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Sollzins bei Immobilienkrediten: Welche Unterlagen braucht man?

Welche Unterlagen braucht man für einen Immobilienkredit mit Sollzinsbindung? Ein praxisnaher Ratgeber zu Einkommensnachweisen, Objektdokumenten und Sicherheiten.

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Sollzins bei Immobilienkrediten: Welche Unterlagen braucht man?

Wer einen Immobilienkredit mit fester Sollzinsbindung aufnehmen möchte, steht vor einer Vielzahl an Unterlagen, die Banken und Bausparkassen verlangen. Diese Unterlagen dienen dazu, Einkommen, Vermögen, bestehende Verbindlichkeiten und den Wert der Immobilie zu prüfen. Ein vollständiger und sauber geordneter Unterlagenordner beschleunigt die Kreditentscheidung und erhöht die Chancen auf günstige Konditionen. In diesem Ratgeber werden alle wichtigen Dokumente Schritt für Schritt erklärt – von den persönlichen Nachweisen über Einkommensunterlagen bis hin zu den Objektunterlagen für Kauf, Bau oder Modernisierung.

Was ist die Sollzinsbindung bei Immobilienkrediten?

Die Sollzinsbindung ist der Zeitraum, für den der Zinssatz eines Immobilienkredits festgeschrieben ist. Während dieser Phase bleibt die monatliche Rate in der Regel gleich, unabhängig davon, wie sich die Marktzinsen entwickeln. Typisch sind Bindungsfristen von zehn, 15 oder 20 Jahren, aber auch kürzere oder längere Laufzeiten sind möglich. Am Ende der Sollzinsbindung kann der Kredit entweder vollständig getilgt sein oder in eine neue Zinsphase übergehen, meist mit einem neuen Zinssatz.

Für die Bank ist die Sollzinsbindung ein Risikomanagement-Instrument: Sie sichert sich über Jahre hinweg einen festen Zinsertrag, während der Kreditnehmer Planungssicherheit erhält. Um diese Festzinsphase zu gewähren, prüft die Bank besonders sorgfältig, ob Einkommen, Vermögen und Immobilienwert die langfristige Zahlungsfähigkeit sicherstellen. Dazu werden umfangreiche Unterlagen verlangt, die im Folgenden systematisch aufgeführt werden.

Persönliche Unterlagen und Identität

Zu Beginn steht immer die Identifikation der Kreditnehmer. Die Bank benötigt eine eindeutige Bestätigung, wer den Kredit aufnimmt und welche Personen als Mitkreditnehmer oder Bürgen auftreten. Dazu gehören in der Regel ein gültiger Personalausweis oder Reisepass sowie ein aktueller Meldebescheinigung oder eine Meldebestätigung. Diese Unterlagen sind gesetzlich vorgeschrieben und dienen auch der Einhaltung von Geldwäschegesetzen.

Zusätzlich werden häufig ein Kontoauszug oder eine Kontoverbindung angefordert, über die die Raten abgebucht werden sollen. In vielen Fällen verlangt die Bank eine schriftliche SCHUFA-Selbstauskunft oder einen vergleichbaren Bonitätsnachweis, um die Zahlungsmoral und bestehende Kreditverpflichtungen zu prüfen. Wer bereits in der Vergangenheit mit Zahlungsschwierigkeiten zu tun hatte, sollte diese Unterlagen frühzeitig einholen und gegebenenfalls Fehler korrigieren lassen.

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Aktuelle Meldebestätigung
  • Kontoverbindung für die Ratenzahlung
  • SCHUFA-Selbstauskunft oder vergleichbarer Bonitätsnachweis
  • Nachweis über bestehende Insolvenzverfahren oder Vermögensabnahmen der letzten Jahre

Einkommensnachweise für Angestellte

Für Angestellte sind die Einkommensnachweise relativ standardisiert. Die Bank möchte sicherstellen, dass das regelmäßige Einkommen ausreicht, um die Raten über die gesamte Sollzinsbindung zu tragen. Dazu werden in der Regel die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate verlangt. Diese zeigen das Nettoeinkommen, eventuelle Zulagen, Überstunden und Abzüge.

Zusätzlich wird häufig der letzte Lohnsteuerbescheid sowie der aktuelle Einkommensteuerbescheid angefordert. Diese Dokumente geben Aufschluss über das Gesamteinkommen und mögliche steuerliche Absetzungen. Rentner legen in der Regel den letzten Rentenbescheid und eine aktuelle Renteninformation vor, um die Höhe der laufenden Einkünfte zu belegen. Wer über zusätzliche Einkünfte verfügt, etwa aus Nebenjobs oder Vermietung, sollte diese ebenfalls nachweisen.

  • Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate
  • Letzter Lohnsteuerbescheid
  • Aktueller Einkommensteuerbescheid
  • Rentenbescheid und Renteninformation (bei Rentnern)
  • Nachweise über Nebeneinkünfte oder Vermietungseinnahmen

Unterlagen für Selbstständige und Freiberufler

Für Selbstständige und Freiberufler ist die Prüfung des Einkommens komplexer, da die Einnahmen oft schwanken. Die Bank verlangt daher in der Regel die Einnahmen-Überschussrechnungen der letzten zwei bis drei Jahre, die vom Steuerberater erstellt und vom Finanzamt bestätigt wurden. Diese Unterlagen zeigen den tatsächlichen Gewinn und damit die Zahlungsfähigkeit.

