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Wann lohnt sich der iSFP-Zuschuss?

Der iSFP-Zuschuss lohnt sich vor allem bei umfangreichen Sanierungen: Er bringt 5 % mehr Förderung und verdoppelt die förderfähige Summe pro Jahr auf 60.000 Euro.

6 min Lesezeit
Wann lohnt sich der iSFP-Zuschuss?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein zentraler Baustein der staatlichen Förderung für energetische Sanierungen in Deutschland. Er zeigt Hausbesitzern, in welcher Reihenfolge sie Dämmung, Fenster, Heizung und andere Maßnahmen sinnvoll umsetzen können – und sichert gleichzeitig einen zusätzlichen Förderbonus. Doch lohnt sich der Aufwand und die Investition in einen iSFP für jedes Objekt? Dieser Ratgeber zeigt, unter welchen Bedingungen der iSFP-Zuschuss wirtschaftlich sinnvoll ist und wann sich der Schritt lohnt.

Was ist der iSFP und wie funktioniert der Zuschuss?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein schrittweiser Plan, den ein zertifizierter Energieberater für ein bestehendes Wohngebäude erstellt. Er analysiert den aktuellen energetischen Zustand und empfiehlt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, um den Energieverbrauch zu senken und die Wohnqualität zu verbessern. Die im iSFP aufgeführten Maßnahmen sind unverbindliche Handlungsempfehlungen, die Eigentümer über mehrere Jahre umsetzen können.

Der iSFP-Zuschuss besteht aus zwei Komponenten: Zum einen wird die Erstellung des Sanierungsfahrplans selbst vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert, typischerweise mit bis zu 50 Prozent der Beratungskosten. Zum anderen sichert ein iSFP einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozent auf viele förderfähige Einzelmaßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Diese 5 Prozent werden zusätzlich zu den regulären 15 Prozent gewährt, sodass der Gesamtfördersatz auf 20 Prozent steigt.

  • Der iSFP ist ein schrittweiser Sanierungsplan für bestehende Wohngebäude.
  • Er wird von einem zertifizierten Energieberater erstellt und vom BAFA gefördert.
  • Der iSFP-Zuschuss umfasst die Beratungsförderung plus einen 5-%-Bonus auf Sanierungsmaßnahmen.
  • Die Maßnahmen im iSFP sind Empfehlungen, die Eigentümer über bis zu 15 Jahre umsetzen können.
  • Für den Bonus gelten bestimmte Voraussetzungen wie Gebäudealter und Nutzungszweck.

Voraussetzungen für den iSFP-Zuschuss

Damit ein iSFP überhaupt förderfähig ist und der 5-%-Bonus greift, müssen einige Rahmenbedingungen erfüllt sein. In der Regel gilt: Das Gebäude muss mindestens 10 Jahre alt sein, in Deutschland stehen und vorwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden. Förderfähig sind Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser, wobei die genauen Regeln je nach Programm und Bundesland leicht variieren können.

Zudem muss der iSFP von einem anerkannten Energieberater erstellt werden, der in die entsprechenden Listen des BAFA eingetragen ist. Die Maßnahmen, für die der Bonus gewährt wird, müssen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig sein, etwa Dämmung, Fenster, Heizungssysteme oder Lüftungsanlagen. Wird ein Sanierungsschritt später besser ausgeführt als im iSFP vorgesehen, muss dieser verbesserte Standard in der Regel auch eingehalten werden, um die Förderung zu erhalten.

  • Gebäude mindestens 10 Jahre alt und vorwiegend als Wohngebäude genutzt.
  • Erstellung durch einen anerkannten Energieberater.
  • Maßnahmen müssen im BEG-Programm förderfähig sein.
  • Förderung gilt für Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser.
  • Maßnahmen im iSFP sind Empfehlungen, die über bis zu 15 Jahre umsetzbar sind.

