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Räumungsklage: Welche Schritte sind als Vermieter nötig?

Eine Räumungsklage ist der letzte rechtliche Schritt, um einen Mieter aus der Wohnung zu entfernen. Erfahren Sie, welche Schritte als Vermieter nötig sind und wie Sie das Verfahren sicher durchlaufen.

5 min Lesezeit
Räumungsklage: Welche Schritte sind als Vermieter nötig?

Wenn ein Mieter trotz wirksamer Kündigung nicht auszieht, bleibt dem Vermieter in der Regel nur noch der Weg über das Gericht. Die Räumungsklage ist das zentrale Instrument, um die Wohnung gerichtlich räumen zu lassen. Sie ist jedoch kein Selbstläufer und erfordert eine saubere Vorbereitung, korrekte Schritte und Geduld. In diesem Ratgeber werden alle wesentlichen Schritte einer Räumungsklage für Vermieter Schritt für Schritt erklärt – von den Voraussetzungen bis zum Vollstreckungstermin.

Wann ist eine Räumungsklage sinnvoll?

Eine Räumungsklage kommt in der Regel dann in Betracht, wenn ein Mieter seine vertraglichen Pflichten erheblich verletzt und trotz Kündigung nicht freiwillig auszieht. Häufigste Gründe sind langfristiger Zahlungsverzug, erhebliche Schäden an der Wohnung oder wiederholte Störungen des Hausfriedens. Wichtig ist, dass die Kündigung zuvor rechtskräftig ausgesprochen wurde und alle Fristen eingehalten wurden.

Bevor eine Räumungsklage eingereicht wird, sollte der Vermieter versuchen, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Oft reicht bereits eine klare, schriftliche Mahnung oder ein persönliches Gespräch, um den Mieter zum Auszug zu bewegen. Erst wenn alle anderen Maßnahmen erfolglos bleiben, ist die Räumungsklage der nächste logische Schritt.

  • Langfristiger Zahlungsverzug der Miete
  • Erhebliche Schäden an der Wohnung
  • Wiederholte Störungen des Hausfriedens
  • Nichtbeachtung von Kündigungsfristen
  • Weigerung, die Wohnung zu räumen

Voraussetzungen für eine Räumungsklage

Damit eine Räumungsklage erfolgreich ist, müssen bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst muss der Mietvertrag ordnungsgemäß gekündigt worden sein. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und alle gesetzlichen Formvorschriften einhalten. Ein Formfehler kann dazu führen, dass die Kündigung unwirksam ist und die Räumungsklage abgewiesen wird.

Zusätzlich muss der Mieter die Kündigung erhalten haben und die gesetzlichen Fristen eingehalten werden. In der Regel wird eine Nachfrist gesetzt, in der der Mieter die Möglichkeit hat, die Miete zu zahlen oder die Schäden zu beheben. Erst wenn der Mieter auch nach Ablauf dieser Frist nicht reagiert, kann die Räumungsklage eingereicht werden.

  • Rechtskräftige Kündigung des Mietvertrags
  • Einhalten aller gesetzlichen Fristen
  • Nachweis der Zustellung der Kündigung
  • Keine Reaktion des Mieters nach Ablauf der Frist
  • Vollständige Dokumentation aller Schritte

Schritt 1: Vorbereitung der Unterlagen

Bevor die Räumungsklage beim Gericht eingereicht wird, sollte der Vermieter alle relevanten Unterlagen sammeln und ordnen. Dazu gehören der Mietvertrag, die Kündigungsschreiben, Nachweise über die Zustellung, Mahnungen, Kontoauszüge bei Zahlungsverzug sowie alle weiteren relevanten Korrespondenzen. Je vollständiger die Unterlagen, desto reibungsloser verläuft das Verfahren.

Es ist ratsam, alle Schritte schriftlich festzuhalten und Kopien zu archivieren. Dies kann später im Gerichtsverfahren als Beweis dienen. Ein Anwalt, der auf Mietrecht spezialisiert ist, kann bei der Vorbereitung der Unterlagen unterstützen und sicherstellen, dass alle notwendigen Dokumente vorhanden sind.

  • Mietvertrag
  • Kündigungsschreiben
  • Nachweise über Zustellung
  • Mahnungen
  • Kontoauszüge bei Zahlungsverzug
  • Relevante Korrespondenzen

Schritt 2: Einreichung der Räumungsklage

Die Räumungsklage wird beim zuständigen Amtsgericht am Ort der Immobilie eingereicht. Die Klage muss schriftlich erfolgen und bestimmte Angaben enthalten, darunter die Bezeichnung der Parteien, die genaue Bezeichnung der Mietsache, eine Darstellung des Sachverhalts, die rechtliche Begründung und den Klageantrag. Der Vermieter muss den Gerichtskostenvorschuss zahlen, bevor das Verfahren beginnt.