Zusätzlich werden aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) angefordert, die nicht älter als drei Monate sein sollten. Diese Auswertungen geben einen Überblick über Umsatz, Kosten und Gewinn in der laufenden Geschäftsjahres. Wer eine Gesellschaft betreibt, muss häufig den Gesellschaftervertrag, einen Auszug aus dem Handelsregister und ggf. eine Verflechtungsübersicht vorlegen, um die Unternehmensstruktur transparent zu machen.

  • Einnahmen-Überschussrechnungen der letzten 2–3 Jahre
  • Aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA)
  • Einkommensteuererklärungen und -bescheide der letzten 3 Jahre
  • Gesellschaftervertrag und Handelsregisterauszug (bei Gesellschaften)
  • Verflechtungsübersicht bei zusammenhängenden Gesellschaften

Objektunterlagen für Kauf und Bau

Die Immobilie selbst ist die zentrale Sicherheit für den Kredit. Die Bank prüft daher sorgfältig, ob der Kaufpreis oder die Baukosten im Verhältnis zum Wert der Immobilie angemessen sind. Dazu gehören ein aktueller Grundbuchauszug, der nicht älter als drei Monate sein sollte, sowie ein amtlicher Lageplan oder eine Flurkarte, die die genaue Lage und Grenzen des Grundstücks zeigen.

Für den Kauf einer bestehenden Immobilie wird in der Regel ein Kaufvertrag oder ein notarieller Vertragsentwurf benötigt. Bei einem Neubau kommen zusätzliche Unterlagen hinzu, wie Baupläne, Grundrisse, eine Baubeschreibung, eine Wohnflächenberechnung und eine Baugenehmigung. Diese Dokumente ermöglichen es der Bank, die geplante Bauqualität, die Ausstattung und die Baukosten zu bewerten.

  • Aktueller Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate)
  • Amtlicher Lageplan oder Flurkarte
  • Kaufvertrag oder notarieller Vertragsentwurf
  • Baupläne, Grundrisse und Wohnflächenberechnung
  • Baugenehmigung und Baubeschreibung

Versicherungen und weitere Sicherheiten

Neben den reinen Einkommens- und Objektunterlagen verlangt die Bank häufig Nachweise über Versicherungen, die den Wert der Immobilie schützen. Dazu gehören in der Regel eine Wohngebäudeversicherung, eine Elementarversicherung und eine Hausratversicherung. Wer eine Photovoltaikanlage installiert, benötigt oft eine spezielle Photovoltaikversicherung.

Zusätzlich können weitere Sicherheiten wie Wertpapiere, Bausparverträge oder andere Vermögenswerte als zusätzliche Absicherung dienen. Die Bank prüft, ob diese Vermögenswerte ausreichend liquide sind und wie sie im Falle einer Zahlungsunfähigkeit verwertet werden können. In vielen Fällen wird eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen, die den Kredit absichert und in der Regel mindestens 60 % des Immobilienwertes abdeckt.

  • Wohngebäudeversicherung
  • Elementarversicherung
  • Hausratversicherung
  • Photovoltaikversicherung (bei PV-Anlage)
  • Nachweise über Wertpapiere, Bausparverträge oder andere Vermögenswerte

Bestehende Kredite, Leasing und Verpflichtungen

Die Bank möchte ein vollständiges Bild der finanziellen Verpflichtungen haben. Dazu gehören alle bestehenden Kredite, Leasingverträge, Bürgschaften und andere Zahlungsverpflichtungen. Für jeden dieser Verträge wird in der Regel eine Kopie des Vertrags sowie die Angabe der derzeitigen Restschuld verlangt.

Wer bereits einen Immobilienkredit hat, muss den Kreditvertrag der alten Bank, Jahreskontoauszüge der vergangenen zwei Jahre und die aktuelle Restschuld angeben. Dies ermöglicht der Bank, die Gesamtbelastung zu berechnen und zu prüfen, ob eine Aufstockung oder Umschuldung sinnvoll ist. Unterhaltszahlungen oder andere regelmäßige Verpflichtungen sollten ebenfalls dokumentiert werden.

  • Kopien aller bestehenden Kreditverträge
  • Angabe der Restschulden
  • Leasingverträge und Bürgschaften
  • Kreditvertrag der alten Bank (bei Umschuldung)
  • Nachweise über Unterhaltszahlungen oder andere Verpflichtungen

Fazit

Die Beantragung eines Immobilienkredits mit Sollzinsbindung erfordert eine umfassende Unterlagenmappe, die persönliche Daten, Einkommensnachweise, Objektunterlagen und Nachweise über bestehende Verpflichtungen umfasst. Wer diese Unterlagen frühzeitig sammelt und strukturiert vorlegt, erhöht die Chancen auf eine schnelle und positive Kreditentscheidung. Eine sorgfältige Vorbereitung schafft nicht nur Transparenz für die Bank, sondern auch Sicherheit für den Kreditnehmer, dass die gewählte Sollzinsbindung langfristig tragbar ist.

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