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Infrastruktur-REITs erklärt

Infrastruktur-REITs ermöglichen Anlegern, von langfristigen Investitionen in essentielle Bauwerke und Anlagen zu profitieren, die unsere moderne Gesellschaft am Laufen halten.

7 min Lesezeit
Infrastruktur-REITs erklärt

In der Welt der Immobilieninvestitionen spielen Real Estate Investment Trusts (REITs) eine bedeutende Rolle. Sie bieten Privatanlegern die Möglichkeit, in ein diversifiziertes Portfolio von Immobilien zu investieren, ohne dabei die Immobilien direkt erwerben und verwalten zu müssen. Eine spezielle und zunehmend attraktive Unterkategorie sind sogenannte Infrastruktur-REITs. Diese konzentrieren sich auf den Erwerb und die Verwaltung von Infrastrukturanlagen, die für die Funktion einer modernen Wirtschaft unerlässlich sind. Von Telekommunikationstürmen über Pipelines bis hin zu Datenzentren – diese Assets bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft. Dieser Artikel beleuchtet, was Infrastruktur-REITs genau sind, welche Vorteile sie bieten, welche Risiken sie bergen und für wen sich eine Investition lohnen könnte.

Was sind Infrastruktur-REITs?

Infrastruktur-REITs sind spezielle Investmentgesellschaften, die nach dem REIT-Prinzip strukturiert sind. Das bedeutet, dass sie einen Großteil ihrer Gewinne (oft 90 % oder mehr) in Form von Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten müssen, wodurch sie von der Körperschaftsteuer befreit werden. Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen REITs liegt in der Art der Immobilien, in die sie investieren. Während klassische REITs typischerweise in Bürogebäude, Einkaufszentren, Wohnimmobilien oder Logistikzentren investieren, konzentrieren sich Infrastruktur-REITs auf Anlagen, die fundamentale Dienstleistungen bereitstellen.

Diese Anlagen sind oft langfristig vermietet oder verpachtet, häufig an große, solvente Unternehmen oder sogar staatliche Betriebe. Die Einnahmen sind tendenziell stabil, da die Nachfrage nach grundlegenden Infrastrukturdiensten weniger von Konjunkturzyklen betroffen ist als beispielsweise der Bedarf an Büroflächen. Beispiele für solche Investitionen umfassen ein breites Spektrum an physikalischen und digitalen Netzen, die für die Kommunikation, den Transport und die Versorgung unserer Gesellschaft unerlässlich sind.

  • Mobilfunktürme und deren Antennenstandorte
  • Glasfasernetze und Datenzentren
  • Pipelines für Öl, Gas und Wasser
  • Brücken, Mautstraßen und Flughäfen
  • Hafeninfrastruktur und Eisenbahnstrecken
  • Anlagen zur Energieerzeugung und -verteilung

Die Vorteile von Infrastruktur-REITs

Investitionen in Infrastruktur-REITs bieten verschiedene attraktive Vorteile, die sie für Anleger interessant machen. Einer der primären Vorteile ist ihre Stabilität. Infrastrukturanlagen erbringen essentielle Dienstleistungen, deren Nachfrage in der Regel auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten konstant bleibt. Dies führt zu relativ stabilen und vorhersehbaren Einnahmen für die REITs.

Ein weiterer Pluspunkt ist der oft hohe Schutz vor Inflation. Mietverträge für Infrastrukturanlagen sind häufig an die Inflation gekoppelt oder sehen regelmäßige Mieterhöhungen vor, was die Kaufkraft der Ausschüttungen über die Zeit erhalten kann. Zudem profitieren viele Infrastruktursegmente von langfristigen Wachstumstrends, beispielsweise dem steigenden Datenverkehr und der Digitalisierung, welche die Nachfrage nach Datenzentren und Glasfasernetzen antreiben. Auch der weltweite Bedarf an verbesserter Verkehrsinfrastruktur bietet Wachstumschancen.

