Wie lange dauert das Sale-and-Lease-Back?
Wie lange dauert ein Sale-and-Lease-Back? Von der Anfrage bis zur Auszahlung können es je nach Objekt und Prüfung 4–8 Wochen sein – wir zeigen, was die Dauer beeinflusst und wie Sie den Prozess beschleunigen können.

Sale-and-Lease-Back ist eine beliebte Finanzierungslösung für Unternehmen, die Liquidität aus bereits vorhandenen Anlagegütern heben möchten, ohne die Nutzung der Objekte aufzugeben. Häufig stellt sich die Frage: Wie lange dauert ein Sale-and-Lease-Back-Prozess eigentlich? Die Antwort ist: Es gibt keine einheitliche Frist, aber in der Praxis bewegt sich die Dauer meist im Bereich von wenigen Wochen. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, welche Phasen den Prozess bestimmen, welche Faktoren die Dauer beeinflussen und wie Unternehmen den Ablauf effizient gestalten können.
Was Sale-and-Lease-Back kurz bedeutet
Beim Sale-and-Lease-Back verkauft ein Unternehmen Wirtschaftsgüter aus seinem Anlagevermögen – etwa Maschinen, Fahrzeuge oder Immobilien – an eine Leasinggesellschaft und least sie unmittelbar zurück. Rechtlich wird die Leasinggesellschaft Eigentümerin, wirtschaftlich bleibt das Unternehmen weiterhin Nutzer. Der Verkauf löst einen Liquiditätsschub aus, während die Nutzung des Objekts nahtlos fortgesetzt wird. Typische Laufzeiten für den Rückmietvertrag liegen in der Regel zwischen 36 und 60 Monaten, wobei eine vorzeitige Kündigung meist ausgeschlossen ist.
Für die Frage der Dauer ist entscheidend, dass zwei Verträge parallel laufen: ein Kaufvertrag für den Verkauf des Objekts und ein Leasing- bzw. Mietvertrag für die Rückmiete. Beide bilden eine rechtliche Einheit. Die Auszahlung des Kaufpreises erfolgt erst, wenn alle rechtlichen, versicherungstechnischen und wirtschaftlichen Prüfungen abgeschlossen sind. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt von mehreren Faktoren ab.
Typische Zeiträume im Überblick
In vielen Fällen wird der gesamte Prozess von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung innerhalb von etwa 4 bis 8 Wochen abgeschlossen. Bei einfachen Objekten wie Fahrzeugen oder Standardmaschinen kann die Umsetzung deutlich schneller erfolgen, teilweise innerhalb weniger Werktage, wenn alle Unterlagen vorliegen und keine komplexen Prüfungen nötig sind. Bei Immobilien oder größeren Anlagen ist eher mit einem Zeitraum von 6 bis 8 Wochen zu rechnen, da zusätzliche Gutachten, Eigentumsprüfungen und Versicherungsfragen geklärt werden müssen.
Wichtig ist, dass diese Zeiträume nur Richtwerte sind. Je nach Bonität des Unternehmens, Art des Objekts, Vollständigkeit der Unterlagen und internen Prozessen der Leasinggesellschaft kann der Prozess schneller oder langsamer verlaufen. Einige Anbieter werben mit besonders kurzen Durchlaufzeiten, etwa innerhalb von 5 Wochen, was jedoch voraussetzt, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind und keine unerwarteten Hürden auftreten.
Schritt 1: Erstkontakt und Anfrage
Der Prozess beginnt mit der ersten Kontaktaufnahme beim Leasingpartner. In diesem Schritt werden in der Regel grundlegende Informationen zum Objekt, zur Nutzung und zum gewünschten Finanzierungsvolumen abgefragt. Je präziser diese Informationen vorliegen, desto schneller kann eine erste Einschätzung der Machbarkeit und der möglichen Konditionen erfolgen. Viele Leasinggesellschaften bieten bereits online eine erste Machbarkeitsprüfung an, die innerhalb weniger Tage eine Rückmeldung liefert.
