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Wie funktioniert die Auslandsimmobilie?

Der Kauf einer Immobilie im Ausland lockt viele Menschen mit dem Traum von Sonne, Meer oder neuen Renditechancen. Doch ein solcher Schritt birgt vielfältige Herausforderungen.

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Wie funktioniert die Auslandsimmobilie?

Der Erwerb einer Immobilie in einem anderen Land ist ein komplexes Vorhaben, das weitaus mehr als nur die reine Objektsuche umfasst. Neben den rechtlichen und steuerlichen Besonderheiten des Ziellandes müssen auch kulturelle Gegebenheiten, Finanzierungsfragen und die Verwaltung der Immobilie aus der Ferne bedacht werden. Dieser Ratgeber beleuchtet die wichtigsten Aspekte, die Interessenten vor und während des Kaufs einer Auslandsimmobilie beachten sollten, um Fallstricke zu vermeiden und den Traum von der eigenen Immobilie im Ausland erfolgreich zu verwirklichen.

Die Motivation zum Kauf einer Auslandsimmobilie

Menschen entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen für den Kauf einer Immobilie jenseits der eigenen Landesgrenzen. Oftmals steht der persönliche Traum im Vordergrund, etwa der Wunsch nach einem Ferienhaus in sonnigen Gefilden, einer Altersresidenz oder einem Rückzugsort vom Alltag. Doch auch finanzielle Aspekte spielen eine wesentliche Rolle. Eine Auslandsimmobilie kann als Kapitalanlage dienen, zur Diversifizierung des Vermögens beitragen oder durch Vermietung zusätzliche Einnahmen generieren.

  • Persönliche Nutzung als Ferien- oder Alterswohnsitz
  • Kapitalanlage und Vermögensdiversifizierung
  • Potenzielle Wertsteigerung des Objekts
  • Einnahmen durch touristische oder langfristige Vermietung
  • Flucht in Krisenzeiten oder Suche nach alternativen Lebensmodellen

Die Wahl des richtigen Landes und der Region

Die Entscheidung für ein bestimmtes Land ist von entscheidender Bedeutung und sollte auf einer umfassenden Recherche basieren. Hierbei sind nicht nur persönliche Vorlieben wichtig, sondern auch objektive Kriterien. Die politische und wirtschaftliche Stabilität des Landes, die Entwicklung des Immobilienmarktes, die Attraktivität der Region für Touristen (falls eine Vermietung geplant ist) sowie die Lebenshaltungskosten sind wesentliche Überlegungen. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für ausländische Käufer können je nach Land stark variieren.

Es empfiehlt sich, die gewählte Region vorab mehrfach zu besuchen, um ein Gefühl für das lokale Umfeld, die Infrastruktur und die Gepflogenheiten zu bekommen. Gespräche mit Einheimischen und anderen ausländischen Immobilienbesitzern können wertvolle Einblicke liefern.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Eigentumserwerb

Jedes Land hat eigene Gesetze bezüglich des Immobilienerwerbs durch Ausländer. In einigen Ländern gibt es Beschränkungen für Nicht-Residenten, beispielsweise bezüglich der Größe des Grundstücks oder der Art der Immobilie. Es ist unerlässlich, sich frühzeitig über diese Regelungen zu informieren. Der Kaufprozess selbst unterscheidet sich ebenfalls stark von dem in Deutschland. Während hierzulande der Notar eine zentrale Rolle spielt, können in anderen Ländern beispielsweise Anwälte oder Makler einen Großteil der rechtlichen Abwicklung übernehmen.

Die Beauftragung eines unabhängigen, auf internationales Immobilienrecht spezialisierten Anwalts im Zielland ist dringend anzuraten. Dieser prüft alle relevanten Dokumente, wie den Grundbucheintrag, Baugenehmigungen und mögliche Belastungen der Immobilie (Hypotheken, Wegerechte etc.). Auch die steuerlichen Aspekte des Erwerbs und späteren Besitzes sollten vorab geklärt werden.

  • Prüfung der Eigentumsrechte des Verkäufers
  • Klärung von Bebauungsplänen und Baugenehmigungen
  • Recherche nach Hypotheken oder anderen Belastungen
  • Verständnis des Kaufvertrages und eventueller Vorverträge
  • Einhaltung lokaler Vorschriften zum Geldwäschegesetz

Finanzierung einer Auslandsimmobilie

Die Finanzierung einer Auslandsimmobilie gestaltet sich oft komplexer als ein Inlandskauf. Deutsche Banken sind in der Regel zurückhaltend bei der Vergabe von Krediten für im Ausland gelegene Immobilien, da die Sicherheit einfacher nur schwer zu verwerten ist. Es gibt jedoch Ausnahmen, insbesondere bei Objekten in stabilen EU-Ländern und wenn zusätzliche Sicherheiten in Deutschland vorhanden sind.

Alternativ kann eine Finanzierung über eine Bank im Zielland in Betracht gezogen werden. Hierbei sind oft höhere Eigenkapitalquoten erforderlich und die Zins- und Tilgungsbedingungen können variieren. Auch hier muss beachtet werden, dass die lokale Sprache und Gesetzgebung eine Hürde darstellen können. Eine Baufinanzierung kann auch mit einer Sicherung in Deutschland hinterlegt werden, wenn die Immobilie in Deutschland als Sicherheit dient.

