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Hotels mit Residenzen kombinieren

Die Kombination von Hotels mit Residenzen etabliert sich als attraktives Immobilienkonzept. Sie bietet sowohl Investoren als auch Nutzern vielfältige Möglichkeiten und Vorteile.

8 min Lesezeit
Hotels mit Residenzen kombinieren

Die Immobilienbranche ist einem stetigen Wandel unterworfen. In diesem dynamischen Umfeld entwickeln sich immer wieder innovative Konzepte, die auf veränderte Bedürfnisse und Marktanforderungen reagieren. Eines dieser Konzepte, das in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, ist die Kombination von Hotels mit sogenannten Residenzen. Diese Hybridmodelle verschmelzen die Annehmlichkeiten und den Service eines Hotelbetriebs mit den Vorzügen einer privaten Wohneinheit. Für Anleger eröffnen sich dadurch neue Investitionsmöglichkeiten, während Nutzer von einem erhöhten Komfort und einer flexibleren Lebensweise profitieren können. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Trend, welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus und für wen lohnt sich eine solche Investition oder Nutzung?

Was versteht man unter der Kombination von Hotels und Residenzen?

Im Kern beschreibt die Kombination von Hotels und Residenzen ein Immobilienkonzept, bei dem ein Gebäudekomplex oder ein Areal sowohl klassische Hotelzimmer oder -suiten als auch private Wohneinheiten, sogenannte Serviced Apartments oder Hotelresidenzen, beherbergt. Diese Residenzen können je nach Ausgestaltung für dauerhaftes Wohnen, aber auch für temporäre Aufenthalte konzipiert sein. Die Besonderheit liegt darin, dass die Bewohner oder Eigentümer der Residenzen Zugang zu den umfangreichen Serviceleistungen und der Infrastruktur des angeschlossenen Hotels haben. Dies reicht von Restaurants und Bars über Fitnessbereiche und Spas bis hin zu Concierge-Diensten, Housekeeping und Sicherheitsdiensten. Die Übergänge sind dabei fließend, und die genaue Ausgestaltung variiert stark je nach Projekt und Betreiber.

Für Investoren bedeutet dies oft den Erwerb einer solchen Wohneinheit, die entweder selbst genutzt oder über den Hotelbetreiber vermietet wird, um Einnahmen zu generieren. Bei der Vermietung über den Betreiber profitieren die Eigentümer in der Regel von einem professionellen Management und einer guten Auslastung, müssen aber einen Teil der Mieteinnahmen als Managementgebühr abführen. Die Konzepte können dabei von traditionellen Eigentumswohnungen mit Hotelanbindung bis hin zu reinen Investmentprodukten reichen, bei denen der Erwerb primär der Kapitalanlage dient und die Eigennutzung nur eingeschränkt möglich ist.

  • Hotelresidenzen: Private Wohneinheiten innerhalb eines Hotelkomplexes.
  • Serviced Apartments: Voll ausgestattete Wohnungen mit Hotel-Dienstleistungen.
  • Hybride Nutzung: Kombination aus Eigennutzung und Vermietung durch den Hotelbetreiber.
  • Umfassender Servicezugang: Bewohner profitieren von Hotelservices wie Housekeeping, Concierge, Gastronomie.

Vorteile für Investoren und Eigentümer

Für Anleger bietet die Kombination von Hotels und Residenzen eine Reihe attraktiver Vorteile. Zum einen ist dies die professionelle Verwaltung der Immobilie. Da die Wohneinheiten oft in ein umfassendes Hotelmanagement integriert sind, entfällt für den Eigentümer der Aufwand für Vermietung, Instandhaltung und operative Aufgaben. Dies ist insbesondere für Personen attraktiv, die in Immobilien investieren möchten, aber weder Zeit noch Expertise für eine aktive Verwaltung haben. Der Hotelbetreiber kümmert sich um die Akquise von Mietern, die Ausstattung und Pflege der Einheit sowie um alle administrativen Aufgaben.

