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Verkauf einer vermieteten Wohnung: Wann lohnt es sich?

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung kann sich lohnen – wenn Lage, Miete, Mieter und Marktbedingungen stimmen. Hier erfahren Sie, wann sich der Schritt rechnet und worauf Sie achten sollten.

8 min Lesezeit
Verkauf einer vermieteten Wohnung: Wann lohnt es sich?

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung ist grundsätzlich möglich und wird in vielen Fällen bewusst als strategische Entscheidung getroffen. Während ein leerstehendes Objekt oft schneller und zu einem höheren Preis verkauft werden kann, bietet eine vermietete Wohnung vor allem Kapitalanlegern regelmäßige Mieteinnahmen und damit eine attraktive Rendite. Ob sich der Verkauf einer vermieteten Wohnung für Sie lohnt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: von der Lage und dem Zustand der Immobilie über die Höhe der Miete bis hin zu Ihren persönlichen finanziellen Zielen und der aktuellen Marktlage. In diesem Ratgeber zeigen wir auf, unter welchen Bedingungen sich der Verkauf einer vermieteten Wohnung besonders rechnet – und wann es sinnvoller sein kann, die Wohnung weiterzuvermieten.

Grundlagen: Was bedeutet „vermietete Wohnung verkaufen“?

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung bleibt der bestehende Mietvertrag grundsätzlich bestehen. Das berühmte Prinzip „Kauf bricht nicht Miete“ bedeutet, dass der neue Eigentümer automatisch alle Rechte und Pflichten aus dem Mietverhältnis übernimmt. Der Mieter behält seinen Mietvertrag, die Kündigungsfristen und den Kündigungsschutz bleiben unverändert. Für den Verkäufer bedeutet das, dass er die Immobilie mit laufendem Mietverhältnis übergeben kann, ohne den Mieter vorab kündigen zu müssen.

Vermietete Wohnungen werden häufig als Kapitalanlage verkauft, also an Investoren, die sich vor allem an der Mieteinnahme und der Rendite orientieren. Gleichzeitig können auch Selbstnutzer interessiert sein, die bereit sind, den Mieter zunächst zu übernehmen und später – unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen – eine Eigenbedarfskündigung auszusprechen. Wichtig ist, dass der Verkauf transparent vorbereitet wird: mit vollständigen Unterlagen, einer realistischen Wertermittlung und einer klaren Kommunikation mit Mieter und Hausverwaltung.

  • Bestehende Mietverträge bleiben beim Eigentümerwechsel grundsätzlich bestehen.
  • Der Käufer übernimmt alle Rechte und Pflichten des Vermieters.
  • Vermietete Wohnungen werden häufig als Kapitalanlage an Investoren verkauft.
  • Selbstnutzer können die Wohnung ebenfalls kaufen, müssen aber die Kündigungsfristen beachten.
  • Eine frühzeitige Information des Mieters über den Verkauf ist sinnvoll.

Wann lohnt sich der Verkauf einer vermieteten Wohnung?

Ob sich der Verkauf einer vermieteten Wohnung lohnt, hängt vor allem von drei Aspekten ab: der Rendite der Immobilie, der Entwicklung des Immobilienmarktes und Ihren persönlichen Zielen. Wenn die Mieteinnahmen die laufenden Kosten deutlich übersteigen und die Immobilie an einem attraktiven Standort liegt, kann der Verkauf für Sie besonders lukrativ sein. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, die Wohnung zu verkaufen, wenn Sie das Kapital für andere Anlagen oder Projekte nutzen möchten oder wenn die Verwaltung der Immobilie für Sie zu aufwendig wird.

Ein typisches Beispiel: Eine Eigentumswohnung in einer Großstadt erzielt eine Nettokaltmiete von 800 Euro pro Monat, während die laufenden Kosten (Hausgeld, Instandhaltungsrücklage, Steuern) bei etwa 300 Euro liegen. Die jährliche Nettomieteinnahme beträgt damit rund 6.000 Euro. Wenn der Verkaufspreis der Wohnung bei 300.000 Euro liegt, ergibt sich eine Bruttorendite von etwa 2 Prozent. In einem Umfeld mit niedrigen Zinsen kann diese Rendite für Investoren attraktiv sein, während Sie als Eigentümer möglicherweise mit dem Verkaufserlös eine höhere Rendite in anderen Anlagen erzielen können.

  • Hohe Mieteinnahmen im Verhältnis zu den Kosten sprechen für einen Verkauf.
  • Attraktive Standorte mit steigenden Mieten erhöhen den Verkaufswert.
  • Persönliche Gründe wie Umzug, Erbschaft oder Kapitalbedarf können den Verkauf sinnvoll machen.
  • Wenn die Verwaltung der Immobilie zu aufwendig wird, kann der Verkauf Erleichterung bringen.
  • Ein günstiger Zeitpunkt am Immobilienmarkt kann den Verkaufserlös deutlich erhöhen.