Wann der iSFP wirtschaftlich sinnvoll ist

Der iSFP lohnt sich vor allem dann, wenn an einem Objekt mehrere größere Sanierungsmaßnahmen geplant sind. Typische Beispiele sind umfangreiche Dachsanierungen, komplette Fassadendämmungen, Fenstertausch oder der Austausch der Heizung. In solchen Fällen summieren sich die Investitionskosten schnell auf mehrere Zehntausend Euro, sodass der zusätzliche 5-%-Bonus und die höhere förderfähige Summe einen deutlichen finanziellen Vorteil bringen.

Bei kleineren Einzelmaßnahmen, etwa der Sanierung eines einzelnen Fensters oder einer kleinen Teilbereichsdämmung, kann sich der Aufwand für einen iSFP dagegen weniger lohnen. Hier übersteigen die Beratungskosten und der administrative Aufwand oft den zusätzlichen Förderbetrag. Auch bei denkmalgeschützten Gebäuden mit stark eingeschränktem Handlungsspielraum oder bei einer kompletten Effizienzhaussanierung in einem Schritt können andere Förderprogramme sinnvoller sein.

  • Besonders sinnvoll bei umfangreichen Sanierungen mit hohen Investitionssummen.
  • Weniger lohnend bei kleinen Einzelmaßnahmen mit geringen Kosten.
  • Gut geeignet, wenn mehrere Maßnahmen über mehrere Jahre geplant sind.
  • Eher ungeeignet bei stark eingeschränkten Objekten wie Denkmälern.
  • Alternative Programme können bei Komplettsanierungen attraktiver sein.

Beispielrechnung: Dachsanierung mit und ohne iSFP

Ein anschauliches Beispiel zeigt, wie sich der iSFP-Zuschuss konkret auswirken kann. Angenommen, eine Dachsanierung kostet 60.000 Euro förderfähige Kosten. Ohne iSFP wird im Rahmen der BEG in der Regel ein Fördersatz von 15 Prozent auf maximal 30.000 Euro förderfähige Kosten gewährt. Das ergibt 4.500 Euro Zuschuss (15 % von 30.000 Euro).

Wurde dagegen ein iSFP erstellt, steigt der Fördersatz auf 20 Prozent, und die förderfähige Summe verdoppelt sich auf 60.000 Euro pro Jahr und Wohneinheit. In diesem Beispiel wären dann 20 Prozent von 60.000 Euro förderfähig, also 12.000 Euro Zuschuss. Der Unterschied beträgt 7.500 Euro – allein durch den vorhandenen iSFP. Selbst wenn die Erstellung des Sanierungsfahrplans einige hundert Euro Eigenanteil kostet, bleibt ein deutlicher finanzieller Vorteil.

  • Ohne iSFP: 15 % Förderung auf 30.000 Euro = 4.500 Euro Zuschuss.
  • Mit iSFP: 20 % Förderung auf 60.000 Euro = 12.000 Euro Zuschuss.
  • Differenz: 7.500 Euro mehr Förderung durch den iSFP.
  • Eigenanteil für den iSFP liegt typischerweise im niedrigen dreistelligen Bereich.
  • Der Effekt ist besonders bei hohen Investitionssummen spürbar.

Zeitrahmen und Umsetzung der Maßnahmen

Ein wichtiger Aspekt des iSFP ist der Zeitrahmen. Eigentümer haben in der Regel bis zu 15 Jahre Zeit, die im Sanierungsfahrplan empfohlenen Maßnahmen umzusetzen und dabei die angebotenen Fördermöglichkeiten zu nutzen. Dies ermöglicht eine schrittweise Sanierung, die sich an den finanziellen Möglichkeiten und Lebenssituationen der Bewohner orientiert.

Innerhalb dieses Zeitraums können einzelne Maßnahmen in verschiedenen Kalenderjahren beantragt werden. Wichtig ist, dass die Maßnahmen im Rahmen der jeweils gültigen BEG-Bedingungen durchgeführt werden und die im iSFP festgelegten Standards eingehalten werden. So lässt sich vermeiden, dass durch Fehlinvestitionen oder falsche Reihenfolge Fördermittel verloren gehen oder unnötige Kosten entstehen.

