglichkeiten, den Zeitplan und die Kosten eines Bauvorhabens hat. Wir erläutern in diesem Ratgeber ausführlich, was Bauland genau bedeutet, welche Arten es gibt und welche Schritte notwendig sind, um Bauland zu schaffen oder zu erwerben. So erhalten Sie einen fundierten Überblick über die komplexen Zusammenhänge und können fundierte Entscheidungen treffen.

Was ist Bauland? Die rechtliche Definition

Im Kern ist Bauland eine Fläche, die nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften baulich genutzt werden darf. Diese Vorschriften sind hauptsächlich im Baugesetzbuch (BauGB) und den Landesbauordnungen der Bundesländer verankert. Nicht jede freie Fläche ist automatisch Bauland. Es muss vielmehr eine formelle Widmung und Erschließung vorliegen oder zumindest in Aussicht gestellt sein. Die Unterscheidung zwischen Bauland und Nicht-Bauland ist von immenser Bedeutung, denn sie bestimmt, ob ein Baugenehmigungsverfahren überhaupt eingeleitet werden kann. Ohne die korrekte Bauland-Eigenschaft ist ein Bauvorhaben in der Regel nicht zulässig.

Die rechtliche Einstufung eines Grundstücks als Bauland ist eng mit der kommunalen Bauleitplanung verbunden. Diese Planung erfolgt auf zwei Ebenen: dem Flächennutzungsplan und dem Bebauungsplan. Der Flächennutzungsplan stellt die beabsichtigte Entwicklung des gesamten Gemeindegebiets dar und ist ein vorbereitender Bauleitplan. Er legt beispielsweise fest, welche Flächen für Wohnbebauung, Gewerbe, Landwirtschaft oder Grünflächen vorgesehen sind. Der Bebauungsplan ist der nächste Schritt und der verbindliche Bauleitplan. Er konkretisiert die Festlegungen des Flächennutzungsplans für bestimmte, kleinere Gebiete und beinhaltet detaillierte Vorgaben zur Art und dem Umfang der Bebauung. Nur wenn ein Grundstück im Geltungsbereich eines Bebauungsplans liegt, der eine bauliche Nutzung zulässt, oder im unbeplanten Innenbereich liegt und sich in die vorhandene Bebauung einfügt, ist es potenzielles Bauland.

  • Rechtliche Bauland-Eigenschaft: Grundstücke, die nach Baugesetzbuch und Landesbauordnungen bebaut werden dürfen.
  • Flächennutzungsplan: Zeigt die grobe städtebauliche Entwicklung einer Gemeinde an.
  • Bebauungsplan: Regelt detailliert die Art und das Maß der Bebauung für konkrete Gebiete.
  • Baurecht: Nur mit entsprechender Bauland-Eigenschaft ist ein Bauantrag erfolgversprechend.

Die drei Kategorien von Bauland: Rohbauland, Bauerwartungsland und baureifes Land

Im deutschen Baurecht werden verschiedene Stufen von Bauland unterschieden, die den Grad der Bebauungsfähigkeit kennzeichnen. Diese Kategorien sind entscheidend für die Bewertung eines Grundstücks und die Planung eines Bauvorhabens. Die drei Hauptkategorien sind Bauerwartungsland, Rohbauland und baureifes Land.

Bauerwartungsland sind Flächen, die nach ihrer objektiven Eigenschaft und Lage sowie nach der städtebaulichen Entwicklung des Gebiets in absehbarer Zeit als Bauland in Betracht kommen. Es gibt jedoch noch keine konkreten Bauleitpläne, die eine Bebauung rechtsverbindlich zulassen würden. Der Name drückt es aus: Es besteht eine „Erwartung“ auf Bauland, aber noch keine Gewissheit. Für Käufer bedeutet dies ein hohes Risiko, aber unter Umständen auch ein hohes Wertsteigerungspotenzial, falls die Umwandlung tatsächlich erfolgt. Der Preis für Bauerwartungsland ist in der Regel noch relativ niedrig, da die Nutzung als Bauland noch nicht gesichert ist und mit Unsicherheiten sowie einem langen Planungshorizont verbunden sein kann.

Rohbauland sind Flächen, die nach einem verbindlichen Bauleitplan (in der Regel einem Bebauungsplan) für eine bauliche Nutzung bestimmt sind, aber noch nicht baureif sind. Das bedeutet, dass die Erschließung für die Bebauung (Anschluss an Straßen, Wasser, Abwasser, Strom etc.) noch nicht oder nur unzureichend erfolgt ist. Obwohl die Bebauung grundsätzlich planungsrechtlich zulässig ist, kann mit dem Bau erst begonnen werden, wenn die Erschließung gesichert ist. Rohbauland ist in der Regel teurer als Bauerwartungsland, da die planungsrechtliche Hürde genommen wurde. Der Erwerber muss jedoch die Kosten und die Zeit für die Erschließung einkalkulieren.