Faktoren, die den Verkaufswert beeinflussen

Der Verkaufswert einer vermieteten Wohnung hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Lage, der Zustand der Immobilie, die Höhe der Miete, die Dauer des Mietverhältnisses und die Zahlungsmoral des Mieters. Eine Wohnung in einem attraktiven Stadtteil mit guter Infrastruktur und moderner Ausstattung erzielt in der Regel einen höheren Preis als ein Objekt in einem weniger gefragten Gebiet. Gleichzeitig spielt die Miete eine zentrale Rolle: Je höher die Miete im Verhältnis zum Verkaufspreis, desto attraktiver ist die Immobilie für Kapitalanleger.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Mieterstruktur. Solide, langjährige Mieter mit guter Zahlungsmoral erhöhen den Wert der Immobilie, da sie für den Käufer Planungssicherheit bieten. Gleichzeitig kann eine hohe Instandhaltungsrücklage oder ein aktueller Wirtschaftsplan die Attraktivität der Wohnung steigern, da der Käufer weniger unerwartete Kosten befürchten muss. Sanierungsmaßnahmen wie eine neue Heizung, ein moderner Energieausweis oder eine Renovierung der Bäder können den Verkaufswert zusätzlich erhöhen.

  • Lage und Infrastruktur der Immobilie beeinflussen den Verkaufswert.
  • Der Zustand der Wohnung und der Hausanlage spielt eine wichtige Rolle.
  • Die Höhe der Miete im Verhältnis zum Verkaufspreis ist entscheidend.
  • Die Mieterstruktur und Zahlungsmoral erhöhen die Attraktivität.
  • Sanierungsmaßnahmen und ein guter Energieausweis steigern den Wert.

Vermietet oder leer verkaufen: Was ist besser?

Ein häufiger Streitpunkt ist die Frage, ob eine Wohnung besser vermietet oder leer verkauft werden sollte. Vermietete Wohnungen sind für Kapitalanleger attraktiv, da sie sofort Mieteinnahmen generieren. Gleichzeitig können leerstehende Wohnungen für Selbstnutzer interessanter sein, da sie keine Kündigungsfristen oder Mieterwechsel berücksichtigen müssen. In der Praxis kann der Verkauf einer vermieteten Wohnung zu einem niedrigeren Preis führen, da Käufer für den Aufwand der Eigenbedarfskündigung einen Preisabschlag fordern.

Ein Beispiel: Eine Wohnung in einem attraktiven Stadtteil wird leer verkauft und erzielt einen Preis von 350.000 Euro. Dieselbe Wohnung mit einem langjährigen Mieter könnte nur 320.000 Euro bringen, da der Käufer die Kündigungsfristen und den möglichen Mieterwechsel berücksichtigen muss. Gleichzeitig kann der Verkauf an einen Kapitalanleger zu einem höheren Preis führen, wenn die Mieteinnahmen attraktiv sind. Die Entscheidung hängt daher von der Zielgruppe ab: Für Kapitalanleger ist eine vermietete Wohnung oft attraktiver, für Selbstnutzer kann eine leere Wohnung vorteilhafter sein.

  • Vermietete Wohnungen sind für Kapitalanleger attraktiv.
  • Leerstehende Wohnungen können für Selbstnutzer attraktiver sein.
  • Ein Preisabschlag bei vermieteten Wohnungen ist möglich.
  • Die Zielgruppe (Kapitalanleger vs. Selbstnutzer) beeinflusst den Verkaufspreis.
  • Eine Mietaufhebungsvereinbarung kann den Verkauf erleichtern.

Rechtliche Aspekte und Mieterrechte

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung müssen verschiedene rechtliche Aspekte beachtet werden. Dazu gehört das Vorkaufsrecht des Mieters, das in manchen Fällen besteht, wenn der Vermieter die Wohnung verkaufen möchte. Gleichzeitig muss der Mieter über den Verkauf informiert werden, auch wenn er keinen Einfluss auf den Verkauf hat. Der Käufer übernimmt den Mietvertrag und muss die gesetzlichen Kündigungsfristen einhalten, wenn er die Wohnung für Eigenbedarf nutzen möchte.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Kündigungsschutz des Mieters. Nach dem Eigentümerwechsel genießt der Mieter einen erweiterten Kündigungsschutz, der den Käufer daran hindert, die Wohnung sofort zu kündigen. In der Regel muss der Käufer drei Jahre warten, bevor er die Wohnung für Eigenbedarf kündigen kann. Gleichzeitig muss der Verkäufer die Mietkaution auf ein Konto des neuen Eigentümers überweisen und die Mieteinnahmen ab dem vereinbarten Zeitpunkt an den Käufer weiterleiten.

