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Wann lohnt sich der offene Immobilienfonds?

Offene Immobilienfonds eignen sich vor allem für langfristig orientierte Anleger, die breit gestreut in Immobilien investieren möchten – ohne selbst zu kaufen und zu verwalten.

7 min Lesezeit
Wann lohnt sich der offene Immobilienfonds?

Offene Immobilienfonds gelten als klassische, eher risikoarme Möglichkeit, in Immobilien zu investieren, ohne selbst ein Haus oder eine Wohnung kaufen zu müssen. Sie bündeln das Kapital vieler Anleger, kaufen damit meist mehrere Gewerbe- und Wohnimmobilien und verteilen die Erträge über Mieten, Wertsteigerungen und Verkäufe an die Fondsanteilseigner. Doch lohnt sich ein solcher Fonds heute noch – und für wen genau? In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, wann ein offener Immobilienfonds sinnvoll ist und wann andere Anlageformen besser passen.

Was ein offener Immobilienfonds ist

Ein offener Immobilienfonds ist ein Investmentfonds, der sich schwerpunktmäßig in Immobilien engagiert. „Offen“ bedeutet, dass Anleger jederzeit Anteile kaufen oder verkaufen können, solange der Fonds nicht geschlossen wird. Das Fondsvolumen kann daher im Laufe der Zeit wachsen oder schrumpfen, je nachdem, wie viel Geld Anleger zuführen oder abziehen. Die Fondsgesellschaft investiert das eingesammelte Kapital in verschiedene Immobilien, etwa Bürogebäude, Einkaufszentren, Logistikimmobilien oder Wohnhäuser.

Im Gegensatz zu einem geschlossenen Immobilienfonds, bei dem die Laufzeit festgelegt ist und die Anteile nicht jederzeit frei handelbar sind, bietet der offene Fonds deutlich mehr Flexibilität. Typischerweise müssen offene Immobilienfonds einen Großteil ihres Vermögens in Immobilien halten, während ein Teil als Liquidität in Bankguthaben oder kurzfristigen Anlagen vorrätig bleibt, um Auszahlungswünsche der Anleger zu bedienen. So entsteht ein Mix aus Immobilienvermögen und flüssigen Mitteln.

  • Ein offener Immobilienfonds bündelt das Geld vieler Anleger, um mehrere Immobilien zu kaufen.
  • Die Anteile sind in der Regel jederzeit handelbar, solange der Fonds offen bleibt.
  • Der Fonds investiert überwiegend in Immobilien, ergänzt durch Liquidität für Auszahlungen.
  • Anleger profitieren von Mieten, Wertsteigerungen und gegebenenfalls Verkäufen der Objekte.
  • Die Fondsgesellschaft übernimmt Auswahl, Kauf, Verwaltung und Verkauf der Immobilien.

Chancen eines offenen Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds bieten mehrere Vorteile, die sie gerade für Einsteiger und risikoscheue Anleger attraktiv machen. Zunächst einmal ermöglichen sie den Zugang zum Immobilienmarkt, ohne dass ein großes Eigenkapital für den Kauf eines einzelnen Objekts nötig ist. Schon mit relativ kleinen Beträgen kann breit gestreut in verschiedene Immobilien investiert werden. Dadurch sinkt das Risiko, dass ein einzelnes Objekt den gesamten Anlageerfolg belastet.

Ein weiterer Vorteil ist das professionelle Management. Die Fondsgesellschaft wählt die Objekte aus, verhandelt Kaufverträge, kümmert sich um Mieter, Instandhaltung und Verkauf – Anleger müssen sich um nichts kümmern. Zudem können offene Immobilienfonds einen gewissen Inflationsschutz bieten, da Mieten und Immobilienwerte in der Regel mit der Inflation mitlaufen. Historisch haben solche Fonds in vielen Jahren stabile, wenn auch moderate Erträge erzielt.

  • Breite Streuung über viele Immobilien und Standorte senkt das Risiko.
  • Kein Eigenkapital für den Kauf eines ganzen Hauses oder einer ganzen Gewerbeimmobilie nötig.
  • Professionelle Auswahl und Verwaltung der Objekte durch die Fondsgesellschaft.
  • Potenzieller Inflationsschutz durch Mieten und Wertsteigerungen.
  • Regelmäßige Ausschüttungen möglich, je nach Fondsstrategie.

