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Bausparvertrag: Welche Unterlagen braucht man?

Für einen Bausparvertrag braucht man vor allem Identitätsnachweise, Einkommensunterlagen und Unterlagen zum geplanten Wohnvorhaben. Ein Überblick hilft bei der Vorbereitung und beschleunigt die Zusage der Bausparkasse.

6 min Lesezeit
Bausparvertrag: Welche Unterlagen braucht man?

Ein Bausparvertrag ist eine klassische Baufinanzierung, die sich aus einem Sparvertrag und einem zinsfesten Bauspardarlehen zusammensetzt. Wer einen solchen Vertrag abschließen möchte, um ein Haus zu bauen, eine Wohnung zu kaufen oder eine Sanierung zu finanzieren, muss der Bausparkasse bestimmte Unterlagen vorlegen. Diese Unterlagen dienen der Identitätsprüfung, der Einschätzung der Kreditwürdigkeit und der Prüfung, ob das geplante Wohnvorhaben den Vorgaben der Bausparkasse entspricht. In diesem Ratgeber werden die wichtigsten Unterlagen Schritt für Schritt erklärt – von den persönlichen Dokumenten bis hin zu den Unterlagen zum Objekt und zur Finanzierung.

Persönliche Unterlagen und Identität

Zu Beginn steht immer die Identitätsprüfung. Die Bausparkasse muss sicherstellen, dass der Vertragspartner tatsächlich die Person ist, für die er sich ausgibt. Dazu gehören in der Regel ein gültiger Personalausweis oder Reisepass sowie ein Meldebescheinigung. Diese Unterlagen werden meist als Kopie oder Scan eingereicht. Bei gemeinsamen Verträgen, etwa zwischen Ehepartnern oder Lebenspartnern, müssen alle Beteiligten ihre Ausweise vorlegen. Auch bei Minderjährigen oder bei Vertretungsberechtigten (z.B. durch Vollmacht) gelten besondere Anforderungen.

Darüber hinaus kann die Bausparkasse weitere Unterlagen zur Identität anfordern, etwa eine aktuelle Meldebescheinigung, wenn der Wohnsitz kürzlich geändert wurde. In einigen Fällen wird auch eine Kopie des Familienstammbuchs oder der Heiratsurkunde benötigt, wenn der Name geändert wurde. Diese Unterlagen dienen nicht nur der Identitätsprüfung, sondern auch der Einordnung der persönlichen Situation, etwa bei Ehegatten oder Lebenspartnern, die gemeinsam bauen oder kaufen.

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass (Kopie/Scan)
  • Meldebescheinigung oder aktueller Wohnsitznachweis
  • Heiratsurkunde oder Familienstammbuch bei Namensänderung
  • Vollmacht bei Vertretungsbefugnis
  • Unterlagen zu Minderjährigen bei gemeinsamen Verträgen

Einkommensnachweise und Kreditwürdigkeit

Die Bausparkasse muss die Kreditwürdigkeit des Bausparers prüfen, um sicherzustellen, dass die monatlichen Raten bezahlt werden können. Dazu gehören in der Regel die letzten drei Gehaltsabrechnungen oder Rentenbescheide. Selbstständige müssen in der Regel die letzten zwei bis drei Jahre Steuerbescheide oder Gewinn- und Verlustrechnungen vorlegen. Auch Nebeneinkünfte, etwa aus Vermietung oder Nebenjobs, sollten dokumentiert werden, da sie die Kreditwürdigkeit verbessern können.

Zusätzlich kann die Bausparkasse eine Schufa-Auskunft oder eine ähnliche Bonitätsprüfung anfordern. Diese Auskunft zeigt, ob es offene Forderungen oder negative Einträge gibt. Eine gute Bonität kann zu besseren Konditionen führen, etwa zu niedrigeren Zinsen oder höheren Darlehensbeträgen. Wer bereits andere Kredite oder Darlehen hat, sollte diese ebenfalls offenlegen, da sie in die Gesamtbewertung einfließen.

