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Bankgespräch zur Baufinanzierung: Wer zahlt was?

Wer zahlt was im Bankgespräch zur Baufinanzierung? Klarheit über Kosten, Eigenkapital, Nebenkosten und Risiken schafft Sicherheit beim Immobilienkauf oder -bau.

7 min Lesezeit
Bankgespräch zur Baufinanzierung: Wer zahlt was?

Ein Bankgespräch zur Baufinanzierung ist für viele Käuferinnen und Käufer ein entscheidender Moment: Hier wird geklärt, ob die gewünschte Immobilie finanziell machbar ist und unter welchen Bedingungen die Bank ein Darlehen bereitstellt. Häufig stellt sich dabei die zentrale Frage: Wer zahlt eigentlich was? Nicht nur die monatliche Rate, sondern auch Nebenkosten, Sicherheiten, Risiken und mögliche Zusatzleistungen müssen im Gespräch transparent aufgeteilt werden. Dieser Ratgeber zeigt auf, welche Kosten typischerweise auf Käuferseite liegen, welche Rolle Eigenkapital und Sicherheiten spielen und wie sich Banken und Kreditnehmer gegenseitig verpflichten – damit Sie das Bankgespräch gut vorbereitet und mit klarem Kostenüberblick führen können.

Wer trägt die Kosten für den Immobilienkauf?

Beim Kauf einer Immobilie entstehen zahlreiche Kosten, die über den reinen Kaufpreis hinausgehen. In der Regel trägt der Käufer alle Nebenkosten, während die Bank nur den eigentlichen Darlehensbetrag bereitstellt. Dazu gehören unter anderem Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchgebühren, Maklerprovision (falls vorhanden) sowie eventuelle Kosten für Gutachten oder Energieausweise. Diese Posten können je nach Bundesland und Objekt erheblich variieren und sollten bereits vor dem Bankgespräch grob kalkuliert werden.

Ein Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro können Nebenkosten in der Größenordnung von 10 bis 15 Prozent liegen, also etwa 30.000 bis 45.000 Euro. Diese Summe muss der Käufer in der Regel aus Eigenmitteln oder über eine entsprechend höhere Finanzierungssumme decken. Die Bank prüft im Gespräch, ob das vorhandene Eigenkapital ausreicht, um diese Nebenkosten zu tragen, und legt dann fest, wie hoch der Kreditbetrag sein darf.

  • Kaufpreis der Immobilie: In der Regel vollständig durch Kredit und Eigenkapital gedeckt.
  • Grunderwerbsteuer: Fällt in der Regel auf den Käufer, Höhe je nach Bundesland.
  • Notar- und Grundbuchkosten: Werden vom Käufer getragen.
  • Maklerprovision: Meist vom Käufer, soweit vereinbart.
  • Gutachten und Energieausweis: In der Regel vom Käufer bezahlt.
  • Eventuelle Umbau- oder Sanierungskosten: Liegen in der Regel beim Käufer, können aber in die Finanzierung einfließen.

Welche Rolle spielt das Eigenkapital?

Eigenkapital ist ein zentraler Faktor im Bankgespräch zur Baufinanzierung. Je höher der Eigenkapitalanteil, desto geringer ist das Risiko für die Bank und desto besser können in der Regel die Konditionen ausfallen. Eigenkapital kann aus Ersparnissen, Verkäufen von Vermögenswerten oder staatlichen Fördermitteln stammen. Die Bank prüft im Gespräch, ob das Eigenkapital ausreicht, um Nebenkosten zu decken und eine ausreichende Sicherheit zu bieten.

Ein typisches Beispiel: Ein Käufer möchte eine Immobilie für 300.000 Euro erwerben und verfügt über 60.000 Euro Eigenkapital. Die Nebenkosten betragen etwa 30.000 Euro. Damit bleiben 30.000 Euro Eigenkapital für den Kaufpreis, sodass die Bank 270.000 Euro finanzieren muss. Diese Struktur zeigt der Bank, dass der Käufer finanziell stabil ist und die Finanzierung realistisch gestaltet ist.

