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Wann lohnt sich die Ferienwohnung?

Eine Ferienwohnung lohnt sich, wenn Lage, Auslastung und Kosten passen. Wir zeigen, ab wann sich die Investition rechnet und welche Faktoren entscheidend sind.

7 min Lesezeit
Wann lohnt sich die Ferienwohnung?

Eine Ferienwohnung als Kapitalanlage oder als Kombination aus Eigennutz und Vermietung klingt verlockend: regelmäßige Mieteinnahmen, Urlaub im eigenen Zuhause und langfristig ein wertstabiles Objekt im Portfolio. Doch ob sich der Kauf wirklich lohnt, hängt von vielen Faktoren ab – von der Lage über die Auslastung bis hin zu laufenden Kosten und der eigenen Nutzung. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, unter welchen Bedingungen eine Ferienwohnung wirtschaftlich sinnvoll ist und wann eher von der Investition abzuraten ist.

Wann eine Ferienwohnung grundsätzlich Sinn macht

Eine Ferienwohnung rechnet sich in der Regel dann, wenn sie über das Jahr hinweg ausreichend vermietet wird und die Mieteinnahmen die laufenden Kosten sowie einen Teil der Anschaffungskosten decken. Entscheidend sind vor allem Lage, touristische Infrastruktur, Ausstattung und die eigene Bereitschaft, Verwaltung und Vermarktung professionell zu organisieren. Wer eine Ferienwohnung primär als Kapitalanlage sieht, sollte von vornherein mit einer hohen Auslastung und klarer Vermietungsstrategie planen.

Wichtig ist auch die Frage, ob die Immobilie zusätzlich privat genutzt werden soll. Eigennutz in der Hauptsaison kann die Rendite schmälern, bietet aber persönlichen Nutzen und Sicherheit, dass die Wohnung nicht leer steht. Wer hingegen maximale Rendite anstrebt, sollte die Wohnung möglichst ganzjährig vermieten und nur wenige Tage für den eigenen Urlaub reservieren.

  • Klare Zielsetzung: reine Kapitalanlage oder Kombination aus Eigennutz und Vermietung.
  • Realistische Erwartung an Auslastung und Mieteinnahmen.
  • Professionelle Vermarktung und Verwaltung (selbst oder durch Dienstleister).
  • Sichere Lage mit stabiler Nachfrage und guter touristischer Infrastruktur.
  • Ausreichendes Budget für Anschaffung, Ausstattung und laufende Kosten.

Auslastung: Ab wann rechnet sich die Ferienwohnung?

Die Auslastung ist der zentrale Hebel für die Wirtschaftlichkeit einer Ferienwohnung. Viele Experten gehen davon aus, dass eine Ferienwohnung ab etwa 17 vermieteten Wochen pro Jahr ihre laufenden Kosten decken kann. Für eine attraktive Rendite wird häufig eine Auslastung von mindestens 60 Prozent des Jahres empfohlen, was grob 220 bis 230 Vermietungstagen entspricht. In der Praxis bedeutet das, dass die Wohnung in der Hauptsaison fast durchgehend belegt sein sollte und auch in der Nebensaison regelmäßig gebucht wird.

Beispielrechnung: Angenommen, eine Ferienwohnung kostet 250.000 Euro, die laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Steuern, Wartung) belaufen sich auf 4.000 Euro pro Jahr, und der durchschnittliche Tagesmietpreis liegt bei 80 Euro. Bei 150 Vermietungstagen ergeben sich Mieteinnahmen von 12.000 Euro. Damit werden die laufenden Kosten gedeckt, aber der Kaufpreis wird nur langsam abgetragen. Erst bei 200 Tagen (16.000 Euro Einnahmen) entsteht ein nennenswerter Überschuss, der als Rendite angesehen werden kann.

  • Mindestens 17 vermietete Wochen pro Jahr, um laufende Kosten zu decken.
  • Ziel von rund 60 Prozent Auslastung für attraktive Rendite.
  • Realistische Einschätzung der lokalen Nachfrage (Tourismusverband, Gemeinde, Online-Portale).
  • Berücksichtigung von Saisonunterschieden (Haupt- vs. Nebensaison).
  • Puffer für Leerstände und unvorhergesehene Absagen einplanen.