Ein weiterer Pluspunkt liegt in den potenziellen Mieteinnahmen. Oftmals sind die Mietzinse für Serviced Apartments höher als für herkömmliche Wohnungen, da die gebotenen Dienstleistungen und die Infrastruktur des Hotels einen Mehrwert darstellen, der in den Mietpreis einkalkuliert wird. Darüber hinaus können Hoteldienstleistungen wie das Housekeeping und der 24-Stunden-Service die Werthaltigkeit der Immobilie sichern und steigern, da sie maßgeblich zur Attraktivität und zum guten Zustand des Objekts beitragen. Langfristig können solche Immobilien von einer stabilen Wertentwicklung profitieren, insbesondere in attraktiven touristischen oder geschäftlichen Lagen.

  • Professionelles Management: Entlastung von Vermietungs- und Verwaltungsaufgaben.
  • Potenziell höhere Mieteinnahmen: Durch Premium-Services und Hotel-Infrastruktur.
  • Werterhalt und -steigerung: Gute Pflege und Ausstattung durch den Betreiber.
  • Attraktive Standorte: Oftmals in Prime-Lagen mit guter Infrastruktur.
  • Diversifikation des Portfolios: Eine Alternative zu traditionellen Wohn- oder Gewerbeimmobilien.

Vorteile für Mieter und Nutzer

Auch für Mieter und Nutzer von Hotelresidenzen ergeben sich signifikante Vorteile. Der offensichtlichste ist der umfassende Zugang zu Hotelservices. Wer in einer solchen Residenz wohnt, genießt die Annehmlichkeiten eines Hotels, ohne auf die Privatsphäre und den Komfort einer eigenen Wohnung verzichten zu müssen. Dies ist besonders vorteilhaft für Geschäftsreisende, Expats oder Personen, die nur für einen begrenzten Zeitraum in einer Stadt leben und die Flexibilität eines möblierten Apartments mit Service schätzen.

Die Möglichkeit, alle täglichen Besorgungen – von der Reinigung bis zum Essen – an den Hotelbetrieb delegieren zu können, spart wertvolle Zeit und Mühe. Die hochwertige Ausstattung der Einheiten, oft mit Designermöbeln und modernen Küchen, trägt ebenfalls zum hohen Wohnkomfort bei. Zudem bieten viele Konzepte eine starke Gemeinschaftskomponente, beispielsweise durch gemeinsame Lounges, Co-Working-Spaces oder Eventangebote, die den Austausch mit anderen Bewohnern fördern und das Gefühl von Isolation reduzieren können. Die Sicherheit durch den Hotelbetrieb ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der für viele Nutzer eine Rolle spielt.

  • Luxuriöser Service: Zugang zu allen Hoteldienstleistungen (Concierge, Housekeeping, etc.).
  • Hoher Komfort: Möblierte, voll ausgestattete Wohneinheiten.
  • Flexibilität: Ideal für temporäre Aufenthalte oder Übergangsphasen.
  • Sicherheit: Bewachter Zugang und Hotelpersonal vor Ort.
  • Gemeinschaft: Möglichkeit zum Austausch mit anderen Bewohnern.

Rechtliche und steuerliche Aspekte

Die rechtliche und steuerliche Einordnung von Hotelresidenzen kann komplex sein und ist oft von der genauen Ausgestaltung des Modells abhängig. In Deutschland handelt es sich bei den Residenzen in der Regel um Teileigentum, ähnlich einer Eigentumswohnung. Der Erwerb unterliegt daher den üblichen Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten. Die Vermietung über einen Hotelbetreiber kann umsatzsteuerpflichtig sein, wenn die angebotenen Dienstleistungen über die bloße Überlassung von Wohnraum hinausgehen und als hoteldienstähnlich gelten. Hier ist eine genaue Prüfung der individuellen Verträge und eine Beratung durch einen Steuerberater unerlässlich.