  • Eigenkapitalanteil: Meist höher als bei Inlandsfinanzierung
  • Kredit bei deutscher Bank: Oft schwierig, unter Umständen möglich mit Zusatzsicherheiten
  • Kredit bei ausländischer Bank: Kenntnis der lokalen Gegebenheiten und Sprache nötig
  • Währungsschwankungsrisiko bei Fremdwährungskrediten
  • Prüfung der Kreditkonditionen, Gebühren und Sicherheiten

Nebenkosten und laufende Ausgaben

Neben dem reinen Kaufpreis fallen beim Erwerb einer Auslandsimmobilie erhebliche Nebenkosten an, die oft unterschätzt werden. Diese können je nach Land stark variieren und summieren sich leicht auf 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises oder sogar mehr. Dazu gehören Grunderwerbsteuern, Notargebühren, Anwaltskosten, Maklerprovisionen und eventuelle Genehmigungsgebühren.

Auch nach dem Kauf entstehen laufende Kosten. Dazu zählen Grundsteuern, Kosten für Versorgungsleistungen (Strom, Wasser, Gas), Müllentsorgung, Versicherungen, eventuelle Hausgeldzahlungen in einer Eigentümergemeinschaft sowie Kosten für Instandhaltung und Reparaturen. Bei einer Vermietung der Immobilie kommen noch Kosten für die Verwaltung, Reinigung und Vermarktung hinzu.

  • Grunderwerbsteuer (variiert stark je nach Land)
  • Notar- und Anwaltsgebühren
  • Maklerprovisionen (teilweise auch vom Käufer zu tragen)
  • Gebühren für Behörden und Eintragungen
  • Laufende Grundsteuern und Kommunalabgaben
  • Versicherungen (Gebäude, Haftpflicht)

Steuerliche Aspekte bei Besitz und Vermietung

Die steuerliche Behandlung von Auslandsimmobilien ist ein komplexes Feld und erfordert eine genaue Analyse der individuellen Situation. Grundsätzlich unterliegt das Eigentum an einer Immobilie der Besteuerung im Belegenheitsstaat. Das bedeutet, dass im Zielland in der Regel eine Art Grundsteuer anfällt. Bei einer Vermietung müssen die Mieteinnahmen ebenfalls im Zielland versteuert werden.

Zusätzlich muss beachtet werden, dass Deutschland als Wohnsitzstaat ebenfalls einen Anspruch auf Besteuerung der weltweiten Einkünfte seiner Bürger hat. Um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden, existieren Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und vielen anderen Ländern. Diese Abkommen legen fest, welcher Staat das Besteuerungsrecht für bestimmte Einkünfte oder Vermögenswerte hat und wie eine eventuelle Doppelbesteuerung vermieden wird (z.B. durch Anrechnung oder Freistellung der ausländischen Steuern). Eine Beratung durch einen auf internationales Steuerrecht spezialisierten Steuerberater ist hier unerlässlich.

  • Besteuerung des Immobilienbesitzes im Zielland (Grundsteuer)
  • Besteuerung der Mieteinnahmen im Zielland
  • Beachtung der Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und dem Zielland
  • Mögliche Vermögenssteuer im Zielland
  • Steuerliche Behandlung bei einem späteren Verkauf der Immobilie

Verwaltung der Immobilie aus der Ferne

Die Verwaltung einer Auslandsimmobilie kann eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn man nicht dauerhaft vor Ort ist. Für Ferienimmobilien oder Objekte, die vermietet werden, ist ein zuverlässiges Management vor Ort oft unerlässlich. Dies kann ein lokaler Hausverwalter, eine Agentur für Ferienvermietung oder auch eine Vertrauensperson sein. Die Aufgaben reichen von der Schlüsselübergabe über Reinigungsdienste und Instandhaltung bis hin zur Organisation von Reparaturen und der Kommunikation mit Mietern.

Eine klare Kommunikation, vertragliche Vereinbarungen und regelmäßige Kontrolle sind wichtig, um Problemen vorzubeugen. Technologische Hilfsmittel wie Überwachungskameras, smarte Thermostate oder digitale Buchungs- und Verwaltungssysteme können die Fernverwaltung erleichtern. Dennoch ist eine persönliche Präsenz in regelmäßigen Abständen meist ratsam, um den Zustand der Immobilie zu überprüfen und Beziehungen vor Ort zu pflegen.

Fazit

Der Kauf einer Auslandsimmobilie kann eine lohnende Investition und die Verwirklichung eines lang gehegten Traumes sein. Um jedoch böse Überraschungen zu vermeiden, ist eine gründliche Vorbereitung und eine realistische Einschätzung aller Facetten unerlässlich. Von der sorgfältigen Länderauswahl über die intensive Auseinandersetzung mit den rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen bis hin zur Planung der Finanzierung und der späteren Verwaltung – jeder Schritt bedarf einer genauen Prüfung. Die Beauftragung unabhängiger Experten vor Ort ist dabei ein essenzieller Baustein für einen erfolgreichen und sicheren Erwerb Ihrer Auslandsimmobilie.

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