Baureifes Land ist die höchste Kategorie und die für Bauherren erstrebenswerteste. Es sind Flächen, die nach ihrem planungsrechtlichen Zustand sofort bebaut werden können und deren Erschließung gesichert ist. Das bedeutet, dass ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegt, der die Art und das Maß der Bebauung festlegt, und dass das Grundstück an das öffentliche Versorgungsnetz (Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Telekommunikation) sowie an das Straßennetz angebunden ist. Auch die Entsorgung von Niederschlagswasser muss geregelt sein. Baureifes Land ist naturgemäß die teuerste Form von Bauland, da es fast unmittelbar einer Baugenehmigung zugeführt werden kann. Hier fallen die Erschließungskosten nicht mehr direkt für den Bauherren an, da sie bereits im Kaufpreis enthalten sind oder über Erschließungsbeiträge abgegolten wurden.

  • Bauerwartungsland: Flächen mit Potenzial für Bauland, aber ohne gesicherte Bebauungsplanung oder Erschließung.
  • Rohbauland: Planungsrechtlich für Bebauung vorgesehen, aber noch nicht erschlossen.
  • Baureifes Land: Sofort bebaubares Grundstück mit gesicherter Erschließung und rechtskräftigem Bebauungsplan.

Die Bedeutung der Erschließung für Bauland

Die Erschließung ist ein zentrales Kriterium, das den Wert und die Nutzbarkeit eines Grundstücks maßgeblich beeinflusst und essentiell für die Einstufung als Bauland, insbesondere als baureifes Land, ist. Sie bezeichnet die Herstellung der vollständigen Zugänglichkeit und Versorgung eines Grundstücks mit den notwendigen Infrastruktureinrichtungen. Ohne eine gesicherte Erschließung ist ein Grundstück in der Regel nicht bebaubar, selbst wenn es planungsrechtlich als Bauland ausgewiesen ist.

Die Erschließung umfasst in der Regel verschiedene Bereiche, die für eine moderne Bebauung unerlässlich sind. Dazu gehören primär die Verkehrsanbindung, also der Anschluss an befahrbare Wege, über die das Grundstück erreicht werden kann. Hinzu kommen die Versorgung mit Trinkwasser und die Ableitung von Abwasser. Moderne Haushalte benötigen zudem eine zuverlässige Stromversorgung. Auch die Telekommunikation, insbesondere die Anbindung an Breitbandinternet, wird immer wichtiger und ist heutzutage oft Teil der Erschließung. Gegebenenfalls kann auch eine Gasversorgung oder eine Versorgung mit Fernwärme zur Erschließung gehören. Schließlich muss auch die Entsorgung von Niederschlagswasser auf dem Grundstück geregelt sein, um Überschwemmungen zu vermeiden und eine nachhaltige Wassernutzung zu gewährleisten.

Die Kosten für die Erschließung sind oft beträchtlich und können einen erheblichen Teil der Gesamtkosten eines Bauvorhabens ausmachen. Sie werden in der Regel durch Erschließungsbeiträge finanziert, die von den Gemeinden auf die Grundstückseigentümer umgelegt werden können. Die Höhe dieser Beiträge hängt stark von der Lage, dem Umfang der Erschließung und den kommunalen Satzungen ab. Es ist daher für jeden Kaufinteressenten unerlässlich, vor dem Grundstückskauf zu klären, ob und in welchem Umfang Erschließungskosten noch anfallen und wie diese vom Verkäufer getragen werden. Ein Grundstück, das als 'voll erschlossen' ausgeschrieben ist, sollte daher genau geprüft werden, um sicherzustellen, dass alle relevanten Aspekte der Erschließung tatsächlich abgeschlossen sind und keine Nachzahlungen drohen.

  • Verkehrsanbindung: Anschluss an öffentliche Wege und Straßen.
  • Wasserversorgung: Anschluss an das Trinkwassernetz.
  • Abwasserentsorgung: Anbindung an das öffentliche Kanalnetz.
  • Energieversorgung: Anschluss an Strom- und gegebenenfalls Gas- oder Fernwärmenetze.
  • Telekommunikation: Versorgung mit Breitbandinternet.
  • Entsorgung Niederschlagswasser: Sicherstellung der Ableitung auf oder vom Grundstück.

