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Bankgespräch zur Baufinanzierung: Kosten im Überblick

Welche Kosten entstehen beim Bankgespräch zur Baufinanzierung – und welche sind wirklich nötig? Ein Überblick für Immobilienkäufer und Bauherren.

8 min Lesezeit
Bankgespräch zur Baufinanzierung: Kosten im Überblick

Ein Bankgespräch zur Baufinanzierung gehört für die meisten Immobilienkäufer und Bauherren zum Pflichtprogramm. Doch viele fragen sich: Was kostet das Gespräch eigentlich – und welche Ausgaben kommen später auf mich zu? In diesem Ratgeber klären wir, welche Kosten im und nach dem Bankgespräch typischerweise anfallen, welche Gebühren Sie vermeiden können und wie Sie sich als Kunde gut vorbereiten, ohne unnötig zu zahlen.

Was überhaupt unter "Kosten" im Bankgespräch verstanden wird

Unter "Kosten" im Bankgespräch zur Baufinanzierung versteht man in der Regel drei Dinge: erstens die direkten Gebühren für das Gespräch oder die Beratung, zweitens die Kosten für Unterlagen und Drittleistungen (z.B. Gutachten, Notar, Versicherungen) und drittens die langfristigen Finanzierungskosten des Darlehens selbst. Wichtig ist: Das Gespräch mit der Bank oder einem Vermittler ist für Sie in der Regel kostenlos – die eigentlichen Kosten entstehen erst im Rahmen der Finanzierung und der Immobilienabwicklung.

Viele Verbraucher verwechseln die Beratungskosten mit den Konditionen des Darlehens. Ein günstiger Zinssatz oder eine flexible Tilgung wirken sich über die gesamte Laufzeit deutlich stärker auf die Gesamtkosten aus als einmalige Beratungsgebühren. Deshalb lohnt es sich, bereits im Bankgespräch genau auf die Gesamtkosten zu achten und nicht nur auf den Zinssatz zu schauen.

Kosten für die Beratung und das Gespräch

In der Praxis sind persönliche Beratungsgespräche bei Banken, Sparkassen und freien Vermittlern für Privatkunden meist kostenlos. Die Kosten werden indirekt über Provisionen abgegolten, die die Banken an die Vermittler zahlen. Nur Honorarberater verlangen in der Regel eine direkte Gebühr, die vorab klar kommuniziert werden muss. Diese Gebühr kann pauschal oder nach Aufwand berechnet werden und sollte immer schriftlich festgehalten werden.

Wichtig ist, dass Sie sich im Gespräch nicht unter Druck setzen lassen. Ein seriöser Berater erklärt transparent, ob und wie er vergütet wird, und lässt Ihnen Zeit, Angebote zu vergleichen. Wenn ein Berater versucht, Sie zu einem sofortigen Abschluss zu drängen oder zusätzliche Dienstleistungen aufzuschwatzen, sollten Sie skeptisch sein.

  • Beratung bei Banken und Sparkassen: in der Regel kostenlos für den Kunden.
  • Beratung durch freie Vermittler: meist kostenlos, da Banken Provisionen zahlen.
  • Honorarberater: direkte Gebühr, die vorab schriftlich festgelegt werden muss.
  • Vergleichsangebote einholen: kostenlos und empfehlenswert, um die besten Konditionen zu finden.
  • Unterlagen sammeln: in der Regel keine Kosten, aber zeitaufwendig.
  • Notar- und Grundbuchkosten: fallen erst später an, nicht im Bankgespräch.

Kosten für Unterlagen und Gutachten

Für eine Baufinanzierung benötigen Sie eine Reihe von Unterlagen, die teilweise Kosten verursachen. Dazu gehören beispielsweise Gutachten zur Immobilie, Schufa-Auskünfte oder bestimmte Nachweise. Diese Kosten sind zwar nicht direkt an das Bankgespräch gekoppelt, aber ohne sie kann die Finanzierung nicht bewilligt werden.

Ein typisches Beispiel ist ein Wertgutachten der Immobilie, das von einem unabhängigen Gutachter erstellt wird. Dieses Gutachten dient der Bank als Sicherheit und kann je nach Objekt und Region einige Hundert Euro kosten. Auch eine Schufa-Selbstauskunft ist für die Bank wichtig, um die Bonität des Kunden zu prüfen. Diese Auskunft kann kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr bezogen werden.

