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Wann lohnt sich die Maklerprovision?

Wann lohnt sich die Maklerprovision? Ein Ratgeber zeigt, wann ein Makler wirklich Mehrwert bringt und wann die Kosten sich nicht rechnen.

6 min Lesezeit
Wann lohnt sich die Maklerprovision?

Die Maklerprovision ist beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie oft ein heikles Thema. Viele fragen sich: Zahlen wir hier wirklich für einen echten Mehrwert – oder nur für einen Service, den wir selbst hätten leisten können? Tatsächlich lohnt sich ein Makler nicht automatisch, sondern nur dann, wenn seine Leistungen den Aufwand und die Kosten rechtfertigen. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, wann die Maklerprovision sinnvoll ist, wann sie sich schnell amortisiert und wann es sich eher lohnt, ohne Makler zu agieren.

Was genau ist die Maklerprovision?

Die Maklerprovision, auch Maklercourtage oder Maklergebühr genannt, ist die Vergütung eines Immobilienmaklers für die Vermittlung eines Kauf- oder Mietvertrags. Sie entsteht, wenn der Makler erfolgreich zwischen Verkäufer und Käufer oder Vermieter und Mieter vermittelt und ein Vertrag zustande kommt. Die Höhe der Provision ist frei verhandelbar, orientiert sich aber in der Praxis meist am Kaufpreis oder an der Miete.

Bei Wohnimmobilien gilt seit 2020 ein geteiltes Courtage-Prinzip: Käufer und Verkäufer teilen sich die Maklerprovision in der Regel zu gleichen Teilen. Beim Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses liegt die übliche Gesamtprovision in Deutschland häufig bei rund 6 Prozent des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer, verteilt auf beide Parteien. Bei der Vermietung gilt das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt, zahlt in der Regel die Provision, meist der Vermieter.

  • Maklerprovision = Vergütung für erfolgreiche Vermittlung eines Immobilienvertrags.
  • Häufig 6 % des Kaufpreises inkl. MwSt. bei Wohnimmobilien, geteilt auf Käufer und Verkäufer.
  • Bei Mietverträgen zahlt meist der Vermieter, der den Makler beauftragt hat.
  • Die Provision ist verhandelbar und richtet sich nach Region, Objektart und Leistungsumfang.
  • Die Forderung auf Provision ist gesetzlich geregelt (z.B. § 652 BGB).

Wann lohnt sich ein Makler beim Immobilienkauf?

Beim Kauf einer Immobilie kann ein Makler vor allem dann sinnvoll sein, wenn der Kaufprozess komplex ist oder der Käufer wenig Zeit, Erfahrung oder Ortskenntnis hat. Ein guter Makler kennt den lokalen Markt, verhandelt Preise, organisiert Besichtigungen und unterstützt bei der Abwicklung bis zum Notartermin. In solchen Fällen kann die Provision schnell durch einen besseren Kaufpreis oder weniger Fehlinvestitionen amortisiert werden.

Ein Beispiel: Angenommen, eine Wohnung kostet 400.000 Euro und die Maklerprovision liegt bei 3 % für den Käufer (12.000 Euro). Wenn der Makler durch geschickte Verhandlung den Kaufpreis um 15.000 Euro senkt, hat sich die Provision bereits rechnerisch „bezahlt“ gemacht. Hinzu kommen Zeitersparnis, weniger Stress und ein strukturierter Ablauf – Faktoren, die sich zwar nicht direkt in Euro ausdrücken lassen, aber für viele Käufer einen hohen Wert haben.

  • Komplexe Objekte (z.B. Mehrfamilienhäuser, Bauträgerprojekte) profitieren oft von Maklerkompetenz.
  • Zeitknappheit oder fehlende Ortskenntnis sind gute Gründe für einen Makler.
  • Makler können bessere Kaufpreise aushandeln und Fehlinvestitionen vermeiden.
  • Für erfahrene, gut informierte Käufer kann ein Makler hingegen überflüssig sein.
  • Die Provision lohnt sich, wenn der Mehrwert in Form von Preisvorteil, Zeitersparnis oder Sicherheit überwiegt.

Wann lohnt sich ein Makler beim Immobilienverkauf?

Beim Verkauf kann ein Makler vor allem dann sinnvoll sein, wenn der Verkäufer wenig Erfahrung mit Immobilientransaktionen hat oder das Objekt schwierig zu vermarkten ist. Ein Makler übernimmt die komplette Vermarktung, organisiert Besichtigungen, filtert Interessenten und führt Verhandlungen. Dadurch verkürzt sich oft die Verkaufsdauer und der Verkaufspreis kann höher ausfallen.

Stellen Sie sich vor, ein Haus wird ohne Makler über ein privates Inserat verkauft. Der Verkäufer investiert viel Zeit in Fotos, Texte, Besichtigungen und Verhandlungen. Trotzdem dauert der Verkauf länger, und der erzielte Preis liegt unter dem Marktwert. Ein Makler hingegen kann durch professionelle Präsentation und ein breites Netzwerk den Verkauf beschleunigen und einen höheren Preis erzielen. In diesem Fall rechnet sich die Provision, weil der Verkäufer mehr Nettoeinnahmen erhält und weniger Zeit aufwendet.

