Das globale Immobilieninvestitionsvolumen verzeichnete im zweiten Quartal des Jahres 2026 ein Wachstum von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und belief sich auf etwa 250 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung wird durch eine gestärkte Deal-Pipeline untermauert, die auf anhaltendes Wachstum im laufenden Jahr hindeutet. Daten zu bereits unter Vertrag stehenden, jedoch noch nicht abgeschlossenen Transaktionen signalisieren eine aktive zweite Jahreshälfte, was einen potenziellen Anstieg der weltweiten Investmentaktivität für das Gesamtjahr 2026 um 16 Prozent ermöglichen könnte.
Trotz dieser positiven Indikatoren agieren Investoren zunehmend selektiver. Dies zeigt sich in einem saisonbereinigten, sequenziellen Rückgang der Investitionstätigkeit zu Beginn des Jahres 2026. Diese Stimmungsabkühlung wird im Kontext des Iran-Konflikts gesehen. Die Beeinträchtigungen blieben angesichts des potenziellen Ausmaßes wirtschaftlicher Auswirkungen moderat, wobei die übergeordneten Markttrends positiv verbleiben. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen erlauben jedoch weder undifferenzierte Risikobereitschaft noch eine breit angelegte Beschleunigung der Vermietungsaktivität.
Regionale Entwicklungen und Sektortrends
Rasheed Hassan, Managing Director, Global Capital Markets bei Savills, äußerte, das zweite Quartal habe weltweit positiv überrascht. Investoren suchten Wege, trotz Unsicherheit zu investieren und eine verbesserte Zukunft zu antizipieren. Dies sei bereits verhalten in den Transaktionszahlen erkennbar. Trotz eines unsicheren Marktumfeldes würden die Grundlagen für die nächste Zyklusphase geschaffen. Kapitalstarke und erfahrene Investoren blieben aktiv, was eine solide Basis für die kommenden Jahre legen sollte. Er betonte, dies sei kein chancenloser Markt, sondern einer, in dem Selektivität, Überzeugung und ein tiefes Verständnis der Fundamentaldaten stärker honoriert würden.
In Nordamerika erreichten Portfolioinvestitionen im zweiten Quartal 35 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Einzelobjektverkäufe wuchsen im gleichen Zeitraum um 10 Prozent. Diese Entwicklung, die sich seit Ende 2025 manifestierte, reflektiert das Volumen des auf US-Immobilien ausgerichteten institutionellen Kapitals sowie die wachsende Präferenz der Anleger für Plattformakquisitionen. Solche Akquisitionen bieten Zugang zu wachstumsstarken Sektoren wie Pflegeimmobilien, Self-Storage und Rechenzentren, die von langfristigen strukturellen Entwicklungen profitieren und mit denen Investoren zunehmend vertraut sind.
Europa startete mit einer gesteigerten Dynamik in das zweite Quartal 2026. Das Transaktionsvolumen erreichte 54 Milliarden Euro, ein Plus von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig zeigten sich fragmentierte Marktbedingungen aufgrund erneut in den Fokus rückender makroökonomischer und geopolitischer Risiken. Allokationstrends bevorzugten weiterhin Sektoren mit robusten Fundamentaldaten hinsichtlich Nutzer- und Mietwachstum. Wohnnahe Segmente, darunter Mehrfamilienhäuser, Studentenwohnanlagen sowie Pflege- und Altenheime, machten im ersten Halbjahr 2026 29 Prozent des gesamten europäischen Investmentvolumens aus.
In der Region APAC erreichte das Investitionsvolumen im zweiten Quartal 2026 46 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach und das Wachstum im ersten Halbjahr auf 25 Prozent erhöhte. In dieser Region waren vermehrt Transaktionen von Projektentwicklungen mit wohnnaher Nutzung zu beobachten. Das PBSA-Segment (Purpose-Built Student Accommodation) gewann an Dynamik, unterstützt durch steigende internationale Studierendenzahlen und den Ausbau institutioneller Plattformen. Die Investitionstätigkeit in den Industrie- und Logistikmärkten setzte ihren Erholungskurs fort, mit einem Anstieg des Volumens um 17 Prozent im zweiten Quartal und 28 Prozent im ersten Halbjahr gegenüber den Vorjahreswerten.