  • Stabile und vorhersehbare Cashflows durch langfristige Verträge
  • Potenzieller Inflationsschutz durch indexierte Mieten
  • Profiteur von globalen Megatrends (Digitalisierung, Bevölkerungswachstum)
  • Hohe Eintrittsbarrieren und geringer Wettbewerb bei vielen Assets
  • Diversifikation des Portfolios durch Investitionen in Sachwerte
  • Regelmäßige Dividendenausschüttungen (REIT-Struktur)

Potenzielle Risiken und Nachteile

Trotz der genannten Vorteile sind Investitionen in Infrastruktur-REITs nicht risikofrei. Wie bei jeder Kapitalanlage sollten Anleger die potenziellen Nachteile sorgfältig abwägen. Ein wesentliches Risiko ist die Abhängigkeit von spezifischen staatlichen Regulierungen und Genehmigungen. Viele Infrastrukturprojekte, insbesondere im Bereich der Energieversorgung oder des Transports, unterliegen strengen Umweltauflagen und politischen Entscheidungen, die sich auf die Rentabilität auswirken können.

Zudem sind Infrastrukturprojekte oft kapitalintensiv, was zu einer hohen Verschuldung der REITs führen kann. Steigende Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten und können die Rentabilität schmälern. Technologischer Wandel stellt ebenfalls ein Risiko dar; während einige Infrastrukturen wie Mobilfunkmasten von neuen Technologien profitieren, könnten andere, beispielsweise bestimmte Pipeline-Technologien, im Laufe der Zeit an Bedeutung verlieren. Auch die Sensibilität gegenüber makroökonomischen Faktoren, wenn auch geringer als bei anderen Immobilienarten, ist vorhanden.

  • Regulierungsrisiken und politische Einflüsse
  • Zinsänderungsrisiken und hohe Verschuldung
  • Potenzieller technologischer Wandel, der Infrastruktur obsolet machen könnte
  • Standortspezifische Risiken (Naturkatastrophen, geografische Gegebenheiten)
  • Wirtschaftliche Abschwünge können Nutzungsentgelte beeinträchtigen
  • Hohe Anfangsinvestitionen und lange Amortisationszeiträume

Beispiele für Infrastrukturanlagen in REITs

Um ein besseres Verständnis für die Vielfalt der Anlagen zu schaffen, in die Infrastruktur-REITs investieren, betrachten wir einige konkrete Beispiele. Einer der prominentesten Sektoren ist die digitale Infrastruktur. Dazu gehören Mobilfunktürme, die für die drahtlose Kommunikation unerlässlich sind. Unternehmen mieten Flächen auf diesen Türmen, um ihre Antennen zu installieren. Datenzentren sind ebenfalls ein wachsender Bereich, da der Bedarf an Speicherung und Verarbeitung von Daten exponentiell zunimmt. Hier werden Flächen, Strom und Kühlung an Cloud-Anbieter und große Unternehmen vermietet.

Im Bereich der Energie- und Rohstoffversorgung spielen Pipelines eine zentrale Rolle. REITs können in die Infrastruktur zum Transport von Öl, Gas oder Wasser investieren und Transportgebühren von Energieunternehmen erhalten. Auch im Transportsektor gibt es Möglichkeiten, etwa durch Investitionen in Mautstraßen, Brücken oder Teile von Hafenanlagen, die logistische Knotenpunkte darstellen. Diese Assets generieren Einnahmen durch die Nutzung oder Vermietung ihrer Einrichtungen, oft basierend auf langfristigen, inflationsgebundenen Verträgen. Ein Beispiel könnte eine Mautstraße sein, bei der die Einnahmen direkt mit dem Verkehrsaufkommen korrelieren, jedoch durch die Monopolstellung der Infrastruktur eine stabile Basis haben.

So funktionieren Ausschüttungen und Renditen

Die Funktionsweise der Ausschüttungen bei Infrastruktur-REITs folgt dem allgemeinen REIT-Prinzip. Als REITs sind sie gesetzlich verpflichtet, einen Großteil ihrer Gewinne, in der Regel mindestens 90 %, als Dividenden an ihre Aktionäre auszuschütten. Dies führt oft zu attraktiven Dividendenzahlungen, die regelmäßig – meist quartalsweise – erfolgen. Die Besonderheit hierbei ist, dass diese Ausschüttungen häufig aus Mieteinnahmen generiert werden, welche durch die langfristige Natur der Mietverträge und die Unverzichtbarkeit der Infrastruktur tendenziell stabil sind.