  • Letzte drei Gehaltsabrechnungen oder Rentenbescheide
  • Steuerbescheide oder Gewinn- und Verlustrechnungen für Selbstständige
  • Nachweise zu Nebeneinkünften (z.B. Mieteinnahmen)
  • Schufa-Auskunft oder Bonitätsprüfung
  • Übersicht bestehender Kredite und Darlehen

Unterlagen zum geplanten Wohnvorhaben

Ein Bausparvertrag dient der wohnwirtschaftlichen Verwendung, also dem Kauf, Bau oder der Sanierung von Immobilien. Die Bausparkasse muss daher wissen, was genau finanziert werden soll. Dazu gehören in der Regel ein Grundbuchauszug, ein Kaufvertrag oder ein Bauvertrag. Bei einem Neubau kann auch ein Baugenehmigungsbescheid oder ein Bauantrag erforderlich sein. Diese Unterlagen zeigen, dass das Vorhaben realistisch und rechtlich abgesichert ist.

Bei einer Sanierung oder Modernisierung werden oft detaillierte Kostenvoranschläge oder Angebote von Handwerkern benötigt. Diese zeigen, wie hoch die Kosten sind und ob sie im Rahmen der Bausparsumme liegen. Auch bei Umbauten oder Erweiterungen, etwa einem Anbau oder einer Garage, sollten die Planunterlagen eingereicht werden. So kann die Bausparkasse sicherstellen, dass das Vorhaben den Vorgaben entspricht und die Mittel sinnvoll eingesetzt werden.

  • Grundbuchauszug oder Eigentumsnachweis
  • Kaufvertrag oder Bauvertrag
  • Baugenehmigungsbescheid oder Bauantrag bei Neubau
  • Kostenvoranschläge oder Angebote für Sanierung oder Modernisierung
  • Planunterlagen für Umbauten, Anbauten oder Erweiterungen

Finanzierungsplan und Eigenkapitalnachweise

Die Bausparkasse möchte wissen, wie das Vorhaben insgesamt finanziert wird. Dazu gehört ein Finanzierungsplan, der zeigt, wie viel Eigenkapital vorhanden ist und wie viel über das Bauspardarlehen finanziert werden soll. Eigenkapital kann aus Ersparnissen, Vermögenswirksamen Leistungen oder anderen Anlagen stammen. Nachweise hierfür sind in der Regel Kontoauszüge oder Sparbuchauszüge.

Wer bereits andere Finanzierungen oder Darlehen hat, sollte diese ebenfalls dokumentieren. Dazu gehören etwa Hypothekendarlehen oder andere Baufinanzierungen. Diese Unterlagen helfen der Bausparkasse, die Gesamtbelastung zu bewerten und sicherzustellen, dass die monatlichen Raten tragbar sind. Ein klarer Finanzierungsplan kann auch dazu beitragen, dass die Bausparkasse das Vorhaben schneller genehmigt.

  • Kontoauszüge oder Sparbuchauszüge als Eigenkapitalnachweis
  • Übersicht bestehender Darlehen und Finanzierungen
  • Finanzierungsplan mit Aufteilung Eigenkapital und Darlehen
  • Nachweise zu Vermögenswirksamen Leistungen oder anderen Anlagen
  • Übersicht möglicher Förderungen (z.B. Wohnungsbauprämie)

Unterlagen zu Nebenkosten und Nebenleistungen

Neben den eigentlichen Bau- oder Kaufkosten fallen oft Nebenkosten an, etwa Notarkosten, Maklergebühren oder Erschließungskosten. Diese können ebenfalls über den Bausparvertrag finanziert werden, wenn sie wohnwirtschaftlich sind. Dazu gehören auch die Erstgestaltung des Gartens oder die Anschaffung von fest eingebauten Einbauten wie Badeinrichtungen oder Küchen. Die Bausparkasse benötigt dafür entsprechende Nachweise oder Kostenvoranschläge.

Bei Vermietern oder Vermieterinnen können auch Renovierungen oder Modernisierungen finanziert werden, sofern der Vermieter zustimmt. Dazu gehören etwa Bad- oder Küchenmodernisierungen. Auch hier sollten Kostenvoranschläge oder Angebote von Handwerkern vorliegen. So kann die Bausparkasse sicherstellen, dass die Mittel sinnvoll eingesetzt werden und das Vorhaben den Vorgaben entspricht.