  • Wertgutachten der Immobilie: einige Hundert Euro, je nach Objekt und Region.
  • Schufa-Selbstauskunft: kostenlos oder gegen geringe Gebühr.
  • Kopien von Unterlagen: in der Regel kostenlos, wenn Sie sie selbst anfertigen.
  • Fachliche Gutachten (z.B. Energieausweis): je nach Umfang und Anbieter.
  • Versicherungsnachweise: können Kosten verursachen, wenn Sie zusätzliche Policen abschließen.
  • Notar- und Grundbuchkosten: fallen später an, aber sind Teil der Gesamtkosten.

Kosten für die Finanzierung selbst

Die eigentlichen Kosten der Baufinanzierung entstehen durch die Konditionen des Darlehens. Dazu gehören der Zinssatz, die Tilgung, Sondertilgungsoptionen und eventuelle Vorfälligkeitsentschädigungen. Diese Kosten wirken sich über die gesamte Laufzeit des Darlehens aus und können je nach Laufzeit und Zinssatz erheblich variieren.

Ein Beispiel: Bei einem Darlehen von 200.000 Euro mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent und einer Tilgung von 1 Prozent pro Jahr betragen die jährlichen Zinsen 5.000 Euro und die Tilgung 2.000 Euro. Über 15 Jahre summieren sich die Zinsen auf 75.000 Euro und die Tilgung auf 30.000 Euro. Insgesamt zahlen Sie also 105.000 Euro zurück – das sind 85.000 Euro mehr als der ursprüngliche Darlehensbetrag. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig es ist, bereits im Bankgespräch auf die Gesamtkosten zu achten.

  • Zinssatz: je höher, desto höher die Gesamtkosten.
  • Tilgung: je höher, desto schneller ist das Darlehen abbezahlt, aber die Monatsrate steigt.
  • Sondertilgungsoptionen: können Kosten sparen, wenn Sie früher tilgen möchten.
  • Vorfälligkeitsentschädigungen: können bei vorzeitiger Kündigung anfallen.
  • Laufzeit: je länger, desto höher die Gesamtkosten, aber die Monatsrate sinkt.
  • Gesamtkosten: immer im Blick behalten, nicht nur den Zinssatz.

Kosten für Nebenkosten beim Immobilienkauf

Neben den Kosten für die Finanzierung selbst fallen beim Immobilienkauf weitere Nebenkosten an. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie eventuell Maklergebühren. Diese Kosten kommen zusätzlich zum Kaufpreis und werden nicht immer von der Bank finanziert.

Die Grunderwerbsteuer beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Notar- und Grundbuchkosten liegen in der Regel bei etwa zwei Prozent des Kaufpreises. Ein Makler verlangt häufig 3,57 Prozent des Kaufpreises plus Mehrwertsteuer. Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro liegen die Nebenkosten – je nach Bundesland und Einbindung eines Maklers – zwischen 5,5 und zwölf Prozent des Kaufpreises, also zwischen 21.000 und 48.000 Euro.

  • Grunderwerbsteuer: 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises, je nach Bundesland.
  • Notar- und Grundbuchkosten: etwa zwei Prozent des Kaufpreises.
  • Maklergebühren: häufig 3,57 Prozent des Kaufpreises plus Mehrwertsteuer.
  • Gesamtkosten: immer im Blick behalten, nicht nur den Kaufpreis.
  • Finanzierung der Nebenkosten: je nach Bank unterschiedlich, teils müssen Sie Eigenkapital einbringen.
  • Reserve einplanen: für unvorhergesehene Kosten.

Kosten für Versicherungen und andere Dienstleistungen

Im Rahmen einer Baufinanzierung werden oft verschiedene Versicherungen empfohlen oder verlangt. Dazu gehören beispielsweise eine Risikolebensversicherung, eine Restschuldversicherung oder eine Gebäudeversicherung. Diese Versicherungen können zusätzliche Kosten verursachen, die über die Laufzeit des Darlehens anfallen.

Eine Risikolebensversicherung sichert im Todesfall die Rückzahlung des Darlehens ab und kann je nach Versicherungssumme und Laufzeit einige Hundert Euro pro Jahr kosten. Eine Restschuldversicherung deckt im Falle von Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit die Raten ab und kann ebenfalls zusätzliche Kosten verursachen. Eine Gebäudeversicherung schützt vor Schäden an der Immobilie und ist in der Regel Pflicht, wenn die Bank eine Grundschuld einträgt.

  • Risikolebensversicherung: einige Hundert Euro pro Jahr, je nach Versicherungssumme und Laufzeit.
  • Restschuldversicherung: zusätzliche Kosten, je nach Versicherungssumme und Laufzeit.
  • Gebäudeversicherung: Pflicht bei Grundschuld, schützt vor Schäden an der Immobilie.
  • Hausratversicherung: optional, schützt vor Schäden an Einrichtung und Inventar.
  • Rechtsschutzversicherung: optional, schützt vor rechtlichen Auseinandersetzungen.
  • Versicherungskosten: immer im Blick behalten, nicht nur die Finanzierungskosten.

