US-Tech-Aktien nach Korrektur wieder erschwinglich
Nach einer Phase signifikanter Kursanstiege und -korrekturen im Technologiebereich gelten US-amerikanische Tech-Aktien wieder als bezahlbarer, gestützt durch gestiegene Gewinne und angepasste Bewertungen.

Der Markt für Technologieaktien in den Vereinigten Staaten, insbesondere im Sektor Künstlicher Intelligenz (KI), durchlief eine bemerkenswerte Entwicklung. Lange Zeit galten diese Aktien als das am höchsten bewertete Segment an der Börse, mit einer Tendenz zur Überbewertung, trotz oft überdurchschnittlich hoher Gewinnmargen. Die anfängliche Euphorie um KI führte zu einer weiteren Beschleunigung der Aktienkurse und der Zahlungsbereitschaft von Investoren, die zeitweise erhebliche Aufschläge im Vergleich zu anderen Branchen akzeptierten.
Anleger, die das „Geschäft des Jahrhunderts“ nicht verpassen wollten, investierten massiv in Technologieunternehmen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), welches das Verhältnis des Aktienkurses zum erwarteten Gewinn pro Aktie darstellt, erreichte in diesem Segment Werte von 30 und mehr. Als Beispiel wurde der KI-Chip-Hersteller Nvidia im Januar 2023 noch mit einem KGV von 81 gehandelt. Dies implizierte, dass Anleger mehr als 80 Dollar für einen Dollar Gewinn pro Jahr entrichteten.
Marktkorrektur und Neubewertung
Die Perspektive auf das margenstarke KI-Geschäft hat sich im Verlauf der Zeit verändert. Beobachter äußerten zunehmend Zweifel, ob die Milliardeninvestitionen im Technologiesektor und insbesondere in der KI-Branche die erwarteten schnellen Amortisationen und hohen Gewinnmargen angesichts steigender Zins- und Finanzierungskosten tatsächlich rechtfertigen. Dies führte zu einer Desinvestitionswelle in KI-Anlagen. Auch Software-Aktien verzeichneten signifikante Kurseinbußen, da einige Anleger die Geschäftsmodelle durch selbstprogrammierende KI als potenziell gefährdet ansahen.
Obwohl einzelne Technologieaktien nach wie vor hoch bewertet sind, hat sich das Bewertungsniveau des IT-Sektors im US-Leitindex S&P 500 dem Niveau des Gesamtindex angeglichen. Aktuelle Analysen zeigen, dass das durchschnittliche KGV von US-amerikanischen IT-Aktien, das noch vor kurzem bei etwa 30 lag, in den vergangenen Wochen auf rund 20 gesunken ist. Dieser Wert liegt nahe am breiten S&P 500. Die als „Glorreichen 7“ bekannten Unternehmen – Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla – weisen ein durchschnittliches KGV von 24 auf, was ebenfalls eine spürbare Reduzierung darstellt.
Fundamentale Faktoren und Ausblick
Die Anpassung der Preise ergibt sich aus zwei wesentlichen Faktoren. Einerseits sind die Kurse der IT-Aktien gefallen. Andererseits sind die Gewinne der Technologieunternehmen stark gestiegen. Dieser Anstieg der Gewinne hat dazu geführt, dass sich Wachstumsfantasien materialisiert haben und die aktuellen Kurse durch robuste Fundamentaldaten untermauert werden. Die Kombination aus niedrigeren Kursen und höheren Gewinnen resultiert in einem attraktiveren Bewertungsniveau, gemessen am KGV. Für die bevorstehende Berichtssaison des ersten Quartals 2026 prognostizieren Analysten laut dem Finanzdienstleister Factset ein Gewinnwachstum von beachtlichen 45 Prozent für den IT-Sektor im Jahresvergleich. Dies übertrifft das erwartete Gewinnwachstum des breiten S&P 500 von circa 13 Prozent deutlich.
Durch diese Korrekturphase haben Technologieaktien wieder eine höhere Erschwinglichkeit erreicht und können mittel- bis langfristig weiterhin Chancen bieten. Eine erfolgreiche Anlagestrategie erfordert jedoch Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen hinweg. Dr. Daniel Grabowski, der seit 2024 das Investment Research der TARGOBANK leitet, weist darauf hin, dass Tech-Aktien zwar ein wichtiger Bestandteil sein können, jedoch nicht die alleinige Position im Portfolio darstellen sollten.
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