Der Bebauungsplan: Das Herzstück des Baulands

Der Bebauungsplan, oft auch kurz B-Plan genannt, ist das rechtlich verbindlichste Instrument der Bauleitplanung und somit von zentraler Bedeutung für die Definition von Bauland. Er trifft detaillierte Aussagen darüber, wie ein bestimmtes Gebiet bebaubar ist. Während der Flächennutzungsplan eher eine grobe Vision für die gesamte Gemeinde darstellt, legt der Bebauungsplan 'parzellengenau' fest, was auf einem Grundstück erlaubt ist und was nicht. Er ist eine Satzung der Gemeinde und damit für jedermann bindend, ebenso wie ein Gesetz.

Ein Bebauungsplan enthält eine Fülle von Informationen, die für Bauherren und Eigentümer essenziell sind. Dazu gehören Festsetzungen zur Art der baulichen Nutzung (z.B. reines oder allgemeines Wohngebiet, Mischgebiet, Gewerbegebiet), zum Maß der baulichen Nutzung (z.B. die maximal zulässige Geschossfläche oder Grundstücksfläche, die überbaut werden darf, die Geschosszahl oder die Höhe der Gebäude), zur Bauweise (z.B. offen oder geschlossen, Einzel- oder Doppelhäuser) sowie zu den überbaubaren Grundstücksflächen oder Baugrenzen und Baulinien. Diese Parameter sind entscheidend, um zu verstehen, wie und in welchem Umfang ein Grundstück bebaut werden darf. Darüber hinaus können Bebauungspläne auch Festsetzungen zu Grünflächen, Spielplätzen, Stellplätzen, Einfriedungen und gestalterischen Aspekten wie Dachformen oder Materialwahl enthalten.

Es ist zwingend erforderlich, einen Blick in den entsprechenden Bebauungsplan zu werfen, bevor man ein Grundstück erwirbt oder ein Bauvorhaben plant. Er gibt nicht nur Aufschluss über die möglichen Bauaktivitäten, sondern auch über mögliche Einschränkungen und Auflagen. Bebauungspläne sind bei der zuständigen Gemeinde, meist im Bauamt, einsehbar. Viele Gemeinden stellen diese Dokumente auch online zur Verfügung. Ein Bauvorhaben, das den Festsetzungen des Bebauungsplans widerspricht, hat in der Regel keine Chance auf eine Baugenehmigung und kann im schlimmsten Fall zum Rückbau bereits errichteter Gebäude führen. Daher ist eine sorgfältige Prüfung der planungsrechtlichen Grundlagen unverzichtbar.

  • Art der baulichen Nutzung: Legt fest, was auf dem Grundstück gebaut werden darf (z.B. Wohnhaus, Gewerbe).
  • Maß der baulichen Nutzung: Bestimmt die Größe und Höhe des Gebäudes.
  • Bauweise: Regelt die Anordnung des Gebäudes auf dem Grundstück (z.B. offene Bebauung, Doppelhaus).
  • Überbaubare Grundstücksfläche: Zeigt, wo genau das Gebäude stehen darf.
  • Gestalterische Festsetzungen: Kann Vorgaben zu Dachform, Material oder Farbe enthalten.

Unterschiede zwischen Innen- und Außenbereich

Die Unterscheidung zwischen dem Innen- und dem Außenbereich ist eine grundlegende Kategorie des Bauplanungsrechts und maßgeblich dafür, ob und wie ein Vorhaben baulich genutzt werden darf. Diese Unterscheidung ist im § 34 und § 35 des Baugesetzbuches (BauGB) geregelt und dient dazu, eine geordnete städtebauliche Entwicklung zu gewährleisten und die Landschaft zu schützen.

Der sogenannte Innenbereich ist im Wesentlichen der bereits bebaute oder in Bebauungszusammenhängen liegende Teil einer Gemeinde. Hier ist eine Bebauung grundsätzlich dann zulässig, wenn sich das Vorhaben nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Ein Bebauungsplan ist hierfür nicht zwingend erforderlich, auch wenn viele Innenbereiche durch B-Pläne überplant sind. Die Zulässigkeitsprüfung richtet sich nach dem sogenannten 'Einfügensgebot'. Das bedeutet, ein Bauvorhaben muss sich harmonisch in die bestehende Bebauung einfügen. Dieses Prinzip schützt vor Ausreißern in der Gestaltung und Größe, welche das Gesamtbild der Siedlung stören könnten. Der Innenbereich ist daher die bevorzugte Lage für Bauvorhaben, da hier das Bauen meist einfacher zu realisieren ist als im Außenbereich.

