Rechenzentren erzeugen zusätzlichen Logistikflächenbedarf von 786.000 m² in Europa
Eine aktuelle Studie von Savills prognostiziert aufgrund des Wachstums des europäischen Rechenzentrenmarktes einen zusätzlichen Bedarf an Logistikflächen von rund 786.000 m² innerhalb der kommenden drei Jahre.

Der europäische Markt für Rechenzentren generiert eine signifikante zusätzliche Nachfrage nach Logistikflächen. Eine Analyse von Savills zeigt auf, dass in den nächsten drei Jahren mit einem Bedarf von rund 786.000 m² an zusätzlichen Logistikflächen in Europa zu rechnen ist. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch das Wachstum des Rechenzentrumssektors bedingt, dessen Infrastruktur auf eine entsprechende Zulieferkettenlogistik angewiesen ist.
Die Untersuchung stützt sich auf aktuelle Beobachtungen in spezifischen Märkten wie Dublin, Irland, und Houston, USA. In Dublin entfielen im Jahr 2025 etwa 10 % des jährlichen Logistikflächenumsatzes auf Nutzer, die in der Lieferkette von Rechenzentren agieren. Dies entspricht einer Fläche von 20.900 m², die für Zwecke wie Ersatzteillagerung und Betriebsausrüstung benötigt wurde. Weitere 46.500 m² wurden Unternehmen aus diesem Sektor zum gleichen Zeitpunkt angeboten.
Regionale Beobachtungen und Flächenrelationen
Ein ähnliches Muster zeigt sich in Houston, wo drei der fünf größten Abschlüsse im vierten Quartal 2025 durch Unternehmen getätigt wurden, die Dienstleistungen für Rechenzentren oder energiebezogene Infrastrukturen erbringen. Insgesamt beanspruchten vier dieser Abschlüsse in Houston 11 % des Flächenumsatzes im zweiten Halbjahr 2025, was dem Anteil des Rechenzentrumssektors am Gesamtflächenumsatz in Dublin im Jahresverlauf 2025 gleicht.
Die bestehende Kapazität europäischer Rechenzentren beträgt derzeit 10.990 Megawatt (MW), während zusätzliche 2.449 MW in Bau sind. Eine Verhältnisbestimmung zwischen Flächenumsatzvolumen und dem Kapazitätswachstum durch im Bau befindliche Rechenzentren in Dublin (71 MW) und Houston (250 MW) ergibt einen spezifischen Logistikflächenbedarf. Savills schätzt diesen auf 700 bis 1.000 m² Logistikfläche pro MW Rechenzentrumskapazität. Für Houston könnte die ausschließliche Berücksichtigung der größten Abschlüsse diese Untergrenze potenziell noch erhöhen.
Ausblick und Marktimplikationen
Kevin Mofid, Head of EMEA Logistics Research bei Savills, hebt hervor, dass die Diskussion über den Rechenzentrumsmarkt oft auf Grundstücksverkäufe und Energieversorgung fokussiert ist, während die Auswirkungen auf den Logistikmarkt bisher weniger Beachtung fanden. Die Analyse verdeutlicht, dass in Märkten mit starkem Rechenzentrenwachstum Zulieferer der Branche zunehmend klassische Logistiklagerflächen anmieten. Dies stellt eine relevante Marktverschiebung dar.
Als Grundlage der Berechnung wird von durchschnittlich 820 m² Logistikfläche pro MW Rechenzentrumskapazität ausgegangen. Wenn dieser Wert auf die führenden europäischen Rechenzentrumsmärkte Frankfurt, London, Amsterdam, Paris und Dublin (FLAPD) angewandt wird, in denen 950 MW im Bau sind, resultiert dies in einem zusätzlichen Bedarf von 786.000 m² Logistikfläche. Obwohl dieser Trend in Europa noch als incipient gewertet wird, zeigen sich bereits konkrete Beispiele, wie die Anmietung von 13.000 m² Logistikfläche durch AVK SEG im Nordwesten Englands, einem Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Sam Quellyn Roberts, Director, Global Occupier Services / EMEA Logistics Markets bei Savills, ergänzt, dass die Anmietung von Flächen durch 3PL-Nutzer und spezialisierte Dienstleister zur Unterstützung der Rechenzentrumsbranche europaweit zunimmt. Dieser Bedarf konzentriert sich initial auf entwickelte Rechenzentrumsstandorte wie Irland, das Vereinigte Königreich und die Niederlande. Mit der weiteren Diversifizierung von Rechenzentrumsstandorten in Europa ist eine Ausweitung dieses Trends auf andere Märkte zu erwarten. Langfristig könnte die Sicherung solcher geschäftskritischen Lagerflächen, insbesondere bei rückläufigen Entwicklungspipelines, eine Herausforderung darstellen, auch wenn aktuell noch höhere Leerstandsquoten in Europa zu beobachten sind.
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