Um den Prozess zu beschleunigen, sollten Unternehmen im Vorfeld folgende Punkte klären:
- —Art und Standort des Objekts (z.B. Maschine, Fahrzeug, Gebäude)
- —Alter und Zustand des Objekts
- —Aktueller Marktwert oder letzte Rechnung
- —Geplante Nutzungsdauer und geplante Laufzeit des Leasingvertrags
- —Gewünschtes Finanzierungsvolumen und mögliche Rückkaufoption
Je vollständiger diese Informationen sind, desto weniger Rückfragen entstehen später und desto schneller kann der Prozess in die nächste Phase übergehen.
Schritt 2: Prüfung und Gutachten
Nach der ersten Einschätzung folgt die detaillierte Prüfung des Objekts. Dazu gehört in der Regel ein Zeitwertgutachten, das den aktuellen Marktwert des Objekts ermittelt. Bei Immobilien kann zusätzlich eine Wertermittlung durch einen Sachverständigen erforderlich sein. Diese Gutachten dauern je nach Objekt und Auslastung des Gutachters einige Tage bis zu ein bis zwei Wochen.
Parallel dazu werden rechtliche und versicherungstechnische Aspekte geprüft. Dazu gehören die Eigentumsverhältnisse, bestehende Belastungen wie Grundschulden oder Hypotheken sowie die Versicherungssituation. Je komplexer die Eigentumsverhältnisse sind, desto länger kann diese Prüfung dauern. Typische Punkte, die die Dauer beeinflussen, sind:
- —Vorhandensein von Grundschulden oder anderen Belastungen
- —Mehrere Eigentümer oder Gesellschaftsstrukturen
- —Komplexe Versicherungsverhältnisse
- —Notwendigkeit zusätzlicher Gutachten oder Prüfungen
- —Fehlende oder unvollständige Unterlagen
Um Verzögerungen zu vermeiden, sollten Unternehmen alle relevanten Unterlagen bereits im Vorfeld bereithalten und auf etwaige Belastungen oder Besonderheiten hinweisen.
Schritt 3: Konditionen und Vertragsgestaltung
Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, werden die Konditionen des Sale-and-Lease-Back-Vertrags festgelegt. Dazu gehören die Höhe des Kaufpreises, die Laufzeit des Leasingvertrags, die Höhe der monatlichen Leasingraten sowie die Regelungen zum Rückkauf des Objekts am Ende der Laufzeit. Die Laufzeit liegt in der Regel zwischen 36 und 60 Monaten, wobei eine vorzeitige Kündigung meist ausgeschlossen ist.
Die Vertragsgestaltung kann je nach Komplexität einige Tage bis zu einer Woche in Anspruch nehmen. Wichtige Punkte, die in diesem Schritt geklärt werden, sind:
- —Höhe und Struktur der Leasingraten
- —Rückkaufpreis und Bedingungen für den Rückkauf
- —Versicherungs- und Wartungsverpflichtungen
- —Nutzungsrechte und Einschränkungen
- —Kündigungs- und Sonderkündigungsrechte
Unternehmen sollten sich ausreichend Zeit nehmen, die Vertragsbedingungen zu prüfen und gegebenenfalls rechtlichen oder steuerlichen Rat einzuholen, um unerwünschte Überraschungen zu vermeiden.
Schritt 4: Unterzeichnung und Auszahlung
Nach der finalen Vereinbarung der Konditionen folgt die Unterzeichnung der Verträge. Dieser Schritt kann je nach Art des Objekts und den rechtlichen Anforderungen einige Tage bis zu einer Woche dauern. Bei Immobilien kann die Unterzeichnung durch einen Notar erforderlich sein, was zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen kann.
Sobald die Verträge unterzeichnet sind und alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, erfolgt die Auszahlung des Kaufpreises. In vielen Fällen wird der Betrag innerhalb weniger Werktage auf das Geschäftskonto des Unternehmens überwiesen. Die Auszahlung markiert den Abschluss des Sale-and-Lease-Back-Prozesses und den Beginn der Nutzung des Objekts im Rahmen des Leasingvertrags.
