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Beleihungsauslauf: Wer zahlt was?

Der Beleihungsauslauf zeigt, zu welchem Anteil eine Immobilie mit Fremdkapital finanziert ist – und entscheidet mit über Zinsen und Tilgung.

6 min Lesezeit
Beleihungsauslauf: Wer zahlt was?

Beim Thema Immobilienkauf und Baufinanzierung taucht immer wieder der Begriff „Beleihungsauslauf“ auf – doch was bedeutet er konkret, und wer zahlt eigentlich was? Der Beleihungsauslauf ist ein zentrales Risikomaß für Banken und ein entscheidender Faktor für die Konditionen Ihrer Immobilienfinanzierung. Er beschreibt, zu welchem Anteil die Immobilie über Kredite finanziert ist, und zeigt, wie viel Eigenkapital Sie selbst einbringen. In diesem Ratgeber erklären wir, wie der Beleihungsauslauf berechnet wird, welche Rolle Beleihungswert und Eigenkapital spielen und wie sich der Auslauf auf Zinsen, Tilgung und Ihre langfristige Planung auswirkt.

Was ist der Beleihungsauslauf?

Der Beleihungsauslauf – auch Beleihungsverhältnis oder Loan-to-Value (LTV) genannt – gibt das Verhältnis zwischen dem Kreditvolumen und dem Beleihungswert einer Immobilie in Prozent an. Er zeigt, wie stark die Immobilie mit Fremdkapital belastet ist. Ein niedriger Beleihungsauslauf bedeutet, dass ein großer Teil des Objekts über Eigenkapital finanziert ist, ein hoher Auslauf, dass die Bank ein größeres Risiko trägt.

Für die Bank ist der Beleihungsauslauf ein wichtiges Instrument, um das Risiko einer Immobilienfinanzierung einzuschätzen. Je höher der Auslauf, desto größer ist die Gefahr, dass bei einem Verkauf oder einer Zwangsversteigerung nicht alle Kredite vollständig zurückgezahlt werden können. Daher orientieren sich viele Banken an bestimmten Schwellenwerten, etwa 60 oder 80 Prozent, um Zinsen und Tilgung festzulegen.

  • Der Beleihungsauslauf ist ein prozentualer Wert zwischen Kreditvolumen und Beleihungswert.
  • Er beschreibt, zu welchem Anteil die Immobilie fremdfinanziert ist.
  • Je niedriger der Auslauf, desto geringer das Risiko für die Bank.
  • Der Auslauf beeinflusst Zinsen, Tilgung und Konditionen der Finanzierung.
  • Er wird für alle Kredite auf dem Objekt berechnet, inklusive Förderdarlehen und Vorlasten.

Beleihungswert vs. Kaufpreis

Der Beleihungsauslauf bezieht sich nicht auf den Kaufpreis, sondern auf den Beleihungswert der Immobilie. Der Beleihungswert ist der von der Bank geschätzte langfristige Wert, den die Immobilie mit hoher Sicherheit erzielen würde – etwa bei einem Verkauf oder einer Zwangsversteigerung. Er liegt in der Regel unter dem Verkehrswert oder Kaufpreis, da die Bank einen Sicherheitsabschlag vornimmt.

Dieser Abschlag berücksichtigt mögliche Wertverluste, Marktschwankungen oder Sanierungsbedarf. Typischerweise liegt der Beleihungswert bei etwa 70 bis 90 Prozent des Verkehrswerts, je nach Bank und Objekt. Für die Berechnung des Beleihungsauslaufs ist dieser Wert entscheidend, nicht der reale Kaufpreis.

  • Der Beleihungswert ist der von der Bank geschätzte langfristige Wert der Immobilie.
  • Er liegt unter dem Verkehrswert oder Kaufpreis.
  • Die Bank zieht einen Sicherheitsabschlag ab, um Risiken zu minimieren.
  • Der Beleihungswert ist die Basis für die Berechnung des Beleihungsauslaufs.
  • Er kann je nach Bank und Objekt variieren.

Formel und Beispielrechnung

Die Berechnung des Beleihungsauslaufs ist vergleichsweise einfach. Alle Kredite, die auf der Immobilie lasten – also Hypothek, Bauspardarlehen, KfW-Förderdarlehen und eventuelle Vorlasten – werden addiert und durch den Beleihungswert geteilt. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert, um einen Prozentwert zu erhalten.

Beispiel: Eine Immobilie hat einen Beleihungswert von 300.000 Euro. Es wird ein Hypothekendarlehen über 130.000 Euro aufgenommen und ein KfW-Förderdarlehen über 50.000 Euro. Es bestehen keine weiteren Vorlasten. Die Rechnung lautet: (130.000 + 50.000) / 300.000 = 0,6. Multipliziert mit 100 ergibt das einen Beleihungsauslauf von 60 Prozent. Das bedeutet, die Immobilie ist zu 60 Prozent fremdfinanziert.

  • Alle Kredite auf der Immobilie werden addiert.
  • Die Summe wird durch den Beleihungswert geteilt.
  • Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert zu erhalten.
  • Der Beleihungsauslauf zeigt, zu welchem Anteil die Immobilie belastet ist.
  • Beispielrechnungen helfen, den Auslauf konkret zu verstehen.

Wer zahlt was? Eigenkapital und Fremdkapital

Der Beleihungsauslauf macht deutlich, wer im Rahmen der Finanzierung wie viel trägt. Eigenkapital ist der Teil, den Sie selbst einbringen – etwa aus Ersparnissen, Verkäufen oder Erbschaften. Fremdkapital sind die Kredite, die die Bank bereitstellt. Je höher Ihr Eigenkapitalanteil, desto niedriger der Beleihungsauslauf und desto geringer das Risiko für die Bank.

