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Wie funktioniert die Fassadensanierung?

Eine Fassadensanierung ist eine wichtige Investition, die den Wert und die Energieeffizienz einer Immobilie erheblich steigern kann. Erfahren Sie hier, wie der Prozess abläuft und worauf Sie achten sollten.

6 min Lesezeit
Wie funktioniert die Fassadensanierung?

Die Fassade ist die Visitenkarte eines jeden Hauses. Sie schützt das Gebäude vor Witterungseinflüssen, trägt wesentlich zur Energieeffizienz bei und prägt das ästhetische Erscheinungsbild. Im Laufe der Jahre kann die Fassade jedoch durch Umwelteinflüsse, Materialermüdung oder unsachgemäße Sanierungen Schaden nehmen. Eine professionelle Fassadensanierung wird dann unumgänglich, um die Bausubstanz zu erhalten, den Wohnkomfort zu verbessern und den Wert der Immobilie langfristig zu sichern. Dieser Ratgeber beleuchtet die verschiedenen Aspekte einer Fassadensanierung, von der ersten Analyse über die Materialwahl bis hin zu Kosten und Fördermöglichkeiten, und bietet Ihnen eine umfassende Orientierungshilfe für Ihr Bauvorhaben.

Warum eine Fassadensanierung notwendig wird

Die Notwendigkeit einer Fassadensanierung kann verschiedene Ursachen haben, die von rein optischen Mängeln bis hin zu substanziellen Schäden reichen. Es ist entscheidend, die Anzeichen frühzeitig zu erkennen, um größere und kostspieligere Probleme zu vermeiden. Die Witterung spielt dabei eine zentrale Rolle: Regen, Wind, Frost und UV-Strahlung setzen der Fassade permanent zu und führen über die Zeit zu Verschleißerscheinungen.

  • Risse und Abplatzungen im Putz: Diese können Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen lassen und zu Frostschäden führen.
  • Algen-, Moos- und Pilzbefall: Nicht nur ein optisches Problem, sondern auch ein Indikator für Feuchtigkeitsprobleme und eine Verminderung der Dämmleistung.
  • Feuchte Stellen und Schimmel im Innenbereich: Ein klares Zeichen für eine undichte oder unzureichend gedämmte Fassade, die saniert werden muss.
  • Verwitterte oder beschädigte Farbe: Die Schutzfunktion der Fassadenfarbe nimmt ab, die Bausubstanz wird anfälliger.
  • Hoher Energieverbrauch: Veraltete oder unzureichende Dämmung führt zu Wärmeverlusten und hohen Heizkosten.
  • Ästhetische Gründe: Ein saniertes Erscheinungsbild steigert den Wert und die Attraktivität der Immobilie.

Die Initialphase: Analyse und Planung

Bevor die eigentlichen Sanierungsarbeiten beginnen, ist eine gründliche Analyse des Bestands und eine detaillierte Planung unerlässlich. Dies schafft die Basis für ein erfolgreiches Projekt und hilft, unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Wir empfehlen, für diesen Schritt einen erfahrenen Sachverständigen oder Energieberater hinzuzuziehen.

Ein Fachmann kann den Zustand der Fassade objektiv beurteilen, Schäden identifizieren und die optimale Sanierungsstrategie vorschlagen. Dazu gehören oft eine Bestandsaufnahme der bestehenden Dämmung, eine Analyse der Putzbeschaffenheit sowie gegebenenfalls feuchtemessungen. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird ein Sanierungskonzept erstellt, das die gewünschten Ziele – beispielsweise verbesserte Energieeffizienz oder optische Aufwertung – berücksichtigt und technische Vorgaben wie die Energieeinsparverordnung (EnEV) oder das Gebäudeenergiegesetz (GEG) einhält.

  • Zustandsanalyse der Fassade durch einen Experten.
  • Definition der Sanierungsziele (z. B. Energieeffizienz, optische Erneuerung).
  • Wahl des passenden Dämmsystems und der Fassadenbekleidung.
  • Erstellung eines Sanierungskonzepts und Zeitplans.
  • Einholung mehrerer Vergleichsangebote von Fachbetrieben.
  • Prüfung von Fördermöglichkeiten und Beantragung von Zuschüssen.

Materialien und Dämmsysteme für die Fassadensanierung

Die Auswahl der richtigen Materialien und des geeigneten Dämmsystems ist entscheidend für die Langlebigkeit, die Energieeffizienz und die Optik Ihrer Fassade. Es gibt eine Vielzahl von Optionen, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile mit sich bringen und auf die individuellen Gegebenheiten des Gebäudes abgestimmt werden müssen.

Am häufigsten kommen Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) zum Einsatz. Diese bestehen aus Dämmplatten, die auf die Außenwand geklebt oder gedübelt werden, einer Armierungsschicht mit Gewebe und einem abschließenden Oberputz oder einer Verblendung. Die Dämmstoffe variieren in ihren Eigenschaften und Kosten. Mineralische WDV-Systeme bieten beispielsweise gute Brandschutzeigenschaften, während Systeme mit expandiertem Polystyrol (EPS) oft kostengünstiger sind. Alternativ können auch vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) oder Kerndämmungen in Betracht gezogen werden, je nach Gebäudetyp und Wunsch.

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Dämmplatten wie EPS, Mineralwolle, Holzfaserplatten; direkter Auftrag auf die Außenwand.
  • Vorgehängte Hinterlüftete Fassade (VHF): Dämmung hinter einer Luftschicht und einer Bekleidung aus Holz, Faserzement, Metall oder Klinker.
  • Kerndämmung: Einblasdämmung in den Hohlraum zweischaliger Mauerwerke (nur bei bestimmten Bauweisen möglich).
  • Fassadenputzsysteme: Mineralische, Silikat- oder Silikonharzputze in verschiedenen Strukturen und Farbgebungen.
  • Fassadenfarben: Schutz vor Witterung, Algen und Pilzen, mit mineralischen oder organischen Bindemitteln.

