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Teilverkauf einer Immobilie: Die häufigsten Fehler

Teilverkauf einer Immobilie: Häufige Fehler, die Eigentümer teuer zu stehen kommen können – und wie man sie vermeidet.

6 min Lesezeit
Teilverkauf einer Immobilie: Die häufigsten Fehler

Der Teilverkauf einer Immobilie wirkt auf den ersten Blick verlockend: Ein Teil der Immobilie wird verkauft, dafür fließt schnell Kapital, und der Eigentümer kann weiterhin in seinem Zuhause wohnen bleiben. Doch hinter dieser scheinbar einfachen Lösung lauern zahlreiche Stolpersteine, die viele Eigentümer unterschätzen. Häufige Fehler reichen von falschen Erwartungen an die Auszahlungssumme über mangelnde Kenntnis der laufenden Kosten bis hin zu unklaren Regelungen für den späteren Verkauf. In diesem Ratgeber werden die typischsten Fehler beim Immobilienteilverkauf aufgezeigt und konkrete Hinweise gegeben, wie sie vermieden werden können.

Fehler 1: Den Teilverkauf als einfache Sofortlösung missverstehen

Viele Eigentümer sehen im Teilverkauf vor allem eine schnelle Möglichkeit, Kapital zu erhalten, ohne das Haus oder die Wohnung verlassen zu müssen. Tatsächlich ist ein Teilverkauf aber ein langfristiges Finanzierungs- und Eigentumsmodell mit komplexen Vertragsbedingungen. Wer ihn nur als kurzfristige Geldquelle betrachtet, unterschätzt die Folgen für die eigene finanzielle Situation und die Nutzung der Immobilie über viele Jahre.

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass der erhaltene Betrag dem einfachen Anteil am Immobilienwert entspricht – etwa 20 Prozent des Werts für 20 Prozent der Immobilie. In der Praxis werden jedoch Nutzungsentgelte, Bearbeitungsgebühren und spätere Verkaufsprovisionen fällig, die den effektiven Gewinn deutlich schmälern. Zudem bleibt der Eigentümer für die laufenden Kosten und Instandhaltungen verantwortlich, was die monatliche Belastung erhöht.

  • Den Teilverkauf nicht als kurzfristige Geldquelle, sondern als langfristige Vereinbarung betrachten.
  • Sich bewusst machen, dass laufende Kosten und Nutzungsentgelte die monatliche Belastung erhöhen.
  • Vorab prüfen, ob die gewünschte Auszahlungssumme realistisch ist und welche Folgekosten entstehen.
  • Sich nicht von der vermeintlich einfachen Handhabung und schnellen Abwicklung leiten lassen.
  • Den Teilverkauf nur in Betracht ziehen, wenn er in die langfristige Finanzplanung passt.

Fehler 2: Den Marktwert der Immobilie falsch einschätzen

Ein entscheidender Fehler beim Teilverkauf ist die ungenaue oder zu optimistische Einschätzung des Marktwerts der Immobilie. Wird der Wert zu niedrig angesetzt, erhält der Eigentümer weniger Geld für den verkauften Anteil, als er erwarten könnte. Wird er zu hoch angesetzt, kann dies zu unrealistischen Erwartungen an die Auszahlung führen und später zu Konflikten mit dem Teilkäufer.

Viele Anbieter lassen den Wert durch einen Gutachter ermitteln, doch nicht immer ist dieser unabhängig oder transparent. Eigentümer sollten daher sicherstellen, dass ein unabhängiger, erfahrener Gutachter den Wert feststellt und die Bewertung nachvollziehbar begründet wird. Eine zweite Meinung oder eine eigene Schätzung kann helfen, den Wert realistisch einzuordnen.

  • Den Marktwert der Immobilie durch einen unabhängigen Gutachter ermitteln lassen.
  • Die Bewertung nachvollziehbar begründen lassen und bei Bedarf eine zweite Meinung einholen.
  • Nicht auf Schätzungen von Anbietern vertrauen, die möglicherweise den Wert zu niedrig ansetzen.
  • Den ermittelten Wert mit aktuellen Marktdaten vergleichen.
  • Den Wert regelmäßig überprüfen, wenn der Teilverkauf über einen längeren Zeitraum läuft.

Fehler 3: Die laufenden Kosten und Nutzungsentgelte unterschätzen

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Unterschätzung der laufenden Kosten und Nutzungsentgelte, die mit einem Teilverkauf verbunden sind. Der Eigentümer zahlt in der Regel ein monatliches Nutzungsentgelt an den Teilkäufer, das vergleichbar einer Miete ist. Zusätzlich bleiben die Betriebs- und Erhaltungskosten, wie Strom, Heizung, Reparaturen und Modernisierungen, meist vollständig beim Eigentümer.

Wer diese Kosten nicht genau kalkuliert, kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Besonders problematisch wird es, wenn der Eigentümer das Nutzungsentgelt nicht mehr zahlen kann. In diesem Fall kann der Teilkäufer den Vertrag wegen einer Vertragsstörung kündigen und die Immobilie verkaufen. Daher ist es wichtig, die monatliche Belastung realistisch einzuschätzen und sicherzustellen, dass sie langfristig tragbar ist.

