Die Projektträgerschaft, bestehend aus der Lonza AG und Swiss Life Asset Management AG, plant im August 2026 die Einreichung der Baugesuche für die umfassende Weiterentwicklung des Lindenhofareals in Basel. Das Vorhaben umfasst die Sanierung des denkmalgeschützten Lonza-Hochhauses sowie die Errichtung zweier neuer Hochhäuser, welche das bestehende Ensemble ergänzen werden. Dieser Schritt markiert die Implementierung einer detaillierten Projektstudie, die im Jahr 2024 unter Mitwirkung verschiedener Fachstellen und Interessensvertretungen erarbeitet wurde.
Die Basis für die aktuelle Planung bildet die Projektstudie «Lindenhof» von Miller & Maranta, die im November 2024 als überzeugendster Beitrag aus einem Studienauftrag mit sieben Planungsteams hervorging. Die beteiligten Parteien haben diese Studie in intensivem Austausch mit Behörden, Fachstellen sowie unter Berücksichtigung von Ergebnissen aus Mitwirkungsveranstaltungen weiterentwickelt. Zu den zentralen Neuerungen zählen die Integration von Photovoltaikelementen in die Fassaden der Neubauten zur Solarstromproduktion, eine Reduktion der Tiefgaragenfläche und die Schaffung einer verkehrsfreien Arealmitte.
Erhalt und Modernisierung des Lonza-Hochhauses
Das Lonza-Hochhaus, ein prägendes Element der Basler Architektur und Hauptsitz von Lonza, wird gemäß den Plänen umfassend saniert. Dabei wird sein heutiges Erscheinungsbild unter enger Abstimmung mit der Denkmalpflege bewahrt. Ziel ist die Erhaltung und Auffrischung möglichst vieler Bauteile. Die energetische Effizienz und der Komfort werden durch Dreifachverglasungen, eine erneuerte Dämmung und windstabile Lamellenstoren signifikant verbessert. Eine modernisierte Gebäudetechnik ermöglicht zudem flexible Raumaufteilungen, wodurch zeitgemäße Arbeitswelten geschaffen werden, die die langfristige Positionierung des Lonza-Hauptsitzes in Basel stärken.
Die beiden neuen Hochhäuser übernehmen architektonische Elemente des Lonza-Hochhauses, entwickeln diese jedoch eigenständig weiter, um ein harmonisches, aber abwechslungsreiches Ensemble zu bilden. In den Neubauten entstehen insgesamt 215 Mietwohnungen für unterschiedliche Bedarfe, wovon 25 Prozent der Wohnfläche – entsprechend 47 Einheiten – preisgünstig angeboten werden. Ergänzt wird das Angebot durch Gewerbe- und Dienstleistungsflächen. Das Gesamtareal wird nach Fertigstellung etwa 700 Arbeitsplätze bieten. Publikumsnahe Nutzungen, wie ein Gastronomiekonzept von Lonza, sind in den Erdgeschossen vorgesehen.
Nachhaltigkeit und Infrastruktur
Ein wesentlicher Fokus liegt auf der nachhaltigen Energieversorgung des Areals. Photovoltaikelemente an den Fassaden der Neubauten werden einen Großteil des Energieverbrauchs decken und dienen gleichzeitig als Wärme- und Sonnenschutz. Die Arealmitte wird als verkehrsfreier und begrünter Freiraum gestaltet, der Bewohnenden, Arbeitstätigen und der Quartierbevölkerung offensteht. Der ehemals versiegelte Arealkern wird entsiegelt und ökologisch aufgewertet. Bäume, Grünflächen und Aufenthaltsbereiche fördern die Biodiversität und verbessern das Mikroklima, während der dichtgrüne Parkrand und die geschützte Böschung entlang der Nauenstraße erhalten bleiben.
Im Vergleich zur ursprünglichen Projektstudie wird die unterirdische Einstellhalle um ein Geschoss reduziert, und die Anzahl der Pkw-Stellplätze für die Mietwohnungen wird verringert. Anstelle der nach Parkplatzverordnung zulässigen 306 Autoabstellplätze sind 190 vorgesehen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Anzahl der Autofahrten im Quartier zu reduzieren und die graue Energie des Baus zu senken. Ergänzend dazu werden rund 900 gut erreichbare und nutzungsnah platzierte Veloabstellplätze geschaffen.
Die Einreichung der Baugesuche für die Sanierung des Lonza-Hochhauses und die Neubauten ist für August 2026 vorgesehen. Nach dem aktuellen Planungsstand ist der Beginn der Sanierungs- und Bauarbeiten für das Jahr 2027 avisiert.














