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Forwardprämie: Kosten im Überblick

Die Forwardprämie ist der Aufschlag, den Banken für ein Forward-Darlehen verlangen. Hier erfahren Sie, wie hoch die Kosten in der Regel sind und wie Sie sie berechnen können.

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Forwardprämie: Kosten im Überblick

Wenn Eigentümer ihre Baufinanzierung planen, spielt die Frage nach den zukünftigen Zinsen eine zentrale Rolle. Ein Instrument, um sich gegen steigende Bauzinsen abzusichern, ist das Forward-Darlehen. Entscheidend für die Kosten dieses Instruments ist die sogenannte Forwardprämie – der Zinsaufschlag, den Banken für die Zinssicherung im Voraus verlangen. In diesem Ratgeber werden die Kosten der Forwardprämie im Detail erklärt, typische Größenordnungen aufgezeigt und praktische Beispiele zur Berechnung gegeben.

Was ist ein Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehen ist eine spezielle Form der Anschlussfinanzierung für eine Immobilie. Der Kreditnehmer schließt den Darlehensvertrag bereits heute ab, die Auszahlung des Darlehens erfolgt jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt – in der Regel nach Ablauf der aktuellen Zinsbindung des bestehenden Immobilienkredits. Während dieser Vorlaufzeit, auch Forward-Phase genannt, fallen weder Zinsen noch Tilgung an.

Der entscheidende Vorteil eines Forward-Darlehens liegt in der Zinssicherheit: Der vereinbarte Zinssatz bleibt bis zum Ende der neuen Zinsbindung unverändert, unabhängig davon, wie sich die Marktzinsen in der Zwischenzeit entwickeln. Dies bietet Planungssicherheit, insbesondere wenn mit steigenden Bauzinsen gerechnet wird.

  • Der Kredit wird heute abgeschlossen, aber erst später ausgezahlt.
  • Die Zinsbindung beginnt erst zum vereinbarten Zeitpunkt.
  • Während der Forward-Phase fallen keine Zinsen oder Tilgung an.
  • Das Darlehen dient in der Regel als Anschlussfinanzierung nach Ablauf der aktuellen Zinsbindung.
  • Die Zinsen werden bereits heute festgelegt und sind für die Bank bindend.

Was ist die Forwardprämie?

Die Forwardprämie ist der Aufschlag auf den aktuellen Marktzins, den Banken für ein Forward-Darlehen verlangen. Sie entschädigt die Bank für das Zinsänderungsrisiko, das sie eingeht, indem sie den Zinssatz für einen zukünftigen Zeitpunkt festlegt. Die Höhe der Forwardprämie hängt von der Länge der Vorlaufzeit und den aktuellen Marktbedingungen ab.

Die Forwardprämie wird in der Regel als prozentualer Aufschlag pro Monat der Vorlaufzeit angegeben. Typischerweise liegt dieser Aufschlag zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten pro Monat. Bei längeren Vorlaufzeiten kann sich dieser Aufschlag deutlich summieren und den effektiven Zinssatz des Forward-Darlehens erheblich erhöhen.

  • Die Forwardprämie ist ein Zinsaufschlag auf den aktuellen Marktzins.
  • Sie entschädigt die Bank für das Zinsänderungsrisiko.
  • Die Höhe hängt von der Vorlaufzeit und den Marktbedingungen ab.
  • Typischerweise 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat.
  • Längere Vorlaufzeiten führen zu höheren Aufschlägen.

Wie wird die Forwardprämie berechnet?

Die Berechnung der Forwardprämie ist relativ einfach. Der Aufschlag pro Monat wird mit der Anzahl der Monate der Vorlaufzeit multipliziert und zum aktuellen Marktzins addiert. Das Ergebnis ist der effektive Zinssatz des Forward-Darlehens.

Beispiel: Angenommen, der aktuelle Marktzins für ein Immobiliendarlehen beträgt 2,5 Prozent. Die Vorlaufzeit beträgt 36 Monate und der Forward-Aufschlag liegt bei 0,02 Prozentpunkten pro Monat. Die Berechnung lautet: 2,5 % + (36 * 0,02 %) = 2,5 % + 0,72 % = 3,22 %. Der effektive Zinssatz des Forward-Darlehens beträgt somit 3,22 Prozent.

  • Aktueller Marktzins + (Vorlaufzeit in Monaten * Forward-Aufschlag pro Monat) = effektiver Zinssatz.
  • Der Aufschlag pro Monat wird mit der Anzahl der Monate multipliziert.
  • Das Ergebnis wird zum aktuellen Marktzins addiert.
  • Längere Vorlaufzeiten führen zu höheren effektiven Zinssätzen.
  • Die Berechnung ist einfach und transparent.

Typische Größenordnungen der Forwardprämie

Die Höhe der Forwardprämie variiert je nach Bank und Marktbedingungen. In der Praxis liegt der Aufschlag in der Regel zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten pro Monat. Einige Banken bieten für die ersten 12 Monate keinen Aufschlag an, was die Kosten für kürzere Vorlaufzeiten reduziert.

