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Was ist Beleihungsauslauf? Einfach erklärt

Der Beleihungsauslauf zeigt, zu welchem Anteil eine Immobilie mit einem Kredit finanziert ist – und beeinflusst Zinsen und Konditionen deutlich.

5 min Lesezeit
Was ist Beleihungsauslauf? Einfach erklärt

Beim Thema Baufinanzierung tauchen viele Fachbegriffe auf, die für Außenstehende schnell verwirrend wirken können. Einer dieser Begriffe ist der Beleihungsauslauf. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Risikos durch die Bank und damit bei der Festlegung von Zinssätzen und Konditionen. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, was der Beleihungsauslauf genau ist, wie er berechnet wird, warum er für die Finanzierung wichtig ist und wie sich ein niedriger oder hoher Beleihungsauslauf auf die eigenen Finanzen auswirkt.

Was ist der Beleihungsauslauf?

Der Beleihungsauslauf ist eine Kennzahl, die angibt, zu welchem Anteil eine Immobilie mit einem Kredit finanziert ist. Er wird in Prozent ausgedrückt und beschreibt das Verhältnis zwischen dem Kreditbetrag und dem Beleihungswert der Immobilie. Je höher der Beleihungsauslauf, desto größer ist der Anteil der Fremdfinanzierung im Verhältnis zum Wert der Immobilie.

In der Praxis bedeutet ein hoher Beleihungsauslauf, dass die Bank ein höheres Risiko eingeht, weil der Kreditbetrag nahe am Wert der Immobilie liegt. Ein niedriger Beleihungsauslauf signalisiert dagegen, dass ein größerer Teil des Immobilienwerts durch Eigenkapital abgedeckt ist, was das Risiko für die Bank verringert.

  • Der Beleihungsauslauf ist das Verhältnis von Kreditbetrag zu Beleihungswert in Prozent.
  • Er zeigt, wie stark eine Immobilie mit Fremdkapital finanziert ist.
  • Ein niedriger Beleihungsauslauf bedeutet weniger Risiko für die Bank.
  • Ein hoher Beleihungsauslauf kann zu höheren Zinsen führen.
  • Der Beleihungsauslauf beeinflusst die Konditionen der Baufinanzierung.

Beleihungswert vs. Kaufpreis

Ein häufiges Missverständnis ist, dass der Beleihungsauslauf auf dem Kaufpreis der Immobilie basiert. Tatsächlich verwendet die Bank den Beleihungswert, der in der Regel unter dem Kaufpreis liegt. Der Beleihungswert ist der Betrag, den die Bank langfristig bei einem Verkauf der Immobilie erzielen kann, und berücksichtigt Sicherheitsabschläge und mögliche Wertverluste.

Der Beleihungswert wird durch verschiedene Verfahren ermittelt, wie das Verkehrswertverfahren oder das Sachwertverfahren. Dabei werden Faktoren wie Lage, Zustand der Immobilie und Marktbedingungen berücksichtigt. Die Bank kalkuliert zusätzlich einen Sicherheitsabschlag ein, um das Risiko von Wertverlusten zu minimieren.

  • Der Beleihungswert liegt in der Regel unter dem Kaufpreis.
  • Er berücksichtigt Sicherheitsabschläge und mögliche Wertverluste.
  • Verschiedene Verfahren wie Verkehrswert- oder Sachwertverfahren werden verwendet.
  • Der Beleihungswert ist die Grundlage für die Berechnung des Beleihungsauslaufs.
  • Er spiegelt den langfristig erzielbaren Verkaufswert wider.

Berechnung des Beleihungsauslaufs

Die Berechnung des Beleihungsauslaufs erfolgt nach einer einfachen Formel: Kreditbetrag geteilt durch Beleihungswert, multipliziert mit 100. Das Ergebnis ist der Beleihungsauslauf in Prozent. Dabei werden alle für die Finanzierung beantragten Darlehen, einschließlich Förderkredite und bestehende Vorlasten, berücksichtigt.

Beispiel: Der Beleihungswert einer Immobilie beträgt 200.000 Euro. Der Kreditbetrag liegt bei 150.000 Euro. Der Beleihungsauslauf berechnet sich wie folgt: (150.000 / 200.000) * 100 = 75 Prozent. Dies bedeutet, dass 75 Prozent des Beleihungswerts durch Fremdkapital finanziert sind.

