Immobilienmärkte im ersten Halbjahr: Abschläge und Segmentverschiebungen
Immobilienaktien und REITs zeigten im ersten Halbjahr von Oktober bis März eine heterogene Entwicklung, geprägt durch volatile Indizes, Abschläge zum Net Asset Value in vielen Segmenten und spezifische Marktverwerfungen durch geopolitische Einflüsse.

Die Performance von Immobilienaktien und REITs im Zeitraum von Oktober bis Ende März präsentierte sich vielschichtig. Nach einer initialen Stabilität waren zum Jahresende Rückgänge zu verzeichnen, gefolgt von einer Erholung zu Jahresbeginn. Der FTSE EPRA Nareit Index verzeichnete in Nordamerika ein Plus von 3,0 % und in Europa einen Rückgang von 2,5 % über diesen Sechsmonatszeitraum. Beide Entwicklungen übertrafen die Performance des breiten Aktienmarktes, wenngleich von einem niedrigeren Ausgangsniveau.
Es ist festzustellen, dass Immobilienaktien in zahlreichen Segmenten beidseits des Atlantiks mit Abschlägen zum Net Asset Value gehandelt werden. Ausnahmen bilden spezifische Bereiche des US-Marktes, darunter Healthcare, Net Lease und Rechenzentren. Der Einmarsch in die Ukraine Ende Februar führte jedoch zu signifikanten Marktverwerfungen, die aus gestiegenen Energiepreisen und Versorgungsrisiken resultierten. Für die Immobilienbranche sind insbesondere die damit verbundenen steigenden Inflations- und Zinsrisiken von Relevanz.
Dr. Karim Rochdi, Managing Partner bei AVENTOS, wies darauf hin, dass niedrigere Bewertungen im Vergleich zum Gesamtmarkt und eine geringere Anfälligkeit der meisten Immobiliensegmente für disruptive Einflüsse durch Künstliche Intelligenz mittelfristig vorteilhaft sein könnten. Er schränkte diese Einschätzung jedoch ein, indem er die Entwicklung der Zinsen als entscheidenden Faktor hervorhob, die dieser Entwicklung entgegenwirken könnte.
Segmentale Performance und M&A-Aktivitäten
Die Belastung durch die Einflüsse der KI-Technologie zeigt sich deutlich in der Investorenwahrnehmung bezüglich der zukünftigen Nachfrage nach Büroflächen. Dies spiegelt sich in einer signifikanten Anzahl von Büro-REITs wider, die unter den größten Kursverlierern des Halbjahres zu finden sind. Von den fünfzehn Titeln mit den niedrigsten Renditen bzw. größten Verlusten entfielen sieben auf nordamerikanische Büro-REITs. Demgegenüber profitierten Segmente wie das Gesundheitswesen, insbesondere Seniorenwohnen, von strukturellem Aufwind und verzeichneten Gewinne.
Nennenswerte Underperformer der letzten sechs Monate waren primär nordamerikanische Büroanbieter. Hierzu zählen Hudson Pacific Properties mit einem Rückgang von 69 % und Allied Properties REIT mit einem Minus von 54 %. Den höchsten Verlust auf Total-Return-Basis erlitten jedoch Investoren der Fermi Inc. mit 82 %. Dieses Unternehmen, erst seit Oktober 2025 börsennotiert, hatte die Entwicklung eines Rechenzentrumsprojekts auf einer Fläche von etwa 21 Quadratkilometern in der texanischen Hochebene zum Ziel.
Die M&A-Aktivitäten waren im Berichtszeitraum notably von der geplanten Übernahme von National Storage Affiliates durch Public Storage geprägt, einem Transaktionsvolumen von rund 10,5 Milliarden US-Dollar, deren Abschluss im dritten Quartal erwartet wird. Diese Transaktion illustriert die anhaltende Konsolidierung im US-amerikanischen Self-Storage-Markt, einem Sektor, der aufgrund standardisierter Assets und skalierbarer Plattformen hohe Effizienzpotenziale bietet und somit die Deal-Dynamik verstärkt. Eine weitere bedeutende Transaktion stellt der geplante Verkauf des australischen National Storage REIT an Brookfield und GIC für etwa 4 Milliarden AUD dar. Ergänzend dazu kündigte Veris Residential eine Privatisierung im Wert von rund 3,4 Milliarden US-Dollar an, nachdem das Unternehmen seinen Fokus auf Wohnimmobilien verlagert hatte.
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