  • Bis zu 15 Jahre Zeit für die Umsetzung der im iSFP empfohlenen Maßnahmen.
  • Maßnahmen können über mehrere Jahre verteilt werden.
  • Jährliche Fördergrenzen und Bedingungen müssen eingehalten werden.
  • Reihenfolge der Maßnahmen sollte sinnvoll geplant werden.
  • Fehlinvestitionen und unnötige Kosten lassen sich so vermeiden.

Kosten der iSFP-Erstellung und Eigenanteil

Die Erstellung eines iSFP ist mit Kosten verbunden, die je nach Umfang der Beratung und Größe des Gebäudes variieren. Für ein typisches Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten in der Regel im Bereich von etwa 1.300 Euro, wobei das BAFA bis zu 50 Prozent dieser Summe übernimmt. Der Eigenanteil beträgt dann etwa 650 Euro. Bei größeren Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten steigen sowohl die Gesamtkosten als auch der maximale Zuschussbetrag.

Diese Investition in die Beratung kann sich schnell amortisieren, wenn im Anschluss größere Sanierungsmaßnahmen geplant sind. Der iSFP hilft, die richtigen Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge zu wählen, was langfristig zu geringeren Energiekosten und höherem Wohnkomfort führt. Zudem sichert er den 5-%-Bonus und die höhere förderfähige Summe, was bei umfangreichen Projekten einen deutlichen finanziellen Vorteil bringt.

  • Typischer Eigenanteil für ein Einfamilienhaus etwa 650 Euro.
  • BAFA übernimmt bis zu 50 Prozent der Beratungskosten.
  • Kosten steigen bei größeren Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten.
  • Investition in den iSFP amortisiert sich oft durch höhere Förderung.
  • Langfristig entstehen Einsparungen durch geringere Energiekosten.

Alternativen und Grenzfälle

Der iSFP ist nicht für jede Situation die beste Lösung. Bei kleineren Einzelmaßnahmen, bei denen die Investitionssumme unter der typischen Fördergrenze liegt, kann sich der Aufwand nicht lohnen. Auch bei denkmalgeschützten Gebäuden mit stark eingeschränktem Handlungsspielraum oder bei einer kompletten Effizienzhaussanierung in einem Schritt können andere Förderprogramme attraktiver sein.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, direkt die passenden Einzelmaßnahmen zu fördern, ohne einen umfassenden Sanierungsfahrplan zu erstellen. Zudem gibt es Programme, die speziell auf bestimmte Maßnahmen wie Heizungsaustausch oder Fenstertausch ausgerichtet sind. Eine individuelle Beratung hilft, die passende Förderstrategie für das jeweilige Objekt zu finden.

  • Nicht immer sinnvoll bei kleinen Einzelmaßnahmen.
  • Bei Denkmälern können andere Programme geeigneter sein.
  • Komplettsanierungen in einem Schritt haben eigene Fördermöglichkeiten.
  • Einzelmaßnahmen können direkt gefördert werden.
  • Individuelle Beratung hilft, die beste Förderstrategie zu finden.

Fazit

Der iSFP-Zuschuss lohnt sich vor allem bei umfangreichen und langfristig geplanten Sanierungen, bei denen mehrere größere Maßnahmen anstehen. Er bringt einen zusätzlichen 5-%-Förderbonus und verdoppelt die förderfähige Summe pro Jahr auf 60.000 Euro, was bei hohen Investitionssummen einen deutlichen finanziellen Vorteil bedeutet. Die Erstellung des Sanierungsfahrplans selbst ist mit einem überschaubaren Eigenanteil verbunden und hilft, Fehlinvestitionen zu vermeiden und Fördermittel optimal zu nutzen. Für kleinere Einzelmaßnahmen oder spezielle Objekte wie Denkmäler kann jedoch eine andere Förderstrategie sinnvoller sein.

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