Auf dem Modell-Campus ringberlin hat ein fortschrittliches Energieprojekt begonnen, welches die Nutzung von Abwärme aus einem direkt angrenzenden Rechenzentrum im Marienpark Berlin zur Wärmeversorgung vorsieht. Dieses Vorhaben wird in Kooperation zwischen der GASAG Solution Plus und DATA2HEAT realisiert. Initial wird der sich im Aufbau befindliche Makerspace in Halle 2 des Modell-Campus ringberlin mit dieser nachhaltigen Energiequelle versorgt. Die langfristige Vision umfasst die Wärmeversorgung des gesamten Quartiers durch dieses System.
DATA2HEAT stellt eine Zusammenarbeit zwischen Investa und der GASAG Solution Plus dar, die darauf abzielt, die in Rechenzentren im Marienpark Berlin entstehende Abwärme effektiv für die Beheizung umliegender Gebäude und Quartiere nutzbar zu machen. Der Beginn dieses Projekts auf dem Modell-Campus ringberlin und im Marienpark Berlin symbolisiert ein gemeinsames Engagement für eine innovative, nachhaltige Stadtentwicklung sowie eine effektive sektorübergreifende Kooperation. Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, hob hervor, dass die Wärmewende konkrete Projekte benötigt, die die Funktionsweise innovativer Technologien demonstrieren. Er bezeichnete DATA2HEAT als ein Beispiel, das ungenutzte Energiepotenziale erschließt und in urbane Versorgungssysteme integriert, um die Energieversorgung Berlins nachhaltiger und effizienter zu gestalten.
Entwicklung und Infrastruktur des Makerspace
Ein wesentlicher Bestandteil dieses ersten Projektabschnitts ist die Energieversorgung des Makerspace in Halle 2. Auf einer Fläche von rund 17.000 Quadratmetern entsteht hier der größte Makerspace Europas, der als Zentrum für Produktion, Entwicklung, Handwerk, Kreativwirtschaft und technologische Innovation konzipiert ist. Matthias Menger, Geschäftsführer von KOIMO Projektentwicklung und ringberlin, unterstrich, dass DATA2HEAT ein zentrales Infrastrukturprojekt für den Modell-Campus ringberlin darstellt. Dies sei ein integraler Bestandteil des Konzepts zur Entwicklung eines resilienten und klimaneutralen Standorts der Zukunft, wobei die Kooperation mit der Nachbarschaft eine entscheidende Rolle spiele. Der Makerspace in Halle 2 sei hierbei lediglich der Auftakt einer langfristigen Quartiersentwicklung. Durch die Nutzung der Rechenzentrumsabwärme erhält dieser Innovationsstandort von Beginn an eine nachhaltige Energieinfrastruktur.
Georg Friedrichs, Vorstandsvorsitzender der GASAG AG, betonte die Bedeutung der Abwärmenutzung aus Rechenzentren für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Berlin. Die GASAG Solution Plus habe bereits in anderen Projekten die effiziente und bezahlbare Nutzung dieser Ressourcen demonstriert. Die Kooperation mit DATA2HEAT verbindet industrielle Energiequellen intelligent mit urbanen Quartieren in Mariendorf. Lokale Wärmequellen werden als unverzichtbar für zukunftsfähige Energielösungen erachtet. Nico Köllner, Managing Director von DATA2HEAT, verdeutlichte das Potenzial der Einbindung von Rechenzentren in das urbane Energie-Ökosystem und bezeichnete das Projekt am Modell-Campus ringberlin als einen Meilenstein, der die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit solcher Lösungen im städtischen Maßstab belegt.
Technologischer Ansatz und Fördermittel
Rechenzentren kühlen ihre Server kontinuierlich. Die dabei entstehende Abwärme wird über Wärmetauscher ausgekoppelt und auf ein Trägermedium, typischerweise Wasser, übertragen. Das erwärmte Wasser erreicht ein Temperaturniveau von circa 28 Grad und wird über ein Niedertemperaturnetz zu den zu versorgenden Gebäuden und Quartieren geleitet. In den Gebäuden oder zentralen Quartiersanlagen erfolgt eine Temperaturanhebung mittels Wärmepumpen auf das für die Wärmeversorgung erforderliche Niveau, das oft bei etwa 50 Grad liegt. Der Wirkungsgrad, Coefficient of Performance (COP), liegt hierbei bei etwa 7, was bedeutet, dass aus einer Einheit Strom rund sieben Einheiten Wärme erzeugt werden können. Dieses System ist als durchgängiges Konzept aus Erzeugung, Aufbereitung, Transport und Nutzung angelegt.
- —Modernisierung und Erweiterung der denkmalgeschützten Halle 2.
- —Anbindung an Nahverkehr, E-Mobility-Angebote und Sharing-Konzepte.
- —Ziel: Mehr als 5.000 Menschen sollen autofrei und umweltfreundlich pendeln können.
- —Investitionsvolumen von über 60 Millionen Euro für den Modell-Campus ringberlin.
Das Land Berlin stellt durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe GRW-Mittel in Höhe von rund 36 Millionen Euro zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur bereit, welche direkt der Errichtung dienen.




