Die PORR AG hat das erste Halbjahr 2026 mit einem Auftragsbestand von 9.839 Mio. EUR abgeschlossen, was eine gesicherte Auslastung für die kommenden anderthalb Jahre indiziert. Trotz einer selektiven Auftragsannahme ist die Projektpipeline umfassend gefüllt. Das Periodenergebnis verzeichnete einen Anstieg von 23,9 %. Diese Entwicklung wird auf konsequentes Kostenmanagement und realisierte Effizienzsteigerungen zurückgeführt.
Im Berichtszeitraum 2026 wurden Leistung und Umsatz durch witterungsbedingte Einflüsse zu Jahresbeginn geprägt. Während der Hochbau verspätet in die Bausaison startete, zeigte der Tiefbau eine positive Entwicklung. Die Produktionsleistung erreichte 3.167 Mio. EUR, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Laut Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR, war das erste Halbjahr 2026 äußerst dynamisch und von mehreren bedeutenden Neuaufträgen geprägt, welche die breite Aufstellung des Portfolios in den Heimmärkten der PORR widerspiegeln.
Bedeutende Neuaufträge und strategische Akquisitionen
Zu den größten Einzelaufträgen zählte ein 13 km langer Abschnitt der Westumfahrung von Szczecin in Polen. Im deutschen Hochbau realisiert die PORR eine Chipfabrik für das Projekt Fab4Micro am X-FAB-Standort in Erfurt, wobei die Expertise im Reinraumbau zum Tragen kommt. In Österreich wurden bedeutende Projekte wie der Neubau der Psychiatrie in der Klinik Favoriten und die Wohnhausanlage Lil-y am See gewonnen. In Rumänien ist die Revitalisierung des Traian-Platzes in Timișoara Bestandteil des Auftragsportfolios.
- —In Deutschland wurden umfangreiche Hochbauprojekte im Wohn- und Industriebau mit einem Gesamtwert von rund 400 Mio. EUR finalisiert.
- —Ein Rahmenvertrag mit der deutschen Bundeswehr im Zusammenhang mit G-CAP in Höhe von 270 Mio. EUR wurde gesichert.
- —Weitere Aufträge im deutschen Infrastrukturbau mit einem erwarteten Gesamtvolumen von bis zu 1,5 Mrd. EUR sind avisiert.
- —Ein Infrastruktur-Großauftrag in Polen nach dem Berichtszeitraum beläuft sich auf 180 Mio. EUR.
Der Auftragseingang belief sich auf 3.466 Mio. EUR. Eine Vielzahl potenzieller Großprojekte befand sich zum Stichtag in finalen Ausschreibungs- oder Angebotsphasen.
Ergebnis- und Bilanzentwicklung
Trotz eines witterungsbedingten Umsatzrückgangs von 1,1 % auf 2.925 Mio. EUR konnte das Betriebsergebnis (EBIT) um 15,6 % gesteigert werden. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 26,8 % auf 49,2 Mio. EUR. Der Material- und Leistungsaufwand wurde um 58,8 Mio. EUR auf 1.882,6 Mio. EUR reduziert. Das Periodenergebnis stieg um 23,9 % auf 36,4 Mio. EUR, und das Ergebnis je Aktie lag mit 0,71 EUR um 34,0 % über dem Vorjahreswert. Diese Ergebnisentwicklung bestätigt den eingeschlagenen Kurs der PORR.
Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 30. Juni 2026 um 3,2 % auf 4.725,8 Mio. EUR. Eine Investition in Hybridkapital der UBM Development AG mit einer Verzinsung von 9,0 % wurde getätigt, um langfristige Ertragschancen zu sichern und einen Vertriebspartner für die Produktlinie PORR LIVING zu etablieren. Gleichzeitig stiegen die Investitionen in Unternehmenszukäufe und Sachanlagen, was zu einem Anstieg der Nettoverschuldung auf 460,6 Mio. EUR führte (Vorjahr: 301,4 Mio. EUR). Trotz einer höheren Dividendenausschüttung stieg das Eigenkapital um 92,0 Mio. EUR auf 946 Mio. EUR, wodurch die Eigenkapitalquote bei 20,0 % stabil blieb.
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert der Vorstand ein Wachstum bei Leistung und Umsatz von 2 % bis 4 % sowie eine EBIT-Marge zwischen 3,2 % und 3,3 %. Der Tiefbau wird das Branchenwachstum durch Investitionen in Energieinfrastruktur, Wasserwirtschaft und Bahnbau weiterhin treiben. Der Hochbau bleibt stabil, mit Impulsen aus den Bereichen Gesundheit, Bildung und Logistik. Der Wohnbau, trotz erkennbarem Turnaround, bleibt der Bereich mit dem größten Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.