Risiken und Nachteile im Überblick

Trotz der Vorteile sind offene Immobilienfonds keine risikofreie Anlage. Immobilienmärkte können sich verändern, Mieten können stagnieren oder sinken, und Leerstände können die Erträge schmälern. Zudem unterliegen die Fondsanteile Kursschwankungen, auch wenn diese in der Regel geringer sind als bei Aktienfonds. Es kann also Jahre geben, in denen der Fonds kaum oder gar keine Rendite erzielt – oder sogar Verluste macht.

Ein weiterer Punkt sind die Kosten. Offene Immobilienfonds verursachen laufende Verwaltungs- und Depotkosten, teils auch Ausgabeaufschläge. Diese Kosten schmälern die Netto-Rendite. Zudem besteht das Risiko, dass ein Fonds bei starken Abflüssen geschlossen wird, etwa wenn viele Anleger gleichzeitig verkaufen wollen und der Fonds nicht genug Liquidität hat. In solchen Fällen können Auszahlungen zeitlich verzögert oder nur zu einem ungünstigen Kurs erfolgen.

  • Kursschwankungen und mögliche Verluste, insbesondere bei sinkenden Immobilienpreisen.
  • Kosten wie Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschläge senken die Rendite.
  • Risiko einer Fonds-Schließung bei starken Abflüssen.
  • Abhängigkeit von der Qualität der Fondsgesellschaft und ihrer Strategie.
  • Keine direkte Einflussnahme auf Objektauswahl oder Verkauf durch den Anleger.

Für wen lohnt sich ein offener Immobilienfonds?

Ein offener Immobilienfonds passt vor allem zu Anlegern, die mittel- bis langfristig investieren und keine extrem hohen Renditen erwarten. Wer bereits ein Aktien- oder Rentenportfolio hat und dieses um einen Immobilienbaustein ergänzen möchte, kann mit einem solchen Fonds sinnvoll diversifizieren. Auch Personen, die keine Zeit oder Lust haben, selbst Immobilien zu suchen, zu kaufen und zu verwalten, profitieren von der Komfortlösung Fonds.

Besonders geeignet sind offene Immobilienfonds für Anleger mit mittlerer Risikobereitschaft, die Wert auf Stabilität legen. Sie eignen sich als Baustein für die Altersvorsorge, für langfristige Sparziele wie die Ausbildung der Kinder oder als Ergänzung zu sichereren Anlagen wie Tagesgeld oder Festgeld. Wichtig ist ein Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, besser noch zehn Jahre oder mehr, um kurzfristige Schwankungen auszusitzen.

  • Mittel- bis langfristig orientierte Anleger mit Anlagehorizont ab fünf Jahren.
  • Personen, die breit gestreut in Immobilien investieren möchten, ohne selbst zu kaufen.
  • Anleger mit mittlerer Risikobereitschaft, die stabile, moderate Renditen suchen.
  • Bestandsanleger, die ihr Portfolio um einen Immobilienbaustein ergänzen wollen.
  • Personen, die keine Zeit oder Erfahrung für die Verwaltung eigener Immobilien haben.

Wann der Einstieg besonders sinnvoll ist

Der Einstieg in einen offenen Immobilienfonds ist besonders sinnvoll, wenn die Immobilienmärkte nicht stark überbewertet sind und die Zinsen nicht extrem niedrig liegen. In Phasen niedriger Zinsen können Immobilienfonds attraktiv wirken, weil sie oft höhere Erträge als klassische Zinsanlagen bieten. In Zeiten steigender Zinsen kann die Attraktivität dagegen sinken, da die Bewertung von Immobilien unter Druck geraten kann und die Renditen relativ weniger attraktiv erscheinen.

Ein weiterer sinnvoller Zeitpunkt ist, wenn ein Fonds ein großes Volumen und eine breite Streuung aufweist. Große Fonds mit mehreren Milliarden Euro Vermögen können in viele Objekte investieren und sind weniger anfällig für Einzelrisiken. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie geschlossen werden. Wer regelmäßig spart, kann zudem von einem Cost-Average-Effekt profitieren, indem er in regelmäßigen Abständen Anteile kauft und so Schwankungen ausgleicht.