Der Sanierungsprozess: Schritt für Schritt

Eine Fassadensanierung ist ein komplexes Projekt, das in mehreren Schritten abläuft. Die genaue Reihenfolge kann je nach gewähltem System und dem Zustand der Bestandsfassade variieren, aber eine typische Abfolge umfasst die unten genannten Punkte. Eine sorgfältige Ausführung jedes Schrittes ist entscheidend für das Endergebnis und die Langlebigkeit der Sanierung. Gerüststellung ist dabei fast immer der erste physische Schritt vor Ort.

  • Gerüststellung und Baustelleneinrichtung: Sicherstellung der Zugänglichkeit und des Arbeitsschutzes.
  • Vorbereitende Arbeiten: Reinigung der Fassade, Entfernung loser Putzteile, Reparatur von größeren Rissen und Unebenheiten.
  • Anbringen der Dämmung: Fachgerechte Montage der Dämmplatten (bei WDVS) oder des Unterbaus (bei VHF).
  • Armierungsschicht und Gewebe: Auftrag der Spachtelmasse und Einbettung des Armierungsgewebes zur Rissüberbrückung.
  • Grundierung: Vorbereitung für den Oberputz oder die Bekleidung.
  • Endbeschichtung/Bekleidung: Auftrag des Oberputzes, der Farbe oder Montage der Fassadenbekleidung.

Kosten einer Fassadensanierung und Fördermöglichkeiten

Die Kosten einer Fassadensanierung können stark variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe des Gebäudes, der Zustand der Bestandsfassade, das gewählte Dämmsystem, die Materialwahl und der regionale Arbeitskosten-Durchschnitt. Es ist ratsam, detaillierte Angebote von mehreren Fachbetrieben einzuholen, um eine realistische Kostenschätzung zu erhalten. Ein nicht unwesentlicher Posten sind die Kosten für das Gerüst, die je nach Mietdauer und Gebäudehöhe stark variieren können.

Im Allgemeinen können für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit Putzoberfläche und einer Dämmstärke von 14-16 cm Kosten im Bereich von 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche anfallen. Bei einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) mit hochwertiger Bekleidung können die Kosten bei weitem höher liegen. Eine reine Maler-Sanierung ist natürlich deutlich günstiger. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Angaben lediglich Richtwerte darstellen und je nach individuellem Projekt abweichen können. Zusätzliche Kosten können für die Entsorgung alter Materialien, die Erneuerung von Fensterbänken oder die Anpassung von Fallrohren entstehen.

Glücklicherweise gibt es zahlreiche Förderprogramme, insbesondere für energetische Sanierungsmaßnahmen, die die finanzielle Belastung deutlich mindern können. Dazu gehören zinsgünstige Kredite und hohe Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Art und Höhe der Förderung hängen von den spezifischen Maßnahmen und dem erreichten energetischen Standard ab.

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Förderprogramme für energieeffiziente Sanierungen, z.B. Zuschüsse oder Kredite für Einzelmaßnahmen oder zum Effizienzhaus-Standard.
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Förderung für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, z. B. Dämmung.
  • Steuerliche Absetzbarkeit: Bis zu 20 % der Sanierungskosten können steuerlich geltend gemacht werden (max. 40.000 Euro über drei Jahre).
  • Regionale Förderprogramme: Einige Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen an.
  • Energieberatung: Oft wird die Energieberatung vor der Sanierung ebenfalls gefördert, da sie eine wichtige Grundlage für effiziente Maßnahmen bildet.

Auswahl des richtigen Fachbetriebs

Die Qualität der Ausführung ist entscheidend für den Erfolg und die Langlebigkeit Ihrer Fassadensanierung. Daher ist die Wahl eines qualifizierten und erfahrenen Fachbetriebs von größter Bedeutung. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Recherche und Auswahl.

  • Referenzen prüfen: Bitten Sie um Referenzen zu ähnlichen Projekten und sehen Sie sich diese nach Möglichkeit vor Ort an.
  • Detaillierte Angebote einholen: Achten Sie darauf, dass alle Leistungen und Materialien klar aufgeschlüsselt sind, um Transparenz zu gewährleisten.
  • Zertifizierungen und Qualifikationen: Fragen Sie nach relevanten Zertifikaten (z. B. für Energieberatung oder bestimmte Dämmsysteme).
  • Kommunikation: Ein guter Fachbetrieb kommuniziert offen, beantwortet Fragen umfassend und berät Sie professionell.
  • Vertragsprüfung: Klären Sie alle Details im Vertrag, inklusive Zahlungsbedingungen, Gewährleistung und Zeitplan.

Fazit

Eine Fassadensanierung ist eine tiefgehende und meist notwendige Maßnahme, die weit über eine reine Schönheitskur hinausgeht. Sie schützt Ihr Zuhause, steigert den Wohnkomfort, senkt die Energiekosten und trägt zur Werterhaltung oder sogar Wertsteigerung Ihrer Immobilie bei. Mit einer sorgfältigen Planung, der Auswahl hochwertiger Materialien und der Beauftragung eines kompetenten Fachbetriebs können Sie sicherstellen, dass Ihr Haus über viele Jahre hinweg optimal geschützt ist und seine Attraktivität behält. Nutzen Sie die verfügbaren Förderprogramme, um die Investition finanziell abzusichern und einen nachhaltigen Beitrag zur Energieeffizienz zu leisten.

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