  • Eigenkapital dient als Sicherheit für die Bank.
  • Höheres Eigenkapital führt oft zu besseren Zinskonditionen.
  • Eigenkapital muss Nebenkosten und einen Teil des Kaufpreises decken.
  • Eigenkapital kann aus Ersparnissen, Verkäufen oder Fördermitteln stammen.
  • Banken prüfen die Herkunft des Eigenkapitals im Gespräch.

Wie werden Nebenkosten im Bankgespräch behandelt?

Nebenkosten sind ein wichtiger Punkt im Bankgespräch zur Baufinanzierung. Die Bank muss wissen, wie hoch diese Kosten sind, um den Gesamtfinanzierungsbedarf zu ermitteln. Nebenkosten können je nach Situation stark variieren und sollten daher genau kalkuliert werden. Die Bank prüft, ob das vorhandene Eigenkapital ausreicht, um diese Kosten zu decken, oder ob sie in die Finanzierung einfließen müssen.

Ein Beispiel: Ein Käufer plant den Kauf einer Immobilie für 300.000 Euro. Die Nebenkosten betragen 30.000 Euro. Das vorhandene Eigenkapital beträgt 40.000 Euro. Damit können die Nebenkosten vollständig aus Eigenmitteln gedeckt werden, und die Bank muss nur den Kaufpreis finanzieren. Wären die Nebenkosten höher oder das Eigenkapital geringer, müsste die Bank prüfen, ob eine höhere Finanzierungssumme möglich ist.

  • Nebenkosten umfassen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten, Maklerprovision, Gutachten und Energieausweis.
  • Banken prüfen, ob Eigenkapital Nebenkosten deckt.
  • Hohe Nebenkosten können die Finanzierungssumme erhöhen.
  • Nebenkosten sollten vor dem Bankgespräch genau kalkuliert werden.
  • Banken können Nebenkosten in die Finanzierung einbeziehen, wenn Eigenkapital nicht ausreicht.

Welche Sicherheiten stellt der Käufer?

Im Bankgespräch zur Baufinanzierung wird auch über Sicherheiten gesprochen. Die Bank verlangt in der Regel eine Grundschuld auf das Grundstück oder die Immobilie, um das Darlehen abzusichern. Diese Grundschuld wird im Grundbuch eingetragen und stellt sicher, dass die Bank im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Käufers Anspruch auf die Immobilie hat. Der Käufer trägt die Kosten für die Eintragung der Grundschuld, die in der Regel bei einigen Hundert Euro liegen.

Ein Beispiel: Ein Käufer erhält ein Darlehen von 270.000 Euro. Die Bank verlangt eine Grundschuld in dieser Höhe. Die Kosten für die Eintragung betragen etwa 300 Euro. Diese Kosten trägt der Käufer und werden in der Regel zusammen mit den anderen Nebenkosten bezahlt. Die Grundschuld bleibt bestehen, bis das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist.

  • Grundschuld als Sicherheit für die Bank.
  • Kosten für Eintragung der Grundschuld trägt der Käufer.
  • Grundschuld wird im Grundbuch eingetragen.
  • Grundschuld bleibt bestehen, bis Darlehen vollständig zurückgezahlt ist.
  • Bank prüft im Gespräch, ob Grundschuld ausreichend ist.

Wie werden Zinsen und Tilgung verteilt?

Im Bankgespräch zur Baufinanzierung wird auch über Zinsen und Tilgung gesprochen. Die Bank legt den Zinssatz fest, der je nach Marktbedingungen und Kreditnehmerprofil variieren kann. Die Tilgung erfolgt in der Regel in monatlichen Raten, die aus Zinsen und Tilgung bestehen. Der Käufer trägt die Kosten für Zinsen und Tilgung, während die Bank das Risiko der Zinsänderungen trägt, sofern eine feste Zinsbindung vereinbart ist.

