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Forwardprämie: So funktioniert es in der Praxis

Die Forwardprämie ist der Aufschlag, den Kreditinstitute für ein Forward-Darlehen verlangen, um sich gegen Zinsrisiken abzusichern. Sie wirkt sich direkt auf die Kosten der Anschlussfinanzierung aus und sollte bei der Planung berücksichtigt werden.

8 min Lesezeit
Forwardprämie: So funktioniert es in der Praxis

Wenn Eigentümer oder Bauherren heute eine Baufinanzierung abschließen, planen sie in der Regel über mehrere Jahre hinweg. Besonders wichtig ist dabei die Frage, wie die Anschlussfinanzierung nach Ablauf der ersten Zinsbindung aussehen soll. Um sich gegen steigende Zinsen abzusichern, können sie ein sogenanntes Forward-Darlehen vereinbaren. Der Preis für diese Absicherung heißt Forwardprämie. In der Praxis bedeutet das: Wer sich heute schon die Zinsen für die Zukunft sichert, zahlt dafür einen Aufschlag, der sich direkt auf die monatliche Belastung auswirkt. In diesem Ratgeber wird erklärt, wie die Forwardprämie in der Immobilienfinanzierung funktioniert, wie sie berechnet wird und welche Rolle sie bei der Planung von Kauf, Bau, Sanierung oder Modernisierung spielt.

Was ist eine Forwardprämie im Immobilienkontext?

In der Immobilienfinanzierung bezeichnet die Forwardprämie den Zinssatz-Aufschlag, den eine Bank oder ein Kreditinstitut für ein Forward-Darlehen verlangt. Ein Forward-Darlehen ist ein Kredit, dessen Zinsen und Konditionen bereits heute festgelegt werden, obwohl die Auszahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt – typischerweise nach Ablauf der aktuellen Zinsbindungsfrist der Baufinanzierung. Die Forwardprämie dient der Bank als Ausgleich dafür, dass sie sich über einen längeren Zeitraum auf einen bestimmten Zinssatz festlegt und damit das Risiko steigender Marktzinsen trägt.

Praktisch bedeutet das: Wer heute eine Immobilie kauft oder baut und eine Zinsbindung von zehn Jahren vereinbart, kann sich bereits in den ersten Jahren dieser Laufzeit die Konditionen für die Anschlussfinanzierung sichern. Die Bank berechnet dafür zusätzlich zum aktuellen Marktzins einen kleinen Aufschlag pro Monat der sogenannten Forward-Zeit. Diese Forward-Zeit ist der Zeitraum zwischen dem heutigen Vertragsabschluss und dem Zeitpunkt, zu dem das Forward-Darlehen tatsächlich ausgezahlt wird. Die Forwardprämie ist also der Preis für die Sicherheit, dass die Zinsen für die Anschlussfinanzierung nicht unerwartet steigen.

  • Die Forwardprämie ist ein Zinssatz-Aufschlag für ein Forward-Darlehen.
  • Sie wird von der Bank verlangt, um das Zinsänderungsrisiko abzudecken.
  • Sie wird in der Regel pro Monat der Forward-Zeit berechnet.
  • Sie erhöht die effektiven Kosten der Anschlussfinanzierung.
  • Sie ist Teil der Gesamtkostenplanung bei Kauf, Bau oder Modernisierung einer Immobilie.

Forward-Darlehen: Sicherung der Anschlussfinanzierung

Ein Forward-Darlehen ist ein spezielles Bau- oder Immobilienkreditprodukt, mit dem sich Eigentümer die Zinsen für die zukünftige Anschlussfinanzierung sichern können. Typischerweise wird es im Rahmen einer Baufinanzierung oder einer Immobilienfinanzierung vereinbart, wenn die erste Zinsbindung noch läuft. Die Bank legt bereits heute den Zinssatz, die Zinsbindungsfrist und die Höhe des Darlehens für die Anschlussfinanzierung fest. Das Geld wird aber erst nach Ablauf der aktuellen Zinsbindung ausgezahlt, wenn die alte Finanzierung endet.

Für den Eigentümer hat das mehrere Vorteile: Er kann die zukünftige monatliche Belastung bereits heute planen und sich vor steigenden Zinsen schützen. Das ist besonders wichtig, wenn die Immobilie saniert, modernisiert oder erweitert werden soll und zusätzliche Finanzierungskosten anfallen. Gleichzeitig trägt die Bank das Risiko, dass die Marktzinsen in der Zwischenzeit steigen. Die Forwardprämie ist der Ausgleich dafür, dass die Bank sich über einen längeren Zeitraum auf einen festen Zinssatz festlegt.

