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Bereitstellungszins: Welche Alternativen gibt es?

Bereitstellungszinsen können bei Baufinanzierungen teuer werden. Erfahren Sie, welche Alternativen und Strategien es gibt, um diese Zusatzkosten zu vermeiden oder zu minimieren.

4 min Lesezeit
Bereitstellungszins: Welche Alternativen gibt es?

Bei der Finanzierung von Immobilien, sei es beim Neubau, einer Sanierung oder einem Kauf mit Umbau, spielt der Bereitstellungszins eine wichtige Rolle. Er beschreibt die Kosten, die eine Bank dafür verlangt, dass sie ein Darlehen bereithält, das noch nicht oder nur teilweise abgerufen wurde. Viele Bauherren und Käufer unterschätzen diese Zusatzkosten, weil sie erst nach einer bestimmten Frist anfallen und nicht im Effektivzinssatz enthalten sind. In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Alternativen und Strategien es gibt, um Bereitstellungszinsen zu vermeiden oder zumindest deutlich zu reduzieren.

Was sind Bereitstellungszinsen?

Bereitstellungszinsen sind Zinsen, die eine Bank für die Bereithaltung eines noch nicht abgerufenen Darlehensbetrags berechnet. Sie fallen an, wenn das Darlehen zugesagt, aber noch nicht vollständig ausgezahlt wurde. Die Bank verlangt diese Gebühren, weil sie das Geld "reserviert" und keine regulären Kreditzinsen dafür erhält.

Die Höhe der Bereitstellungszinsen ist nicht gesetzlich geregelt und variiert von Bank zu Bank. In der Regel betragen sie 0,25 % pro Monat, was 3 % pro Jahr entspricht. Diese Zinsen werden auf den noch nicht ausgezahlten Teil des Darlehens berechnet und tageweise abgerechnet.

Bereitstellungszinsfreie Zeit nutzen

Die meisten Banken gewähren eine bereitstellungszinsfreie Zeit, in der keine Gebühren anfallen. Diese beträgt typischerweise 3 bis 6 Monate, bei einigen Banken auch bis zu 12 Monate. Nach Ablauf dieser Frist fallen Bereitstellungszinsen auf den noch nicht abgerufenen Darlehensbetrag an.

Um diese Frist optimal zu nutzen, sollten Bauherren und Käufer den Baufortschritt und die Zahlungsschritte genau planen. Eine frühzeitige Abstimmung mit dem Bauträger oder der Baufirma über den Zahlungsplan hilft, die Auszahlungen zeitlich so zu steuern, dass das Darlehen innerhalb der bereitstellungszinsfreien Zeit vollständig abgerufen wird.

  • Vereinbaren Sie eine möglichst lange bereitstellungszinsfreie Zeit mit der Bank.
  • Planen Sie den Baufortschritt und die Zahlungsschritte im Voraus.
  • Fordern Sie frühzeitig einen Zahlungsplan vom Bauträger oder der Baufirma an.
  • Stimmen Sie Ihre Finanzierungsbausteine wie Bausparverträge, Eigenkapital und Baudarlehen zeitlich darauf ab.
  • Nutzen Sie die bereitstellungszinsfreie Zeit vollständig, um das Darlehen abzurufen.

Auszahlungen nach Baufortschritt steuern

Eine effektive Methode, Bereitstellungszinsen zu vermeiden, ist die Steuerung der Auszahlung nach Baufortschritt. Die Bank zahlt das Darlehen in Teilbeträgen aus, die den einzelnen Bauphasen entsprechen. So wird nur das Geld bereitgestellt, das tatsächlich benötigt wird.

Beispiel: Ein Bauherr hat ein Darlehen von 200.000 Euro vereinbart. Die Baufirma plant vier Zahlungsschritte à 50.000 Euro. Die Bank zahlt nach jedem Baufortschritt 50.000 Euro aus. Bereitstellungszinsen fallen nur auf den noch nicht ausgezahlten Betrag an.

