Bedarf an europäischen Industrie- und Logistikflächen wächst erheblich durch "Made in Europe"-Initiative
Eine aktuelle Analyse von Aberdeen Investments prognostiziert einen jährlichen Bedarf von rund 20 Millionen Quadratmetern zusätzlicher Industrie- und Logistikfläche in Europa bis 2035 zur Erreichung der "Made in Europe"-Ziele.

Europa steht vor einem signifikanten Wachstum im Bereich der Industrie- und Logistikimmobilien. Gemäß einer aktuellen Analyse von Aberdeen Investments werden bis zum Jahr 2035 jährlich etwa 20 Millionen Quadratmeter neue oder umgewidmete Flächen dieser Art benötigt. Dieser Bedarf ist direkt auf die politischen Zielsetzungen der „Made in Europe“-Initiative zurückzuführen, die eine Erhöhung des Anteils der Industrieproduktion am Bruttoinlandsprodukt Europas auf 20 Prozent bis 2035 anstrebt. Die Notwendigkeit dieser Flächenerweiterung wird durch fortwährende geopolitische Spannungen und globale Lieferkettenstörungen zusätzlich akzentuiert.
Das Ausmaß dieses jährlichen Flächenbedarfs ist beträchtlich und veranschaulicht sich in Größenvergleichen. Die benötigte Fläche entspricht beispielsweise etwa 2.800 Fußballfeldern pro Jahr. In einem europäischen Kontext würde dies der Fläche von rund zehn Berliner Tiergärten, mehr als zwei Bois de Boulogne in Paris oder nahezu dem dreifachen der Fläche Venedigs entsprechen. Diese Dimensionen verdeutlichen die umfassende Herausforderung, die die Immobilienwirtschaft in den kommenden Jahren zu bewältigen hat, um die politischen und wirtschaftlichen Vorgaben zu erfüllen.
Implikationen für Immobilienentwicklung und Investitionen
Craig Wright, Head of European Research, Real Estate bei Aberdeen Investments, betont die zentrale Rolle adäquater Immobilien bei der Umsetzung der „Made in Europe“-Leitlinie. Er führt aus, dass die europäische Wirtschaft gegenwärtig einen tiefgreifenden Strukturwandel durchläuft, in dessen Zuge die Bereitstellung geeigneter industrieller und logistischer Kapazitäten unerlässlich wird. Konkret bedeutet dies die Schaffung von durchschnittlich 784 neuen oder umgenutzten Industrie- und Logistikobjekten pro Jahr, basierend auf einer angenommenen Durchschnittsgröße von 25.000 Quadratmetern pro Immobilie.
Der Wandel weg von der starken Abhängigkeit von globalen Lieferketten und hin zu einer stärkeren europäischen Industriebasis wird sowohl von politischen Akteuren als auch von Unternehmen vorangetrieben. Dieser Prozess, beeinflusst durch Geopolitik, globale Konflikte, fragile Lieferketten sowie Nachhaltigkeitsanforderungen und industriepolitische Maßnahmen, verändert die Rahmenbedingungen für Immobilieninvestoren grundlegend. Investoren in Industrie- und Logistikimmobilien sind dabei nicht nur passive Beobachter, sondern spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung dieser Transformation. Der jährliche Flächenbedarf von 20 Millionen Quadratmetern zieht ein Investitionsvolumen von ungefähr 28 Milliarden Euro pro Jahr nach sich. Diese Summe übersteigt die gesamten Investitionen in europäische Industrie- und Logistikimmobilien im Jahr 2025 um mehr als 50 Prozent, was den Umfang der bevorstehenden Investitionstätigkeit unterstreicht.
Analyse des Marktungleichgewichts und Investmentchancen
Die Analyse von Aberdeen Investments hebt ein zunehmendes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in den Immobilienmärkten des Vereinigten Königreichs und Europas hervor. Dieses Ungleichgewicht bietet mittel- bis langfristig attraktive Investitionsperspektiven, stellt aber gleichzeitig eine signifikante Herausforderung für die Politik dar. In einem Marktumfeld, in dem Aktien- und Anleihemärkte zunehmend volatiler sind und stärker korrelieren, erweist sich der Immobiliensektor erneut als diversifizierende Anlage. Er bestätigt seine Funktion als stabiles Element in Multi-Asset-Portfolios. Untersuchungen über einen Zeitraum von 15 Jahren belegen, dass die Renditen direkter Immobilienanlagen eine geringe oder sogar negative Korrelation zu den öffentlichen Kapitalmärkten aufweisen.
- —Die annualisierte Volatilität für direkte Immobilienanlagen in Großbritannien und Europa liegt bei rund 5 Prozent.
- —Im Vergleich dazu beträgt die Volatilität globaler Unternehmensanleihen etwa 7 Prozent.
- —Globale Aktien weisen eine Volatilität von knapp 15 Prozent auf.
Diese Zahlen unterstreichen die relative Stabilität von Immobilieninvestitionen in einem schwankenden Finanzmarktumfeld und betonen die anhaltende Attraktivität von Industrie- und Logistikimmobilien für Anleger, die nach langfristiger Wertstabilität und Rendite suchen.
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