  • Die monatlichen Nutzungsentgelte und laufenden Kosten genau kalkulieren.
  • Sicherstellen, dass die Belastung langfristig tragbar ist.
  • Die Folgen einer Zahlungsunfähigkeit für das Nutzungsentgelt kennen.
  • Bei Bedarf alternative Finanzierungsmodelle prüfen.
  • Die Kosten regelmäßig überprüfen und anpassen.

Fehler 4: Die Rechte und Pflichten im Vertrag nicht genau prüfen

Ein entscheidender Fehler ist die mangelnde Prüfung der Vertragsbedingungen. Viele Eigentümer unterschätzen die Bedeutung einzelner Klauseln, die ihre Rechte und Pflichten im Teilverkauf regeln. Besonders kritisch sind Bestimmungen, die das alleinige Recht zur Abwicklung eines späteren Verkaufs der Immobilie beim Teilkäufer festlegen oder die Instandhaltungspflichten einseitig auf den Eigentümer legen.

Es ist wichtig, den Vertrag sorgfältig zu lesen und sich von einem unabhängigen Rechtsanwalt oder Notar beraten zu lassen. Besonders aufmerksam sollte man auf Klauseln achten, die das Mitspracherecht des Eigentümers bei einem späteren Verkauf einschränken oder zusätzliche Entgelte vorsehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die eigenen Interessen gewahrt bleiben.

  • Den Vertrag sorgfältig lesen und alle Klauseln verstehen.
  • Sich von einem unabhängigen Rechtsanwalt oder Notar beraten lassen.
  • Besonders auf Klauseln achten, die das Mitspracherecht bei einem späteren Verkauf einschränken.
  • Klauseln prüfen, die zusätzliche Entgelte oder Mindesterlöse vorsehen.
  • Sicherstellen, dass die eigenen Rechte und Pflichten klar geregelt sind.

Fehler 5: Die Folgen eines späteren Verkaufs nicht bedenken

Viele Eigentümer denken beim Teilverkauf nicht ausreichend an die Folgen eines späteren Verkaufs der Immobilie. In der Regel wird der Teilkäufer ein Durchführungsentgelt oder Serviceentgelt von rund 3,3 Prozent des Verkaufspreises verlangen. Zusätzlich kann ein Mindesterlösanteil von 117 Prozent des eigenen Immobilienanteils fällig werden, der bei ausbleibenden Wertsteigerungen vom Verkaufserlös abgeht.

Diese Kosten summieren sich über die Laufzeit und können den effektiven Gewinn deutlich schmälern. Es ist daher wichtig, die möglichen Kosten eines späteren Verkaufs im Voraus zu kalkulieren und zu prüfen, ob der Teilverkauf langfristig sinnvoll ist. Wer die Folgen eines späteren Verkaufs nicht bedenkt, kann am Ende weniger Geld erhalten, als er erwartet hat.

  • Die möglichen Kosten eines späteren Verkaufs im Voraus kalkulieren.
  • Durchführungsentgelte und Mindesterlöse berücksichtigen.
  • Prüfen, ob der Teilverkauf langfristig sinnvoll ist.
  • Die Folgen eines späteren Verkaufs mit einem unabhängigen Berater besprechen.
  • Sicherstellen, dass die eigenen Interessen bei einem späteren Verkauf gewahrt bleiben.

Fehler 6: Alternativen zum Teilverkauf nicht ausreichend prüfen

Ein weiterer häufiger Fehler ist die mangelnde Prüfung von Alternativen zum Teilverkauf. Viele Eigentümer entscheiden sich für einen Teilverkauf, ohne andere Finanzierungsmodelle wie klassische Bankkredite, Bauspardarlehen oder andere Immobilienrentenmodelle zu prüfen. Diese Alternativen können unter Umständen günstiger oder flexibler sein.

Es ist wichtig, verschiedene Optionen zu vergleichen und die Vor- und Nachteile abzuwägen. Ein klassischer Bankkredit kann beispielsweise niedrigere Zinsen und weniger komplexe Vertragsbedingungen bieten. Andere Immobilienrentenmodelle können mehr Flexibilität bei der Nutzung der Immobilie bieten. Wer Alternativen nicht ausreichend prüft, kann am Ende ein teureres oder weniger passendes Modell wählen.

  • Verschiedene Finanzierungsmodelle vergleichen.
  • Vor- und Nachteile von klassischen Bankkrediten, Bauspardarlehen und anderen Immobilienrentenmodellen abwägen.
  • Die eigenen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigen.
  • Sich von einem unabhängigen Berater beraten lassen.
  • Sicherstellen, dass das gewählte Modell langfristig tragbar ist.

Fazit

Der Teilverkauf einer Immobilie kann eine sinnvolle Option sein, um Kapital zu erhalten und gleichzeitig im eigenen Zuhause zu bleiben. Doch er birgt zahlreiche Stolpersteine, die viele Eigentümer unterschätzen. Häufige Fehler reichen von falschen Erwartungen an die Auszahlungssumme über mangelnde Kenntnis der laufenden Kosten bis hin zu unklaren Regelungen für den späteren Verkauf. Wer diese Fehler vermeidet und sich gründlich informiert, kann den Teilverkauf gezielt und sicher nutzen. Wichtig ist, den Marktwert der Immobilie realistisch einzuschätzen, die laufenden Kosten und Nutzungsentgelte genau zu kalkulieren, den Vertrag sorgfältig zu prüfen und Alternativen zu vergleichen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Teilverkauf langfristig sinnvoll und tragbar ist.

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Gründer der FREITAG® Immobilien GmbH
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