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Endfälliges Darlehen: Kosten im Überblick

Endfällige Darlehen senken die monatliche Belastung, erhöhen aber die Gesamtkosten deutlich. Wir zeigen, wie sich die Kosten zusammensetzen und wann sie sinnvoll sind.

6 min Lesezeit
Endfälliges Darlehen: Kosten im Überblick

Ein endfälliges Darlehen, auch Fälligkeits- oder Festdarlehen genannt, ist eine Form der Immobilienfinanzierung, bei der während der vereinbarten Laufzeit nur die Zinsen gezahlt werden. Die eigentliche Tilgung – also die Rückzahlung des Darlehensbetrags – erfolgt erst am Ende der Laufzeit in einer Summe. Für viele Bauherren und Immobilienkäufer wirkt diese Variante auf den ersten Blick attraktiv, weil die monatlichen Raten niedriger ausfallen als bei einem klassischen Annuitätendarlehen. Doch hinter dieser scheinbaren Entlastung verbergen sich deutlich höhere Gesamtkosten und ein höheres Risiko. In diesem Ratgeber beleuchten wir die Kosten eines endfälligen Darlehens im Detail, zeigen typische Beispielrechnungen auf und erläutern, unter welchen Umständen diese Finanzierungsform sinnvoll sein kann.

Was ein endfälliges Darlehen im Immobilienkontext ist

Ein endfälliges Darlehen ist ein Kredit, bei dem der Darlehensbetrag erst am Ende der vereinbarten Laufzeit fällig wird. Während der Laufzeit zahlt der Kreditnehmer ausschließlich die vereinbarten Zinsen an die Bank, die Restschuld bleibt unverändert. Erst zum Laufzeitende muss der gesamte Darlehensbetrag auf einmal zurückgezahlt werden. In der Immobilienfinanzierung wird diese Form häufig bei Baufinanzierungen, Modernisierungen oder Erweiterungen eingesetzt, wenn der Kreditnehmer erwartet, zu einem bestimmten Zeitpunkt über eine größere Kapitalsumme zu verfügen – etwa aus einer fälligen Lebensversicherung, einem Bausparvertrag oder dem Verkauf einer anderen Immobilie.

Im Gegensatz dazu tilgt ein Annuitätendarlehen die Restschuld schrittweise, indem jede Rate aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil besteht. Dadurch sinkt die Restschuld kontinuierlich und die Zinsbelastung nimmt im Laufe der Zeit ab. Beim endfälligen Darlehen bleibt die Restschuld über die gesamte Laufzeit gleich hoch, sodass die Bank über die gesamte Zeit Zinsen auf den vollen Betrag erhält. Diese Struktur führt zu einem höheren Gesamtaufwand für den Kreditnehmer.

  • Monatlich nur Zinszahlungen, keine Tilgung.
  • Restschuld bleibt während der Laufzeit konstant.
  • Gesamter Darlehensbetrag wird am Ende auf einmal zurückgezahlt.
  • Häufig mit einem Tilgungsträger wie Lebensversicherung oder Bausparvertrag kombiniert.
  • Besonders bei Baufinanzierungen und Modernisierungen im Einsatz.

Wie sich die Kosten eines endfälligen Darlehens zusammensetzen

Die Kosten eines endfälligen Darlehens setzen sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen: den Zinszahlungen während der Laufzeit, der einmaligen Rückzahlung des Darlehensbetrags am Ende und den Kosten für den Tilgungsträger, falls einer vereinbart ist. Da die Restschuld nicht sinkt, fallen über die gesamte Laufzeit Zinsen auf den vollen Darlehensbetrag an. Dies führt dazu, dass die Zinskosten deutlich höher sind als bei einem Annuitätendarlehen mit vergleichbarer Laufzeit.

