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Was ist die Bauleistungsversicherung?

Die Bauleistungsversicherung schützt Bauherren und Bauunternehmer vor unvorhergesehenen Schäden am Rohbau und an Bauleistungen während der Bauphase – ein wichtiger Baustein für jedes Bauprojekt.

6 min Lesezeit
Was ist die Bauleistungsversicherung?

Beim Hausbau oder einem größeren Umbau lauern zahlreiche Risiken, die sich schnell in hohe Kosten verwandeln können: ein Sturm beschädigt den Rohbau, ein Brand zerstört frisch eingebaute Fenster oder ein Konstruktionsfehler führt zu teuren Nacharbeiten. Die Bauleistungsversicherung ist genau für solche Situationen gedacht. Sie sichert Bauherren und Bauunternehmer gegen unvorhergesehene Sachschäden an der Bauleistung ab und hilft, finanzielle Engpässe zu vermeiden. In diesem Ratgeber wird erklärt, was die Bauleistungsversicherung ist, welche Schäden sie abdeckt, für wen sie sinnvoll ist und wie sie sich von anderen Bauversicherungen unterscheidet.

Was versteht man unter einer Bauleistungsversicherung?

Die Bauleistungsversicherung, auch Bauwesenversicherung genannt, ist eine technische Sachversicherung, die während der Bauphase greift. Sie schützt vor finanziellen Folgen, wenn Bauteile, Bauleistungen oder Baustoffe beschädigt oder zerstört werden. Im Gegensatz zu einer klassischen Wohngebäudeversicherung, die nach Fertigstellung des Hauses greift, beginnt der Schutz der Bauleistungsversicherung bereits mit dem Baubeginn und endet typischerweise mit der Übergabe oder einem vereinbarten Enddatum.

Versichert sind in der Regel alle Lieferungen und Leistungen für den Roh- und Ausbau, einschließlich der Außenanlagen. Dazu zählen unter anderem Mauerwerk, Dachstuhl, Fenster, Türen, Heizungs- und Sanitäranlagen sowie die dafür verwendeten Baustoffe. Die Versicherung ersetzt in der Regel die Kosten für Material und Arbeitslohn, um den Zustand vor dem Schaden wiederherzustellen – abzüglich eines vereinbarten Selbstbehalts.

  • Schutz während der gesamten Bauphase, meist bis zur Übergabe des Gebäudes.
  • Deckung für Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile.
  • Finanzielle Absicherung von Bauherren und Bauunternehmern.
  • Allgefahrendeckung für viele unvorhergesehene Schäden.
  • Kostenerstattung für Wiederherstellung und Aufräumarbeiten.
  • Einbeziehung von Hilfsbauten und Bauhilfsstoffen.

Wofür ist die Bauleistungsversicherung gedacht?

Die Bauleistungsversicherung ist vor allem für Bauherren und Bauunternehmer gedacht, die ein Neubau-, Umbau- oder Ausbauvorhaben realisieren. Sie eignet sich sowohl für private Hausbauer als auch für gewerbliche Bauherren und Projektgesellschaften. Typische Anwendungsfälle sind der Neubau eines Einfamilienhauses, der Umbau eines Mehrfamilienhauses oder die Errichtung von Gewerbeimmobilien.

Für Bauunternehmer ist die Bauleistungsversicherung oft vertraglich vorgesehen, etwa in der VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen). Sie schützt das Unternehmen vor Schäden, für die es nicht haftbar gemacht werden kann, beispielsweise durch höhere Gewalt oder Vandalismus. Für Bauherren bietet die Versicherung Sicherheit, dass das Bauvorhaben auch bei unvorhergesehenen Ereignissen weiterlaufen kann, ohne dass sie aus eigener Tasche tief in die Tasche greifen müssen.

  • Privatpersonen beim Neubau eines Eigenheims.
  • Bauunternehmen bei Hoch- und Tiefbauvorhaben.
  • Projektgesellschaften bei größeren Immobilienprojekten.
  • Eigentümergemeinschaften bei Sanierungen und Umbauten.
  • Gewerbetreibende beim Bau von Produktions- oder Lagerhallen.
  • Architekten und Planer, wenn sie als Mitversicherte eingebunden sind.

Welche Schäden deckt die Bauleistungsversicherung ab?

