Bayerisches Modellvorhaben zur Umnutzung von Leerstand in Wohnraum initiiert
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter hat den Projektaufruf für das Modellvorhaben „Leerstand jetzt WOHNEN“ gestartet, um leerstehende Gebäude im ländlichen Raum in Wohnraum umzuwandeln.

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat das Modellvorhaben „Leerstand jetzt WOHNEN“ offiziell initiiert. Ziel ist die strategische Umwandlung von leerstehenden Gewerbe-, Einzelhandels- und Bürogebäuden in Wohnraum. Bauminister Christian Bernreiter betonte bei der Auftaktveranstaltung die Bedeutung des ländlichen Raums für die Wohnungspolitik und lud bayerische Kommunen zur Teilnahme ein.
Dieses Programm konvergiert das Schaffen von neuem Wohnraum mit der Stärkung regionaler Ortskerne. Das Ministerium verfolgt damit einen Ansatz, der sowohl die Revitalisierung bestehender Strukturen als auch die Schaffung von Wohnraum für die lokale Bevölkerung ermöglicht. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Lösungen, die gleichzeitig den Bedarf an Wohnflächen decken und lokale Gemeinschaften unterstützen.
Pilotprojekte und Methodik
Fünf Pilotgemeinden setzen bereits konkrete Projekte im Rahmen des Modellvorhabens um. Diese Vorhaben dienen der Sammlung von Erfahrungen und der Generierung von Best-Practice-Beispielen. Die Projekte umfassen vielfältige Umnutzungen, von alten Rathäusern bis zu ehemaligen Einzelhandelsflächen und Metzgereien. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Fläche getragen werden und als Blaupause für weitere Kommunen dienen.
- —In Reischach werden acht kleine Wohnungen für junge Erwachsene in einem ehemaligen Rathaus realisiert.
- —Ein alter Schlecker-Drogeriemarkt in Marktbreit wird zu barrierefreien Senioren-Wohngemeinschaften und Galerie-Wohnungen umgebaut.
- —In Bad Kötzting entstehen acht Wohnungen für junge Menschen und Arbeitsräume für Existenzgründer in einer ehemaligen Metzgerei.
- —In Marktredwitz ist die Umnutzung eines Schlosses für Wohnzwecke geplant, wobei ein Planer für die Konkretisierung der Vorhaben gesucht wird.
Das Modellvorhaben versteht sich als Reallabor für einfaches Bauen im Bestand, welches eine Alternative zum Neubau auf bislang unbebauten Flächen darstellt. Das Ziel ist bezahlbarer Wohnraum durch kostengünstige Bauweisen, die sich an die vorhandene Substanz anpassen. Hierbei werden bestehende Standards kritisch hinterfragt, um unnötige Kosten zu vermeiden. Erkenntnisse aus den 19 Pilotvorhaben zum Gebäudetyp-e fließen in das Projekt ein.
Begleitung und Fördermöglichkeiten
Ein Expertengremium begleitet die Kommunen fachlich und berät in technischen Fragen wie Schallschutz, Statik, Haustechnik und Brandschutz sowie bei der rechtlichen Umsetzung. Finanzielle Unterstützung erfolgt durch Städtebau- und Wohnraumförderung. Dabei werden von Experten individuelle Gesamtpakete geschnürt, um wirtschaftliche Lösungen zu generieren, die auf andere Kommunen übertragbar sind.
Bayerische Städte, Märkte und Gemeinden haben die Möglichkeit, sich durch eine Interessensbekundung bei den zuständigen Sachgebieten 34 (Städtebau) oder 35 (Wohnungswesen) bei der jeweiligen Bezirksregierung zu bewerben. Voraussetzung für die Teilnahme sind die Übereinstimmung des Vorhabens mit den Zielen des Modellvorhabens und die Erfüllung der Kriterien der Städtebau- oder Wohnraumförderung.
Eine Ausstellung im Foyer des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, am Franz-Josef-Strauß-Ring 4 in 80539 München, präsentiert noch bis zum 6. Mai die fünf Modellvorhaben und informiert über einfache Bauweisen, wirtschaftliche Umnutzung und neue Formen des Wohnens im Bestand.
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