  • Kostenvoranschläge für Notar- und Maklergebühren
  • Nachweise zu Erschließungskosten oder Gartengestaltung
  • Angebote für fest eingebaute Einbauten (Bad, Küche)
  • Kostenvoranschläge für Renovierungen oder Modernisierungen
  • Zustimmung des Vermieters bei Mietwohnungen

Unterlagen zu Förderungen und Zulagen

Ein Bausparvertrag kann ideal sein, um staatliche Förderungen oder Zulagen zu nutzen, etwa die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage. Dazu müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden, etwa Bescheinigungen des Arbeitgebers oder des Finanzamts. Diese Unterlagen zeigen, dass die Förderungen tatsächlich in Anspruch genommen werden können und wie hoch sie sind.

Wer Vermögenswirksame Leistungen (VL) einsetzt, sollte ebenfalls die entsprechenden Unterlagen bereithalten. Dazu gehören etwa Bescheinigungen des Arbeitgebers oder der betrieblichen Altersvorsorge. Diese Unterlagen helfen der Bausparkasse, die Gesamtfinanzierung zu planen und sicherzustellen, dass alle Förderungen korrekt berücksichtigt werden.

  • Bescheinigungen zu Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage
  • Nachweise zu Vermögenswirksamen Leistungen (VL)
  • Bescheinigungen des Arbeitgebers oder Finanzamts
  • Übersicht möglicher Förderprogramme
  • Nachweise zu bestehenden Zulagen oder Prämien

Unterlagen zur Sicherheit und Absicherung

Die Bausparkasse möchte sicherstellen, dass das Darlehen abgesichert ist. Dazu gehören in der Regel Grundschulden oder Hypotheken, die im Grundbuch eingetragen werden. Die Bausparkasse benötigt dafür einen Grundbuchauszug und ggf. eine Grundschuldurkunde. Diese Unterlagen zeigen, dass das Darlehen durch das Objekt gesichert ist und die Bausparkasse im Falle einer Zahlungsunfähigkeit Ansprüche geltend machen kann.

Zusätzlich kann die Bausparkasse eine Lebensversicherung oder andere Absicherungen verlangen, um das Risiko zu minimieren. Dazu gehören etwa Risikolebensversicherungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Diese Unterlagen zeigen, dass im Falle eines Falles die Rückzahlung des Darlehens gesichert ist. Auch hier sollten die entsprechenden Versicherungsverträge oder Bescheinigungen vorliegen.

  • Grundbuchauszug mit Eintragungen zu Grundschulden
  • Grundschuldurkunde oder Hypothekenurkunde
  • Nachweise zu Lebensversicherungen oder Risikolebensversicherungen
  • Berufsunfähigkeitsversicherungsverträge
  • Übersicht bestehender Absicherungen

Unterlagen zur Vertragsabwicklung und Kommunikation

Neben den inhaltlichen Unterlagen sind auch organisatorische Unterlagen wichtig. Dazu gehören etwa Kontaktdaten, Bankverbindungen und ggf. Vollmachten. Die Bausparkasse benötigt diese Unterlagen, um den Vertrag abzuwickeln und Zahlungen vorzunehmen. Auch bei Änderungen, etwa bei der Sparrate oder der Zuteilung, müssen die entsprechenden Unterlagen vorliegen.

Wer den Vertrag online abschließt, sollte sicherstellen, dass alle Unterlagen digital vorliegen. Dazu gehören etwa Scans der Ausweise, Kontoauszüge oder Kostenvoranschläge. Diese Unterlagen sollten klar und lesbar sein, damit die Bearbeitung schnell erfolgt. Auch bei Fragen oder Rückfragen der Bausparkasse sollten die Unterlagen leicht zugänglich sein.

  • Kontaktdaten (Adresse, Telefon, E-Mail)
  • Bankverbindung für Einzahlungen und Auszahlungen
  • Vollmachten bei Vertretungsbefugnis
  • Scans oder Kopien aller relevanten Unterlagen
  • Übersicht der eingereichten Unterlagen

Fazit

Ein Bausparvertrag erfordert eine Vielzahl von Unterlagen, die die Identität, die Kreditwürdigkeit, das Wohnvorhaben und die Finanzierung betreffen. Wer diese Unterlagen sorgfältig vorbereitet, kann die Bearbeitung beschleunigen und mögliche Rückfragen vermeiden. Es lohnt sich, alle Dokumente zu sammeln und zu ordnen, bevor der Vertrag abgeschlossen wird. So kann das geplante Wohnvorhaben zügig und sicher finanziert werden.

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