Die Bauleistungsversicherung bietet in der Regel eine sogenannte Allgefahrendeckung, das heißt, sie versichert die im Vertrag aufgeführten Sachen und Leistungen gegen alle Gefahren, die während der Laufzeit eintreten – mit wenigen ausdrücklich ausgeschlossenen Risiken. Zu den typischen versicherten Schadenursachen gehören höhere Gewalt, ungewöhnliche Witterungseinflüsse, Vandalismus, Diebstahl fest eingebauter Teile sowie Folgeschäden aus Konstruktions- oder Materialfehlern.

Beispiele für versicherte Schäden sind etwa ein Sturm, der Teile des Dachstuhls beschädigt, ein Brand, der frisch montierte Fenster zerstört, oder ein Einbruch, bei dem eingebaute Türen oder Sanitäranlagen gestohlen werden. Auch Schäden durch unsachgemäße Handhabung oder Fahrlässigkeit der Bauhandwerker können je nach Vertragssumfang mitversichert sein. Nicht abgedeckt sind in der Regel Schäden durch normale Witterungseinflüsse wie Frostschäden, wenn diese nicht ausdrücklich vereinbart sind.

  • Schäden durch Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Explosion.
  • Brand- und Feuerschäden an Bauteilen und Baustoffen.
  • Vandalismus und mutwillige Zerstörung durch Dritte.
  • Diebstahl fest eingebauter Bauteile (oft optional).
  • Folgeschäden aus Konstruktions- oder Materialfehlern.
  • Ungewöhnliche Witterungseinflüsse wie Überflutung oder Starkregen.

Was ist nicht versichert?

Obwohl die Bauleistungsversicherung eine breite Allgefahrendeckung bietet, gibt es wichtige Ausschlüsse, die Bauherren kennen sollten. Dazu gehören in der Regel Schäden durch normale Witterungseinflüsse wie Frost, wenn sie nicht ausdrücklich mitversichert sind, sowie Schäden, die auf grobe Fahrlässigkeit oder vorsätzliches Handeln des Versicherungsnehmers zurückgehen. Auch Schäden an Gartenanlagen, Pflanzungen oder nicht fest eingebauten Gegenständen sind meist nicht abgedeckt.

Zusätzlich ausgeschlossen sind in vielen Verträgen Schäden, die aus Kriegsereignissen, Kernenergie oder radioaktiver Strahlung resultieren. Auch Schäden, die durch unsachgemäße Planung oder Bauausführung entstehen, können je nach Vertragssumfang nur eingeschränkt oder gar nicht versichert sein. Daher ist es wichtig, die Versicherungsbedingungen sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls Zusatzdeckungen zu vereinbaren.

  • Normale Witterungseinflüsse wie Frostschäden (ohne Zusatzdeckung).
  • Grobe Fahrlässigkeit oder vorsätzliches Handeln des Versicherungsnehmers.
  • Schäden an Gartenanlagen und Pflanzungen.
  • Nicht fest eingebaute oder lose Gegenstände.
  • Kriegsereignisse, Kernenergie und radioaktive Strahlung.
  • Schäden durch unsachgemäße Planung oder Bauausführung (je nach Vertrag).

Wie unterscheidet sich die Bauleistungsversicherung von anderen Bauversicherungen?

Die Bauleistungsversicherung wird oft mit anderen Bauversicherungen verwechselt, insbesondere mit der Bauherrenhaftpflichtversicherung und der Wohngebäudeversicherung. Während die Bauleistungsversicherung Schäden am Bauobjekt selbst absichert, schützt die Bauherrenhaftpflichtversicherung vor Ansprüchen Dritter, etwa wenn ein Passant auf der Baustelle zu Schaden kommt. Die Wohngebäudeversicherung greift erst nach Fertigstellung des Gebäudes und deckt Schäden wie Feuer, Leitungswasser oder Sturm ab.

Eine Feuerrohbauversicherung, die oft als Bestandteil einer Wohngebäudeversicherung angeboten wird, deckt Feuerschäden am Rohbau ab, während die Bauleistungsversicherung ein breiteres Spektrum an Schadenursachen abdeckt. Für Bauherren ist es sinnvoll, sowohl eine Bauleistungsversicherung als auch eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abzuschließen, um umfassend abgesichert zu sein.

