Logistikdienstleister stabilisieren den deutschen Mietmarkt für Lager- und Industrieflächen
Der deutsche Markt für Lager- und Logistikflächen wies im ersten Quartal 2026 eine stabile Entwicklung auf, primär getragen durch die Logistikbranche.

Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der deutsche Markt für Lager- und Logistikflächen einen Flächenumsatz von rund 1,59 Millionen Quadratmetern. Dieses Ergebnis, das sowohl Eigennutzer als auch Vermietungen umfasst, entspricht dem Niveau des Vorjahresquartals, liegt jedoch unter den langjährigen Durchschnittswerten. Der fünfjährige Durchschnitt wurde um zehn Prozent unterschritten, der zehnjährige Durchschnitt um acht Prozent. Die Anzahl der Vertragsabschlüsse reduzierte sich geringfügig um fünf Prozent auf insgesamt 160 Verträge.
Die Vermietungen zeigten eine positive Entwicklung mit einem Anstieg von elf Prozent im Jahresvergleich, während der Anteil der Eigennutzer am Gesamtumsatz um 34 Prozent zurückging und lediglich 15 Prozent des Volumens ausmachte (rund 244.000 Quadratmeter). Sebastian Bögel, Head of Industrial & Logistics Agency bei JLL Germany, kommentierte die Situation dahingehend, dass die Stabilität des Flächenumsatzes angesichts der erhöhten Kraftstoffpreise und der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Erfolg zu werten sei. Er betonte zudem, dass die Branche in der Vergangenheit ihre Resilienz und Innovationsfähigkeit bei ähnlichen Herausforderungen bewiesen habe, und prognostizierte einen Gesamtflächenumsatz von über sechs Millionen Quadratmetern für das gesamte Jahr.
Metropolregionen und Nutzergruppen
In den fünf größten deutschen Metropolregionen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München belief sich der Flächenumsatz in den ersten drei Monaten auf etwa 419.300 Quadratmeter. Dies stellt den besten Start in ein Jahr seit 2022 dar und übertraf das Vorjahresergebnis um 14 Prozent, wenngleich der fünfjährige Vergleichswert um elf Prozent unterschritten wurde. Hamburg erwies sich mit 125.400 Quadratmetern als die umsatzstärkste Region, was einem Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Frankfurt folgte mit 88.300 Quadratmetern (minus 18 Prozent) und Berlin mit 85.100 Quadratmetern (minus drei Prozent). Düsseldorf und München verzeichneten deutliche Zuwächse mit 70.300 Quadratmetern beziehungsweise 50.200 Quadratmetern, jeweils annähernd doppelt so viel wie im ersten Quartal des Vorjahres.
Die aktivste Nutzergruppe stellte die Branche Transport, Verkehr und Lagerhaltung dar, die einen Flächenumsatz von 167.400 Quadratmetern generierte, was 40 Prozent des Gesamtumsatzes in den Ballungsräumen ausmacht und einer Steigerung von rund 100.000 Quadratmetern gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Handelsunternehmen erzielten einen Zuwachs von zwölf Prozent mit 61.700 Quadratmetern. Im Gegensatz dazu sank der Umsatz bei Industrieunternehmen um die Hälfte auf 73.900 Quadratmeter.
Eine Verschiebung hin zu größeren Anmietungen war im ersten Quartal zu beobachten. In der Größenklasse ab 10.000 Quadratmetern wurden neun Abschlüsse mit einem Gesamtvolumen von 222.800 Quadratmetern verzeichnet. Im Vorjahresquartal waren es acht Abschlüsse mit 159.500 Quadratmetern, woraus eine Steigerung der durchschnittlichen Abschlussgröße in diesem Segment um knapp 5.000 Quadratmeter resultiert. Bemerkenswerte Großanmietungen umfassten die Sicherung von über 50.000 Quadratmetern durch einen Onlinehändler in Hamburg-Allermöhe und von rund 40.000 Quadratmetern durch den chinesischen Logistikdienstleister JD Logistics in Ludwigsfelde bei Berlin. Hinsichtlich der Marktliquidität traten im ersten Quartal spürbar weniger neue Flächen auf den Markt. In den fünf Metropolregionen wurden im Vergleich zum Vorjahr rund 60 Prozent weniger neue Lagerflächen fertiggestellt (ca. 85.000 Quadratmeter), und auch gegenüber dem fünfjährigen Mittelwert ergab sich ein Rückgang von 55 Prozent. Von den fertiggestellten Flächen waren ein Drittel noch verfügbar, 46 Prozent waren bereits vermietet und der Rest an Eigennutzer vergeben. Aktuell befinden sich rund 620.000 Quadratmeter im Bau, wovon 58 Prozent noch nicht vermietet sind. Schwerpunkte der Bautätigkeit liegen in Berlin mit etwa 200.000 Quadratmetern und Düsseldorf mit rund 136.000 Quadratmetern.
Die Spitzenmieten für Lagerflächen ab 5.000 Quadratmetern zeigten in zwei der fünf Regionen einen leichten Anstieg. In München stieg die Spitzenmiete um 30 Cent auf 11,00 Euro pro Quadratmeter und in Frankfurt um 20 Cent auf 8,50 Euro pro Quadratmeter. Stabil blieben die Spitzenmieten in Berlin mit 10,50 Euro pro Quadratmeter sowie in Düsseldorf mit 9,00 Euro pro Quadratmeter und in Hamburg mit 8,50 Euro pro Quadratmeter.
Entwicklung außerhalb der Hauptmärkte
Außerhalb der fünf Ballungsräume wurde im ersten Quartal 2026 ein Flächenumsatz von rund 1,17 Millionen Quadratmetern erzielt, was einem moderaten Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Dieser Wert verfehlte jedoch den fünfjährigen Mittelwert um zehn Prozent. Eigennutzer waren für rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes in diesen Regionen verantwortlich.
Analog zu den Hauptmärkten dominierte die Branche Transport, Verkehr und Lagerhaltung die Flächennachfrage auch außerhalb der Metropolregionen. Mit einem Anteil von 42 Prozent entfielen rund eine halbe Million Quadratmeter auf diesen Sektor, darunter zwei bedeutende Anmietungen: ID Logistics mietete rund 67.000 Quadratmeter in Alsdorf, und der chinesische Logistikdienstleister Goodcang sicherte sich knapp 65.000 Quadratmeter im niedersächsischen Rieste. Handelsunternehmen zeichneten für rund ein Fünftel des Gesamtumsatzes verantwortlich, mit 285.100 Quadratmetern stellte dies ein Plus von neun Prozent im Jahresvergleich dar. Im Gegensatz dazu sank die Nachfrage von Industrieunternehmen deutlich um 56 Prozent auf 186.000 Quadratmeter, was den niedrigsten Flächenumsatz dieser Branche in einem ersten Quartal der letzten zehn Jahre darstellt. Das Ruhrgebiet führte außerhalb der fünf Hauptregionen mit rund 129.500 Quadratmetern und einem Zuwachs von 30 Prozent im Jahresvergleich. Dabei war festzustellen, dass chinesische Unternehmen einen signifikanten Anteil von 44 Prozent des Umsatzes ausmachten.
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