  • Formel: (Kreditbetrag / Beleihungswert) * 100 = Beleihungsauslauf in %.
  • Alle Darlehen und Vorlasten werden in die Berechnung einbezogen.
  • Ein Beispiel: 150.000 Euro Kredit bei 200.000 Euro Beleihungswert ergibt 75 %.
  • Der Beleihungsauslauf zeigt den Anteil der Fremdfinanzierung.
  • Je höher der Wert, desto größer das Risiko für die Bank.

Einfluss auf Zinsen und Konditionen

Der Beleihungsauslauf hat einen direkten Einfluss auf die Zinsen und Konditionen der Baufinanzierung. Ein niedriger Beleihungsauslauf bedeutet ein geringeres Risiko für die Bank, was sich in der Regel in niedrigeren Zinssätzen niederschlägt. Umgekehrt können hohe Beleihungsausläufe zu höheren Zinsen führen, da das Risiko für die Bank steigt.

Viele Banken legen eine Beleihungsgrenze fest, bis zu der sie besonders günstige Konditionen anbieten. Diese Grenze liegt häufig bei etwa 60 Prozent des Beleihungswerts. Überschreitet der Beleihungsauslauf diese Grenze, können die Zinsen deutlich ansteigen.

  • Ein niedriger Beleihungsauslauf führt in der Regel zu niedrigeren Zinsen.
  • Hohe Beleihungsausläufe können zu höheren Zinsen führen.
  • Viele Banken haben eine Beleihungsgrenze von etwa 60 %.
  • Übersteigt der Beleihungsauslauf die Grenze, steigen die Zinsen.
  • Der Beleihungsauslauf beeinflusst die Gesamtkosten der Finanzierung.

Praxisbeispiele und Auswirkungen

Ein konkretes Beispiel: Eine Immobilie hat einen Beleihungswert von 300.000 Euro. Der Kreditbetrag beträgt 180.000 Euro. Der Beleihungsauslauf liegt bei 60 Prozent (180.000 / 300.000 * 100). In diesem Fall erhält der Kreditnehmer in der Regel besonders günstige Konditionen, da der Beleihungsauslauf die Beleihungsgrenze nicht überschreitet.

Ein weiteres Beispiel: Der Beleihungswert beträgt 250.000 Euro, der Kreditbetrag 200.000 Euro. Der Beleihungsauslauf liegt bei 80 Prozent (200.000 / 250.000 * 100). Hier steigt das Risiko für die Bank deutlich, was sich in höheren Zinsen niederschlagen kann.

  • Beispiel 1: 180.000 Euro Kredit bei 300.000 Euro Beleihungswert = 60 %.
  • Beispiel 2: 200.000 Euro Kredit bei 250.000 Euro Beleihungswert = 80 %.
  • Ein Beleihungsauslauf von 60 % führt zu günstigen Konditionen.
  • Ein Beleihungsauslauf von 80 % kann zu höheren Zinsen führen.
  • Die Höhe des Beleihungsauslaufs beeinflusst die monatliche Belastung.

Strategien zur Optimierung des Beleihungsauslaufs

Um den Beleihungsauslauf zu optimieren, können verschiedene Strategien verfolgt werden. Eine Möglichkeit ist, mehr Eigenkapital einzusetzen, was den Kreditbetrag und damit den Beleihungsauslauf senkt. Auch die Wahl einer Immobilie mit einem höheren Beleihungswert kann helfen, den Beleihungsauslauf zu reduzieren.

Zusätzlich kann die Aufnahme von Förderkrediten oder die Nutzung von staatlichen Förderprogrammen den Beleihungsauslauf positiv beeinflussen. Es ist wichtig, alle Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen und gegebenenfalls eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um die besten Konditionen zu erhalten.

  • Mehr Eigenkapital einsetzen, um den Kreditbetrag zu senken.
  • Immobilien mit höherem Beleihungswert wählen.
  • Förderkredite und staatliche Programme nutzen.
  • Alle Finanzierungsmöglichkeiten prüfen.
  • Eine Beratung in Anspruch nehmen, um optimale Konditionen zu erhalten.

Fazit

Der Beleihungsauslauf ist eine entscheidende Kennzahl bei der Baufinanzierung, die das Verhältnis von Kreditbetrag zu Beleihungswert beschreibt. Ein niedriger Beleihungsauslauf bedeutet weniger Risiko für die Bank und führt in der Regel zu günstigeren Zinsen und Konditionen. Um den Beleihungsauslauf zu optimieren, kann mehr Eigenkapital eingesetzt werden, Immobilien mit höherem Beleihungswert gewählt werden oder Förderkredite genutzt werden. Eine sorgfältige Planung und Beratung sind wichtig, um die besten Konditionen zu erhalten und die Gesamtkosten der Finanzierung zu minimieren.

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