Ein Beispiel: Ein Käufer erhält ein Darlehen von 270.000 Euro mit einem Zinssatz von 4 Prozent und einer Tilgung von 2 Prozent pro Jahr. Die monatliche Rate beträgt etwa 1.350 Euro. Diese Rate zahlt der Käufer über die vereinbarte Laufzeit. Nach Ablauf der Zinsbindung kann die Bank den Zinssatz anpassen, was die monatliche Rate erhöhen kann.

  • Zinssatz wird von der Bank festgelegt.
  • Tilgung erfolgt in monatlichen Raten.
  • Käufer trägt Kosten für Zinsen und Tilgung.
  • Bank trägt Risiko der Zinsänderungen bei fester Zinsbindung.
  • Bank prüft im Gespräch, ob Rate tragbar ist.

Welche Risiken trägt der Käufer?

Im Bankgespräch zur Baufinanzierung wird auch über Risiken gesprochen. Der Käufer trägt das Risiko, dass sich die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung erhöhen und die monatliche Rate steigt. Außerdem trägt der Käufer das Risiko, dass sich die Immobilie nicht wie erwartet entwickelt und der Wert sinkt. Die Bank trägt das Risiko, dass der Käufer die Raten nicht zahlen kann, und prüft daher im Gespräch die Bonität des Käufers.

Ein Beispiel: Ein Käufer erhält ein Darlehen mit einer Zinsbindung von 10 Jahren. Nach Ablauf dieser Frist kann die Bank den Zinssatz anpassen. Steigen die Zinsen, erhöht sich die monatliche Rate. Der Käufer muss sicherstellen, dass er auch mit einer höheren Rate umgehen kann. Die Bank prüft im Gespräch, ob der Käufer finanziell stabil ist und die Rate auch bei Zinssteigerungen tragen kann.

  • Risiko steigender Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung.
  • Risiko sinkender Immobilienwerte.
  • Bank prüft Bonität des Käufers.
  • Käufer muss sicherstellen, dass Rate auch bei Zinssteigerungen tragbar ist.
  • Bank trägt Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Käufers.

Welche Zusatzleistungen kann die Bank anbieten?

Im Bankgespräch zur Baufinanzierung kann die Bank auch Zusatzleistungen anbieten, die den Käufer unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Beratung zu Fördermitteln, Unterstützung bei der Beantragung von staatlichen Zuschüssen oder die Vermittlung von Versicherungen wie Restschuldversicherung oder Gebäudeversicherung. Diese Leistungen können helfen, die Finanzierung zu optimieren und Risiken abzusichern.

Ein Beispiel: Ein Käufer plant den Kauf einer Immobilie und möchte staatliche Fördermittel nutzen. Die Bank berät den Käufer zu den Möglichkeiten und unterstützt bei der Beantragung. Zusätzlich bietet die Bank eine Restschuldversicherung an, die im Falle von Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit die Raten übernimmt. Diese Leistungen können die Finanzierung sicherer machen, erhöhen aber in der Regel die Kosten.

  • Beratung zu Fördermitteln.
  • Unterstützung bei Beantragung staatlicher Zuschüsse.
  • Vermittlung von Versicherungen wie Restschuldversicherung oder Gebäudeversicherung.
  • Zusatzleistungen können Finanzierung optimieren.
  • Zusatzleistungen erhöhen in der Regel die Kosten.

Fazit

Im Bankgespräch zur Baufinanzierung wird klar, wer welche Kosten trägt und welche Sicherheiten und Risiken bestehen. Der Käufer trägt in der Regel die Nebenkosten, stellt Sicherheiten wie eine Grundschuld und zahlt Zinsen und Tilgung. Die Bank stellt das Darlehen bereit, trägt das Risiko der Zinsänderungen bei fester Zinsbindung und prüft die Bonität des Käufers. Zusatzleistungen wie Beratung zu Fördermitteln oder Versicherungen können die Finanzierung optimieren, erhöhen aber die Kosten. Ein gut vorbereitetes Bankgespräch mit klarem Kostenüberblick schafft Sicherheit und erleichtert den Immobilienkauf oder -bau.

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