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Was kostet die Ferienwohnung?

Die Kosten für eine Ferienwohnung umfassen weit mehr als nur den Kaufpreis. Wir beleuchten alle finanziellen Aspekte von der Anschaffung bis zum laufenden Betrieb und der Vermietung.

8 min Lesezeit
Was kostet die Ferienwohnung?

Der Traum von der eigenen Ferienwohnung ist für viele Menschen in Deutschland sehr attraktiv. Sei es als private Rückzugsmöglichkeit, als Kapitalanlage zur Vermietung oder als Kombination aus beidem. Doch bevor dieser Traum Realität wird, stellen sich viele Fragen zu den finanziellen Aspekten. Was kostet eine Ferienwohnung wirklich? Die Antwort ist komplex, denn die Gesamtkosten setzen sich aus einer Vielzahl von Faktoren zusammen, die über den reinen Kaufpreis hinausgehen. Dieser Ratgeber beleuchtet detailliert alle relevanten Kostenpositionen, von den einmaligen Anschaffungskosten über die laufenden Betriebskosten bis hin zu möglichen Ausgaben für die Vermietung und Instandhaltung. So erhalten Sie eine umfassende Grundlage für Ihre Entscheidung und können die Rentabilität einer solchen Investition realistisch einschätzen.

1. Der Kaufpreis der Ferienwohnung

Der Kaufpreis ist zweifellos die größte Einzelposition bei der Anschaffung einer Ferienwohnung und variiert erheblich. Er wird primär von der Lage, der Größe, dem Zustand und der Ausstattung der Immobilie sowie der regionalen Nachfrage beeinflusst. Eine Ferienwohnung an der Nord- oder Ostseeküste, in den Alpen oder in beliebten Seenregionen Deutschlands wird in der Regel deutlich teurer sein als in weniger touristischen Gegenden. Neubauten oder frisch sanierte Objekte erzielen höhere Preise als ältere Bestandsimmobilien. Die Preisspanne kann von wenigen hunderttausend Euro bis weit über eine Million Euro reichen.

Es ist entscheidend, den Markt genau zu beobachten und verschiedene Angebote zu vergleichen. Ein umfassendes Verständnis der regionalen Preisentwicklung ist hierbei unerlässlich. Manchmal können auch Objekte, die einer Renovierung bedürfen, interessant sein, wenn der Kaufpreis entsprechend geringer ausfällt und die Renovierungskosten kalkulierbar sind. Dies kann eine Möglichkeit sein, die Gesamtkosten zu optimieren und den Wert der Immobilie zu steigern.

  • Lage (Küstennähe, Seen, Berge, beliebte Urlaubsregion)
  • Größe und Anzahl der Zimmer
  • Baujahr und Zustand der Immobilie
  • Ausstattung (Luxus, Standard, Renovierungsbedarf)
  • Vergleichbare Objekte in der Region

2. Kaufnebenkosten: Unvermeidliche Zusatzausgaben

Neben dem reinen Kaufpreis fallen in Deutschland erhebliche Kaufnebenkosten an, die nicht unterschätzt werden dürfen. Diese liegen typischerweise zwischen 9 % und 15 % des Kaufpreises und müssen in der Finanzierungsplanung unbedingt berücksichtigt werden, da sie in der Regel aus Eigenkapital finanziert werden müssen. Die genaue Höhe der einzelnen Posten variiert je nach Bundesland und individueller Vereinbarung.

Zu den wichtigsten Kaufnebenkosten zählen die Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten sowie gegebenenfalls die Maklerprovision. Die Grunderwerbsteuer ist eine einmalige Landessteuer und liegt in Deutschland je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises. Notar- und Gerichtskosten für die Abwicklung des Kaufvertrags und die Eintragung in das Grundbuch betragen zusammen meist zwischen 1,5 % und 2 %. Die Maklerprovision, sofern ein Makler involviert ist, kann von beiden Parteien oder nur von einer Partei getragen werden und beträgt üblicherweise zwischen 3 % und 7 % zzgl. Mehrwertsteuer.

  • Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 % bis 6,5 % des Kaufpreises)
  • Notar- und Gerichtskosten (ca. 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises)
  • Maklerprovision (meist 3 % bis 7 % zzgl. Mehrwertsteuer, falls zutreffend)
  • Eventuell Kosten für Gutachten oder Sachverständige

3. Finanzierungskosten: Zinsen und Darlehensgebühren

Die wenigsten Käufer können eine Ferienwohnung komplett aus Eigenkapital bezahlen. Meist wird ein Immobiliendarlehen benötigt, was weitere Kosten verursacht. Hierzu gehören vor allem die Zinsen, die über die gesamte Laufzeit des Darlehens anfallen. Die Höhe der Zinsen hängt vom aktuellen Zinsniveau, der Bonität des Kreditnehmers, der Höhe des Eigenkapitaleinsatzes und der gewählten Zinsbindungsfrist ab. Eine höhere Zinsbindung bietet Planungssicherheit, kann aber anfangs zu etwas höheren Zinsen führen.

Neben den monatlichen Zins- und Tilgungsleistungen können einmalige Bearbeitungsgebühren für das Darlehen anfallen, obwohl diese bei klassischen Hypothekendarlehen selten geworden sind. Wichtiger sind Kosten für die Eintragung einer Grundschuld ins Grundbuch, die ebenfalls zu den Finanzierungskosten zu rechnen sind. Auch sollte man mögliche Bereitstellungszinsen bedenken, falls das Darlehen nicht sofort nach Zusage abgerufen, sondern erst später ausgezahlt wird. Ein gründlicher Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote ist hier ratsam.

  • Monatliche Zins- und Tilgungsraten
  • Einmalige Bearbeitungsgebühren (selten bei Hypothekendarlehen)
  • Kosten für die Grundschuldbestellung
  • Bereitstellungszinsen (bei verzögerter Darlehensauszahlung)
  • Kosten für eine mögliche Restschuldversicherung

4. Einrichtung und Ausstattung: Der erste Eindruck zählt

Nach dem Erwerb der Immobilie müssen die Kosten für die Einrichtung und Ausstattung einkalkuliert werden. Gerade bei einer Ferienwohnung, die vermietet werden soll, ist eine ansprechende und funktionale Einrichtung von großer Bedeutung. Gäste erwarten einen gewissen Komfort und eine vollständige Ausstattung, die über das Notwendige hinausgeht. Hierzu zählen Möbel für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Essbereich, eine komplett ausgestattete Küche mit allen Geräten und Utensilien, Betten inklusive Matratzen, sowie Bettwäsche, Handtücher und Dekorationsartikel.

Die Kosten hierfür können je nach gewünschtem Standard stark variieren. Eine preisgünstige Grundeinrichtung kann bereits einige tausend Euro kosten, während eine hochwertige oder maßgeschneiderte Ausstattung schnell im fünfstelligen Bereich liegen kann. Es empfiehlt sich, ein Budget für die Einrichtung festzulegen und dieses bewusst zu steuern. Denken Sie auch an kleinere Details wie Geschirr, Besteck, Gläser, Lampen, Gardinen und vielleicht sogar einen Fernseher und Internetanschluss, da diese heutzutage oft zum Standard gehören.

