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Endfälliges Darlehen: Welche Unterlagen braucht man?

Endfälliges Darlehen für die Immobilie: Welche Unterlagen braucht man für Zusage, Sicherheiten und Tilgungsträger? Ein praxisnaher Ratgeber für Bauherren und Eigentümer.

5 min Lesezeit
Endfälliges Darlehen: Welche Unterlagen braucht man?

Ein endfälliges Darlehen ist eine spezielle Form der Immobilienfinanzierung, bei der die gesamte Darlehenssumme erst am Ende der Laufzeit in einer Summe zurückgezahlt wird. Während der Laufzeit zahlt der Kreditnehmer lediglich die vereinbarten Zinsen, die monatliche Belastung bleibt damit zunächst niedrig. Für Banken ist diese Kreditart jedoch mit einem höheren Risiko verbunden, weshalb sie in der Regel nur mit umfangreichen Unterlagen und zusätzlichen Sicherheiten gewährt wird. Dieser Ratgeber zeigt, welche Unterlagen für ein endfälliges Darlehen im Immobilienkontext typischerweise erforderlich sind – von der Grundlagendokumentation über Sicherheiten bis hin zu Nachweisen für die geplante Tilgung.

Was ein endfälliges Darlehen im Immobilienbereich ist

Ein endfälliges Darlehen, auch Fälligkeitsdarlehen oder Festdarlehen genannt, ist ein Kredit, bei dem die Tilgung der kompletten Darlehenssumme erst am Ende der vereinbarten Laufzeit erfolgt. Während der Laufzeit zahlt der Kreditnehmer nur die Zinsen, die sich immer auf den vollen Darlehensbetrag beziehen. Die Restschuld verringert sich also nicht, was im Vergleich zu einem Annuitätendarlehen zu höheren Gesamtzinskosten führen kann.

Im Immobilienkontext wird ein endfälliges Darlehen häufig für Bauvorhaben, Sanierungen oder Modernisierungen eingesetzt, wenn der Kreditnehmer erwartet, zu einem bestimmten Zeitpunkt über eine größere Summe zu verfügen – etwa durch den Verkauf einer anderen Immobilie, die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung oder die Fälligkeit eines Bausparvertrags. Die Bank verlangt daher nicht nur klassische Kreditunterlagen, sondern auch konkrete Nachweise, wie die Rückzahlung am Laufzeitende gesichert ist.

Grundlegende Unterlagen zur Person und Bonität

Wie bei jeder Immobilienfinanzierung beginnt die Prüfung mit den persönlichen Unterlagen und der Bonitätsprüfung. Die Bank muss sicherstellen, dass der Kreditnehmer die laufenden Zinszahlungen auch langfristig leisten kann. Dazu gehören in der Regel Kopien der Personalausweise oder Reisepässe aller Darlehensnehmer sowie Nachweise zur Identität und zum Wohnsitz.

Zusätzlich werden Unterlagen zur Einkommenssituation benötigt. Dazu zählen in der Regel die letzten drei Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide der letzten Jahre, ggf. Gewinn- und Verlustrechnungen bei Selbstständigen sowie Nachweise über weitere Einkünfte wie Mieteinnahmen oder Kapitalerträge. Je nach Bank kann auch eine aktuelle Schufa-Auskunft oder ein Kontoauszug über mehrere Monate verlangt werden, um die Zahlungsfähigkeit zu überprüfen.

  • Personalausweis oder Reisepass aller Darlehensnehmer
  • Letzte drei Gehaltsabrechnungen oder Einkommensnachweise
  • Steuerbescheide der letzten Jahre
  • Nachweise über weitere Einkünfte (z.B. Mieteinnahmen)
  • Aktuelle Schufa-Auskunft oder Kontoauszüge (je nach Bank)

Unterlagen zum Immobilienobjekt und zum Vorhaben

Für ein endfälliges Darlehen im Immobilienbereich sind detaillierte Unterlagen zum Objekt unerlässlich. Dazu gehören in der Regel der Kaufvertrag oder der Grundbuchauszug, falls es sich um eine bereits bestehende Immobilie handelt, sowie ein Lageplan oder eine Beschreibung des Grundstücks. Bei einem Neubau oder einer Sanierung werden zusätzlich Baupläne, Kostenvoranschläge und ggf. Baugenehmigungen benötigt.

Die Bank prüft, ob der Beleihungswert der Immobilie ausreicht, um das Darlehen abzusichern. Dazu wird in der Regel ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen angefordert, das den aktuellen Marktwert der Immobilie dokumentiert. Bei einem Umbau oder einer Modernisierung kann zusätzlich ein Kostenvoranschlag des Architekten oder des Bauunternehmens verlangt werden, um sicherzustellen, dass die geplanten Maßnahmen realistisch und finanzierbar sind.

  • Kaufvertrag oder Grundbuchauszug der Immobilie
  • Lageplan oder Grundstücksbeschreibung
  • Baupläne und Kostenvoranschläge (bei Neubau oder Sanierung)
  • Baugenehmigung oder Bauantrag (falls erforderlich)
  • Gutachten zum Beleihungswert der Immobilie

Sicherheiten und Tilgungsträger für das endfällige Darlehen

Ein besonderes Merkmal des endfälligen Darlehens ist, dass die Tilgung erst am Ende der Laufzeit erfolgt. Um dieses Risiko abzufedern, verlangt die Bank in der Regel zusätzliche Sicherheiten oder einen sogenannten Tilgungsträger. Dazu gehören beispielsweise eine Kapitallebensversicherung, ein Bausparvertrag, Investmentfonds oder andere sichere Geldanlagen, die zum Laufzeitende eine ausreichende Summe abwerfen.