  • Forward-Darlehen sichern die Zinsen für die Anschlussfinanzierung.
  • Sie werden heute abgeschlossen, aber erst später ausgezahlt.
  • Sie ermöglichen eine langfristige Planung der monatlichen Belastung.
  • Sie schützen vor steigenden Marktzinsen.
  • Sie sind besonders sinnvoll bei Sanierung, Modernisierung oder Erweiterung einer Immobilie.

Wie wird die Forwardprämie berechnet?

Die Berechnung der Forwardprämie erfolgt in der Praxis in der Regel nach einem einfachen Schema: Zum aktuellen Marktzins wird ein Aufschlag pro Monat der Forward-Zeit addiert. Dieser Aufschlag wird oft als Prozentpunkte pro Monat angegeben. Je länger die Forward-Zeit ist, desto höher fällt die Forwardprämie aus. Die Forward-Zeit kann je nach Bank und Produkt mehrere Jahre betragen, häufig bis zu fünf Jahren.

Ein Beispiel: Angenommen, der aktuelle Marktzins für eine zehnjährige Zinsbindung liegt bei 3,5 Prozent. Die Bank verlangt für ein Forward-Darlehen mit einer Forward-Zeit von 36 Monaten einen Aufschlag von 0,02 Prozentpunkten pro Monat. Die Forwardprämie beträgt dann 36 Monate mal 0,02 Prozentpunkte, also 0,72 Prozentpunkte. Der effektive Zinssatz für das Forward-Darlehen liegt damit bei 3,5 Prozent plus 0,72 Prozentpunkten, also bei 4,22 Prozent. Diese Berechnung ist natürlich nur ein Beispiel und kann je nach Bank, Produkt und Marktbedingungen variieren.

  • Die Forwardprämie wird als Aufschlag pro Monat der Forward-Zeit berechnet.
  • Sie wird zum aktuellen Marktzins addiert.
  • Je länger die Forward-Zeit, desto höher die Forwardprämie.
  • Die Forward-Zeit kann mehrere Jahre betragen.
  • Die genaue Höhe der Forwardprämie hängt von Bank, Produkt und Marktbedingungen ab.

Forwardprämie und Forward-Zeit: Einfluss auf die Kosten

Die Forward-Zeit ist der Zeitraum zwischen dem heutigen Vertragsabschluss und dem Zeitpunkt, zu dem das Forward-Darlehen ausgezahlt wird. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Höhe der Forwardprämie. Je länger die Forward-Zeit, desto unsicherer ist die zukünftige Zinsentwicklung und desto höher ist das Risiko für die Bank. Daher verlangen Banken in der Regel einen höheren Aufschlag pro Monat, wenn die Forward-Zeit sehr lang ist.

Für den Eigentümer bedeutet das: Eine längere Forward-Zeit bietet zwar mehr Sicherheit, weil die Zinsen für die Anschlussfinanzierung über einen längeren Zeitraum gesichert sind. Gleichzeitig steigen aber die Kosten durch die höhere Forwardprämie. Es gilt daher, einen Kompromiss zu finden zwischen der gewünschten Sicherheit und den zusätzlichen Kosten. Bei der Planung von Bau, Sanierung oder Modernisierung sollte die Forward-Zeit sorgfältig abgewogen werden, um die Gesamtkosten der Finanzierung zu optimieren.

  • Die Forward-Zeit ist der Zeitraum zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung.
  • Je länger die Forward-Zeit, desto höher die Forwardprämie.
  • Eine längere Forward-Zeit bietet mehr Sicherheit, aber höhere Kosten.
  • Die Forward-Zeit sollte sorgfältig abgewogen werden.
  • Die Forward-Zeit beeinflusst die Gesamtkosten der Finanzierung.

Forwardprämie im Vergleich zu anderen Zinsprodukten

Im Vergleich zu anderen Zinsprodukten wie klassischen Bau- oder Immobilienkrediten mit sofortiger Auszahlung ist die Forwardprämie ein zusätzlicher Kostenfaktor. Klassische Kredite werden zu den aktuellen Marktzinsen abgeschlossen und haben keine Forward-Zeit. Daher entfällt die Forwardprämie. Bei einem Forward-Darlehen zahlt der Eigentümer dafür, dass die Zinsen für die Anschlussfinanzierung bereits heute gesichert sind.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass bei klassischen Krediten die Zinsen je nach Marktentwicklung variieren können, wenn die Zinsbindung endet. Bei einem Forward-Darlehen sind die Zinsen für die Anschlussfinanzierung festgelegt. Die Forwardprämie ist also der Preis für diese Sicherheit. Für Eigentümer, die langfristig planen und Risiken minimieren möchten, kann die Forwardprämie sinnvoll sein. Für andere kann es günstiger sein, auf ein klassisches Kreditprodukt zu setzen und die Zinsen später neu zu verhandeln.