  • Bauleistungsversicherung: Schäden am Bauobjekt während der Bauphase.
  • Bauherrenhaftpflichtversicherung: Ansprüche Dritter auf der Baustelle.
  • Wohngebäudeversicherung: Schäden nach Fertigstellung des Gebäudes.
  • Feuerrohbauversicherung: Feuerschäden am Rohbau (oft inklusive).
  • Bauleistungsversicherung mit Allgefahrendeckung.
  • Kombination aus mehreren Versicherungen für umfassenden Schutz.

Wie wird die Bauleistungsversicherung abgeschlossen und kalkuliert?

Die Bauleistungsversicherung wird in der Regel über Versicherungsvermittler oder direkt bei Versicherungsgesellschaften abgeschlossen. Der Versicherungsnehmer ist meist der Bauherr, der Generalunternehmer oder eine Projektgesellschaft. Alle am Bau Beteiligten, einschließlich Subunternehmer, können als Mitversicherte in den Vertrag aufgenommen werden. Die Prämie wird häufig nach dem Versicherungssumme, der Bauzeit und der Art des Bauvorhabens berechnet.

Als Beispiel: Für einen Neubau eines Einfamilienhauses mit einer Versicherungssumme von 300.000 Euro und einer Bauzeit von 12 Monaten könnte die Jahresprämie je nach Versicherer und Risikoprofil zwischen 0,1 und 0,3 Prozent der Versicherungssumme liegen. Das entspricht in diesem Beispiel etwa 300 bis 900 Euro pro Jahr. Die genaue Höhe hängt von Faktoren wie der Lage des Grundstücks, der Bauart und den gewählten Deckungsumfängen ab.

  • Versicherungsnehmer: Bauherr, Generalunternehmer oder Projektgesellschaft.
  • Mitversicherte: Alle am Bau Beteiligten, einschließlich Subunternehmer.
  • Berechnung der Prämie: Versicherungssumme, Bauzeit, Bauart.
  • Beispielprämie: 0,1–0,3 % der Versicherungssumme pro Jahr.
  • Einflussfaktoren: Lage, Bauart, Risikoprofil.
  • Laufzeit: Meist über die gesamte Bauzeit, oft 12–24 Monate.

Welche Vorteile bietet die Bauleistungsversicherung für Bauherren?

Für Bauherren bietet die Bauleistungsversicherung mehrere wichtige Vorteile. Sie schützt vor unvorhergesehenen Kosten, die durch Schäden am Bauobjekt entstehen können, und sorgt dafür, dass das Bauvorhaben nicht ins Stocken gerät. Zudem reduziert sie das Risiko von Streitigkeiten mit Bauunternehmern, da die Versicherung die Kosten für Wiederherstellung und Aufräumarbeiten übernimmt.

Ein weiterer Vorteil ist die finanzielle Planungssicherheit. Bauherren können die Versicherungsprämie in ihr Budget einplanen und müssen nicht mit unerwarteten Ausgaben rechnen. Zudem kann die Bauleistungsversicherung bei der Finanzierung hilfreich sein, da Banken und Bausparkassen sie oft als zusätzliche Sicherheit sehen und die Kreditvergabe erleichtern.

  • Schutz vor unvorhergesehenen Kosten durch Schäden am Bauobjekt.
  • Sicherstellung des Baufortschritts ohne finanzielle Engpässe.
  • Reduzierung von Streitigkeiten mit Bauunternehmern.
  • Planungssicherheit durch vorhersehbare Prämien.
  • Unterstützung bei der Finanzierung durch Banken und Bausparkassen.
  • Einbeziehung aller am Bau Beteiligten in den Versicherungsschutz.

Fazit

Die Bauleistungsversicherung ist ein wichtiger Baustein für jedes Bauprojekt, der Bauherren und Bauunternehmer vor unvorhergesehenen Schäden während der Bauphase schützt. Sie bietet eine breite Allgefahrendeckung für Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile und hilft, finanzielle Risiken zu minimieren. Wer ein Haus baut oder einen größeren Umbau plant, sollte die Bauleistungsversicherung sorgfältig prüfen und gegebenenfalls mit einer Bauherrenhaftpflichtversicherung kombinieren, um umfassend abgesichert zu sein.

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