  • Das Vorkaufsrecht des Mieters muss geprüft werden.
  • Der Mieter muss über den Verkauf informiert werden.
  • Der Käufer übernimmt den Mietvertrag und die Kündigungsfristen.
  • Ein erweiterter Kündigungsschutz für den Mieter besteht nach dem Eigentümerwechsel.
  • Die Mietkaution muss auf ein Konto des neuen Eigentümers überwiesen werden.

Steuerliche und finanzielle Aspekte

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung spielen steuerliche Aspekte eine wichtige Rolle. Wenn die Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf verkauft wird, kann Spekulationssteuer fällig werden. Der Gewinn aus dem Verkauf wird dabei versteuert, wobei abzugsfähige Kosten wie Maklergebühren, Notarkosten oder Sanierungskosten den steuerpflichtigen Gewinn mindern können. Gleichzeitig können die Mieteinnahmen in den letzten Jahren die Steuerlast beeinflussen, da sie als Einkommen versteuert werden.

Ein Beispiel: Eine Wohnung wurde vor fünf Jahren für 250.000 Euro gekauft und wird heute für 350.000 Euro verkauft. Der Gewinn beträgt 100.000 Euro. Wenn die Spekulationssteuer fällig ist, kann dieser Betrag je nach Steuersatz erheblich sein. Gleichzeitig können abzugsfähige Kosten wie Maklergebühren oder Sanierungskosten den steuerpflichtigen Gewinn reduzieren. Es empfiehlt sich daher, einen Steuerberater oder einen Immobilienexperten zu konsultieren, um die steuerlichen Auswirkungen des Verkaufs zu klären.

  • Spekulationssteuer kann fällig werden, wenn die Immobilie innerhalb von zehn Jahren verkauft wird.
  • Abzugsfähige Kosten können den steuerpflichtigen Gewinn mindern.
  • Mieteinnahmen werden als Einkommen versteuert.
  • Ein Steuerberater kann die steuerlichen Auswirkungen des Verkaufs klären.
  • Die steuerliche Beratung sollte frühzeitig erfolgen.

Praktische Schritte beim Verkauf einer vermieteten Wohnung

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Zunächst sollte der Marktwert der Immobilie ermittelt werden, entweder durch einen professionellen Gutachter oder einen Immobilienmakler. Dabei werden verschiedene Verfahren wie das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren und das Sachwertverfahren genutzt. Anschließend sollten alle relevanten Unterlagen zusammengestellt werden, darunter der Mietvertrag, die Nebenkostenabrechnungen der letzten Jahre, der Energieausweis und Sanierungsnachweise.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Kommunikation mit dem Mieter. Der Mieter sollte frühzeitig über den Verkauf informiert werden, auch wenn er keinen Einfluss auf den Verkauf hat. Gleichzeitig kann eine Mietaufhebungsvereinbarung in Betracht gezogen werden, wenn der Mieter bereit ist, die Wohnung zu verlassen. Schließlich sollten die Besichtigungen organisiert werden, wobei der Mieter über die Termine informiert werden sollte. Nach dem Verkauf muss die Mietkaution auf ein Konto des neuen Eigentümers überwiesen werden und die Mieteinnahmen ab dem vereinbarten Zeitpunkt an den Käufer weitergeleitet werden.

  • Marktwert der Immobilie ermitteln.
  • Alle relevanten Unterlagen zusammensuchen.
  • Mieter frühzeitig über den Verkauf informieren.
  • Mietaufhebungsvereinbarung in Betracht ziehen.
  • Besichtigungen organisieren und den Mieter informieren.
  • Mietkaution auf ein Konto des neuen Eigentümers überweisen.

Fazit

Der Verkauf einer vermieteten Wohnung kann sich in vielen Fällen lohnen, insbesondere wenn die Mieteinnahmen die laufenden Kosten deutlich übersteigen und die Immobilie an einem attraktiven Standort liegt. Gleichzeitig müssen rechtliche, steuerliche und praktische Aspekte sorgfältig berücksichtigt werden, um einen reibungslosen Verkaufsprozess zu gewährleisten. Ob sich der Verkauf für Sie lohnt, hängt von Ihrer persönlichen Situation, den Marktbedingungen und Ihren finanziellen Zielen ab. Eine professionelle Beratung kann dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen und den Verkauf erfolgreich abzuschließen.

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