Bei einer Vorlaufzeit von 36 Monaten kann der Aufschlag schnell zwischen 0,3 und 1 Prozentpunkten liegen. Dies bedeutet, dass der effektive Zinssatz des Forward-Darlehens um diesen Betrag höher ist als der aktuelle Marktzins. Es ist daher wichtig, die Forwardprämie sorgfältig zu prüfen und mit anderen Finanzierungsoptionen zu vergleichen.

  • Typischer Aufschlag: 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat.
  • Einige Banken bieten für die ersten 12 Monate keinen Aufschlag an.
  • Bei 36 Monaten Vorlaufzeit: 0,3 bis 1 Prozentpunkte Aufschlag.
  • Der Aufschlag erhöht den effektiven Zinssatz des Darlehens.
  • Vergleich mit anderen Finanzierungsoptionen ist wichtig.

Einflussfaktoren auf die Höhe der Forwardprämie

Mehrere Faktoren beeinflussen die Höhe der Forwardprämie. Neben der Länge der Vorlaufzeit spielen die aktuellen Marktbedingungen, die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers und die gewählte Bank eine Rolle. Banken mit höheren Risikoaufschlägen verlangen in der Regel auch höhere Forwardprämien.

Die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers ist ein weiterer wichtiger Faktor. Ein höherer Beleihungswert und eine niedrige Restschuld können zu günstigeren Konditionen führen. Zudem können Bankwechsel bei der Anschlussfinanzierung zusätzliche Kosten verursachen, die die Gesamtkosten des Forward-Darlehens erhöhen.

  • Länge der Vorlaufzeit: Längere Vorlaufzeiten führen zu höheren Aufschlägen.
  • Marktbedingungen: Steigende Bauzinsen erhöhen die Forwardprämie.
  • Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers: Höhere Beleihungswerte und niedrige Restschulden führen zu günstigeren Konditionen.
  • Gewählte Bank: Banken mit höheren Risikoaufschlägen verlangen höhere Forwardprämien.
  • Bankwechsel: Zusätzliche Kosten durch Notar- und Grundbuchkosten.

Vorteile und Nachteile der Forwardprämie

Die Forwardprämie bietet den Vorteil der Zinssicherheit und Planungssicherheit. Der Kreditnehmer kann sich gegen steigende Bauzinsen absichern und die monatlichen Raten im Voraus kalkulieren. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn mit steigenden Zinsen gerechnet wird.

Der Nachteil liegt in den höheren Kosten. Der Aufschlag erhöht den effektiven Zinssatz des Darlehens und kann die Gesamtkosten der Finanzierung deutlich erhöhen. Zudem besteht das Risiko, dass die Zinsen am Markt sinken, während der Kreditnehmer an den höheren Forward-Zinssatz gebunden ist.

  • Vorteile: Zinssicherheit und Planungssicherheit.
  • Vorteile: Schutz vor steigenden Bauzinsen.
  • Vorteile: Kalkulierbare monatliche Raten.
  • Nachteile: Höhere Kosten durch den Aufschlag.
  • Nachteile: Risiko sinkender Marktzinsen.

Praktische Beispiele zur Berechnung der Forwardprämie

Ein weiteres Beispiel: Angenommen, der aktuelle Marktzins beträgt 3,0 Prozent. Die Vorlaufzeit beträgt 24 Monate und der Forward-Aufschlag liegt bei 0,025 Prozentpunkten pro Monat. Die Berechnung lautet: 3,0 % + (24 * 0,025 %) = 3,0 % + 0,6 % = 3,6 %. Der effektive Zinssatz des Forward-Darlehens beträgt somit 3,6 Prozent.

Ein drittes Beispiel: Der aktuelle Marktzins beträgt 2,0 Prozent. Die Vorlaufzeit beträgt 48 Monate und der Forward-Aufschlag liegt bei 0,03 Prozentpunkten pro Monat. Die Berechnung lautet: 2,0 % + (48 * 0,03 %) = 2,0 % + 1,44 % = 3,44 %. Der effektive Zinssatz des Forward-Darlehens beträgt somit 3,44 Prozent.

  • Beispiel 1: 3,0 % Marktzins, 24 Monate Vorlaufzeit, 0,025 % Aufschlag = 3,6 % effektiver Zinssatz.
  • Beispiel 2: 2,0 % Marktzins, 48 Monate Vorlaufzeit, 0,03 % Aufschlag = 3,44 % effektiver Zinssatz.
  • Die Berechnung ist einfach und transparent.
  • Längere Vorlaufzeiten führen zu höheren effektiven Zinssätzen.
  • Vergleich mit anderen Finanzierungsoptionen ist wichtig.

Fazit

Die Forwardprämie ist ein wichtiger Kostenfaktor bei der Nutzung eines Forward-Darlehens. Sie bietet Zinssicherheit und Planungssicherheit, erhöht aber die Gesamtkosten der Finanzierung. Die Höhe der Forwardprämie hängt von der Länge der Vorlaufzeit, den Marktbedingungen und der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers ab. Eine sorgfältige Berechnung und ein Vergleich mit anderen Finanzierungsoptionen sind daher unerlässlich, um die beste Entscheidung für die Anschlussfinanzierung zu treffen.

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