  • Möbel für alle Räume (Betten, Schränke, Sitzmöbel)
  • Vollständige Küchenausstattung (Geräte, Geschirr, Kochutensilien)
  • Textilien (Bettwäsche, Handtücher, Gardinen)
  • Elektronik (Fernseher, WLAN-Router)
  • Dekoration und Beleuchtung
  • Sicherheitsausstattung (Rauchmelder, ggf. Feuerlöscher)

5. Laufende Betriebskosten: Die monatliche Belastung

Neben den einmaligen Anschaffungskosten fallen bei einer Ferienwohnung auch regelmäßige, laufende Betriebskosten an. Diese dürfen bei der Kostenkalkulation auf keinen Fall außer Acht gelassen werden, da sie die Rentabilität maßgeblich beeinflussen. Viele dieser Kosten sind unabhängig davon, ob die Wohnung vermietet oder selbst genutzt wird. Zu den wichtigsten Positionen gehören die Nebenkosten, die Grundsteuer, Versicherungen und gegebenenfalls das Hausgeld bei Eigentumswohnungen.

Die Nebenkosten umfassen Posten wie Strom, Wasser, Heizung, Müllabfuhr, Internet und gegebenenfalls Kabelfernsehen. Die Grundsteuer wird jährlich von der Gemeinde erhoben und variiert je nach Lage und Größe der Immobilie. Wichtige Versicherungen sind die Gebäudeversicherung (oft obligatorisch, wenn finanziert), eine Haftpflichtversicherung und eventuell eine Hausratversicherung für die Einrichtung. Bei Eigentumswohnungen in einer Gemeinschaft kommt das monatliche Hausgeld hinzu, das die Kosten für die Verwaltung, Instandhaltungsrücklagen, Gemeinschaftsstrom und weitere gemeinschaftliche Ausgaben deckt. Auch laufende Instandhaltungskosten für kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten sollten budgetiert werden.

  • Nebenkosten (Strom, Wasser, Heizung, Müllabfuhr, Internet)
  • Grundsteuer (jährlich zu zahlen)
  • Versicherungen (Gebäude-, Haftpflicht-, Hausratversicherung)
  • Hausgeld (bei Eigentumswohnungen, inkl. Instandhaltungsrücklage)
  • Wartungsarbeiten und Kleinreparaturen

6. Kosten bei Vermietung: Spezielle Ausgaben für Feriengäste

Wer seine Ferienwohnung vermieten möchte, muss mit zusätzlichen Kosten rechnen, die über die normale Eigennutzung hinausgehen. Diese Ausgaben sind essentiell für einen reibungslosen Ablauf der Vermietung und die Zufriedenheit der Gäste. Zu den wichtigsten Kostenpunkten zählen professionelle Reinigung nach jeder Buchung, die Bereitstellung von Wäschepaketen und Verbrauchsmaterialien sowie die Vermarktung der Immobilie.

Die Reinigung ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor und sollte professionell erfolgen. Hinzu kommen die Kosten für die regelmäßige Wäsche von Bettwäsche und Handtüchern. Oftmals ist auch die Bereitstellung von Verbrauchsmaterialien wie Toilettenpapier, Seife, Spülmittel etc. notwendig. Ein weiterer großer Posten kann die Vermarktung sein. Dies kann die Kosten für Einträge auf Buchungsplattformen, eigene Websites, professionelle Fotos und Texte umfassen. Soll die Vermietung an einen externen Dienstleister ausgelagert werden, so fallen hierfür Managementgebühren an, die einen erheblichen Teil der Mieteinnahmen ausmachen können. Auch die Kurtaxe oder Bettensteuer, die an die Kommune abgeführt werden muss, ist zu berücksichtigen.

  • Professionelle Endreinigung nach jeder Vermietung
  • Wäscheservice für Bettwäsche und Handtücher
  • Bereitstellung von Verbrauchsmaterialien (Seife, Toilettenpapier etc.)
  • Vermarktungskosten (Portale, eigene Website, Fotos)
  • Abrechnung und Abführung der Kurtaxe/Bettensteuer
  • Managementgebühren für eine externe Vermietungsagentur
  • Gästebetreuung und Schlüsselübergabe

7. Renovierungs- und Instandhaltungsrücklagen

Auch wenn die Wohnung neu gekauft wurde oder frisch renoviert ist, sollten langfristig Rücklagen für zukünftige Renovierungen und Instandhaltungsarbeiten gebildet werden. Immobilien sind ständigem Verschleiß ausgesetzt, und technische Anlagen wie Heizung, Warmwasserbereiter oder Elektroinstallationen haben eine begrenzte Lebensdauer. Auch die Einrichtung benötigt nach einiger Zeit eine Auffrischung oder muss ersetzt werden, besonders bei intensiver Vermietung.

