Auf dem ehemaligen Bergbaustandort Emil Emscher in Essen-Vogelheim hat die Entwicklungsgesellschaft Freiheit Emscher (FEEG) den Beginn der Baumaßnahmen zur inneren Erschließung gefeiert. An diesem symbolischen Spatenstich nahmen Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen teil. Emil Emscher stellt eine der fünf zentralen Entwicklungsflächen des interkommunalen Stadtentwicklungsprojekts Freiheit Emscher dar. Auf einer Fläche von 19 Hektar ist die Etablierung eines modernen Gewerbegebietes für wissensbasierte Unternehmen sowie Produktionsbetriebe vorgesehen.
Das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE), und die Europäische Union unterstützen die Entwicklung der Wirtschaftsfläche Emil Emscher mit insgesamt 31 Millionen Euro. Diese Mittel stammen aus dem Just Transition Fund (JTF) sowie aus Landesmitteln. Das übergeordnete Gesamtprojekt Freiheit Emscher wird aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 mit rund 78 Millionen Euro gefördert.
Detaillierter Entwicklungsplan bis 2028
Gernot Pahlen, Geschäftsführer der Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH, hob hervor, dass Emil Emscher den ersten sichtbaren Baustein einer zukünftigen produktiven Stadt im Essener Norden und Bottroper Süden darstellt. Er betonte das Ziel, wirtschaftliches Wachstum mit ökologischer Verantwortung zu harmonisieren und die Lebensqualität in den angrenzenden Quartieren zu verbessern. Die infrastrukturelle Erschließung des ehemaligen Zechengeländes erfordert eine präzise Koordination der Bauabschnitte. Das Konzept der Planungsbüros INGPLAN und AE7 unterteilt das Areal in fünf Zonen: die Gewerbeflächen, innere Verkehrsflächen mit zwei Planstraßen zur Erschließung, „Grüne Finger“ als verbindende Grün- und Wegeverbindungen, ein Biotop und ein Waldgebiet im Norden.
- —Die erste Bauphase umfasst Rodungs- und Baumfällarbeiten sowie die Schaffung eines Ausgleichsbiotops für geschützte Tierarten wie die Kreuzkröte.
- —Ab dem zweiten Quartal 2027 folgt der Hauptabschnitt mit der Baureifmachung der Gewerbeflächen und dem Bau von Versorgungs- und Entsorgungssystemen, internen Straßen sowie Grünflächen.
- —Die vollständigen Baumaßnahmen sollen bis Ende 2028 abgeschlossen sein, anschließend ist die Übergabe der ersten drei Baufelder an die Eigentümer geplant, wobei der Zugang früher ermöglicht wird.
Nachhaltiges Wassermanagement und Kreislaufwirtschaft
Ein zentraler Aspekt der Flächenentwicklung ist ein effizientes Wassermanagement zur Sicherstellung des Starkregenschutzes. Zehn Meter breite Grünstreifen und ausgedehnte Grün- und Parkanlagen im nördlichen Bereich des Gebiets dienen als primäre Pufferzone für Regenwasser. Entlang der zentralen Erschließungsstraße wird Regenwasser in Mulden versickert, in unterirdischen Rigolen zwischengespeichert und kontrolliert in die Regenwasserkanäle abgeleitet. Dieses System zielt darauf ab, das Gewerbegebiet auch bei extremen Starkregenereignissen zu schützen. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollen Teile des Bodens, der im Zuge der 2023 durch die RAG Montan Immobilien (RAG MI) abgeschlossenen Flächensanierung abgetragen wurde, für die Auffüllung der Gewerbeflächen wiederverwendet werden.
Oberbürgermeister Kufen unterstrich die Bedeutung des Projekts für den Essener Norden, indem er die Stadtteile Altenessen, Karnap und Vogelheim als Schlüsselräume für die ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung der Stadt bezeichnete. Er hob Emil Emscher als Beispiel für erfolgreiche Entwicklungen hervor, die durch die Unterstützung des Landes und der EU ermöglicht werden. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Nord in Vogelheim präsentierten im Rahmen eines Projektkurses ihre Zukunftsvisionen für den Stadtteil in einer Dialogrunde mit den Verantwortlichen. Ergänzend zur Entwicklung von Emil Emscher bereitet die Stadt Essen mit JTF-Mitteln den Bau des Gewerbeboulevards als äußere Erschließung vor. Fortschritte verzeichnen auch andere Teilbereiche des Gesamtprojekts Freiheit Emscher, wie die Bodensanierung des ehemaligen Kohlenlagers Coelln-Neuessen durch die RAG MI und die erwartete Satzung für den Bebauungsplan der Fläche Welheimer Mark in Bottrop bis 2027, der die dortige Erschließung ermöglichen soll. Zudem laufen der Ausbau des Gewerbeboulevards durch die Stadt Bottrop und die Renaturierung der Aspelflötte durch die Emschergenossenschaft.














