Verschiebung in den Spitzenmieten der deutschen Einzelhandelsmärkte
München behauptet sich als teuerster Einzelhandelsstandort Deutschlands, während Düsseldorf Berlin als zweitplatzierten ablöst und ein moderates Wachstum im Flächenumsatz des ersten Quartals 2026 zu verzeichnen ist.

Die Rangfolge der teuersten Einzelhandelsstädte in Deutschland zeigt eine leichte Verschiebung innerhalb der Spitzengruppe. München etabliert sich weiterhin mit einer Spitzenmiete von 340 Euro pro Quadratmeter und Monat als führender Standort. Diese Mietrate blieb unverändert und unterstreicht die konstante Attraktivität der bayerischen Landeshauptstadt für den Einzelhandel im Premiumsegment.
Hinter München konnte Düsseldorf einen Anstieg der Spitzenmiete von 270 Euro auf 290 Euro pro Quadratmeter und Monat verzeichnen, was einem Zuwachs von 7,4 Prozent entspricht. Dieser Anstieg positioniert Düsseldorf nun auf dem zweiten Rang. Im Gegensatz dazu musste Berlin einen Rückgang von 290 Euro auf 280 Euro hinnehmen, was einer Reduktion von 3,4 Prozent gleichkommt. Damit liegt die deutsche Hauptstadt nun gleichauf mit Frankfurt am Main, dessen Spitzenmiete um zehn Euro auf ebenfalls 280 Euro anstieg. Andere Metropolen wie Hamburg und Stuttgart wiesen stabile Spitzenmieten von jeweils 250 Euro auf, während Köln bei 225 Euro, Hannover bei 170 Euro und Leipzig bei 110 Euro verharrten. Eine signifikante Abnahme wurde jedoch in Nürnberg registriert, wo die Spitzenmiete um 15,4 Prozent auf 110 Euro sank.
Entwicklung und Vertrauen in Toplagen
Die jüngsten Veränderungen in den Spitzenmieten spiegeln das Vertrauen der Händler in die jeweiligen deutschen Toplagen wider. Laut Aniko Korsos, die als Head of Retail Leasing bei JLL Germany tätig ist, hat Düsseldorf durch erhebliche Investitionen in seine Innenstadt in den letzten Jahren ein internationales Publikum im Hochpreissegment angezogen. Dies erfolgte, ohne dass die Stadt selbst den Status einer internationalen Metropole innehat. Berlin hingegen, nach Jahrzehnten der Expansion, erlebt derzeit eine Phase der Konsolidierung. Für die genannten Städte wird eine Stabilisierung der Spitzenmieten in der nahen Zukunft erwartet.
Für die weiteren 56 von JLL analysierten Städte, die in verschiedene Einwohnerklassen unterteilt sind, blieben die Spitzenmieten konstant. Dies betrifft Städte mit über 500.000 Einwohnern, zwischen 250.000 und 500.000 Einwohnern, 100.000 bis 250.000 Einwohnern sowie unter 100.000 Einwohnern. Folglich blieb das Mietniveau im deutschlandweiten Durchschnitt über alle 66 untersuchten Städte hinweg nahezu konstant.
Flächenumsatz und Branchenentwicklung im ersten Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 erreichte der Flächenumsatz am Einzelhandelsmarkt ein Volumen von 103.100 Quadratmetern Ladenfläche. Dieser Wert liegt knapp zehn Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt für ein erstes Quartal, der bei 115.200 Quadratmetern liegt. Insgesamt wurden 171 Deals registriert, was einem ähnlichen Niveau wie im Vorquartal (174 Abschlüsse) entspricht, jedoch unter den 232 Abschlüssen der vorhergehenden Periode liegt.
Bemerkenswert ist die veränderte Struktur der Anmietungen. Der Anteil der in den zehn Metropolen getätigten Deals stieg im ersten Quartal 2026 auf 49 Prozent. Dieser Wert markiert den höchsten Stand seit dem dritten Quartal 2023. Dies deutet auf weiterhin strategische Anmietungen hin, trotz einer insgesamt verhaltenen Nachfrage. Der Anteil internationaler Konzepte erreichte mit 56 Prozent ebenfalls einen Spitzenwert, was die Attraktivität des deutschen Einzelhandelsmarktes für globale Akteure unterstreicht.
- —Berlin verzeichnete den höchsten Vermietungsumsatz mit 23.700 Quadratmetern, ein Plus von 91 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.
- —Düsseldorf folgt mit 7.500 Quadratmetern und einem Wachstum von 47 Prozent.
- —Hannover komplettiert das Spitzentrio mit 4.700 Quadratmetern und einem Zuwachs von 62 Prozent.
- —Stuttgart erlitt einen Rückgang von 25 Prozent auf 4.100 Quadratmeter, München einen von 41 Prozent auf 3.800 Quadratmeter.
Insbesondere die traditionellen Einzelhandelshochburgen wie Hamburg und Frankfurt am Main zeigten deutliche Rückgänge im Flächenumsatz, mit minus 70 Prozent auf 3.200 Quadratmeter beziehungsweise minus 78 Prozent auf 1.900 Quadratmeter. Köln verzeichnete einen Rückgang von 75 Prozent auf 1.300 Quadratmeter, und Leipzig fiel um 33 Prozent auf 800 Quadratmeter zurück.
Im Branchenvergleich entfielen 28 Prozent der angemieteten Fläche auf den Textilhandel, was ihn zum wichtigsten Treiber im ersten Quartal 2026 macht. Marken wie Jack & Jones, Primark und Lefties zeigten sich hierbei besonders expansionsfreudig. Der Bereich Gastronomie/Food nahm mit etwa 21.700 Quadratmetern den zweitstärksten Anteil ein, wobei Edeka, Goldies und 60 seconds to napoli zu den expansivsten Formaten zählten.
Ihre Immobilie — richtig bewertet.
Sie möchten wissen, was Ihre Immobilie in der aktuellen Marktphase wirklich wert ist? Eine erste Einschätzung erhalten Sie innerhalb von 48 Stunden.