Ein wichtiger Aspekt ist auch das Verhältnis zwischen dem Eigentümer der Residenz und dem Hotelbetreiber. Dies wird meist durch einen Pacht- oder Betreibervertrag geregelt. Dieser Vertrag definiert die Rechte und Pflichten beider Parteien, insbesondere bezüglich der Instandhaltung, der Vermietung, der Verteilung der Einnahmen und der Kündigungsmodalitäten. Lange Vertragslaufzeiten sind hier üblich, oft über 10 bis 20 Jahre, um dem Betreiber Planungssicherheit zu geben. Potenzielle Investoren sollten diese Verträge sorgfältig prüfen, insbesondere die Klauseln zu Ausschüttungen und eventuellen Eigennutzungsrechten. Bei einer Eigennutzung müssen wiederum die steuerlichen Aspekte genau beachtet werden, da diese die Abzugsfähigkeit bestimmter Kosten beeinflussen können.

  • Teileigentum: Erwerb als Eigentumswohnung mit entsprechenden Kosten.
  • Umsatzsteuerpflicht: Bei Hoteldienstleistungen kann Umsatzsteuer anfallen.
  • Betreibervertrag: Reguliert die Beziehung zwischen Eigentümer und Hotelbetreiber.
  • Langfristige Bindung: Oftmals lange Vertragslaufzeiten mit dem Betreiber.
  • Steuerliche Beratung: Unabdingbar für die korrekte Abwicklung und Optimierung.

Risiken und Herausforderungen

Trotz der vielen Vorteile sind auch Risiken und Herausforderungen bei der Investition in Hotelresidenzen zu berücksichtigen. Ein wesentliches Risiko ist die Abhängigkeit vom Erfolg des Hotelbetriebs. Die Mieteinnahmen sind direkt an die Auslastung und Profitabilität des Hotels gekoppelt. Wenn das Hotel schlecht geführt wird oder die touristische Nachfrage am Standort nachlässt, können die Einnahmen sinken. Eine sorgfältige Due Diligence des Betreibers und des Hotelkonzepts ist daher unerlässlich.

Ein weiterer Punkt ist die Liquidität der Anlage. Der Wiederverkauf einer Hotelresidenz kann unter Umständen schwieriger sein als der einer klassischen Eigentumswohnung, da der Käuferkreis spezifischer ist. Potenzielle Erwerber müssen bereit sein, die vertragliche Bindung an den Hotelbetreiber zu übernehmen. Zudem können die Betriebs- und Instandhaltungskosten im Vergleich zu einer reinen Wohnimmobilie höher sein, auch wenn diese meist von den Mieteinnahmen gedeckt werden. Es ist wichtig, die genaue Kostenverteilung im Betreibervertrag zu verstehen. Schließlich können rechtliche Rahmenbedingungen und Änderungen in der Gesetzgebung, insbesondere im Mietrecht oder Steuerrecht, Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit solcher Investitionen haben.

  • Abhängigkeit vom Hotelbetrieb: Erfolg der Investition ist an Hotelmanagement gekoppelt.
  • Eingeschränkte Liquidität: Wiederverkauf kann komplexer sein.
  • Höhere Kosten: Potenzielle Betriebs- und Instandhaltungskosten beachten.
  • Komplexe Verträge: Gründliche Prüfung des Betreiber- und Pachtvertrags.
  • Markt- und Standortrisiken: Tourismus- und Wirtschaftsabhängigkeit.

Beispielrechnung zur Renditeerwartung

Um eine Vorstellung von der finanziellen Attraktivität zu bekommen, betrachten wir ein vereinfachtes Beispiel (dies ist keine Anlageberatung und dient nur zur Illustration):

Annahmen: * Kaufpreis einer Hotelresidenz: 400.000 Euro * Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler): Ca. 10% = 40.000 Euro * Gesamtinvestition: 440.000 Euro * Angenommene Jahresmieteinnahmen (netto nach Abzug der Managementgebühren des Betreibers und ohne Umsatzsteuer, falls zutreffend): 20.000 Euro * Angenommene jährliche Rücklagen und Reparaturen (vom Eigentümer zu tragen): 1.000 Euro