Zusätzlich können Abschlussgebühren, Bearbeitungsgebühren oder Provisionen anfallen, die je nach Bank und Vertrag unterschiedlich hoch ausfallen. In vielen Fällen wird ein endfälliges Darlehen mit einem Tilgungsträger wie einer Kapitallebensversicherung oder einem Bausparvertrag kombiniert. Hier entstehen weitere Kosten in Form von Versicherungsbeiträgen, Depotgebühren oder Sparraten, die über die Laufzeit gezahlt werden müssen. Diese Kosten sind zwar nicht direkt Teil des Kreditzinses, erhöhen aber den Gesamtaufwand für die Immobilienfinanzierung deutlich.

  • Zinszahlungen auf den vollen Darlehensbetrag über die gesamte Laufzeit.
  • Einmalige Rückzahlung des Darlehensbetrags am Ende.
  • Kosten für Tilgungsträger wie Lebensversicherung oder Bausparvertrag.
  • Mögliche Abschluss- und Bearbeitungsgebühren.
  • Keine Reduktion der Restschuld während der Laufzeit.

Beispielrechnung: Endfälliges Darlehen vs. Annuitätendarlehen

Um die Kosten eines endfälligen Darlehens besser zu verstehen, lässt sich ein Beispielrechnung gegenüberstellen. Angenommen, ein Bauherr möchte eine Immobilie mit einem Darlehen von 200.000 Euro finanzieren. Die Zinsbindung beträgt 15 Jahre, der effektive Jahreszins liegt bei 3,5 Prozent. Beim Annuitätendarlehen wird eine anfängliche Tilgung von 2 Prozent vereinbart, sodass die monatliche Rate etwa 933 Euro beträgt. Über die 15 Jahre werden insgesamt rund 67.700 Euro Zinsen gezahlt.

Beim endfälligen Darlehen zahlt der Kreditnehmer während der 15 Jahre nur die Zinsen, also etwa 583 Euro pro Monat. Die Gesamtzinszahlungen belaufen sich auf rund 105.000 Euro. Am Ende der Laufzeit muss der Darlehensbetrag von 200.000 Euro auf einmal zurückgezahlt werden. In diesem Beispiel liegen die Zinskosten beim endfälligen Darlehen um rund 37.300 Euro höher als beim Annuitätendarlehen. Hinzu kommen die Kosten für den Tilgungsträger, falls einer vereinbart ist.

  • Annuitätendarlehen: 15 Jahre, 3,5 % Zins, 2 % Tilgung, 933 Euro Rate, 67.700 Euro Zinsen.
  • Endfälliges Darlehen: 15 Jahre, 3,5 % Zins, 583 Euro Rate, 105.000 Euro Zinsen.
  • Endfälliges Darlehen: 200.000 Euro Rückzahlung am Ende.
  • Unterschied in den Zinskosten: rund 37.300 Euro.
  • Kosten für Tilgungsträger zusätzlich zu berücksichtigen.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Ein endfälliges Darlehen bietet vor allem einen klaren Vorteil: die niedrige monatliche Belastung während der Laufzeit. Dies kann für Bauherren, die in den ersten Jahren mit hohen Ausgaben für den Bau oder die Modernisierung rechnen, attraktiv sein. Zudem kann die Kombination mit einem Tilgungsträger wie einer Lebensversicherung oder einem Bausparvertrag steuerliche Vorteile bieten, da bestimmte Beiträge steuerlich absetzbar sein können.

Die Nachteile liegen auf der Hand: die deutlich höheren Gesamtkosten, das Risiko, dass der Tilgungsträger nicht die erwartete Summe abwirft, und die Unsicherheit, ob am Ende der Laufzeit die nötige Kapitalsumme zur Verfügung steht. Sollte der Kreditnehmer die Rückzahlung nicht leisten können, drohen hohe Zinsen, Verlängerungen der Laufzeit oder sogar der Verkauf der Immobilie.

  • Niedrige monatliche Belastung während der Laufzeit.
  • Mögliche steuerliche Vorteile durch Tilgungsträger.
  • Höhere Gesamtkosten durch Zinszahlungen auf den vollen Betrag.
  • Risiko, dass der Tilgungsträger nicht die erwartete Summe abwirft.
  • Unsicherheit, ob die Rückzahlung am Ende möglich ist.