  • Makler lohnen sich bei schwierig zu vermarktenden Objekten (z.B. große Häuser, Sanierungsobjekte).
  • Zeitersparnis und professionelle Vermarktung können den Verkaufspreis erhöhen.
  • Für erfahrene Verkäufer mit gutem Netzwerk kann ein Makler überflüssig sein.
  • Die Provision ist gerechtfertigt, wenn der Mehrwert in Form von höherem Preis und kürzerer Verkaufsdauer überwiegt.
  • Makler können auch rechtliche und organisatorische Hürden abfedern.

Wann lohnt sich ein Makler bei der Vermietung?

Bei der Vermietung von Wohnungen oder Häusern kann ein Makler vor allem dann sinnvoll sein, wenn der Vermieter wenig Zeit oder Erfahrung hat. Der Makler übernimmt die Erstellung des Exposés, organisiert Besichtigungen, prüft Mieter und unterstützt bei der Vertragsabwicklung. Dadurch verkürzt sich die Leerstandszeit und die Auswahl an geeigneten Mietern verbessert sich.

Ein Beispiel: Eine Wohnung bleibt ohne Makler sechs Monate leer, weil der Vermieter nur sporadisch Besichtigungen anbietet und wenig Erfahrung mit Mieterprüfung hat. Mit einem Makler wird die Wohnung innerhalb von zwei Monaten vermietet. Die Maklerprovision liegt bei zwei Nettokaltmieten, aber die eingesparte Leerstandszeit bringt mehr Mieteinnahmen als die Provision kostet. In diesem Fall rechnet sich der Makler klar.

  • Makler lohnen sich bei hohem Leerstand oder schwierigen Mietobjekten.
  • Zeitersparnis und professionelle Mieterprüfung sind wichtige Vorteile.
  • Für erfahrene Vermieter mit gutem Netzwerk kann ein Makler überflüssig sein.
  • Die Provision ist gerechtfertigt, wenn die Leerstandszeit verkürzt und die Mieteinnahmen erhöht werden.
  • Makler können auch rechtliche und organisatorische Hürden abfedern.

Wann lohnt sich die Maklerprovision nicht?

Es gibt Situationen, in denen die Maklerprovision sich nicht rechnet. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Käufer oder Verkäufer bereits gut informiert ist, ein stark nachgefragtes Objekt hat oder der Makler nur minimale Leistungen erbringt. In solchen Fällen können die Kosten höher sein als der Mehrwert.

Ein Beispiel: Ein Verkäufer hat ein sehr begehrtes Objekt in einer attraktiven Lage. Die Nachfrage ist so hoch, dass das Objekt innerhalb weniger Tage verkauft wird, ohne dass der Makler viel tun muss. Trotzdem fällt die volle Provision an. In diesem Fall könnte der Verkäufer die Provision als unnötig empfinden, weil der Erfolg vor allem auf der Lage und der Nachfrage beruht, nicht auf der Maklerleistung.

  • Bei stark nachgefragten Objekten kann der Makler wenig Mehrwert bieten.
  • Wenn der Käufer oder Verkäufer bereits gut informiert ist, kann ein Makler überflüssig sein.
  • Minimale Leistungen des Maklers rechtfertigen keine hohe Provision.
  • Hohe Provisionen bei einfachen Transaktionen sind oft nicht gerechtfertigt.
  • In solchen Fällen lohnt sich die Provision nicht.

Wie kann man die Maklerprovision sinnvoll nutzen?

Um die Maklerprovision sinnvoll zu nutzen, sollte man vorab klären, welche Leistungen der Makler genau übernimmt und wie diese mit der Provision abgestimmt sind. Ein guter Makler bietet mehr als nur ein Inserat – er unterstützt bei der Vermarktung, Verhandlung und Abwicklung. Die Provision sollte daher an den tatsächlichen Mehrwert gekoppelt sein.

Ein Beispiel: Ein Makler bietet eine umfassende Vermarktung, professionelle Fotos, 3D-Rundgänge und regelmäßige Besichtigungen. Die Provision liegt etwas höher, aber der Verkauf erfolgt schneller und zu einem besseren Preis. In diesem Fall ist die höhere Provision gerechtfertigt. Ein anderer Makler bietet nur ein einfaches Inserat und wenig Unterstützung. Hier wäre eine niedrigere Provision angemessen.

  • Klären Sie vorab, welche Leistungen der Makler genau übernimmt.
  • Achten Sie auf professionelle Vermarktung, Fotos und Besichtigungen.
  • Verhandeln Sie die Provision nach Leistungsumfang.
  • Wählen Sie einen Makler, der Ihren Bedürfnissen entspricht.
  • Die Provision sollte an den tatsächlichen Mehrwert gekoppelt sein.

Fazit

Die Maklerprovision lohnt sich dann, wenn der Makler einen klaren Mehrwert bietet – sei es durch bessere Preise, kürzere Verkaufs- oder Vermietungsdauer oder durch Zeitersparnis und Entlastung. In Situationen, in denen der Käufer oder Verkäufer bereits gut informiert ist oder das Objekt stark nachgefragt ist, kann die Provision hingegen überflüssig sein. Entscheidend ist, die Leistungen des Maklers genau zu prüfen und die Provision an den tatsächlichen Mehrwert zu koppeln. So lässt sich sicherstellen, dass die Maklerprovision sich rechnet und nicht nur als unnötige Kostenposten bleibt.

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Michael Freitag
Gründer der FREITAG® Immobilien GmbH
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