Faktoren, die die Dauer beeinflussen
Die Dauer eines Sale-and-Lease-Back-Prozesses hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Art und der Zustand des Objekts, die Komplexität der Eigentumsverhältnisse, die Bonität des Unternehmens sowie die interne Effizienz der Leasinggesellschaft. Einige typische Faktoren, die die Dauer beeinflussen, sind:
- —Art des Objekts (Fahrzeug, Maschine, Immobilie)
- —Alter und Zustand des Objekts
- —Komplexität der Eigentumsverhältnisse
- —Vorhandensein von Belastungen wie Grundschulden
- —Vollständigkeit und Qualität der Unterlagen
- —Interne Prozesse und Auslastung der Leasinggesellschaft
Unternehmen können die Dauer des Prozesses beeinflussen, indem sie alle relevanten Unterlagen frühzeitig bereitstellen, auf etwaige Besonderheiten hinweisen und mit der Leasinggesellschaft eng zusammenarbeiten.
Beispielrechnung zur Veranschaulichung
Um die Dauer und die Auswirkungen eines Sale-and-Lease-Back-Prozesses zu veranschaulichen, kann ein Beispiel dienen. Angenommen, ein Unternehmen verkauft eine Maschine mit einem aktuellen Marktwert von 100.000 Euro an eine Leasinggesellschaft und least sie für 48 Monate zurück. Die monatliche Leasingrate beträgt 2.500 Euro, was einer Gesamtbelastung von 120.000 Euro über die Laufzeit entspricht. Am Ende der Laufzeit kann das Unternehmen die Maschine für einen vereinbarten Rückkaufpreis von 10.000 Euro zurückkaufen.
In diesem Beispiel würde der Prozess von der Anfrage bis zur Auszahlung etwa 6 Wochen dauern, wenn alle Unterlagen vorliegen und keine unerwarteten Hürden auftreten. Die monatlichen Leasingraten belasten die Liquidität des Unternehmens, während die Nutzung der Maschine unverändert fortgesetzt wird. Die Eigenkapitalquote steigt, da das Objekt aus dem Anlagevermögen herausgenommen wird, während die Bilanzsumme sinkt.
Vor- und Nachteile im Überblick
Sale-and-Lease-Back bietet mehrere Vorteile, darunter die schnelle Freisetzung von Liquidität, die Verbesserung der Eigenkapitalquote und die Möglichkeit, die Nutzung der Objekte fortzusetzen. Gleichzeitig entstehen laufende Leasingraten, die die Liquidität belasten, und die Verträge sind in der Regel langfristig und nicht vorzeitig kündbar. Typische Vor- und Nachteile sind:
- —Schnelle Freisetzung von Liquidität aus gebundenem Anlagevermögen
- —Verbesserung der Eigenkapitalquote und Bilanzkennzahlen
- —Fortsetzung der Nutzung der Objekte ohne Unterbrechung
- —Langfristige Vertragsbindung und feste Leasingraten
- —Mögliche Einschränkung der unternehmerischen Flexibilität
- —Abhängigkeit von den Konditionen der Leasinggesellschaft
Unternehmen sollten die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen und die Auswirkungen auf ihre Liquidität und Bilanzstruktur prüfen, bevor sie sich für ein Sale-and-Lease-Back entscheiden.
Fazit
Die Dauer eines Sale-and-Lease-Back-Prozesses liegt in der Regel zwischen 4 und 8 Wochen, kann aber je nach Objekt und Prüfung schneller oder langsamer verlaufen. Wichtige Faktoren sind die Art und der Zustand des Objekts, die Komplexität der Eigentumsverhältnisse, die Vollständigkeit der Unterlagen sowie die internen Prozesse der Leasinggesellschaft. Unternehmen können den Prozess beschleunigen, indem sie alle relevanten Informationen frühzeitig bereitstellen und eng mit dem Leasingpartner zusammenarbeiten. Sale-and-Lease-Back bietet eine schnelle Möglichkeit, Liquidität aus gebundenem Anlagevermögen zu heben, erfordert jedoch eine sorgfältige Prüfung der Konditionen und langfristigen Auswirkungen auf die Liquidität und Bilanzstruktur.

