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Eigenleistung Sanierung: Was kann ich selbst machen?

Mit Eigenleistungen bei der Sanierung lassen sich Kosten sparen – doch nicht jede Arbeit ist für Laien geeignet. Hier erfahren Sie, was Sie realistisch selbst machen können und was Sie besser Fachleuten überlassen sollten.

5 min Lesezeit
Eigenleistung Sanierung: Was kann ich selbst machen?

Eine Sanierung ist für viele Haus- und Wohnungseigentümer eine große finanzielle Herausforderung. Um die Kosten zu senken, ziehen immer mehr Eigentümer Eigenleistungen in Betracht: Malerarbeiten, Bodenverlegung oder einfache Trockenbauarbeiten selbst zu übernehmen, kann die Gesamtkosten deutlich reduzieren. Doch nicht jede Arbeit eignet sich für Laien – einige Bereiche sollten aus Sicherheits- und Haftungsgründen Fachleuten überlassen werden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Arbeiten Sie bei einer Sanierung realistisch selbst übernehmen können, welche Risiken bestehen und wie Sie Eigenleistungen sinnvoll in Ihr Projekt integrieren.

Was bedeutet Eigenleistung bei der Sanierung?

Unter Eigenleistung versteht man alle Arbeiten, die Eigentümer selbst erledigen, anstatt sie an Handwerker zu vergeben. Das kann von einfachen Tätigkeiten wie Streichen und Tapezieren bis hin zu komplexeren Arbeiten wie Trockenbau oder Fliesenlegen reichen. Eigenleistungen können sowohl bei der Instandhaltung als auch bei umfassenden Sanierungen eingesetzt werden.

Vorteile von Eigenleistungen sind vor allem die Kosteneinsparung und die Möglichkeit, individuelle Wünsche direkt umzusetzen. Nachteile können sein, dass Arbeiten länger dauern, Fehler entstehen oder die Qualität nicht dem Standard eines Fachbetriebs entspricht. Zudem entfällt bei Eigenleistungen die Gewährleistung – im Schadenfall haften Sie selbst.

  • Eigenleistung = Arbeiten, die Eigentümer selbst erledigen
  • Kann Kosten sparen, aber auch Zeit und Nerven kosten
  • Keine Gewährleistung bei Eigenleistungen

Welche Arbeiten eignen sich für Eigenleistungen?

Einige Bereiche der Sanierung lassen sich gut in Eigenregie bewältigen, wenn Sie über ein gewisses handwerkliches Geschick verfügen. Typische Beispiele sind Malerarbeiten, Tapezieren, Bodenverlegung und einfache Trockenbauarbeiten. Diese Arbeiten liegen oft am Ende des Bauablaufs und verzögern den Baufortschritt nicht, wenn sie etwas länger dauern.

Malerarbeiten und Tapezieren sind besonders geeignet, da sie wenig technisches Wissen erfordern, aber viel Zeit in Anspruch nehmen. Wer alle Räume eines Hauses selbst streicht oder tapeziert, kann je nach Größe des Objekts mehrere tausend Euro sparen. Beispiel: Für das Streichen eines Einfamilienhauses mit rund 120 m² Wohnfläche können Fachbetriebe je nach Region zwischen 3.000 und 6.000 Euro verlangen. Wer dies selbst macht, spart diese Summe – allerdings muss Material und Arbeitszeit eingeplant werden.

  • Malerarbeiten und Tapezieren
  • Bodenverlegung (Laminat, Vinyl, einfacher Parkettboden)
  • Einfache Trockenbauarbeiten (z.B. Zwischenwände, Deckenverkleidungen)
  • Abbau von Tapeten und alten Bodenbelägen
  • Kleinerer Innenausbau (z.B. Einbau von Regalen, Schränken)

Welche Arbeiten sollten Sie besser Fachleuten überlassen?

Einige Bereiche der Sanierung sind aufgrund von Sicherheits- und Haftungsgründen nicht für Eigenleistungen geeignet. Dazu gehören insbesondere Elektroinstallationen, Sanitärarbeiten und Heizungstechnik. Fehler in diesen Bereichen können zu Wasserschäden, Bränden oder gesundheitlichen Gefahren führen.

Elektroarbeiten erfordern Fachwissen, da falsch verlegte Kabel oder unsachgemäß installierte Sicherungen Brandgefahr bedeuten können. Auch bei Sanitärarbeiten wie dem Austausch von Rohrleitungen oder der Installation von Badewannen und Duschen besteht das Risiko von Wasserschäden, wenn Anschlüsse nicht dicht sind. Heizungstechnik ist komplex und unterliegt strengen Vorschriften – hier sollten Sie auf einen Fachbetrieb setzen.

  • Elektroinstallationen (Strom, Licht, Steckdosen)
  • Sanitärarbeiten (Rohrleitungen, Badinstallationen)
  • Heizungstechnik (Heizkörper, Rohrleitungen, Regelung)
  • Statikrelevante Arbeiten (Tragende Wände, Decken)
  • Arbeiten in geschützten Gebäuden oder Denkmälern (oft gesetzlich geregelt)

Wie planen Sie Eigenleistungen sinnvoll ein?