  • Forwardprämie ist ein zusätzlicher Kostenfaktor im Vergleich zu klassischen Krediten.
  • Klassische Kredite haben keine Forward-Zeit und keine Forwardprämie.
  • Bei klassischen Krediten können die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung variieren.
  • Forward-Darlehen bieten Sicherheit, aber höhere Kosten.
  • Die Wahl zwischen Forward-Darlehen und klassischem Kredit hängt von der Risikobereitschaft ab.

Praktische Beispiele: Forwardprämie bei Kauf, Bau und Sanierung

Ein praktisches Beispiel: Ein Paar kauft eine Immobilie und vereinbart eine Zinsbindung von zehn Jahren. Sie planen, in fünf Jahren eine Sanierung durchzuführen, für die zusätzliche Finanzierung nötig ist. Um die Zinsen für die Anschlussfinanzierung zu sichern, schließen sie ein Forward-Darlehen mit einer Forward-Zeit von 60 Monaten ab. Die Bank verlangt eine Forwardprämie von 0,03 Prozentpunkten pro Monat. Die Forwardprämie beträgt dann 60 Monate mal 0,03 Prozentpunkten, also 1,8 Prozentpunkte. Der effektive Zinssatz für das Forward-Darlehen liegt damit deutlich über dem aktuellen Marktzins.

Ein weiteres Beispiel: Ein Bauherr baut ein Haus und vereinbart eine Zinsbindung von 15 Jahren. Er möchte die Zinsen für die Anschlussfinanzierung bereits heute sichern, um die monatliche Belastung langfristig zu planen. Er schließt ein Forward-Darlehen mit einer Forward-Zeit von 36 Monaten ab. Die Bank verlangt eine Forwardprämie von 0,02 Prozentpunkten pro Monat. Die Forwardprämie beträgt dann 36 Monate mal 0,02 Prozentpunkten, also 0,72 Prozentpunkte. Der effektive Zinssatz für das Forward-Darlehen liegt damit etwas über dem aktuellen Marktzins.

  • Forwardprämie kann bei Kauf, Bau und Sanierung sinnvoll sein.
  • Sie ermöglicht eine langfristige Planung der monatlichen Belastung.
  • Sie schützt vor steigenden Zinsen.
  • Sie erhöht die effektiven Kosten der Finanzierung.
  • Die Höhe der Forwardprämie hängt von Forward-Zeit und Marktzinsen ab.

Vor- und Nachteile der Forwardprämie

Die Forwardprämie bietet mehrere Vorteile: Sie ermöglicht eine langfristige Planung der monatlichen Belastung, schützt vor steigenden Zinsen und bietet Sicherheit bei der Finanzierung von Bau, Sanierung oder Modernisierung. Gleichzeitig hat sie Nachteile: Sie erhöht die effektiven Kosten der Finanzierung, kann die monatliche Belastung erhöhen und ist nicht immer die günstigste Option, wenn die Zinsen in der Zukunft sinken.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Forwardprämie in der Regel nicht rückzahlbar ist, wenn die Zinsen in der Zukunft sinken. Der Eigentümer ist dann an den höheren Zinssatz gebunden, obwohl der Markt günstiger geworden ist. Daher sollte die Entscheidung für ein Forward-Darlehen sorgfältig abgewogen werden. Es gilt, die eigenen finanziellen Ziele, die Risikobereitschaft und die zukünftige Zinsentwicklung zu berücksichtigen.

  • Vorteile: Langfristige Planung, Schutz vor steigenden Zinsen, Sicherheit bei Bau, Sanierung oder Modernisierung.
  • Nachteile: Höhere Kosten, erhöhte monatliche Belastung, nicht rückzahlbar, wenn Zinsen sinken.
  • Die Entscheidung sollte sorgfältig abgewogen werden.
  • Die Forwardprämie ist nicht immer die günstigste Option.
  • Die Risikobereitschaft spielt eine wichtige Rolle.

Fazit

Die Forwardprämie ist ein wichtiger Faktor bei der Planung von Immobilienfinanzierungen, insbesondere wenn es um die Sicherung der Anschlussfinanzierung geht. Sie ermöglicht es Eigentümern, die Zinsen für die Zukunft zu sichern und die monatliche Belastung langfristig zu planen. Gleichzeitig erhöht sie die effektiven Kosten der Finanzierung und sollte daher sorgfältig abgewogen werden. Bei der Entscheidung für ein Forward-Darlehen sollten die Forward-Zeit, die Höhe der Forwardprämie, die eigenen finanziellen Ziele und die Risikobereitschaft berücksichtigt werden. Mit einer fundierten Beratung und einer sorgfältigen Planung kann die Forwardprämie ein sinnvolles Instrument sein, um die Finanzierung von Kauf, Bau, Sanierung oder Modernisierung einer Immobilie zu sichern.

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