Die Rendite eines Infrastruktur-REITs setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Dividendenrendite und dem Potenzial für Kursgewinne. Die Dividendenrendite gibt an, wie viel Prozent des aktuellen Aktienkurses als Dividende ausgeschüttet wird. Kursgewinne können entstehen, wenn der Wert der zugrunde liegenden Infrastrukturanlagen steigt oder der Markt den REIT aufgrund positiver Aussichten höher bewertet. Da Infrastruktur oft eine gewisse Inflationsanpassung in den Verträgen vorsieht, kann dies auch zu einer langfristigen Erhöhung der Ausschüttungen und des Unternehmenswerts führen. Nehmen wir an, ein Infrastruktur-REIT notiert bei 50 Euro pro Aktie und schüttet jährlich 2 Euro Dividende aus. Dann beträgt die Dividendenrendite 4% (2 Euro / 50 Euro). Wenn der Wert der zugrundeliegenden Assets um 2% pro Jahr wächst und die Dividenden entsprechend steigen, erhöht sich das langfristige Ertragspotenzial.

Für wen sind Infrastruktur-REITs geeignet?

Infrastruktur-REITs können für verschiedene Anlegertypen eine interessante Option sein. Besonders geeignet sind sie für Anleger, die nach stabilen, regelmäßigen Einkünften suchen, wie es oft bei Rentnern oder zur Ergänzung eines Einkommens der Fall ist. Die häufig hohen Dividendenausschüttungen sind hier ein großer Pluspunkt. Auch für langfristig orientierte Anleger, die weniger volatile Investments bevorzugen und von globalen Wachstumstrends profitieren möchten, können Infrastruktur-REITs eine gute Wahl sein.

Sie eignen sich auch für Anleger, die eine Diversifikation ihres Portfolios anstreben. Durch die Investition in Substanzwerte, die relativ unabhängig von den traditionellen Aktien- und Anleihemärkten agieren, können Infrastruktur-REITs dazu beitragen, das Gesamtrisiko des Portfolios zu reduzieren und gleichzeitig ein stabiles Ertragspotenzial zu bieten. Anleger sollten jedoch die Risiken, wie politische und regulatorische Einflüsse, sowie Zinsänderungen, weiterhin im Auge behalten und die Anlageentscheidung auf ihre individuelle Risikobereitschaft und Anlageziele abstimmen.

  • Einkommensorientierte Anleger auf der Suche nach regelmäßigen Dividenden.
  • Langfristig denkende Anleger mit Fokus auf Inflationsschutz und Sachwerte.
  • Anleger, die ihr Portfolio um stabile, weniger konjunkturabhängige Investments erweitern möchten.
  • Investoren, die von globalen makroökonomischen Trends profitieren wollen.

Wie investiert man in Infrastruktur-REITs?

Der Zugang zu Infrastruktur-REITs für Privatanleger ist relativ unkompliziert. Die häufigste Methode ist der Erwerb von Aktien einzelner Infrastruktur-REITs über einen Broker. Sie können diese wie normale Aktien an der Börse handeln. Hierbei ist es wichtig, dass Anleger sich über die spezifischen Geschäftsfelder, die finanzielle Stabilität und die Managementqualität des gewählten REITs informieren.

Eine Alternative, die eine breitere Diversifikation bietet und das Risiko einzelner Unternehmen reduziert, ist die Investition in Exchange Traded Funds (ETFs) oder Investmentfonds, die sich auf Infrastruktur-REITs oder den breiteren Infrastruktursektor spezialisiert haben. Diese Fonds investieren in ein Portfolio verschiedener Infrastrukturunternehmen und/oder REITs und bieten somit eine Streuung über verschiedene Anlagen und Regionen hinweg. Dies ist oft eine gute Option für Anleger, die nicht die Zeit oder das Fachwissen haben, einzelne REITs zu analysieren.

  • Direkter Kauf von Aktien einzelner Infrastruktur-REITs über ein Brokerdepot.
  • Investition in ETFs, die einen Index von Infrastruktur-REITs abbilden.
  • Erwerb von aktiv gemanagten Fonds, die in Infrastrukturunternehmen investieren.

Fazit

Infrastruktur-REITs bieten eine einzigartige Möglichkeit, in wesentliche Assets zu investieren, die unsere moderne Welt zusammenhalten. Mit dem Potenzial für stabile Erträge, Inflationsschutz und Diversifikation können sie eine wertvolle Ergänzung für ein gut durchdachtes Anlageportfolio darstellen. Anleger sollten die spezifischen Chancen und Risiken genau abwägen und sich vor einer Investition umfassend informieren, um sicherzustellen, dass die Anlage zu ihren individuellen finanziellen Zielen und ihrer Risikobereitschaft passt.

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