Lage, Lage, Lage – was für eine Ferienwohnung entscheidend ist

Die Lage ist bei Ferienwohnungen noch wichtiger als bei klassischen Mietwohnungen. Entscheidend sind touristische Attraktivität, Erreichbarkeit, Infrastruktur und die Art der Nachfrage. Küstenorte, Seenregionen, Skigebiete oder beliebte Städte mit kulturellem Angebot ziehen in der Regel mehr Gäste an. Gleichzeitig sind die Kaufpreise dort oft höher, was die Rendite schmälern kann. Aufstrebende Regionen mit guter Infrastruktur können ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Neben der reinen Lage zählt auch die konkrete Position innerhalb des Ortes: Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Freizeitangeboten und öffentlichen Verkehrsmitteln steigert die Attraktivität. Eine Wohnung mit Blick auf Wasser, Berge oder Parkanlagen ist in der Regel leichter und teurer zu vermieten. Auch die Qualität des Umfelds – Sauberkeit, Sicherheit, Ruhe – spielt eine Rolle.

  • Touristisch etablierte Region mit stabiler Nachfrage.
  • Gute Erreichbarkeit (Auto, ÖPNV, Flughafen in der Nähe).
  • Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Freizeitangeboten.
  • Attraktive Lage innerhalb des Ortes (z.B. Wasser- oder Bergblick).
  • Sauberes, sicheres und ruhiges Umfeld.

Kosten und Rendite: Was wirklich aufs Jahr kommt

Die Rendite einer Ferienwohnung ergibt sich aus Mieteinnahmen abzüglich aller Kosten. Neben den laufenden Kosten wie Hausgeld, Versicherungen, Steuern und Wartung fallen auch einmalige Aufwendungen an, etwa für Renovierungen, Möbel, Ausstattung oder Marketing. Zudem muss der Kaufpreis selbst in die Kalkulation einfließen. Viele Analysen zeigen, dass realistische Renditen im Bereich von 2 bis 5 Prozent liegen können – deutlich weniger als oft in Verkaufsprospekten suggeriert.

Beispiel: Eine Ferienwohnung kostet 300.000 Euro, die laufenden Kosten betragen 5.000 Euro pro Jahr. Bei 180 Vermietungstagen und einem durchschnittlichen Tagespreis von 100 Euro ergeben sich 18.000 Euro Einnahmen. Nach Abzug der Kosten bleiben 13.000 Euro übrig, was einer Rendite von etwa 4,3 Prozent entspricht. Diese Rechnung berücksichtigt noch keine Finanzierungskosten, Steuern auf die Mieteinnahmen oder Instandhaltungsrücklagen – Faktoren, die die Rendite weiter senken können.

  • Kaufpreis, Finanzierungskosten und Nebenkosten einbeziehen.
  • Laufende Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Steuern, Wartung) realistisch schätzen.
  • Einmalige Aufwendungen für Ausstattung, Renovierung und Marketing berücksichtigen.
  • Steuern auf Mieteinnahmen und Abschreibungsmöglichkeiten prüfen.
  • Renditeziel von 2 bis 5 Prozent als realistische Spanne ansehen.

Eigennutz vs. reine Kapitalanlage

Viele Käufer planen, die Ferienwohnung selbst zu nutzen und nur den Rest des Jahres zu vermieten. Das ist möglich, senkt aber die potenzielle Rendite, weil die Wohnung in der Hauptsaison nicht vermietet wird. Wer maximale Mieteinnahmen anstrebt, sollte die Eigennutzung auf wenige Wochen beschränken oder in der Nebensaison planen. Gleichzeitig bietet Eigennutz Sicherheit und persönlichen Nutzen, was für viele Käufer ein wichtiger Faktor ist.

Eine Alternative sind Betreiberkonzepte, bei denen ein professioneller Anbieter die Vermietung übernimmt und dem Eigentümer einen festen Jahresbetrag garantiert. Das reduziert das Auslastungsrisiko, aber auch die mögliche Rendite. Hier lohnt sich ein genauer Vergleich: Garantierte Miete vs. selbst organisierte Vermietung mit höherem Aufwand, aber potenziell höheren Einnahmen.

  • Eigennutz in der Hauptsaison senkt die Rendite, bietet aber persönlichen Nutzen.
  • Maximale Rendite bei möglichst ganzjähriger Vermietung.
  • Betreiberkonzepte mit Garantiemiete reduzieren Risiko, aber auch Rendite.
  • Klare Nutzungsstrategie vor dem Kauf festlegen.
  • Steuerliche Auswirkungen von Eigennutz und Vermietung prüfen.

Regulatorische Hürden und rechtliche Rahmenbedingungen

In vielen Regionen gelten Einschränkungen für die Vermietung von Ferienwohnungen, etwa Zweckentfremdungsverbote, Genehmigungspflichten oder Obergrenzen für die Vermietungsdauer. Diese Regelungen können die Auslastung deutlich begrenzen und die Wirtschaftlichkeit gefährden. Vor dem Kauf sollte daher geprüft werden, ob eine gewerbliche oder touristische Vermietung überhaupt erlaubt ist und welche Auflagen bestehen.

