Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) hat die jüngsten Initiativen der Bundesregierung positiv aufgenommen. Die Konzentration auf Digitalisierung und Entbürokratisierung im Rahmen der Kabinettsklausur, insbesondere im Hinblick auf den Bausektor, wird vom Verband als bedeutender Schritt gewertet. Angesichts der anhaltenden Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt wird die Beschleunigung und Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen als essenziell betrachtet. Der ZIA hebt hervor, dass die von Bundesbauministerin Verena Hubertz benannte „Überstandardisierung“ im Bauwesen einer dringenden Überprüfung und Reduzierung bedarf. Ziel ist es, die Prozesse im Bausektor zu vereinfachen, zu beschleunigen und die Kosten zu senken.
In diesem Kontext weist der ZIA auf das noch ausstehende Gesetzesentwurf zum Gebäudetyp E hin, dessen Einführung seit geraumer Zeit angekündigt wurde. Das Fehlen dieses Entwurfs wird als Mangel kritisiert, da er zur notwendigen Standardisierung beitragen könnte.
Bundeswohnungsbaugesellschaft und Mobilisierung von Kapital
Die Absicht von Ministerin Hubertz, im Herbst ein Konzept für die bereits diskutierte Bundeswohnungsbaugesellschaft vorzulegen, wird vom ZIA grundsätzlich begrüßt. Die Immobilienwirtschaft signalisiert Unterstützung für Maßnahmen, die den Wohnungsbau fördern und den Markt stabilisieren. Es wird jedoch betont, dass eine solche Gesellschaft nicht in Konkurrenz zu bestehenden privaten Projektentwicklern treten darf. Ihre primäre Aufgabe sollte stattdessen darin bestehen, Investitionsbedingungen zu optimieren, Risiken zu minimieren und gezielt privates Kapital für die Realisierung von mehr Wohnraum zu mobilisieren.
Der ZIA appelliert nachdrücklich an die Bundesregierung und insbesondere an die Bundesbauministerin, die umfassende Expertise der Branche frühzeitig und intensiv in die Entwicklung des Konzepts für die Bundeswohnungsbaugesellschaft sowie in die Überarbeitung von Bau- und Planungsstandards einzubeziehen. Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des ZIA, betonte die Notwendigkeit einer Wohnungspolitik, die rasch und zielführend Lösungen bereitstellt. Sie unterstrich die Bedeutung eines engen und intensiven Austauschs zwischen den am Wohnungsbau beteiligten Akteuren und der Politik.
- —Beschleunigung und Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen sind priorisiert.
- —Die „Überstandardisierung“ im Bauwesen bedarf einer Reduzierung.
- —Eine Bundeswohnungsbaugesellschaft soll privates Kapital mobilisieren, nicht konkurrieren.
- —Die Expertise der Immobilienwirtschaft muss frühzeitig einbezogen werden.
Die Bereitschaft der Immobilienbranche zur aktiven Mitwirkung an diesen Prozessen wurde vom ZIA bekräftigt. Eine solche Kooperation wird als unerlässlich für die Schaffung und Verwaltung von Wohnraum angesehen und als Grundpfeiler einer erfolgreichen Wohnungspolitik betrachtet.














