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Maklerverkauf vs. Privatverkauf: Vor- und Nachteile im Vergleich

Wir vergleichen Makler- und Privatverkauf von Immobilien. Informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile beider Wege für einen erfolgreichen Verkauf.

5 min Lesezeit
Maklerverkauf vs. Privatverkauf: Vor- und Nachteile im Vergleich

Die Entscheidung, eine Immobilie zu verkaufen, ist oft von großer finanzieller und emotionaler Bedeutung. Eine der zentralen Fragen, die sich Eigentümer zu Beginn stellen, ist: Soll die Immobilie mit oder ohne professionelle Hilfe eines Maklers verkauft werden? Beide Optionen – der Maklerverkauf und der Privatverkauf – bergen spezifische Vor- und Nachteile, die es sorgfältig abzuwägen gilt. Dieser Ratgeber beleuchtet die relevanten Aspekte beider Verkaufsstrategien, um Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten und Sie optimal auf den Immobilienverkauf vorzubereiten.

Der Maklerverkauf: Professionelle Unterstützung für den Immobilienverkauf

Ein Immobilienmakler ist ein Fachmann, der sich auf die Vermittlung von Immobilien spezialisiert hat. Er agiert als Bindeglied zwischen Verkäufer und potenziellen Käufern und übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben, die mit dem Verkaufsprozess verbunden sind. Die Beauftragung eines Maklers ist mit Kosten in Form einer Maklerprovision verbunden, welche je nach Bundesland und Verhandlung variieren kann. In Deutschland teilen sich Käufer und Verkäufer die Maklerprovision in der Regel zu gleichen Teilen, wobei die Höhe meist im Bereich von bis zu 3,57 % (inkl. MwSt.) des Kaufpreises für jede Partei liegt.

Vorteile des Maklerverkaufs

Die Beauftragung eines Maklers bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich, die den Verkaufsprozess effizienter, sicherer und oft auch erfolgreicher gestalten können. Der Makler entlastet den Verkäufer erheblich und kann durch seine Expertise einen höheren Verkaufspreis erzielen.

  • Marktkenntnis und Wertermittlung: Makler verfügen über fundierte Kenntnisse des lokalen Immobilienmarktes und können einen realistischen und marktgerechten Verkaufspreis ermitteln. Dies schützt vor Unterbewertung und überzogenen Preiserwartungen.
  • Zeitersparnis und Entlastung: Der Makler übernimmt alle Aufgaben, von der Erstellung des Exposés über die Durchführung von Besichtigungsterminen bis hin zur Kommunikation mit Interessenten. Dies spart dem Eigentümer viel Zeit und Nerven.
  • Professionelles Marketing: Makler nutzen professionelle Fotos, virtuelle Rundgänge und platzieren die Immobilie auf relevanten Online-Portalen, in Zeitungen und über ihr Netzwerk. Dies erhöht die Sichtbarkeit und spricht eine breite Zielgruppe an.
  • Verhandlungsgeschick: Ein erfahrener Makler führt professionelle Preisverhandlungen im Sinne des Verkäufers und kann oft einen besseren Kaufpreis erzielen, als es dem Laien gelingen würde.
  • Rechtliche Sicherheit: Makler sind mit den rechtlichen Rahmenbedingungen des Immobilienverkaufs vertraut und stellen sicher, dass alle notwendigen Dokumente vollständig und korrekt sind. Sie begleiten den Prozess bis zum Notartermin.
  • Zugang zu einem Käufernetzwerk: Viele Makler verfügen über eine bestehende Datenbank von vorqualifizierten Kaufinteressenten, was den Verkaufsprozess beschleunigen kann.

Nachteile des Maklerverkaufs

Trotz der vielen Vorteile gibt es auch Aspekte, die gegen die Beauftragung eines Maklers sprechen könnten, insbesondere die anfallenden Kosten.

  • Maklerprovision: Die größte Hürde für viele Verkäufer sind die Kosten für den Makler, welche einen erheblichen Anteil des Verkaufspreises ausmachen können. Ein Beispiel: Bei einem Verkaufspreis von 400.000 Euro und einer Provision von 3,57 % für jede Partei, fallen für den Verkäufer 14.280 Euro (inkl. MwSt.) an Maklerkosten an.
  • Abhängigkeit: Der Verkäufer ist in gewisser Weise von der Arbeitsweise und dem Engagement des Maklers abhängig. Eine sorgfältige Auswahl des Maklers ist daher entscheidend.
  • Kontrollverlust: Manche Verkäufer empfinden es als Nachteil, die Kontrolle über den direkten Kontakt zu potenziellen Käufern und den Verhandlungsprozess abzugeben.

Der Privatverkauf: Eigenregie und Kostenersparnis

Beim Privatverkauf übernimmt der Eigentümer alle Aufgaben, die normalerweise ein Makler erledigen würde. Dies erfordert ein hohes Maß an Engagement, Zeit und Fachwissen. Der primäre Anreiz für den Privatverkauf ist die Einsparung der Maklerprovision.