Demgegenüber steht der Außenbereich, der alle Grundstücke umfasst, die weder dem Innenbereich noch dem Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplanes angehören. Typischerweise handelt es sich um landwirtschaftliche Flächen, Waldgebiete, Naturlandschaften oder Bereiche außerhalb der geschlossenen Ortschaften. Im Außenbereich ist das Bauen grundsätzlich stark eingeschränkt. Es dürfen dort nur sogenannte 'privilegierte Vorhaben' realisiert werden. Dazu gehören beispielsweise landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Betriebe, öffentlichen Zwecken dienende Anlagen oder bestimmte Vorhaben, die wegen ihrer besonderen Anforderungen an die Umgebung oder wegen ihrer nachteiligen Wirkung nur im Außenbereich verwirklicht werden sollen. Nicht privilegierte Vorhaben, wie ein einfaches Wohnhaus, sind im Außenbereich grundsätzlich unzulässig, um die Landschaft freizuhalten, die Zersiedelung zu verhindern und landwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten. Ausnahmen sind selten und an sehr strenge Bedingungen geknüpft.

  • Innenbereich: Bereits bebauter Bereich einer Gemeinde; Bauvorhaben müssen sich in die Umgebung einfügen.
  • Außenbereich: Unbebaute Flächen außerhalb der geschlossenen Ortschaften; Bebauung nur für privilegierte Vorhaben erlaubt.
  • Einfügensgebot: Leitprinzip für Bauvorhaben im Innenbereich.
  • Privilegierte Vorhaben: Spezielle Ausnahmen für Bebauung im Außenbereich (z.B. Landwirtschaft).

Bauland und der Bodenrichtwert – Was ist der Unterschied?

Beim Thema Bauland stößt man unweigerlich auf den Begriff des Bodenrichtwerts. Es ist wichtig, diese beiden Konzepte klar voneinander abzugrenzen, auch wenn sie in engem Zusammenhang stehen. Bauland beschreibt, wie bereits erläutert, die rechtliche Eigenschaft eines Grundstücks, baulich genutzt werden zu dürfen. Der Bodenrichtwert hingegen ist eine rechnerische Größe, die den durchschnittlichen Lagewert des Bodens für eine Mehrheit von Grundstücken innerhalb eines abgegrenzten Gebiets (der sogenannten Bodenrichtwertzone) angibt. Er hat die Funktion, Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu schaffen und als Grundlage für die Verkehrswertermittlung von Grundstücken sowie für steuerliche Zwecke zu dienen.

Die Bodenrichtwerte werden von den Gutachterausschüssen für Grundstückswerte in den jeweiligen Kommunen oder Landkreisen ermittelt und in der Regel alle zwei Jahre veröffentlicht. Sie werden auf der Grundlage von Kaufpreissammlungen und Auswertungen der tatsächlich erzielten Kaufpreise für Grundstücke in einem bestimmten Gebiet festgelegt. Dabei werden typische Eigenschaften der Richtwertzone berücksichtigt, wie die Art der Nutzung (z.B. Wohnbauflächen, Gewerbeflächen), das Maß der baulichen Nutzung, der Erschließungsgrad und die Lagegunst. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Bodenrichtwert ein Durchschnittswert ist und nicht zwingend dem individuellen Verkehrswert eines einzelnen Grundstücks entspricht. Für individuelle Grundstücke können Zu- oder Abschläge zum Bodenrichtwert relevant sein, abhängig von spezifischen Merkmalen wie Zuschnitt, Topografie, Baugrundbeschaffenheit oder besonderen Belastungen.

Während Bauland also eine Definition der Nutzungsmöglichkeiten darstellt, ist der Bodenrichtwert eine finanzielle Kennzahl. Ein Grundstück kann als Bauland ausgewiesen sein, aber je nach Lage und den spezifischen Festsetzungen des Bebauungsplans einen sehr unterschiedlichen Bodenrichtwert aufweisen. Umgekehrt kann ein hoher Bodenrichtwert darauf hindeuten, dass es sich um attraktives und potenzielles Bauland handelt, garantiert dies aber nicht automatisch die sofortige Bebaubarkeit. Für die Bewertung eines Baugrundstücks sind daher immer beide Aspekte – die planungsrechtliche Qualifizierung als Bauland und die monetäre Bewertung durch den Bodenrichtwert – zu berücksichtigen. Zusammen geben sie ein umfassendes Bild über den Wert und die Nutzbarkeit eines Grundstücks.

