Was ist die Hausratversicherung?
Die Hausratversicherung schützt Einrichtung und Hab und Gut in Wohnung oder Haus vor Feuer, Wasser, Diebstahl und mehr – ein wichtiger Puffer für Mieter und Eigentümer.

Die Hausratversicherung gehört zu den wichtigsten Absicherungen für Mieter und Eigentümer in Deutschland. Sie schützt den gesamten Hausrat – also Möbel, Kleidung, Elektrogeräte und weitere Gegenstände im Haushalt – vor finanziellen Verlusten, wenn diese durch bestimmte Schäden zerstört, beschädigt oder gestohlen werden. Im Schadensfall übernimmt die Versicherung in der Regel die Kosten für den Wiederbeschaffungswert der betroffenen Gegenstände, sodass der Versicherte nicht allein für einen teuren Neukauf aufkommen muss. In diesem Ratgeber wird erklärt, was genau unter Hausrat fällt, welche Gefahren abgedeckt sind, wie die Versicherungssumme bestimmt wird und wann eine Hausratversicherung besonders sinnvoll ist.
Was versteht man unter Hausrat?
Versicherungstechnisch umfasst der Begriff „Hausrat“ alle Gegenstände, die in einem Privathaushalt zur Einrichtung, zum Gebrauch oder zum Verbrauch dienen. Dazu gehören beispielsweise Möbel, Teppiche, Kleidung, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Bücher, Spielzeug und auch Lebensmittel. Wichtige Wertsachen wie Schmuck, Uhren, Laptops oder hochwertige Kameras zählen ebenfalls zum Hausrat, werden aber oft mit besonderen Regelungen oder Deckungssummen versehen.
Nicht zum Hausrat gehören dagegen in der Regel fest eingebaute Elemente wie Fußböden, Wände, Decken oder fest installierte Sanitäranlagen – diese fallen in den Bereich der Wohngebäudeversicherung. Auch Fahrzeuge, die in einer Garage stehen, sind in der Regel nicht über die Hausratversicherung abgesichert, sondern über die Kfz-Versicherung. Die genaue Abgrenzung findet sich in den Versicherungsbedingungen jedes Tarifs.
- —Möbel, Teppiche und Einrichtungsgegenstände
- —Kleidung, Schuhe und Textilien
- —Haushaltsgeräte und Elektrogeräte
- —Bücher, CDs, DVDs und andere Medien
- —Lebensmittel und Verbrauchsgüter
- —Wertsachen wie Schmuck, Uhren und Laptops
Welche Schäden deckt die Hausratversicherung ab?
Die Hausratversicherung schützt vor bestimmten, in den Versicherungsbedingungen aufgeführten Gefahren. Typische Risiken sind Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus. Je nach Tarif können weitere Gefahren wie Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag, Glasbruch oder Elementarschäden (z.B. Überschwemmung) mitversichert oder als Zusatzbaustein hinzugebucht werden.
Bei einem Feuerschaden ersetzt die Versicherung in der Regel den Neuwert der zerstörten Gegenstände, also den Betrag, den ein vergleichbarer neuer Artikel kostet. Bei Leitungswasserschäden übernimmt sie die Kosten für beschädigte Möbel, Teppiche oder Elektrogeräte sowie die notwendigen Reparaturen, wenn dadurch weitere Schäden entstehen. Bei Einbruchdiebstahl oder Raub werden gestohlene Gegenstände ersetzt, sofern sie im Versicherungsumfang enthalten sind.
- —Feuer und Rauchschäden
- —Leitungswasser und Wasserschäden
- —Sturm, Hagel und ähnliche Witterungsereignisse
- —Einbruchdiebstahl und Raub
- —Vandalismus und mutwillige Beschädigung
- —Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag (oft als Zusatzbaustein)
Wie wird der Versicherungsschutz ausgeweitet?
Standardtarife decken bereits die wichtigsten Gefahren ab, doch viele Versicherer bieten Zusatzbausteine an, die den Schutz erweitern. Beispiele sind Elementarschäden wie Überschwemmung, Starkregen oder Erdrutsch, Glasbruchschutz für Fenster und Glasflächen oder eine erhöhte Deckungssumme für Wertsachen. Auch der Schutz für Gegenstände außerhalb der Wohnung – etwa beim Umzug, im Hotel oder im Ferienhaus – kann als Zusatzleistung vereinbart werden.
Einige Policen enthalten zudem eine sogenannte Unterversicherungsverzicht-Klausel. Diese regelt, dass bei einem Schaden nicht streng nach dem Verhältnis von Versicherungssumme zu tatsächlichem Hausratwert abgerechnet wird. Ohne diese Klausel kann es passieren, dass bei einem zu niedrig angesetzten Versicherungswert nur ein Teil des Schadens ersetzt wird. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher auf eine solche Klausel achten.
- —Elementarschäden (Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch)
- —Glasbruchschutz für Fenster und Glasflächen
- —Erhöhte Deckungssumme für Wertsachen
- —Schutz für Gegenstände außerhalb der Wohnung
- —Unterversicherungsverzicht-Klausel
- —Rechtschutz bei Schadenersatzansprüchen gegen Dritte
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Die Versicherungssumme ist der Betrag, bis zu dem die Versicherung im Schadensfall zahlt. Sie sollte dem tatsächlichen Wert des gesamten Hausrats entsprechen, damit im Ernstfall möglichst alles ersetzt werden kann. Wer die Summe zu niedrig ansetzt, läuft Gefahr, bei einem größeren Schaden nur einen Teil der Kosten erstattet zu bekommen. Wer sie zu hoch ansetzt, zahlt unnötig höhere Beiträge.