Kosten für Umbau, Sanierung und Modernisierung

Bei der Finanzierung einer Immobilie können auch Kosten für Umbau, Sanierung oder Modernisierung anfallen. Diese Kosten können in die Baufinanzierung integriert werden oder als separates Darlehen finanziert werden. Je nach Umfang der Arbeiten können diese Kosten erheblich sein.

Ein Beispiel: Bei einer Sanierung eines älteren Hauses können Kosten für neue Heizung, Dämmung, Fenster und Bäder anfallen. Diese Kosten können je nach Umfang und Region einige Zehntausend Euro betragen. Es lohnt sich, diese Kosten bereits im Bankgespräch zu klären und in die Finanzierung einzubeziehen, um später keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

  • Umbau: Kosten für Anbau, Carport, Garage oder Erweiterung.
  • Sanierung: Kosten für neue Heizung, Dämmung, Fenster und Bäder.
  • Modernisierung: Kosten für neue Küche, Bäder, Bodenbeläge und Elektrik.
  • Finanzierung: in die Baufinanzierung integrieren oder separates Darlehen.
  • Kostenplanung: immer im Blick behalten, nicht nur den Kaufpreis.
  • Reserve einplanen: für unvorhergesehene Kosten.

Kosten für Förderprogramme und Zuschüsse

Es gibt verschiedene Förderprogramme und Zuschüsse, die die Kosten einer Baufinanzierung reduzieren können. Dazu gehören beispielsweise staatliche Förderprogramme für den Bau oder die Sanierung von energieeffizienten Gebäuden, Zuschüsse für den Einbau von barrierefreien Lösungen oder Förderungen für den Kauf von Wohnraum in bestimmten Regionen.

Diese Förderprogramme können die Gesamtkosten der Finanzierung deutlich senken, da sie Zuschüsse oder günstige Konditionen bieten. Es lohnt sich, im Bankgespräch nach solchen Programmen zu fragen und die Unterlagen rechtzeitig einzureichen, um die Förderung zu erhalten.

  • Staatliche Förderprogramme: für energieeffiziente Gebäude, Sanierung und Modernisierung.
  • Zuschüsse: für barrierefreie Lösungen, bestimmte Regionen oder bestimmte Zielgruppen.
  • Günstige Konditionen: durch Förderprogramme können Zinsen und Tilgung reduziert werden.
  • Unterlagen: rechtzeitig einreichen, um die Förderung zu erhalten.
  • Beratung: im Bankgespräch nach Förderprogrammen fragen.
  • Gesamtkosten: immer im Blick behalten, nicht nur den Zinssatz.

Kosten für die Übergabe und Reservierung

Bei der Übergabe einer Immobilie können zusätzliche Kosten anfallen, die oft übersehen werden. Dazu gehören beispielsweise Kosten für die Übergabe selbst, wie Reinigung, Instandsetzung oder kleinere Reparaturen. Auch die Reservierung einer Immobilie kann Kosten verursachen, wenn eine Reservierungsgebühr gezahlt werden muss.

Es lohnt sich, diese Kosten bereits im Bankgespräch zu klären und in die Finanzierung einzubeziehen, um später keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Eine klare Übersicht über alle Kosten hilft, die Gesamtkosten der Immobilie realistisch einzuschätzen.

  • Übergabe: Kosten für Reinigung, Instandsetzung oder kleinere Reparaturen.
  • Reservierung: Reservierungsgebühr, wenn eine Immobilie reserviert wird.
  • Kostenplanung: immer im Blick behalten, nicht nur den Kaufpreis.
  • Finanzierung: in die Baufinanzierung integrieren oder separat finanzieren.
  • Reserve einplanen: für unvorhergesehene Kosten.
  • Beratung: im Bankgespräch nach allen Kosten fragen.

Fazit

Ein Bankgespräch zur Baufinanzierung ist in der Regel kostenlos, aber die eigentlichen Kosten entstehen durch die Konditionen des Darlehens, die Nebenkosten beim Immobilienkauf und eventuelle Zusatzleistungen wie Versicherungen oder Förderprogramme. Es lohnt sich, alle Kosten im Blick zu behalten und nicht nur auf den Zinssatz zu schauen. Eine klare Übersicht über alle Kosten hilft, die Gesamtkosten der Immobilie realistisch einzuschätzen und die beste Finanzierungslösung zu finden.

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