  • Steuern Sie die Auszahlung nach Baufortschritt.
  • Passen Sie die Zahlungsschritte an den Baufortschritt an.
  • Fordern Sie einen detaillierten Zahlungsplan vom Bauträger oder der Baufirma an.
  • Stimmen Sie die Auszahlungen mit der Bank ab.
  • Reduzieren Sie den noch nicht abgerufenen Darlehensbetrag durch regelmäßige Auszahlungen.

Sondertilgungen nutzen

Viele Banken bieten ein jährliches Recht auf Sondertilgungen von bis zu 5 % der Kreditsumme. Diese Option kann genutzt werden, um Bereitstellungszinsen zu reduzieren. Durch Sondertilgungen wird der Darlehensbetrag und damit auch der noch nicht abgerufene Teil reduziert.

Beispiel: Ein Bauherr hat ein Darlehen von 200.000 Euro. Er nutzt das Recht auf Sondertilgung und zahlt 10.000 Euro zusätzlich. Der noch nicht abgerufene Betrag sinkt um 10.000 Euro, und damit auch die Bereitstellungszinsen.

  • Nutzen Sie das Recht auf Sondertilgungen, um den Darlehensbetrag zu reduzieren.
  • Achten Sie bei Vertragsschluss darauf, dass Sie möglichst früh Sondertilgungen leisten können.
  • Planen Sie Sondertilgungen in Ihre Finanzierungsstrategie ein.
  • Reduzieren Sie den noch nicht abgerufenen Darlehensbetrag durch regelmäßige Sondertilgungen.
  • Stimmen Sie die Sondertilgungen mit der Bank ab.

Kredit in Teilbeträgen splitten

Eine weitere Alternative ist das Splitten des Kredits in mehrere Teilbeträge. Jeder Teilbetrag wird zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezahlt, wenn er benötigt wird. So wird nur das Geld bereitgestellt, das tatsächlich benötigt wird.

Beispiel: Ein Bauherr hat ein Darlehen von 200.000 Euro. Er splittet das Darlehen in vier Teilbeträge à 50.000 Euro. Die Bank zahlt nach jedem Baufortschritt 50.000 Euro aus. Bereitstellungszinsen fallen nur auf den noch nicht ausgezahlten Betrag an.

  • Splitten Sie das Darlehen in mehrere Teilbeträge.
  • Zahlen Sie jeden Teilbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt aus.
  • Steuern Sie die Auszahlung nach Baufortschritt.
  • Reduzieren Sie den noch nicht abgerufenen Darlehensbetrag durch regelmäßige Auszahlungen.
  • Stimmen Sie die Auszahlungen mit der Bank ab.

KfW-Darlehen nutzen

KfW-Darlehen bieten oft günstigere Konditionen und längere bereitstellungszinsfreie Zeiten. Die Höhe der Bereitstellungszinsen und die Dauer der bereitstellungszinsfreien Zeit hängen vom gewählten Förderprogramm ab.

Beispiel: Ein Bauherr nutzt ein KfW-Darlehen für die Sanierung einer Immobilie. Die bereitstellungszinsfreie Zeit beträgt 12 Monate. Innerhalb dieser Frist kann er das Darlehen vollständig abrufen, ohne Bereitstellungszinsen zu zahlen.

  • Nutzen Sie KfW-Darlehen für günstigere Konditionen.
  • Prüfen Sie die bereitstellungszinsfreie Zeit des gewählten Förderprogramms.
  • Planen Sie den Baufortschritt und die Zahlungsschritte im Voraus.
  • Stimmen Sie die Auszahlungen mit der Bank ab.
  • Reduzieren Sie den noch nicht abgerufenen Darlehensbetrag durch regelmäßige Auszahlungen.

Fazit

Bereitstellungszinsen können bei Baufinanzierungen teuer werden, wenn sie nicht richtig geplant werden. Durch die Nutzung der bereitstellungszinsfreien Zeit, die Steuerung der Auszahlung nach Baufortschritt, die Nutzung von Sondertilgungen, das Splitten des Kredits in Teilbeträge und die Nutzung von KfW-Darlehen können diese Zusatzkosten vermieden oder deutlich reduziert werden. Eine sorgfältige Planung und Abstimmung mit der Bank und dem Bauträger oder der Baufirma ist entscheidend, um die Finanzierung optimal zu gestalten.

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