Viele Versicherer empfehlen eine Orientierung an der Wohnfläche: Häufig wird eine Mindestversicherungssumme von etwa 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche genannt. Wer beispielsweise eine 70-Quadratmeter-Wohnung hat, könnte so auf eine Versicherungssumme von rund 45.500 Euro kommen. Dieser Wert dient als grobe Orientierung; wer viele teure Möbel, Elektrogeräte oder Wertsachen besitzt, sollte den Hausrat genauer erfassen und die Summe entsprechend anpassen.
- —Orientierung an der Wohnfläche (z.B. 650 Euro pro Quadratmeter)
- —Erfassung besonders wertvoller Gegenstände
- —Berücksichtigung von Wertsachen und Sammlungen
- —Regelmäßige Überprüfung der Versicherungssumme
- —Anpassung nach größeren Anschaffungen oder Umzügen
Beispielrechnung: Unterversicherung vermeiden
Ein Beispiel verdeutlicht, warum die richtige Versicherungssumme wichtig ist: Angenommen, der Hausrat in einer Wohnung ist tatsächlich 100.000 Euro wert. Wird jedoch nur eine Versicherungssumme von 50.000 Euro vereinbart und es tritt ein Totalschaden ein, könnte die Versicherung – ohne Unterversicherungsverzicht – nur die vereinbarte Summe von 50.000 Euro ersetzen. Der Versicherte müsste die restlichen 50.000 Euro selbst tragen.
Auch bei kleineren Schäden kann Unterversicherung Auswirkungen haben. Bei einem Schaden von 10.000 Euro und einer Unterversicherung von 50 Prozent könnte die Versicherung nur 5.000 Euro zahlen, wenn die Versicherungssumme nur halb so hoch ist wie der tatsächliche Hausratwert. Eine genaue Schätzung oder eine Bestandsaufnahme des Hausrats hilft, solche Lücken zu vermeiden.
- —Ermittlung des tatsächlichen Hausratwerts
- —Vergleich mit der vereinbarten Versicherungssumme
- —Anpassung der Summe bei größeren Anschaffungen
- —Berücksichtigung von Wertsachen und Sammlungen
- —Prüfung der Unterversicherungsregelung im Vertrag
Wer braucht eine Hausratversicherung?
Die Hausratversicherung ist sowohl für Mieter als auch für Eigentümer sinnvoll. Mieter sind in der Regel nicht für Schäden an der Bausubstanz verantwortlich, wohl aber für ihren eigenen Hausrat. Wenn ein Feuer ausbricht oder ein Wasserrohr platzt, können die Kosten für neue Möbel, Kleidung und Elektrogeräte schnell in die Tausende gehen. Eine Hausratversicherung entlastet in solchen Fällen erheblich.
Eigentümer profitieren ebenfalls, da sie neben der Wohngebäudeversicherung zusätzlich ihren Hausrat absichern können. Auch Wohngemeinschaften können eine gemeinsame Hausratversicherung abschließen, um alle Mitbewohner abzudecken. Wer den Wert seines Hausrats nicht selbst tragen kann oder möchte, sollte sich ernsthaft mit einer Hausratversicherung beschäftigen.
- —Mieter von Wohnungen und Häusern
- —Eigentümer von Wohnungen und Häusern
- —Wohngemeinschaften und Familienhaushalte
- —Personen mit wertvollen Einrichtungen oder Sammlungen
- —Alle, die ihren Hausrat finanziell nicht selbst ersetzen können
Wie funktioniert die Schadensabwicklung?
Im Schadensfall sollte der Versicherte den Schaden unverzüglich der Versicherung melden und eine schriftliche Schadensanzeige einreichen. Je nach Versicherer kann dies online, per App oder per Post erfolgen. Wichtig ist, den Schadenort zu sichern, Beweise zu dokumentieren (z.B. Fotos) und bei Diebstahl oder Einbruch die Polizei zu informieren.
Die Versicherung prüft den Schaden, ermittelt den Wiederbeschaffungswert der betroffenen Gegenstände und entscheidet über die Höhe der Entschädigung. In der Regel wird der Neuwert ersetzt, es sei denn, der Tarif sieht eine andere Regelung vor. Bei größeren Schäden kann ein Gutachter hinzugezogen werden, um den Umfang und die Kosten zu bewerten.
- —Sofortige Schadenmeldung an die Versicherung
- —Dokumentation des Schadens (Fotos, Videos)
- —Polizeianzeige bei Diebstahl oder Einbruch
- —Übermittlung von Belegen und Nachweisen
- —Prüfung durch die Versicherung und Zahlung der Entschädigung
Fazit
Die Hausratversicherung ist eine sinnvolle Absicherung für Mieter und Eigentümer, die ihren Hausrat vor erheblichen finanziellen Verlusten schützen möchte. Sie deckt typische Risiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl und Raub ab und kann durch Zusatzbausteine weiter ausgebaut werden. Wichtig ist, die Versicherungssumme realistisch zu wählen, regelmäßig zu überprüfen und auf eine Unterversicherungsverzicht-Klausel zu achten. Mit einer gut gewählten Hausratversicherung kann der Verlust des Hab und Guts deutlich weniger belastend sein.