Nach der Einreichung erhält der Mieter die Klageschrift und hat die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Der Vermieter kann auf die Stellungnahme des Mieters ebenfalls reagieren. Wird die Klage zugelassen, beginnt der Gerichtsprozess, in dem Zeugen vernommen und Beweise gesichtet werden. Letztlich entscheidet ein Richter über die Räumung.

  • Einreichung beim zuständigen Amtsgericht
  • Schriftliche Klage mit allen notwendigen Angaben
  • Zahlung des Gerichtskostenvorschusses
  • Reaktion des Mieters auf die Klageschrift
  • Gerichtsprozess mit Zeugenvernehmung und Beweisaufnahme

Schritt 3: Gerichtsverhandlung und Urteil

In der Gerichtsverhandlung wird der Sachverhalt detailliert geprüft. Der Vermieter muss seine Argumente und Beweise vorlegen, während der Mieter seine Sichtweise darlegen kann. Der Richter prüft, ob die Kündigung rechtskräftig ist und ob die Voraussetzungen für eine Räumungsklage erfüllt sind. Ist dies der Fall, wird ein Räumungstitel ausgestellt.

Der Räumungstitel berechtigt den Vermieter, den Gerichtsvollzieher mit der Räumung der Wohnung zu beauftragen. Der Mieter muss die Wohnung räumen und die Schlüssel herausgeben. Wird der Mieter nicht freiwillig ausziehen, kann der Gerichtsvollzieher die Wohnung geräumt und die Schlösser ausgetauscht werden.

  • Gerichtsverhandlung mit Prüfung des Sachverhalts
  • Vorlage von Beweisen und Argumenten
  • Ausstellung eines Räumungstitels im Erfolgsfall
  • Beauftragung des Gerichtsvollziehers mit der Räumung
  • Austausch der Schlösser durch den Gerichtsvollzieher

Schritt 4: Vollstreckung und Räumung

Nach Erhalt des Räumungstitels kann der Vermieter den Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung beauftragen. Der Gerichtsvollzieher setzt einen Termin für die Räumung fest und informiert den Mieter darüber. Am Vollstreckungstermin wird die Wohnung geräumt und die Schlüssel an den Vermieter übergeben.

Der Mieter hat die Möglichkeit, die Wohnung bis zum Vollstreckungstermin zu räumen. Tut er dies nicht, wird die Räumung durch den Gerichtsvollzieher durchgeführt. Die Kosten der Räumung trägt in der Regel der Mieter, sofern das Gericht dies anordnet. Der Vermieter sollte sicherstellen, dass alle Schritte dokumentiert werden, um später mögliche Ansprüche geltend machen zu können.

  • Beauftragung des Gerichtsvollziehers mit der Vollstreckung
  • Festsetzung eines Vollstreckungstermins
  • Räumung der Wohnung durch den Gerichtsvollzieher
  • Übergabe der Schlüssel an den Vermieter
  • Dokumentation aller Schritte

Schritt 5: Nach der Räumung

Nach der Räumung der Wohnung sollte der Vermieter die Wohnung inspizieren und eventuelle Schäden dokumentieren. Dies kann später als Beweis für Schadensersatzansprüche dienen. Der Vermieter sollte außerdem sicherstellen, dass alle offenen Forderungen, wie ausstehende Mieten oder Schäden, geltend gemacht werden.

Es ist ratsam, die Wohnung gründlich zu reinigen und eventuelle Reparaturen durchzuführen, bevor sie wieder vermietet wird. Der Vermieter sollte außerdem alle relevanten Unterlagen archivieren, um im Falle von weiteren rechtlichen Auseinandersetzungen gewappnet zu sein.

  • Inspektion und Dokumentation von Schäden
  • Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen
  • Reinigung und Reparaturen der Wohnung
  • Archivierung aller relevanten Unterlagen
  • Vorbereitung der Wohnung für eine neue Vermietung

Fazit

Eine Räumungsklage ist ein komplexes und zeitaufwendiges Verfahren, das sorgfältig vorbereitet und durchgeführt werden muss. Vermieter sollten alle Schritte dokumentieren, die Kündigung rechtskräftig aussprechen und alle gesetzlichen Fristen einhalten. Mit einer sauberen Vorbereitung und der Unterstützung eines erfahrenen Anwalts können Vermieter die Erfolgschancen einer Räumungsklage maximieren und die Wohnung sicher und rechtlich korrekt räumen lassen.

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