Ein hoher Eigenkapitalanteil kann zu besseren Konditionen führen, da die Bank weniger Risiko eingeht. Gleichzeitig bedeutet mehr Eigenkapital, dass Sie weniger Zinsen zahlen und die Tilgung schneller voranschreitet. Umgekehrt führt ein niedriger Eigenkapitalanteil zu einem höheren Beleihungsauslauf, was sich oft in höheren Zinsen und strengeren Tilgungsvorgaben niederschlägt.

  • Eigenkapital ist der Teil, den Sie selbst einbringen.
  • Fremdkapital sind die Kredite der Bank.
  • Je höher das Eigenkapital, desto niedriger der Beleihungsauslauf.
  • Ein niedriger Auslauf kann zu besseren Konditionen führen.
  • Ein hoher Auslauf erhöht das Risiko für die Bank.

Auswirkungen auf Zinsen und Tilgung

Der Beleihungsauslauf hat direkten Einfluss auf die Konditionen Ihrer Immobilienfinanzierung. Viele Banken nutzen Schwellenwerte, um Zinsen und Tilgung festzulegen. Ein Beleihungsauslauf unter 60 Prozent gilt in der Regel als sehr günstig und kann zu niedrigen Zinsen führen. Liegt der Auslauf darüber, verschlechtern sich die Konditionen oft schrittweise.

Ein hoher Beleihungsauslauf kann auch die Tilgung beeinflussen. Banken verlangen in solchen Fällen häufig eine höhere Tilgungsrate, um das Risiko zu reduzieren. Das bedeutet höhere monatliche Belastungen, aber auch eine schnellere Entschuldung. Ein niedriger Auslauf ermöglicht dagegen oft eine niedrigere Tilgung, was die monatliche Belastung reduziert.

  • Der Beleihungsauslauf beeinflusst Zinsen und Tilgung.
  • Unter 60 Prozent gilt oft als sehr günstig.
  • Über 60 Prozent können die Konditionen sich verschlechtern.
  • Ein hoher Auslauf kann höhere Tilgungsraten bedeuten.
  • Ein niedriger Auslauf ermöglicht oft niedrigere Tilgung.

Risiken und Sicherheiten

Ein hoher Beleihungsauslauf bedeutet für die Bank ein höheres Risiko. Sollte der Immobilienmarkt einbrechen oder die Immobilie weniger wert sein als erwartet, könnte der Verkaufserlös nicht ausreichen, um alle Kredite zu tilgen. Daher setzen Banken häufig zusätzliche Sicherheiten oder strengere Konditionen an, wenn der Auslauf hoch ist.

Für Sie als Käufer bedeutet ein hoher Auslauf, dass Sie weniger Puffer haben. Bei Wertverlusten oder finanziellen Engpässen kann es schwieriger werden, die Immobilie zu verkaufen oder zu refinanzieren. Ein niedriger Auslauf bietet dagegen mehr Sicherheit und Flexibilität, etwa bei einer späteren Aufstockung der Finanzierung oder einer Umschuldung.

  • Ein hoher Auslauf bedeutet höheres Risiko für die Bank.
  • Banken können zusätzliche Sicherheiten verlangen.
  • Ein hoher Auslauf reduziert Ihren finanziellen Puffer.
  • Ein niedriger Auslauf bietet mehr Sicherheit und Flexibilität.
  • Risiken sollten bei der Planung der Finanzierung berücksichtigt werden.

Praktische Tipps zur Optimierung

Um den Beleihungsauslauf zu optimieren, können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen. Ein höherer Eigenkapitalanteil senkt den Auslauf direkt. Auch die Wahl der Kredite und Förderdarlehen kann helfen – etwa durch die Kombination von Hypothek und KfW-Förderung, um die Gesamtbelastung zu reduzieren.

Zusätzlich sollten Sie den Beleihungswert im Blick behalten. Eine realistische Einschätzung des Immobilienwerts und die Berücksichtigung von Kaufnebenkosten können helfen, den Auslauf zu senken. Eine frühzeitige Beratung bei einer Bank oder einem Finanzierungsberater kann dabei unterstützen, die besten Konditionen zu finden.

  • Erhöhen Sie Ihren Eigenkapitalanteil, um den Auslauf zu senken.
  • Nutzen Sie Förderdarlehen, um die Gesamtbelastung zu reduzieren.
  • Berücksichtigen Sie Kaufnebenkosten bei der Planung.
  • Lassen Sie den Beleihungswert realistisch einschätzen.
  • Holen Sie sich frühzeitig Beratung, um die besten Konditionen zu finden.

Fazit

Der Beleihungsauslauf ist ein zentrales Element jeder Immobilienfinanzierung und zeigt, zu welchem Anteil die Immobilie mit Fremdkapital belastet ist. Er beeinflusst Zinsen, Tilgung und die Sicherheit der Finanzierung. Ein niedriger Auslauf bedeutet weniger Risiko für die Bank und oft bessere Konditionen für Sie, während ein hoher Auslauf zusätzliche Sicherheiten und höhere Belastungen nach sich ziehen kann. Durch eine sorgfältige Planung von Eigenkapital, Krediten und Förderdarlehen können Sie den Beleihungsauslauf optimieren und Ihre Immobilienfinanzierung langfristig sicher und günstig gestalten.

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