Berechnung der Bruttorendite (vor Finanzierungskosten und Steuern): Jahresmieteinnahmen (netto) - Jährliche Kosten = Netto-Einnahmen vor Steuern und Finanzierung 20.000 Euro - 1.000 Euro = 19.000 Euro Rendite = (Netto-Einnahmen vor Steuern und Finanzierung / Gesamtinvestition) * 100 Rendite = (19.000 Euro / 440.000 Euro) * 100 ≈ 4,32%

Diese Beispielrechnung zeigt eine potenzielle Bruttorendite von etwa 4,32%. Es ist wichtig zu beachten, dass dies eine stark vereinfachte Darstellung ist. Die tatsächliche Rendite kann durch Faktoren wie Leerstandsrisiken, unerwartete Reparaturen, Änderungen der Marktlage, Finanzierungskosten (Zinsen) und die individuelle steuerliche Behandlung stark variieren. Eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung, inklusive einer umfassenden Risikoanalyse und Berücksichtigung der steuerlichen Situation, ist vor jeder Investitionsentscheidung unerlässlich.

Markttrends und Zukunftsaussichten

Der Markt für Hotelresidenzen und Serviced Apartments befindet sich seit einigen Jahren im Aufwind und zeigt weiterhin Wachstumspotenzial. Megatrends wie die zunehmende Globalisierung, die Zunahme flexibler Arbeitsmodelle und eine steigende Nachfrage nach Erlebnissen und Komfort treiben diese Entwicklung voran. Insbesondere in Metropolregionen und touristischen Hotspots sehen Projektentwickler und Investoren weiterhin großes Potenzial für solche Konzepte.

Die demografische Entwicklung mit einer steigenden Zahl an Single-Haushalten und die ältere Generation, die Wert auf Komfort und Service legt, sind ebenfalls treibende Kräfte. Auch die Tendenz zu "Workation" (Arbeiten im Urlaub) und digitalem Nomadentum könnte die Nachfrage nach gut ausgestatteten, serviceorientierten temporären Wohnformen weiter ankurbeln. Die Branche reagiert darauf mit immer vielfältigeren Angeboten, von Luxusresidenzen über Mid-Scale-Apartments bis hin zu Co-Living-Konzepten mit Hotelanbindung. Die Zukunftsaussichten für gut konzipierte und professionell geführte Hotel- und Residenzprojekte erscheinen daher vielversprechend, sofern sie an den richtigen Standorten und mit einem passenden Servicekonzept positioniert sind.

  • Wachsender Markt: Zunehmende Nachfrage nach flexiblen Wohnformen mit Service.
  • Megatrends: Globalisierung, flexible Arbeit, Komfortbedürfnis treiben das Wachstum.
  • Demografischer Wandel: Verstärkte Nachfrage durch Single-Haushalte und Senioren.
  • Digitales Nomadentum: Attraktive Option für flexibles Arbeiten und Reisen.
  • Diversifizierung: Breitere Angebotspalette von Luxus- bis Mid-Scale-Segment.

Fazit

Die Kombination von Hotels und Residenzen stellt ein spannendes und zukunftsorientiertes Immobilienkonzept dar, das sowohl für Investoren als auch für Nutzer attraktive Vorteile bietet. Investoren können von einer professionellen Verwaltung und potenziell stabilen Mieteinnahmen profitieren, während Nutzer den Komfort und die Services eines Hotels in den eigenen vier Wänden genießen. Dennoch sind wie bei jeder Immobilieninvestition eine umfassende Prüfung der Rahmenbedingungen, der Vertragsdetails und der Marktgegebenheiten sowie eine realistische Einschätzung der Risiken unerlässlich. Mit einer sorgfältigen Planung und der Wahl eines seriösen Betreibers kann sich diese Anlageform jedoch als wertvolle Ergänzung eines diversifizierten Portfolios erweisen und eine attraktive Wohn- oder Investitionsmöglichkeit für die Zukunft bilden.

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