  • Bauland: Beschreibt die rechtliche Zulässigkeit der baulichen Nutzung eines Grundstücks.
  • Bodenrichtwert: Durchschnittlicher Lagewert des Bodens in einer Zone, ermittelt von Gutachterausschüssen.
  • Berechnung: Basierend auf tatsächlichen Kaufpreisen.
  • Zweck: Hilft bei der Wertermittlung und dient steuerlichen Zwecken, ist aber kein verbindlicher Kaufpreis.
  • Zusammenhang: Bauland-Eigenschaft beeinflusst den Bodenrichtwert, aber Bodenrichtwert allein definiert kein Bauland.

Kauf von Bauland: Worauf ist zu achten?

Der Kauf von Bauland ist eine Investition mit weitreichenden Folgen und birgt, wie jede Immobilieninvestition, sowohl Chancen als auch Risiken. Eine sorgfältige Prüfung im Vorfeld ist unerlässlich, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden und das Bauvorhaben erfolgreich umzusetzen. Es ist ratsam, einen unabhängigen Sachverständigen oder Architekten hinzuzuziehen, bevor man einen Kaufvertrag unterzeichnet.

Zunächst sollte die genaue Lage des Grundstücks geprüft werden. Eine Besichtigung vor Ort ist unerlässlich. Dabei ist nicht nur die unmittelbare Nachbarschaft relevant, sondern auch die Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Ärzte) und die Lärmemissionen. Besonders kritisch ist die rechtliche Situation zu beleuchten: Liegt ein rechtskräftiger Bebauungsplan vor? Welche Festsetzungen enthält dieser? Ist das Grundstück bereits vollständig erschlossen oder fallen noch Erschließungskosten an? Diese Informationen erhält man beim zuständigen Bauamt. Es ist auch zu klären, ob Altlasten oder Kampfmittelverdacht auf dem Grundstück bestehen könnten, was über das Katasteramt oder spezialisierte Gutachter herausgefunden werden kann. Solche Belastungen können erhebliche Sanierungskosten verursachen.

Weiterhin sollte der Baugrund untersucht werden. Ein Bodengutachten gibt Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrunds, die Tragfähigkeit und das Vorhandensein von Grundwasser. Ein schlechter Baugrund kann teure Spezialfundamente erfordern. Auch die vorhandene Infrastruktur auf dem Grundstück, wie z.B. alte Gebäude oder Baumbestand, muss berücksichtigt werden, da deren Abriss oder Rodung zusätzliche Kosten verursachen kann. Nicht zuletzt sollten mögliche Belastungen im Grundbuch geprüft werden, wie zum Beispiel Wegerechte, Leitungsrechte oder Hypotheken, die die Nutzung oder den Wert des Grundstücks einschränken könnten. Ein Auszug aus dem Grundbuch ist hierfür der entscheidende Schritt. Die Kosten des Grundstücks selbst sind nur ein Teil der Gesamtkosten; die Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notargebühren und Maklerprovisionen sind ebenfalls in die Planung einzubeziehen.

  • Grundstückslage und Infrastruktur: Persönliche Besichtigung und Prüfung der Umgebung, Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten etc.
  • Baurechtliche Situation: Einsichtnahme in Bebauungsplan und Klärung der Erschließung beim Bauamt.
  • Altlasten und Baugrund: Prüfung auf mögliche Belastungen und Einholung eines Bodengutachtens für die Baugrundbeschaffenheit.
  • Grundbucheintragungen: Einsicht in das Grundbuch zwecks Prüfung von Rechten Dritter oder Belastungen.
  • Gesamtkosten: Berücksichtigung von Kaufpreis, Erschließungskosten, Abrisskosten, Nebenkosten und möglichen Überraschungen.

Fazit

Der Weg zum eigenen Bauland ist komplex und erfordert umfassendes Wissen. Wir haben dargelegt, dass Bauland nicht einfach eine freie Fläche ist, sondern eine planungsrechtlich definierte Fläche, deren Bebauung durch verschiedene Gesetze und Pläne geregelt ist. Die Unterscheidung in Bauerwartungsland, Rohbauland und baureifes Land, die essentielle Rolle der Erschließung und die detaillierten Festsetzungen eines Bebauungsplans sind zentrale Aspekte, die jeder Bauherr kennen sollte. Auch die Abgrenzung zum Außenbereich und das Verständnis des Bodenrichtwerts sind entscheidend. Eine sorgfältige Prüfung aller relevanten Faktoren vor dem Kauf schützt vor unerwarteten Kosten und stellt die Weichen für ein erfolgreiches Bauvorhaben. Investieren Sie ausreichend Zeit in die Recherche und ziehen Sie bei Bedarf professionelle Hilfe hinzu, um Ihren Traum vom Eigenheim auf sicherem Fundament zu verwirklichen.

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