Es empfiehlt sich, jährlich einen bestimmten Betrag für diese Rücklagen einzuplanen, um nicht von größeren Ausgaben überrascht zu werden. Als Faustregel werden oft etwa 1 € pro Quadratmeter Wohnfläche pro Monat angesetzt, dies kann aber je nach Alter und Zustand der Immobilie stark variieren. Bei Eigentumswohnungen ist die Instandhaltungsrücklage bereits im Hausgeld enthalten, es kann jedoch sinnvoll sein, darüber hinaus noch eigene Rücklagen für die eigene Wohnung zu bilden.

  • Regelmäßige Sanierung von Bädern und Küchen
  • Erneuerung von Bodenbelägen und Wandanstrichen
  • Reparatur oder Austausch von Fenstern und Türen
  • Wartung und Austausch von technischen Anlagen (Heizung, Elektrik)
  • Neukauf oder Reparatur von Einrichtungsgegenständen
  • Dachsanierung oder Fassadenarbeiten (anteilig bei Eigentumswohnungen)

8. Steuern beim Kauf, Betrieb und Verkauf

Die steuerlichen Aspekte einer Ferienwohnung sind komplex und sollten nicht außer Acht gelassen werden. Abgesehen von der Grunderwerbsteuer beim Kauf und der laufenden Grundsteuer fallen weitere Steuerpflichten an, besonders wenn die Wohnung vermietet wird. Mieteinnahmen sind in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtig und müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, Werbungskosten, wie die oben genannten Betriebskosten, Instandhaltungskosten und Abschreibungen, von den Einnahmen abzuziehen, was die Steuerlast mindern kann.

Eine Besonderheit ist die Liebhaberei. Wenn die Absicht, Gewinne zu erzielen, nicht erkennbar ist, können die Verluste aus der Vermietung steuerlich nicht geltend gemacht werden. Beim Verkauf einer Ferienwohnung kann die Spekulationssteuer anfallen, wenn die Immobilie innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Kauf wieder veräußert wird. Diese Frist beträgt bei der Vermietung oft zehn Jahre. Es ist dringend anzuraten, sich von einem erfahrenen Steuerberater beraten zu lassen, um alle steuerlichen Vorteile zu nutzen und Fallstricke zu vermeiden.

  • Einkommensteuer auf Mieteinnahmen
  • Berücksichtigung von Werbungskosten und Abschreibungen
  • Gewerbesteuer (bei gewerblicher Vermietung, selten bei einer einzelnen FEWO)
  • Umsatzsteuer (bei Kurzzeitvermietung kann eine Option bestehen)
  • Spekulationssteuer beim Verkauf innerhalb der Frist
  • Erbschafts- oder Schenkungssteuer (je nach Fall)

Fazit

Eine Ferienwohnung ist eine attraktive Investition, die jedoch mit einer Vielzahl von Kosten verbunden ist. Von den anfänglichen Kaufpreisen und den dazugehörigen Nebenkosten über die laufenden Betriebskosten und die spezifischen Ausgaben bei Vermietung bis hin zu Rücklagen für Renovierungen und steuerlichen Verpflichtungen – all diese Faktoren müssen sorgfältig kalkuliert und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Eine realistische und umfassende Kostenanalyse bildet die Grundlage für eine erfolgreiche und finanziell tragfähige Investition in eine Ferienimmobilie. Es empfiehlt sich, immer einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben einzuplan und bei Unsicherheiten fachkundigen Rat, beispielsweise von einem Immobilienberater, Finanzexperten oder Steuerberater, einzuholen.

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