Vorteile des Privatverkaufs

Der Privatverkauf kann finanziell attraktiv sein, erfordert jedoch eine aktive und fundierte Herangehensweise des Verkäufers.

  • Keine Maklerprovision: Der offensichtlichste Vorteil ist die Ersparnis der Maklergebühren, was den Nettoerlös aus dem Verkauf deutlich erhöhen kann. Bei unserem Beispiel von 400.000 Euro Verkaufspreis und 14.280 Euro ersparter Provision für den Verkäufer, ist das ein signifikanter Betrag.
  • Volle Kontrolle: Der Verkäufer behält die volle Kontrolle über den gesamten Verkaufsprozess, von der Preisfestlegung über die Kommunikation bis zu den Verhandlungen.
  • Direkter Kontakt zu Interessenten: Der persönliche Kontakt kann Vertrauen schaffen und dem Verkäufer ermöglichen, die Kaufinteressenten besser einzuschätzen.
  • Flexibilität: Der Verkäufer kann seine eigenen Termine für Besichtigungen festlegen und den Verkaufsprozess an seinen persönlichen Zeitplan anpassen.

Nachteile des Privatverkaufs

Der Privatverkauf ist nicht zu unterschätzen und kann schnell zu einer großen Belastung werden, wenn die Anforderungen unterschätzt werden.

  • Hoher Zeitaufwand: Die Erstellung des Exposés, Terminvereinbarungen, Besichtigungen mit oft vielen Interessenten, die Beantwortung von Fragen und die Bereitstellung von Dokumenten sind sehr zeitintensiv.
  • Fehlende Marktkenntnis: Laien tun sich oft schwer, einen realistischen und marktgerechten Verkaufspreis zu ermitteln, was zu langen Verkaufszeiten oder einem zu niedrigen Verkaufspreis führen kann.
  • Mangelndes Marketing-Know-how: Ohne professionelle Fotos oder Zugang zu reichweitenstarken Portalen kann die Immobilie unter Wert präsentiert werden oder die richtige Zielgruppe nicht erreichen.
  • Risiko rechtlicher Fehler: Fehler bei der Dokumentation oder im Kaufvertrag können schwerwiegende rechtliche und finanzielle Konsequenzen haben.
  • Mangelndes Verhandlungsgeschick: Ohne Erfahrung in Preisverhandlungen kann der Verkäufer unter Druck geraten und einen suboptimalen Preis akzeptieren.
  • Emotionale Belastung: Der direkte Kontakt mit Interessenten, Absagen oder Preisdrückerei können emotional belastend sein und den Verkaufsprozess erschweren.
  • Sicherheitsrisiko: Bei Besichtigungen besteht ein gewisses Risiko durch unbekannte Personen, das in seltenen Fällen zu Diebstahl oder Vandalismus führen kann.

Checkliste für den Verkaufsprozess: Makler oder Privat?

Unabhängig davon, ob Sie sich für einen Makler oder den Privatverkauf entscheiden, sind bestimmte Schritte im Verkaufsprozess unerlässlich. Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg.

  • Unterlagen zusammenstellen: Energieausweis, Grundbuchauszug, Baupläne, Sanierungsnachweise, Nebenkostenabrechnungen etc.
  • Realistische Wertermittlung: Fundierte Einschätzung des Immobilienwertes, gegebenenfalls durch einen Sachverständigen oder Makler.
  • Immobilie aufbereiten: Kleine Reparaturen, Renovierungen und eine ansprechende Präsentation (Home Staging) können den Wert steigern.
  • Professionelle Fotos: Hochwertige Bilder sind entscheidend für den ersten Eindruck.
  • Reichweite im Marketing: Auswahl der passenden Kanäle für die Vermarktung (Online-Portale, lokale Zeitungen, Soziale Medien).
  • Kommunikation mit Interessenten: Schnelle und professionelle Beantwortung von Anfragen, Terminvereinbarungen für Besichtigungen.
  • Verhandlungen führen: Strategische Preisverhandlungen und Abschluss des Kaufvertrags.
  • Notartermin: Vorbereitung und Begleitung des Termins zur rechtsgültigen Beurkundung des Kaufvertrags.

Fazit

Die Entscheidung zwischen Maklerverkauf und Privatverkauf hängt stark von den individuellen Umständen, Ressourcen und Erwartungen des Verkäufers ab. Wer über ausreichend Zeit, Fachwissen und Verkaufserfahrung verfügt und die damit verbundenen Risiken tragen möchte, kann durch den Privatverkauf die Maklerprovision einsparen. Für viele Eigentümer, die Wert auf einen reibungslosen, sicheren und effizienten Verkaufsprozess legen und die damit verbundene Entlastung schätzen, ist die Beauftragung eines erfahrenen Immobilienmaklers die bevorzugte Wahl. Die potenziell erzielbare Zeitersparnis, der höhere Verkaufspreis und die rechtliche Sicherheit können die Kosten der Maklerprovision oft rechtfertigen. Eine sorgfältige Abwägung der persönlichen Situation und der genannten Vor- und Nachteile ist entscheidend für einen erfolgreichen Immobilienverkauf.

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