  • In Phasen moderater Immobilienpreise und nicht extrem niedriger Zinsen.
  • Wenn der Fonds ein großes Volumen und breite Streuung aufweist.
  • Bei mittel- bis langfristiger Anlagestrategie mit regelmäßigen Einzahlungen.
  • Wenn der Fonds gut zu einem bestehenden Portfolio passt und die Kosten im Rahmen liegen.
  • Wenn der Anleger bereit ist, Wertschwankungen und mögliche Verluste zu akzeptieren.

Wann ein offener Immobilienfonds weniger geeignet ist

Offene Immobilienfonds sind weniger geeignet, wenn ein Anleger sehr hohe Renditen in kurzer Zeit erzielen möchte. Sie sind keine Spekulationsanlage und können in einzelnen Jahren sogar Verluste bringen. Wer kurzfristig auf sein Geld angewiesen ist, etwa für einen geplanten Hauskauf innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre, sollte eher auf liquide und sichere Anlagen setzen.

Zudem sind offene Immobilienfonds weniger attraktiv, wenn die Kosten sehr hoch sind oder der Fonds ein kleines Volumen hat. Kleine Fonds mit unter 500 Millionen Euro Vermögen laufen eher Gefahr, geschlossen zu werden, falls viele Anleger gleichzeitig verkaufen. Auch wer direkten Einfluss auf die Objektauswahl und die Verwaltung haben möchte, ist mit einem offenen Immobilienfonds nicht gut bedient und könnte eher ein direktes Immobilieninvestment in Betracht ziehen.

  • Bei sehr hoher Renditeerwartung und kurzfristiger Anlageplanung.
  • Wenn das Geld in den nächsten zwei bis drei Jahren benötigt wird.
  • Bei sehr hohen laufenden Kosten oder Ausgabeaufschlägen.
  • Wenn der Fonds ein kleines Volumen und damit ein höheres Schließungsrisiko hat.
  • Wenn der Anleger direkte Kontrolle über Objekte und Verwaltung wünscht.

Wie man den richtigen Fonds auswählt

Die Auswahl eines passenden offenen Immobilienfonds erfordert einige Recherchen. Wichtig sind vor allem die Strategie des Fonds, das Volumen, die Kostenstruktur und die historische Wertentwicklung. Ein Fonds, der sich auf Wohnimmobilien in Großstädten konzentriert, verhält sich anders als ein Fonds mit Fokus auf Gewerbeimmobilien oder Logistik. Auch die geografische Ausrichtung – national oder international – spielt eine Rolle.

Beim Vergleich der Kosten sollten Verwaltungsgebühren, Depotkosten und Ausgabeaufschläge berücksichtigt werden. Ein Beispiel: Bei einem Fonds mit 1,3 Prozent laufenden Kosten und einer Anlagesumme von 10.000 Euro entstehen pro Jahr etwa 130 Euro an Gebühren. Diese Kosten wirken sich direkt auf die Netto-Rendite aus. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Ausschüttungspolitik: Manche Fonds schütten regelmäßig Erträge aus, andere reinvestieren sie und steigern so den Anteilswert.

  • Klare Strategie (Wohn, Gewerbe, Logistik, geografische Fokussierung).
  • Großes Fondsvolumen und breite Streuung.
  • Transparente und moderate Kostenstruktur.
  • Nachvollziehbare historische Wertentwicklung über mehrere Jahre.
  • Passende Ausschüttungspolitik (regelmäßige Ausschüttungen oder Thesaurierung).
  • Gute Transparenz und regelmäßige Berichte der Fondsgesellschaft.

Fazit

Offene Immobilienfonds können eine sinnvolle Ergänzung im Anlageportfolio sein, vor allem für Anleger, die langfristig investieren, breit gestreut in Immobilien anlegen und keine direkte Verwaltung übernehmen möchten. Sie bieten Zugang zum Immobilienmarkt mit relativ geringem Kapitaleinsatz, professionellem Management und einem gewissen Inflationsschutz. Gleichzeitig sind sie keine risikofreie Anlage, unterliegen Kursschwankungen, Kosten und dem Risiko einer Fonds-Schließung. Ein Einstieg lohnt sich vor allem, wenn die Immobilienmärkte moderat bewertet sind, der Fonds groß und breit gestreut ist und die Kosten im Rahmen liegen. Wer diese Punkte berücksichtigt, kann mit einem offenen Immobilienfonds einen stabilen Baustein für seine langfristige Vermögensbildung aufbauen.

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