Zudem gelten für Ferienwohnungen oft andere steuerliche und versicherungstechnische Rahmenbedingungen als für klassische Mietwohnungen. Es empfiehlt sich, sich bei einem Steuerberater oder einer Fachberatung über die Konsequenzen von Mieteinnahmen, Abschreibung und möglichen Steuervorteilen zu informieren. Auch Versicherungen sollten auf die Nutzung als Ferienwohnung angepasst werden, um Schäden durch Gäste abzusichern.

  • Prüfung von Zweckentfremdungsverboten und Genehmigungspflichten.
  • Klärung der zulässigen Vermietungsdauer und -form.
  • Steuerliche Beratung zu Mieteinnahmen, Abschreibung und Steuervorteilen.
  • Anpassung der Versicherungen auf touristische Nutzung.
  • Berücksichtigung von Gemeinde- und Hausordnungen.

Ausstattung und Service: Was Gäste bereit sind zu zahlen

Die Ausstattung einer Ferienwohnung beeinflusst direkt den erzielbaren Mietpreis und die Auslastung. Eine gut ausgestattete Wohnung mit komfortabler Küche, bequemen Betten, modernem Bad, WLAN und Unterhaltungselektronik wird eher und teurer gebucht. Zusätzliche Angebote wie Sauna, Fitnessraum, Pool oder Parkplatz können die Attraktivität weiter steigern. Wichtig ist, dass die Ausstattung zum Zielpublikum passt – Familien, Paare, Senioren oder Geschäftsreisende haben unterschiedliche Ansprüche.

Auch der Service spielt eine Rolle: schnelle Kommunikation, saubere Übergabe, klare Anleitungen und Unterstützung bei Fragen erhöhen die Zufriedenheit der Gäste und führen zu besseren Bewertungen. Positive Bewertungen wiederum steigern die Sichtbarkeit in Online-Portalen und erleichtern die Vermietung. Wer die Verwaltung selbst übernimmt, sollte genügend Zeit und Organisationstalent mitbringen.

  • Komfortable, moderne Ausstattung (Küche, Bad, Schlafzimmer, WLAN).
  • Zusatzangebote wie Sauna, Fitnessraum, Pool oder Parkplatz.
  • Anpassung der Ausstattung an das Zielpublikum (Familien, Paare, Senioren).
  • Sauberkeit, Ordnung und Pflege der Wohnung.
  • Professioneller Service und schnelle Kommunikation mit Gästen.

Wann eine Ferienwohnung eher nicht lohnt

Es gibt Situationen, in denen sich eine Ferienwohnung kaum oder gar nicht rechnet. Dazu gehören eine zu geringe Auslastung, hohe laufende Kosten, lange Leerstände oder starke regulatorische Einschränkungen. Wenn die Wohnung weniger als 40 Prozent des Jahres vermietet werden kann oder die Kosten die Einnahmen dauerhaft übersteigen, lohnt sich die Investition in der Regel nicht. Auch zu optimistische Annahmen über Mietpreise und Nachfrage führen oft zu Enttäuschungen.

Zudem sollten Käufer bedenken, dass Ferienwohnungen stärker von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen abhängen als klassische Mietwohnungen. Rezessionen, Pandemien oder veränderte Reiseverhalten können die Nachfrage kurzfristig stark beeinflussen. Wer eine Ferienwohnung als sichere, langfristige Kapitalanlage sieht, sollte diese Risiken bewusst einkalkulieren.

  • Auslastung deutlich unter 40 Prozent des Jahres.
  • Hohe laufende Kosten oder lange Leerstände.
  • Starke regulatorische Einschränkungen (Zweckentfremdung, Genehmigungen, Obergrenzen).
  • Zu optimistische Annahmen über Mietpreise und Nachfrage.
  • Hohe Abhängigkeit von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

Fazit

Eine Ferienwohnung kann sich lohnen, wenn Lage, Auslastung und Kosten passen und die Vermietung professionell organisiert wird. Realistische Renditen liegen in der Regel im Bereich von 2 bis 5 Prozent, wobei Eigennutz die Rendite schmälern, aber persönlichen Nutzen bieten kann. Entscheidend sind eine klare Zielsetzung, eine fundierte Kalkulation und die Bereitschaft, sich mit Verwaltung, Vermarktung und rechtlichen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Wer diese Faktoren sorgfältig prüft, kann mit einer Ferienwohnung eine sinnvolle Ergänzung zum Portfolio oder einen attraktiven Urlaubsort schaffen.

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