Wann ein endfälliges Darlehen sinnvoll ist

Ein endfälliges Darlehen kann sinnvoll sein, wenn der Kreditnehmer zu einem bestimmten Zeitpunkt über eine größere Kapitalsumme verfügt, die zur Rückzahlung des Darlehens genutzt werden kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Lebensversicherung oder ein Bausparvertrag fällig wird, oder wenn der Verkauf einer anderen Immobilie geplant ist. Zudem kann es für Bauherren attraktiv sein, die in den ersten Jahren mit hohen Ausgaben für den Bau oder die Modernisierung rechnen und daher eine niedrige monatliche Belastung benötigen.

Wichtig ist, dass der Kreditnehmer die Rückzahlung am Ende der Laufzeit sicherstellen kann. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und eine realistische Einschätzung der eigenen finanziellen Situation. Zudem sollte der Kreditnehmer die Kosten für den Tilgungsträger und die Zinszahlungen genau kalkulieren, um den Gesamtaufwand zu verstehen.

  • Wenn eine Lebensversicherung oder ein Bausparvertrag fällig wird.
  • Wenn der Verkauf einer anderen Immobilie geplant ist.
  • Wenn in den ersten Jahren hohe Ausgaben für den Bau oder die Modernisierung anfallen.
  • Wenn die Rückzahlung am Ende der Laufzeit sicher ist.
  • Wenn die Kosten für den Tilgungsträger und die Zinszahlungen genau kalkuliert sind.

Alternativen zum endfälligen Darlehen

Für viele Bauherren und Immobilienkäufer sind Alternativen zum endfälligen Darlehen sinnvoller, da sie die Gesamtkosten senken und das Risiko reduzieren. Ein Annuitätendarlehen mit anfänglicher Tilgung von 2 bis 3 Prozent ist eine gängige Option, da es die Restschuld schrittweise reduziert und die Zinsbelastung im Laufe der Zeit senkt. Zudem gibt es Kombinationen aus Annuitätendarlehen und endfälligen Darlehen, bei denen ein Teil des Darlehens endfällig und ein Teil tilgungsfähig ist.

Eine weitere Alternative ist ein Tilgungsdarlehen, bei dem die Tilgung in regelmäßigen Raten erfolgt und die Zinsen auf die sinkende Restschuld berechnet werden. Dies führt zu einer schnelleren Reduktion der Restschuld und niedrigeren Gesamtkosten. Zudem können Bauherren die Finanzierung durch Eigenkapital oder staatliche Förderprogramme ergänzen, um die Kreditbelastung zu senken.

  • Annuitätendarlehen mit anfänglicher Tilgung von 2 bis 3 Prozent.
  • Kombination aus Annuitätendarlehen und endfälligem Darlehen.
  • Tilgungsdarlehen mit regelmäßigen Tilgungsraten.
  • Ergänzung durch Eigenkapital oder staatliche Förderprogramme.
  • Sorgfältige Planung der Finanzierung und der Rückzahlung.

Fazit

Ein endfälliges Darlehen kann für Bauherren und Immobilienkäufer attraktiv sein, da es die monatliche Belastung während der Laufzeit senkt. Doch die Kosten sind deutlich höher als bei einem Annuitätendarlehen, da Zinsen über die gesamte Laufzeit auf den vollen Darlehensbetrag anfallen. Zudem besteht das Risiko, dass die Rückzahlung am Ende der Laufzeit nicht möglich ist. Daher sollte ein endfälliges Darlehen nur gewählt werden, wenn der Kreditnehmer die Rückzahlung sicherstellen kann und die Kosten genau kalkuliert hat. In vielen Fällen sind Alternativen wie Annuitätendarlehen oder Tilgungsdarlehen sinnvoller, da sie die Gesamtkosten senken und das Risiko reduzieren.

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