Die Bank benötigt Nachweise über diese Sicherheiten, etwa Versicherungspolicen, Bausparverträge oder Depotübersichten. Wichtig ist, dass der erwartete Auszahlungsbetrag am Ende der Laufzeit mindestens der Darlehenssumme entspricht. In manchen Fällen kann auch eine zusätzliche Grundschuld oder eine Bürgschaft erforderlich sein, um die Rückzahlung zu sichern.

  • Nachweise über Kapitallebensversicherungen oder Bausparverträge
  • Depotübersichten oder Fondsbescheinigungen
  • Versicherungspolicen mit Auszahlungsplan
  • Nachweise über andere sichere Geldanlagen
  • Grundschuld oder Bürgschaft (je nach Bank)

Unterlagen zur geplanten Tilgung am Laufzeitende

Da die Tilgung eines endfälligen Darlehens erst am Ende der Laufzeit erfolgt, muss der Kreditnehmer nachweisen, wie diese Rückzahlung gesichert ist. Dazu gehören beispielsweise Verträge über den Verkauf einer anderen Immobilie, Auszahlungspläne von Versicherungen oder Bausparverträgen sowie Nachweise über geplante Erbschaften oder andere Vermögenszuflüsse.

Die Bank prüft, ob die geplanten Zuflüsse ausreichend und verlässlich sind. In manchen Fällen kann ein Finanzierungsplan oder eine Liquiditätsprognose verlangt werden, die zeigt, wie die Rückzahlung im Detail erfolgen soll. Dies ist besonders wichtig, wenn mehrere Finanzierungsbausteine kombiniert werden, etwa ein endfälliges Darlehen mit einer Kapitallebensversicherung und einem Bausparvertrag.

  • Verträge über den Verkauf einer anderen Immobilie
  • Auszahlungspläne von Versicherungen oder Bausparverträgen
  • Nachweise über geplante Erbschaften oder Vermögenszuflüsse
  • Finanzierungsplan oder Liquiditätsprognose
  • Nachweise über zusätzliche Ersparnisse oder Anlagen

Unterlagen zur Finanzierung und zur Zinsbindung

Für ein endfälliges Darlehen ist die Zinsbindung ein zentraler Punkt. Die Bank benötigt Informationen über die gewünschte Laufzeit und die Höhe des Darlehens, um die Zinsen zu kalkulieren. Dazu gehören in der Regel ein Finanzierungsplan, der die Gesamtkosten des Vorhabens auflistet, sowie Nachweise über bereits vorhandene Eigenmittel oder andere Finanzierungsquellen.

Beispiel: Ein Bauherr plant einen Neubau mit Gesamtkosten von 300.000 Euro und verfügt über 100.000 Euro Eigenkapital. Er möchte ein endfälliges Darlehen über 200.000 Euro mit einer Zinsbindung von 10 Jahren aufnehmen. Die Bank prüft, ob die Eigenmittel ausreichen und ob die geplanten Zinszahlungen im Verhältnis zum Einkommen tragbar sind. Dazu werden Unterlagen wie Kontoauszüge, Sparverträge oder andere Vermögensnachweise benötigt.

  • Finanzierungsplan mit Gesamtkosten des Vorhabens
  • Nachweise über Eigenkapital und vorhandene Finanzierungsquellen
  • Kontoauszüge oder Sparverträge
  • Informationen zur gewünschten Zinsbindung und Laufzeit
  • Nachweise über bereits bestehende Kredite oder Schulden

Unterlagen für spezielle Immobilienprojekte

Bei speziellen Immobilienprojekten wie einem Anbau, einer Erweiterung oder einer umfassenden Sanierung können zusätzliche Unterlagen erforderlich sein. Dazu gehören beispielsweise detaillierte Baupläne, Genehmigungen der zuständigen Behörden oder Nachweise über die Einhaltung von Energieeffizienzstandards. Die Bank prüft, ob die geplanten Maßnahmen den Wert der Immobilie steigern und ob die Finanzierung langfristig tragfähig ist.

Bei einem Umbau oder einer Modernisierung kann auch ein Energieausweis oder ein Gutachten zur Energieeffizienz verlangt werden, insbesondere wenn Fördermittel beantragt werden. In solchen Fällen sind zusätzlich Unterlagen zur Förderung erforderlich, etwa Anträge oder Bescheide von Förderbanken oder öffentlichen Stellen.

  • Detaillierte Baupläne und Genehmigungen
  • Nachweise über Energieeffizienzstandards
  • Energieausweis oder Gutachten zur Energieeffizienz
  • Unterlagen zu Fördermitteln oder öffentlichen Zuschüssen
  • Nachweise über geplante Mieteinnahmen (bei Vermietung)

Fazit

Ein endfälliges Darlehen kann für Immobilienprojekte eine sinnvolle Finanzierungslösung sein, wenn die Rückzahlung am Laufzeitende verlässlich gesichert ist. Die Bank verlangt jedoch umfangreiche Unterlagen, um Risiken zu minimieren. Neben den klassischen Kreditunterlagen sind Nachweise zu Sicherheiten, Tilgungsträgern und geplanten Zuflüssen unerlässlich. Wer diese Unterlagen sorgfältig vorbereitet, erhöht die Chancen auf eine positive Kreditentscheidung und kann die Finanzierung seines Immobilienprojekts sicher planen.

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