Eine sorgfältige Planung ist entscheidend, um Eigenleistungen erfolgreich in Ihr Sanierungsprojekt zu integrieren. Beginnen Sie mit einer ehrlichen Einschätzung Ihrer eigenen Fähigkeiten, Zeit und Kraft. Nicht jede Arbeit, die theoretisch machbar ist, sollte auch tatsächlich in Eigenregie durchgeführt werden.

Erstellen Sie einen Zeitplan, der sowohl die Arbeiten der Handwerker als auch Ihre Eigenleistungen berücksichtigt. Achten Sie darauf, dass Eigenleistungen nicht den Baufortschritt verzögern – beispielsweise sollten Sie Malerarbeiten erst beginnen, wenn alle anderen Gewerke abgeschlossen sind. Zudem sollten Sie Materialien rechtzeitig bestellen, um Lieferengpässe zu vermeiden.

  • Ehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten
  • Zeitplan erstellen, der Handwerker- und Eigenleistungen berücksichtigt
  • Materialien rechtzeitig bestellen
  • Pufferzeiten für unvorhergesehene Verzögerungen einplanen
  • Fachliche Beratung einholen, wenn unsicher

Wie viel können Sie mit Eigenleistungen sparen?

Die Einsparungen durch Eigenleistungen können je nach Umfang und Art der Arbeiten erheblich sein. Während einfache Arbeiten wie Streichen oder Tapezieren vor allem Arbeitszeitkosten sparen, können komplexere Arbeiten wie Bodenverlegung oder Trockenbau zusätzliche Material- und Montagekosten reduzieren.

Beispiel: Für das Verlegen eines neuen Parkettbodens in einem Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche können Fachbetriebe je nach Region zwischen 6.000 und 10.000 Euro verlangen. Wer den Boden selbst verlegt, spart die Arbeitskosten – allerdings müssen Material, Werkzeug und eventuell Hilfskräfte eingeplant werden. Insgesamt können bei umfassenden Eigenleistungen Einsparungen von mehreren tausend Euro möglich sein.

  • Malerarbeiten und Tapezieren: Einsparungen von mehreren tausend Euro möglich
  • Bodenverlegung: Arbeitskosten sparen, Materialkosten bleiben
  • Trockenbau: Kombination aus Material- und Arbeitskosteneinsparung
  • Abbau von alten Belägen: Zeit- und Materialkosten reduzieren

Welche Risiken bestehen bei Eigenleistungen?

Eigenleistungen bringen nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken mit sich. Ein wesentlicher Punkt ist die fehlende Gewährleistung – im Schadenfall haften Sie selbst, da keine Gewährleistung durch einen Fachbetrieb besteht. Zudem können Fehler in der Ausführung zu Folgeschäden führen, die teurer sind als die ursprünglichen Einsparungen.

Weitere Risiken sind Verletzungen bei unsachgemäßer Arbeit, Versicherungsprobleme (z.B. wenn Freunde oder Familie helfen) und Verzögerungen im Baufortschritt. Es ist daher wichtig, nur Arbeiten in Eigenregie zu übernehmen, bei denen Sie sich sicher fühlen, und bei Unsicherheiten einen Fachmann hinzuzuziehen.

  • Keine Gewährleistung bei Eigenleistungen
  • Risiko von Folgeschäden durch Fehler
  • Verletzungsgefahr bei unsachgemäßer Arbeit
  • Versicherungsprobleme bei Hilfe durch Dritte
  • Verzögerungen im Baufortschritt

Wie integrieren Sie Eigenleistungen in den Bauablauf?

Um Eigenleistungen sinnvoll in den Bauablauf zu integrieren, sollten Sie diese klar von den Arbeiten der Handwerker trennen. So ist im Schadenfall klar definiert, wofür der Handwerker haftet und wofür Sie selbst verantwortlich sind. Zudem sollten Sie die Arbeiten so planen, dass sie nicht den Baufortschritt behindern.

Beispielsweise können Sie Malerarbeiten und Tapezieren erst beginnen, wenn alle anderen Gewerke abgeschlossen sind. Bodenverlegung sollte erst erfolgen, wenn alle Rohbau- und Trockenbauarbeiten abgeschlossen sind. So vermeiden Sie Beschädigungen und Verzögerungen. Zudem sollten Sie mit den Handwerkern abstimmen, welche Arbeiten sie übernehmen und welche Sie selbst erledigen.

  • Eigenleistungen klar von Handwerkerleistungen trennen
  • Arbeiten so planen, dass sie den Baufortschritt nicht verzögern
  • Mit Handwerkern abstimmen, welche Arbeiten sie übernehmen
  • Pufferzeiten für Eigenleistungen einplanen
  • Sicherheits- und Versicherungsaspekte beachten

Fazit

Eigenleistungen bei der Sanierung können eine sinnvolle Möglichkeit sein, Kosten zu sparen und individuelle Wünsche umzusetzen. Allerdings sollten Sie nur Arbeiten in Eigenregie übernehmen, bei denen Sie sich sicher fühlen, und komplexe oder sicherheitsrelevante Bereiche Fachleuten überlassen. Eine sorgfältige Planung, ehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und klare Abgrenzung zwischen Eigenleistungen und Handwerkerarbeiten sind entscheidend für den Erfolg Ihres Projekts.

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